Lufthansa im Shopping-Wahn | Condor, Thomas Cook Airlines, Alitalia und mehr

Lufthansa ist schon lange nicht mehr einfach Lufthansa, sondern die Lufthansa Group und diese besteht neben Lufthansa auch aus Swiss, Austrian Airlines, der Eurowings Group, Brussels Airlines, Air Dolomiti und Lufthansa City Line. In den letzten Jahren ist die Lufthansa Group durch Zukäufe massiv gewachsen und dies soll wohl auch so weitergehen, denn Lufthansa will weitere Airlines kaufen.

In einem Interview im Handelsblatt mit dem Lufthansa Vorstandsmitglied Harry Hohmeister, spricht er sehr offen darüber, dass man in Europa mit einer massiven Konsolidierung rechnet und dass Lufthansa hier auch profitieren will und weitere Airlines kaufen möchte. Dabei scheint die Einkaufsliste von Lufthansa durchaus lang zu sein.

Lufthansa will weiter Airlines kaufen | Thomas Cook Airlines

Vor wenigen Tagen hat der britische Reisekonzern Thomas Cook bekannt gegeben, dass man seine Thomas Cook Airlines, zu welcher auch Condor gehört, gerne verkaufen will. Lufthansa hat hier bereits Interesse an den Condor Langstrecken angemeldet. Doch das Interesse scheint noch weiter zu gehen und man könnte sich wohl vorstellen auch über Condor hinaus, große Teile der Thomas Cook Airlines UK und der schwedische Tochter zu übernehmen.

Während man besonders bei Condor wohl die Kurzstrecken an einen Konkurrenten abgeben müsste um kartellrechtliche Probleme zu vermeiden, könnte man Thomas Cook Airlines UK und SK im Ganzen übernehmen und so von den Synergien profitieren, welche Thomas Cook zwischen den Airlines bereits geschaffen hat.

Die Thomas Cook Airlines würden vermutlich in die Eurowings Group integriert und man würde mit Eurowings endlich das machen, was man schon länger plant: auch Langstrecken außerhalb von Deutschland anbieten.

Wir haben mit der Eurowings bewiesen, dass wir uns in diesem Segment gut entwickeln können, daher werden wir uns genau anschauen, welche Ansätze es hier geben könnte.

Lufthansa will weiter Airlines kaufen | Alitalia

Lufthansa hat schon mehrfach Interesse bekundet, die insolvente Alitalia zu kaufen. Da man sie aber auch massiv umstrukturieren will, löst dieses Vorhaben in Italien immer wieder Proteste aus. Zwischenzeitlich sah es so aus, dass Delta Airlines, Air France und KLM sich gegen Lufthansa durchgesetzt haben und große Teile von Alitalia übernehmen werden.

Mittlerweile ist klar, dass Lufthansa noch lange nicht aufgegeben hat und Alitalia weiterhin übernehmen möchte. Aktuell gibt man sich in Frankfurt sogar wieder recht zuversichtlich, dass man bei Alitalia doch noch zum Zuge kommen könnte, denn immerhin bietet man das mit Abstand nachhaltigere Konzept.

Die Rückmeldung auf unsere jüngsten Gespräche haben eines gezeigt: Man ist sich in Italien selbst noch nicht einig. Die Entscheidung ist also noch offen. Und wir haben immer gesagt: Der italienische Markt ist ein sehr wichtiger und starker Markt für uns.

Lufthansa möchte Alitalia als Premium Airline in Italien etablieren, da man hier noch Potenzial sieht. Im Billigfliegersegment ist der Wettbewerb in Italien, aufgrund der vielen Anbieter, einfach zu hart.

In Italien gibt es genug Anbieter im Bereich Low-Cost. Besser erscheint also eine Lösung im Premiumsegment, denn nur so kann sich Alitalia im Wettbewerb differenzieren.

Lufthansa will weiter Airlines kaufen | weitere Airlines möglich

Harry Hohmeister nennt im Interview zwar keine weiteren Airlines, bei welchen man an eine Übernahme denkt, allerdings wird Lufthansa schon länger Interesse an der kriselnden Norwegian nachgesagt. Hier wartet man möglicherweise auch einfach auf eine Insolvenz der Airline, welche sich gerade einen massiven Sparplan und Schrupfkurs verpasst hat.

