+++ Lufthansa News Update | 2.10 +++

Erholung der Geschäftsreisen deutlich spürbar

In einem Interview mit dem Standard zeigt sich Lufthansa-CEO Spohr optimistisch was die Erholung von Geschäftsreisen angeht. Demnach sei das Wachstum besonders in den Heimatmärkten spürbar. Zuletzt wurden mehr Flugzeuge eingesetzt und auf einigen innerdeutschen Strecken der Stundentakt wieder eingeführt. Das Angebot auf der Kurzstrecke wurde nochmal um 15 Prozent ausgeweitet, dies zeigt sich durch zusätzliche Frequenzen und größere Flugzeuge.

Der Geschäftsreiseverkehr ist schneller und stärker zurückgekehrt als erwartet. Anlass zur Hoffnung gibt auch der  Buchungsanstieg bei Flügen in die USA, die ab November wieder öffnen. Der Verkehr nach Asien ist für die Lufthansa und Austrian ein wichtiges Geschäftsfeld, in diese Richtung fehlt jedoch jede Perspektive.

Wann China wieder für Reisende öffnet oder wann für Flüge nach Indien wieder alle Verkehrsrechte genutzt werden können steht noch in den Sternen, was für zahlreiche Airlines sehr belastend sei. Immerhin gibt das bei Touristen beliebte Thailand Grund zur Hoffnung und will sich ab November wieder langsam für Touristen öffnen.

Chaos bei der Abfertigung am BER

Zum Ferienbeginn entstand am Hauptstadtflughafen Berlin ein Chaos bei der Bodenabfertigung. Die Flughafengesellschaft  hat die Lufthansa auf fehlende Abfertigungskapazitäten hingewiesen. Dort entstanden am Wochenende lange Schlangen, durch erheblich verlängerte Wartezeiten erreichten zahlreiche Passagiere nicht rechtzeitig den Abflug.

Wie aero.de berichtet, war die Krankenquote beim Check in-Personal erhöht, die Personaldecke lag dort unter Plan. Lufthansa weist darauf hin, die maximal mögliche Zahl von zwölf Schaltern geöffnet und zudem zusätzliches Personal im Wartebereich eingesetzt zu haben. Viele Passagiere konnten zusätzliche automatisierte Möglichkeiten nicht nutzen, da durch zahlreiche Einreisebestimmungen die entsprechenden Nachweise manuell kontrolliert werden mussten. 

Auch bei den Bodenverkehrsdienstleistern fehlte es an Personal, beim Aussteigen, Entladen und „Umdrehen“ von Flugzeugen kam es zu ungewöhnlich langen Wartezeiten. Am stärksten betroffen waren die Abflüge der Lufthansa-Gruppe am Samstag, obwohl dies nicht der verkehrsreichste Tag der Woche war.

Zwischenzeitlich wurden Fluggäste dazu aufgerufen frühzeitig am Airport einzutreffen. Von der Empfehlung satte 240 Minuten vor Abflug zu erscheinen hat man sich inzwischen wieder distanziert.

Die Auferstehung der Boeing 747-400

Sie waren lange Zeit geparkt und das Ende in der Lufthansa Flotte wurde besiegelt. Aber totgesagte leben länger und dies trifft offensichtlich auf die Boeing 747-400 Teilflotte der Lufthansa zu. Die verbliebenen acht Exemplare werden nach und nach reaktiviert und gehen zurück in den Liniendienst.

Lediglich eine einzige 747-400 steht noch im Flugzeugfriedhof in Spanien, alle anderen Vierstrahler wurden inzwischen wieder aus dem Tiefschlaf geholt. Während die D-ABVX bereits wieder im fleißig im Einsatz ist, befinden sich andere noch in den Hallen der Technik-Tochter. Die erforderlichen Wartungsarbeiten gestalten sich als langwierig und finden unter anderem in Asien statt. Die alten Jumbos werden dann noch mindestens bis zur Einflottung der verspäteten Boeing 777X eingeplant.

Neue Verbindungen nach Beirut

Am 2. Dezember 2021 wird Swiss erstmals einen Direktflug nach Beirut anbieten. Die libanesische Hauptstadt wird dann zweimal die Woche immer donnerstags und sonntags bedient. Im Fokus sind Kunden, die Besuche bei Freunden und Verwandten absolvieren.

Foto: Swiss

Zunächst wird der Flug von Edelweiss als Wetlease für Swiss mit einem Airbus A320 durchgeführt, ab Januar übernimmt die Schweizer LH-Tochter selbst die Operation. Bereits ab dem 7. November nimmt Eurowings die Verbindung zwischen Hamburg und Beirut auf und ergänzt damit das bestehende Angebot ab Düsseldorf und Berlin.

Lufthansa fliegt selbst bis zu 2x täglich aus Frankfurt nach Beirut und kommt auf zehn wöchentliche Frequenzen.

Staatshilfe teilweise zurückgezahlt

Das aus einer Kapitalerhöhung stammende Geld hat LH nun genutzt um einen Teil der Corona-Staatshilfen zurückzubezahlen. Eine Stille Einlage über 1,5 Milliarden Euro sei vollständig abgelöst worden, so die Airline.

