Lufthansa plant Corona Impfpflicht für Crews

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Das Thema Impfpflicht hat in Deutschland extremes Potential für hitzige Diskussionen und dies lange nicht nur bei Impfgegnern. Nicht ohne Grund gibt es von der Deutschen Bundesregierung immer wieder den Hinweis, dass es einen Impfpflicht nicht geben wird. Anders sieht es in anderen Ländern aus. Während z.B. Frankreich eine Impfung für Personal im Gesundheitswesen nun vorschreibt, gibt es gerade in Asien und Nordamerika  inzwischen eine Reihe von Airlines, welche auch den Mitarbeitern, hier besonders den Crews, eine Corona Impfung vorschreiben, wenn sie weiter beschäftigt werden wollen.

In Europa gab es dies bis gestern noch nicht, bis Swiss verkündet hat, dass man eine COVID-19 Impfung als Voraussetzung für das fliegende Personal vorgibt. Am selben Abend gab es von Lufthansa laut Berichten von Aerotelegraph noch ein Dementi, dass es bei Lufthansa eine Impfpflicht für Mitarbeiter geben wird, nun rudert man aber zurück und sagt, Lufthansa plane sehr wohl eine verpflichtende COVID- 19 Impfung für das fliegende Personal und begründet es mit operativen Einschränkungen.

Gegenüber Aerotelegraph sagte ein Lufthansa Sprecher:

Ein internationaler Flugbetrieb ist ohne verpflichtende Corona-Impfung für Flugzeugbesatzungen künftig nicht darstellbar, da viele Staaten den Impfnachweis auch von Pilot:innen und Flugbgleiter:innen verlangen werden. Daher arbeiten wir mit den Personalvertretungen an entsprechenden Vereinbarungen.

Lufthansa reagiert damit auf immer mehr Länder, besonders in Asien, welche eine COVID-19 Impfung als Voraussetzung auch für Crews sehen um überhaupt die Flüge durchführen zu können. So dürfen in Hongkong z.B. bereits jetzt schon Crews meist nur geimpft einreisen und in Baku ist eine Hotelübernachtung auch für Crews nur mit einem Impfnachweis möglich.

Lufthansa verlangt daher von den Besatzungen, dass man vor dem Dienstantritt versichert, dass man die entsprechenden Voraussetzungen und damit eine Impfung besitzt. Auch jetzt müssen Lufthansa Crews bereits eine Gelbfieberimpfung nachweisen, weshalb es bei den vorherrschenden operativen Nachteilen von nicht geimpften Crews, nicht abwegig ist, dass man auch eine COVID-19 Impfung verlangt, gerade da diese inzwischen auch einfach zu erhalten sind.

Lufthansa betont aber auch, dass weder das Personal am Boden, noch die Passagiere mit einer generellen Impfpflicht bei Lufthansa rechnen müssen.

Lufthansa plant Corona Impfpflicht für Crews | Frankfurtflyer Kommentar

Die Ankündigung von Lufthansa, dass es wohl zu einer Impfpflicht für Crews kommen wird, wird sicherlich in den kommenden Tagen sehr kontrovers diskutiert werden. Ich kann hier allerdings auch die Airline durchaus verstehen, denn man kann davon ausgehen, dass viele Ziele in den kommenden Jahren auch für Crews nur mit einer Corona Impfung zugänglich sind, weshalb eine Impfung tatsächlich eine Voraussetzung darstellt, um den Beruf des Flugbegleiters oder Piloten vollumfänglich auszuüben.

Danke: Aerotelegraph

17 Kommentare

  1. wie schon paar Mal kommentiert, wird eine Pflicht zur Teilnahme an der Studie von einem Impfstoff in Bezug auf Covid-19 in Deutschland nicht mit den gesetzlichen Grundlagen in Einklang zu bringen sein. Weiter verstösst es natürlich auch gegen den Nürnberger Kodex, insbesondere unter dem Aspekt, dass es sich bei den Impfstoffen allesamt um Studien handelt, die noch mehrere Jahre laufen und zu welchen niemand nach dem Nürnberger Kodex gezwungen werden kann.

    • Ach Udo! Deine Verschwörungstheorien werden auch durch Wiederholung nicht richtiger. Die Impfstoffe sind zugelassen und Arbeitgeber können unter bestimmten Voraussetzungen auch eine Impfung verlangen, z.B. wenn es zur Ausübung der Arbeit unumgänglich ist.

      Mich würde aber tatsächlich interessieren, wie man die vorgeschriebene Impfung bei Crews erfüllen soll? Soll LH einfach den Betrieb einstellen oder was schwebt dir vor?

      • Was ist am Nürnberger Kodex eine Verschwörungstheorie? Wer verschwört sich hier – und gegen wen?

        Eine Impfpflicht ist nun einmal ein direkter Eingriff in die körperliche Integrität, und daher in Deutschland seit 1945 tabu. Die Erfahrungen davor, was passiert wenn diese Grenze nicht gewahrt bleibt, waren ja eher ähem.

