Lufthansa stellt wegen Corona die Eurowings Langstrecken in Frage

Eurowings ist seit längerem das Sorgenkind von Lufthansa und die Airline verdient einfach kein Geld. Auch wenn man in 2019 den Verlust deutlich reduzieren konnte, ist man noch weit von einer schwarzen Null entfernt. Nun stellt man bei Lufthansa wieder einmal die Langstrecken der Eurowings komplett in Frage und es ist auch nicht klar, ob nach der Krise überhaupt nochmal ein Eurowings Jet zu einem Langstreckenflug startet.

Die Langstrecken der Eurowings waren zu Beginn ein reines Desaster und man hat den Aufwand und die Logistik von Langstrecken deutlich unterschätzt. Teilweise tagelange Verspätungen haben den Ruf der Airline nachhaltig beschädigt und nicht ohne Grund hat man die operationelle Verantwortung für die Langstrecken der Airline Eurowings schon lange weggenommen.

So werden die Langstrecken von Eurowings inzwischen teilweise von Brussels Airlines durchgeführt und koordiniert und die Vermarktung liegt in den Händen von Lufthansa. Schon mehrfach wurde über die Einstellungen der Eurowings Langstrecken spekuliert, allerdings könnte die Coronakrise nun wirklich der Sargnagel für dieses Experiment sein.

Alle Eurowings Langstrecken sind abgesagt

Eigentlich sollte Eurowings diesen Sommer mit einer ganzen Reihe von neuen Langstrecken auch ab Frankfurt und München an den Start gehen, welche in Kooperation mit Lufthansa geflogen und vor allem vermarktet werden sollten. Der Start dieser neuen Langstrecken wurde allerdings bereits abgesagt und für den ganzen Sommer 2020 sollen wohl keine Langstrecken von Eurowings starten.

Für Lufthansa selbst hat man den Notflugplan erst einmal nur bis Anfang Mai verlängert und je nachdem wie sich die Situation verlängert, wird man dann den Flugbetrieb wieder ausbauen oder eben nicht.

Die Mitarbeiter von Brussels Airlines in Düsseldorf, welche die Eurowings Langstrecken fliegen, wurden bereits bis Oktober in Kurzarbeit geschickt, womit eigentlich gesichert ist, dass es in diesem Sommer keine Eurowings Langstrecken geben wird.

Auch das Personal von SunExpress Deutschland, welches einen weiteren Teil der Eurowings Langstrecken fliegt, soll sogar schon Aufhebungsverträge bekommen haben, wobei SunExpress dieser Darstellung widersprochen hat und man versuche mit den Gewerkschaften einen Einigung über Kurzarbeiterregelungen zu finden.

Lufthansa stellt wegen Corona die Eurowings Langstrecken in Frage | Frankfurtflyer Kommentar

Eurowings und besonders die Langstrecken sind schon lange ein Sorgenkind im Lufthansa Konzern. Es ist durchaus denkbar, dass die aktuelle Krise diese nun beendet, denn eine klare Strategie für die Airline konnte man auch vor der Krise nicht erkennen. Für Experimente dieser Art wird in Zukunft das Geld fehlen.

Eurowings sollte zuletzt vor allem für das touristische Langstreckengeschäft eingesetzt werden, nachdem man Condor nicht übernehmen konnte. Hier werden nun aber die Karten nach der Krise neu gemischt. Denkbar ist auch, dass Lufthansa unter eigenem Namen zu Warmwasserzielen wie den Malediven und in die Dominikanische Republik aufbrechen wird.

Danke: Airliners.de

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3 Kommentare

  1. Hoffentlich kommt dieses endlose Thema bald mal zu einem Ende. Wie das gehandhabt wird ist eine Farce und vllt. sollte man EW komplett einstampfen, sich mit den Gewerkschaften einigen und die Crews wieder bei LH eingliedern. Ich buche, mangels Alternativen, EW in DE und EU aber ich würde hier keine Träne vergiessen wenn das alles wieder unter LH fliegt. Eine Langstrecke würde ich niemals bei EW buchen. Und vielleicht ergeben sich bei Condor ja auch wieder Möglichkeiten….

    • Ganz genau! Das ist jetzt DIE Moeglichkeit, gesichtswahrend dieses katastrophale Desaster zu beenden. Hoffentlich ist das Management mutig genug, die Chance zu nutzen.

  2. Mein EW Flug mit Brüssel Airline nach Alaska (Anchorage) Mitte Juli 2020 mit Meilenschnäppchen für 30.000 Meilen und 122,98 € Steuern ist offiziell noch als bestätigtes Ticket online einsehbar. Also noch nicht storniert …

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