Um mit Eurowings in anderen Märkten außerhalb von Deutschland zu wachsen, wäre Norwegian ein denkbarer Kandidat für Lufthansa.

Allerdings scheint dies massiv davon abhängig zu sein, wie sich die Airlinebranche in Europa weiter entwickelt und zu welchen Insolvenzen es noch kommt. Bei Lufthansa rechnet man hier mit weiteren Airlines, die in diesem oder dem nächsten Jahr den Betrieb einstellen müssen. Dies bezieht sich aber besonders auf die Billigflieger.

Zunächst gibt es schlicht zu viele Airlines in Europa, die in dem harten Wettbewerb nicht bestehen können. Das zeigen die Insolvenzen der vergangenen Monate mehr als deutlich. Und diese Entwicklung ist noch nicht am Ende. Was die Wachstumsträume angeht haben wir für den Premium-Bereich niemals Hoffnungen auf riesige Wachstumsraten geweckt. Wir gehen hier von einem jährlichen Kapazitätsplus zwischen zwei und vier Prozent aus.

Lufthansa will weiter Airlines kaufen | Frankfurtflyer Kommentar

Bei Lufthansa ist man ganz klar in Kauflaune und die Group hat aktuell auch das Kapital um hier einiges zu stemmen. Ich bin gespannt, welche Ankündigungen wir in den kommenden Monaten von Lufthansa noch hören werden. Es würde nicht allerdings nicht wundern, wenn wir bald Alitalia und Condor als Teil des Lufthansa Konzerns sehen werden.

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3 Kommentare

  1. Furchtbar. Nur Konkurrenz belebt das Geschäft. Ansonsten haben wir hier bald dieselben Verhältnisse wie in den USA vor einigen Jahren. Und so gut finde ich das nicht. Auf die Preise wird sich das auch nicht positiv auswirken. Aber das ist wahrscheinlich auch der Hauptgrund. Es nervt ja schon innerdeutsch. Erst seit Easyjet richtig Fahrt aufgenommen hat, geht es auf einigen Strecken wieder, aber wo Easyjet nicht fliegt, ist es unglaublich, was verlangt wird.

    • Ich bin erst kürzlich FRA-HAM recht kurzfristig return für unter 150€ geflogen.
      Meiner Meinung nach ist fliegen noch deutlich zu günstig, weil jeder nur die 19€ Preise der Ryanair im Kopf hat.
      Die ganze Wertschöpfungskette, Abfertigungsgebühren etc. kostet nunmal Geld, die Sicherheitsstandarts und Regularien sind deutlich strenger als in anderen Branchen.

      Wenn Zugfahren zwischen Mainz und Berlin teurer ist, als ÖPNV+Flug (FRA-TXL) – dann stimmt eindeutig etwas nicht. Ich fliege TXL-FRA seit Sommer 2016 alle zwei Wochen und die Preise waren selbst nach der AirBerlin-Pleite konstant günstig – nur die Nachfrage stieg schlagartig. Als AirBerlin wegbrach fielen schlagartig knapp 600 Plätze täglich weg + Umsteigeverkehr der vorher mit AB-Langstrecken ex. TXL bedient worden ist. Es ist nur logisch, dass in einem solchen Falle die Preise anziehen. Doch ich konnte keine Veränderung am Yield der Lufthansa erkennen und fand den Hate gegen LH zu einseitig.

      • Ich habe garantiert keine Ryanair Preise im Kopf, denn ich fliege aus Prinzip nicht Ryanair. Aber wo du gerade bei der Strecke FRA-HAM bist, so viel Glück hatte ich leider nicht. Und die Bahn ist meist da teuer, wo man auch keine Alternative hat, auf Frankfurt-Berlin ist sie es jedenfalls nicht.
        Und das mit den höheren Preisen bei LH habe nicht nur ich festgestellt.
        Ach ja, und der Satz, dass Fliegen eh noch zu billig sei, ist schon recht elitär. 😉 Aber ich muss ja auch nicht LH flegen. Nur so, ich war mal einen riesiger Fan von LH (ich hatte sogar LH Status, heute habe ich den bei OW), aber das haben sie mir leider über die Jahre schon recht oft verdorben.

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