Wir sind sehr dankbar, dass die Deutsche Lufthansa AG in schwierigsten Zeiten mit Steuermitteln stabilisiert worden ist

Insgesamt hat der Kranich über zwei Stille Einlagen 2,5 Milliarden Euro bekommen. Bis Ende des Jahres soll die restliche Milliarde zurückgezahlt werden.

Lufthansa zahlt 1,5 Milliarden Staatshilfen zurück an Deutschland

+++ Lufthansa News Update | 2.10 +++ | Frankfurtflyer Kommentar

Der Aufwärtstrend zeigt sich weiterhin in mehreren Bereichen, die Passagierzahl wächst bei der LH-Group langsam aber stetig. Weitere Flugzeuge kommen wieder zurück an die Heimatflughäfen, der Jumbo erlebt ein Revival. Das Chaos vom Wochenende am Berliner Hauptstadtflughafen ist eine der Schattenseiten der kurzzeitig gestiegenen Nachfrage, Airline und Betreibergesellschaft müssen scheinbar noch einiges lernen.

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7 Kommentare

  1. Flog am 1. Oktober ex BER. Vom Durcheinander nichts mitbekommen.
    Lösung des Problems: NUR mit Handgepäck fliegen, Sen. oder Business, dann klappt’s wie am Schnürchen.

    • 1-2 Wochen Urlaub (mit Kindern) nur mit Handgepäck? Und der normale Ferienfluggast hat i.d.R. auch keinen Status, weil es nicht lohnt und machbar ist.Und nicht jeder kann/will sich C leisten. Für den Großteil keine Lösung. Bessere Lösung: sich vorher die zu erwartenden Besucher anschauen und dann reagieren

  2. Das ist ja wirklich schön, wenn sich Hr. Spohr über die Auferstehung und Erholung der Geschäftsreisen freut. Ich gehöre auch zu diesem Klientel. Aber was derzeit in der Business Class bei Lufthansa geboten wird, ist ein makabrer Witz. Kein Willkommensgetränk beim Boarding, das Catering ist armselig, der Champagner furchtbar und der grösste Witz ist das Amenity Kit. Früher gab es Zeiten, da hat man in der Business Class ein nettes Amenity Bag bekommen. Mit kleinen aber hochwertigen Produkten. Was gibt es bei Lufthansa jetzt? Richtig, einen dünnen Stoffbeutel mit einer Wegwerfzahnbürste drin, Wert im Einkauf auf keinen Fall mehr als 10 Cent!! 😡 Das ist schlichtweg eine Beleidigung der Kunden in der Business Class!
    PS: Fliege ab HAJ, dort ebenfalls Chaos am Checkin und Sicherheitskontrolle, Wartezeit >1h, keine Fast Lane für BizClass oder Statuskunden.

  3. Auch am gestrigen Mittwoch später Nachmittag in der LH Lounge in Berlin. Drama pur. Warteschlange bis weit ins Treppenhaus. Wenn man dann endlich drin ist gibt es die Lauchsuppe und Linsen, die seit Wochen schon angeboten wird. Business und Senator zusammen, echt schlecht. Was aber auch zu bemängeln ist: Tischchen mit 3 Sesseln werden gerne von einem netten Vielflieger komplett belegt. Warum tut man da nichts dagegen?
    Also viel Luft nach oben!

    • Es wird mal zeit, dass die SEN und C bzw. FTL wieder trennen. Dieses blöde ewige in der Schlange stehen nervt. Gefühlt kann man die Privilegien vom Status kaum noch nutzen. Außerdem wird es Zeit die AMEX Kunden aus den Lounges „zu schmeißen“. Es kann doch nicht sein das SEN / FTL / C-Kunden darunter leiden das die Lounges so voll sind und jeder mit einer AMEX Platinum karte rein kann.

      Ich hab seit März 2020 das Gefühl, dass der SEN-Status keinen benefit mehr gibt. Ärgerlich wenn es nicht zum HON reicht 🙁 Mir tun besonders die Leute leid, die nur für den Status geflogen sind, denn der Senator Status ist kaum noch etwas Wert.

  4. In FRA habe ich mich vor 2 Wochen, morgens um 5:30! Uhr ca. 50 Meter vor der Boardkartenkontrolle vorm SecCheck angestellt. 6:15 war ich dann durch (Boarding 6:10 hat aber noch gut gereicht). Keine Priority Lane offen, alle in der selben Schlange.
    Auf Nachfrage sagte man mir, dass dies derzeit IMMER Donnerstags morgens so ist. Ich vermute, da fliegen viele heim oder in ein verlängerte Wochenende. Also Donnerstags morgens etwas mehr Zeit einplanen in FRA.
    Allerdings kann da LH nichts dafür.

  5. Ich finde es wirklich schlimm was da eben abgeht.
    Klar, sind zum Teil die Flughafenbetreiber schuld, aber da sollten die Fluggesellschaften doch einfach mal Druck machen.
    So kannst Du deine teuren und treuen Kunden auf dauert nicht behalten.
    Klar ist es Nervig auszuweichen auf andere Länder, aber wenn Du dort mit deinem Status etwas WERT bist, gern.
    Aktuell ist jeder zu bedauern der für Senator viel geflogen ist, anstatt die Meilen einfach wo anders gutschreiben zu lassen. Die Politik von LH kann ich auch nicht wirklich nachvollziehen. Obwohl, Profit für Kundenzufriedenheit.

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