        Im Übrigen gilt frei nach K. Lagerfeld: Wer sich im August 2021 noch mit Corona befasst, hat die Kontrolle über sein Leben verloren. Hier ist mit Schweden, Dänemark, England, Ungarn und Florida zu gehen, wo Corona aus und vorbei ist und (fast) keinerlei Beschränkungen mehr existieren.

      • Ich meine, dass der Fluggast praktisch gezwungen wird, einen negativen PCR Test vorzulegen. Sonst kann er nicht mitfliegen. Ich muss mich zwar nicht impfen lassen, aber ich muss negativ getestet sein. Zumindest müsste das auch für die Crew gelten.

    • Ich begebe mich auf dünnes Eis aber wo ist das Problem? Ist innerhalb Europas eine Impfung bei Crews vorgeschrieben?

      Und falls nein, gib es für die Langstreckenziele wo dies vorgeschrieben ist nicht ausreichend Geimpfte?

  2. Ich denke U. interpretiert den Nürnberger Kodex im Zusammenhang mit einer Corona-Impfung falsch. Auch wenn die Lufthansa von ihren Mitarbeitern (geschlechtsneutrale Bezeichnung; die Schreibweise Mitarbeiter:innen ist Schwachsinn und sollte im Franfurtflyer unterbleiben! 🙁 ) die Impfung verlangen sollte, wäre dies kein Verstoß gegen den Nürnberger Kodex. Sofern die Besatzungsmitglieder ihre Arbeit nur mit Impfung uneingeschränkt nachgehen können, weil an den Zielorten eine Impfung erforderlich ist, blieb der Lufthansa nur die Kündigung(evtl. eine Änderungskündigung z.B. mit einem Angebot ausschließlich innerhalb Deutschlands eingesetzt zu werden) des Arbeitsvertrages, weil die betreffenden Mitarbeiter nicht die arbeitsvertraglich vereinbarten Aufgaben wahrnehmen können. Dies ist kein Zwang im Sinne des Nürnberger Kodex, den die Corona-Impfung ist kein Versuch im Sinne des Nürnberger Kodex. Auch ein Notzulassung eines Impfstoffes ist eine Zulassung und damit liegt kein Versuch vor.

    • Bzgl. Gendern: Wir haben das Zitat so übernommen und auch wenn ich es nicht mache, sehe ich keinen Grund ein Zitat deswegen zu verändern.

      • Der Lufthansa Sprecher wird wohl kaum die Genderpunkte gepfiffen haben. Hier hat bereits Aerotelegraph die Aussage verändert. Insofern besteht m.E. kein Grund das unechte Zitat zu verändern.

    • Zum Gendern:
      Ich stimme Norbert vollumfänglich zu, Gendern ist totaler Nonsens!
      Und noch schwachsinniger wird die zitierte Schreibweise „Pilot*innen“, weil da die Männer gar nicht mehr dabei sind (=Diskriminierung, was eigentlich das Gendern ja verhindern will)

  3. Danke für den Hinweis. Auch für alte Leute ist es interessant zu lesen, was es alles gibt.

    Wer jetzt alles auf der Welle „Nürnberger Kodex“ reitet, ist freilich auch interessant. Habe auf Anhieb nur Artikel gefunden, die mit einer dicken Aufzählung irgendwelcher akademischer Titel zum Beweis der eigenen Kompetenz enden.

    Meine Gedanken dazu: wer sich durch echte Sachkunde auszeichnet, wählt als Unterschrift seinen Namen, sonst nichts.
    Und umgekehrt. Jedenfalls ist das sehr häufig so.

    Joanne Rowling hat das in der Gestalt des „Gilderoy Lockhart“ literarisch richtig schön auf die Spitze getrieben. 😂

      • Weiß ich doch nicht. 😊
        Ich bekomme jedenfalls seit einigen Jahren meine Hobbies vom Steuerzahler finanziert…
        Das mit dem Lernen als alter Mann ist ein echtes Privileg. Kognitiv geht’s zwar leider deutlich langsamer, aber dafür kann man sich beliebig Zeit nehmen. Und wenn man’s trotzdem nicht versteht, kommt keinerlei Prüfung irgendwelcher Art.

  4. Um mal wieder zum eigentlichen Thema zurückzukommen: Mit dem Cockpitpersonal komme ich kaum in Berührung, dort kann man es halten, wie man will. Mit dem Kabinenpersonal sieht es schon anders aus. Mit dem bin ich über Stunden in einem geschlossenen Raum in Kontakt. Und da sollte ich nicht von der individuellen Entscheidung eines/einer Einzelnen bezüglich der Bereitschaft abhängig sein, Passagiere durch eine Ansteckung zu gefährden.

    Kabinenpersonal, dass sich einer Impfung verweigert, sollte am Boden in Bereichen ohne engen Kundenkontakt in geschlossenen Räumen eingesetzt werden. Das ist das Mindeste, was man von einer Airline erwarten kann.

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