Lufthansa schließt Lounges an fünf deutschen Flughäfen dauerhaft

Im März musste Lufthansa alle Lounges im doch recht üppigen Loungenetzwerk schließen und von den 60 Lounges blieb nur die Lufthansa Lounge in Newark auch in Corona Zeiten immer offen. Nachdem man besonders an den Hubs der Lufthansa in Frankfurt und München, aber auch in Berlin, Hamburg, Düsseldorf, London, Mailand und Washington D.C. einige Lufthansa Lounges wieder eröffnet hat, ist weiterhin der größte Teil der Lufthansa Lounges geschlossen.

Nun gibt es auch die Bestätigung von Lufthansa selbst, dass einige Lounges auch nach der Pandemie nicht wieder eröffnet werden und die Lufthansa Lounges an fünf deutschen Airports bleiben dauerhaft geschlossen. Die Lufthansa Lounges in Leipzig, Dresden, Bremen, Nürnberg und Köln/ Bonn sind von dieser Maßnahme betroffen und werden nicht mehr wieder eröffnet.

Lufthansa selbst begründet diesen schmerzlichen Schritt mit der aktuell mangelnden Nachfrage an diesen Standorten und auch dem hohen Investitionsbedarf, welchen diese Lounges aufweisen würden. So seien die Lounges alle über zehn Jahre alt und müssten damit in näherer Zukunft renoviert werden, um sie auf den aktuellen Stand der Lufthansa Lounges zu bringen.

Bei den betroffenen Standorten handelt es sich auch um Standorte, welche seit dem Ausbruch der Coronavirus Pandemie kaum noch Flüge haben und im Fall von Leipzig werden diesen Winter sogar überhaupt keine Linienflüge der Lufthansa Gruppe mehr durchgeführt. Entsprechend sei hier die Nachfrage der Passagiere in keinem Verhältnis mehr zu den Kosten, welche der Betrieb einer Lounge an diesen Standorten mit sich bringt.

Schon vor der aktuellen Krise sind auf die fünf Lounges, welche nun geschlossen werden, nur 2,6% der Zugänge zu Lufthansa Lounges entfallen.

Alternativen in Form von Verzehrvouchern für den Flughafen oder dem Zugang zu Vertragslounges, die durch den Flughafen betrieben werden, sind aktuell nicht geplant. Hierdurch ist den Passagieren der Business Class oder mit entsprechenden Vielfliegerstatus daher an den entsprechenden Flughäfen nicht zu früh anzukommen oder eine Priority Pass Lounge zu nutzen.

Lufthansa schließt Lounges an fünf deutschen Flughäfen dauerhaft | Frankfurtflyer Kommentar

Es ist die schwerste Krise der Lufthansa seit dem zweiten Weltkrieg und entsprechend ergreift man nun auch massive Maßnahmen, um die Kosten zu senken. Klar ist, dass man durch das dauerhafte Schließen von fünf Lufthansa Lounges in Deutschland, aber auch das gesamte Lounge und Serviceangebot nachhaltig über Jahre hinweg verändern wird.

Besonders für Vielflieger und Business Class Passagiere, gerade mit Heimatflughafen in Bremen, Dresden, Nürnberg, Leipzig oder Köln, welche hier häufig abfliegen ist diese Entscheidung nun eine extrem schlechte Nachricht, denn das Produktangebot wie man es kannte, wird es am Boden nicht mehr geben. Alternativen werden zumindest von Lufthansa aktuell leider nicht in Aussicht gestellt.

Auch wenn Lufthansa zwar betont, dass die Lounges, welche man nun dauerhaft aus dem Netzwerk entfernt, auch die Lounges mit der niedrigsten Kundenzufriedenheit seien, versucht man nicht dieses Sparprogramm als etwas anderes als eine Sparmaßnahme zu verkaufen.

Björn Becker, einer der Produktmanager bei Lufthansa:

„Als Produktmanager blutet mir hier das Herz. Das ist nichts, was ich gut finde!“

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4 Kommentare

  1. Alles was ihr hier schreibt ist richtig. Meine Home Base ist CGN.
    Bin SEN und habe immer EW smart gebucht um Zugang zur SEN Lounge zu haben wenn es nicht via MUC auf die Langstrecke ging.
    Jetzt werde ich mir auch Flüge ab Terminal 2 in CGN anschauen.
    Dort gibt es wenigstens airside eine PP Lounge.
    Ich bitte euch schreibt dem Herrn Spohr genau was ihr hier schreibt. Wer weiß? Entscheidungen können auch revidiert werden.

  2. Für mich ist ein ruhiger Raum, Platz um etwas zu arbeiten, nebenbei einen
    Happen essen oder einen Kaffee trinken der wichtigste Grund für ein Businessclassticket der LH. Die anderen Vorteile sind bei meinen Tagesausflügen
    innerdeutsch zu vernachlässigen. Dann eben Eco, gern auch bein anderen Gesellschaften.

  3. Es ist ja schon merkwürdig: TAP-Lounge in LIS voraussichtlich bis Ende ’20 geschlossen. Was hat dies mit Corona zu tun ? Andere Airlines halten ihre Lounges geöffnet. Sen und Hon könnten ja dorthin ausweichen, so man nur wollte.
    Es geht ganz klar ums Sparen (auf Kosten der Vielflieger; wobei: bei TAP wundert mich das nicht).
    Kommt noch dazu, dass mein SWISS-Flug nach ZRH von 14.25 h auf 16.35 h verschoben wurde und ich jetzt halt 130 Minuten länger im Transitbereich verweilen darf.
    So macht Reisen RICHTIG Spass !!
    Ist zum Glück mein letzter Flug, es ist mir richtig die Freude abhanden gekommen !
    Daran ändern auch zig Jahre „Travel-Club“ bei SWISSAIR und SENATOR bei LH nichts !!!

  4. Die Schliessung der SEN Lounges ist erst der Anfang vom Ende des Miles & More Programms. Ich bin davon überzeugt, dass einer der nächsten Schritte eine wesentliche Verschlechterung M&M Konditionen wird, die Bindung zur LH Gruppe ist somit hinfällig, was lange mühsam aufgebaut wurde, das sagt ein EX HON Cirlce Member für 6 Jahre.

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