Lufthansa macht Condor auf der Langstrecke direkte Konkurrenz

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Bei Lufthansa soll man es schon mehrfach bereut haben, dass man die einstige Tochter Condor an Thomas Cook verkauft hat. Der Spezialist für Urlaubsflüge kann genau das gut, woran Lufthansa seit Jahren zu knabbern hat: Touristische Langstrecken wirtschaftlich betreiben.

Da Lufthansa seit Jahren gerne das Geschäftsfeld der Urlaubslangstrecken erschließen will, aber das wirklich passende Konzept noch nicht gefunden wurde, wollte Lufthansa die Condor sogar zurückkaufen, allerdings hat der aktuelle Eigner den Verkauf zurückgestellt, da sich Thomas Cook erst finanziell sanieren möchte und der Erlös aus dem Verkauf der Airlines zu gering wäre.

Bei den Verhandlungen um den Condorverkauf hat Lufthansa ganz klar die Botschaft ausgegeben, dass jeder der Condor kauft, mit einem harten Wettbewerb mit Lufthansa rechnen müsse, immerhin sind beide Airlines in Frankfurt beheimatet und Lufthansa würde den touristischen Langstreckenmarkt nicht alleine Condor überlassen. Man würde Condor entweder übernehmen oder Konkurrenz machen.

Nachdem Lufthansa Condor nun nicht übernehmen kann, macht man genau das, was man angekündigt hat: Man macht dem Ferienflieger mit Eurowings in Frankfurt direkte Konkurrenz und dies sicher nicht zufällig. Zwar hat Eurowings ab Frankfurt trotz der neuen angekündigten Strecken bei weitem noch nicht die Präsenz welche Condor aufweist, allerdings setzt man sich sicher nicht zufällig auf Condor Strecken und gerade bei den USA Strecken wird man Condor möglicherweise sogar vertreiben können.

Ein Eurowings Airbus A330-200 wird in Frankfurt bald zum alltäglichen Anblick werden.

Ab diesem Winter wird Eurowings zu drei Langstrecken mit Take Off in Frankfurt starten:

  • Mauritius
  • Barbados
  • Windhoek

Dabei fliegt man sogar an einigen Tagen fast zeitgleich mit Condor ab und schafft damit deutliche Überkapazitäten. Es ist recht offensichtlich, dass man hiermit den Druck auf Condor erhöhen möchte.

Ab 2020 wird Eurowings ab Frankfurt dann auch in die USA und nach Namibia fliegen. Dabei hat man sich gerade nach Nordamerika zwei Ziele ausgesucht, welche seit Jahren fest in Condor Hand sind und auf welchen man auch einen gewissen Anteil an Business Passagiere abgreifen kann.

Gerade mit den sechswöchentlichen Frequenzen nach Phoenix könnte Eurowings Condor so stark zusetzen, dass sie diese Strecke aufgeben wird.

Lufthansa macht Condor auf der Langstrecke direkte Konkurrenz | Frankfurtflyer Kommentar

Dass man bei Lufthansa an Condor oder besser an deren Geschäft Interesse hat, daran lässt man keinen Zweifel. So ganz schlüssig ist mir die neue Eurowings Strategie aus Frankfurt allerdings noch nicht. Es scheint so, als wolle man Condor vor allem Konkurrenz machen und parallel baut man sich mit Eurowings eine „Lufthansa Light“, welche hoffentlich billiger produzieren kann, aber ein fast identisches Produkt bieten wird.

Es scheint, als wolle sich Lufthansa auf verschiedene Eventualitäten vorbereiten. Man will deutlich machen, dass es für niemanden wirklich einfach wird Condor zu übernehmen. Neben den hohen Investitionen in neue Langstreckenflugzeuge ist man nun in Frankfurt auch der Konkurrenz von Eurowings ausgesetzt. Damit wird Condor sicher nicht besonders attraktiv für Investoren.

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