Lufthansa verschärft Maskenpflicht

Foto: Lufthansa

Inzwischen herrscht weltweit Einigkeit darüber, dass eine Mund- Nasenbedeckung massiv dabei unterstützen kann, die Ausbreitung des Coronavirus zu reduzieren. Besonders wenn viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen, wie zum Beispiel im Flugzeug oder am Flughafen, sind Masken inzwischen Pflicht und Lufthansa war eine der ersten Airlines, welche aus der dringenden Bitte zum Tragen einer Maske an Bord der Flugzeuge eine Pflicht gemacht hat.

Jetzt hat man sich bei Lufthansa dazu entschieden, die Maskenpflicht noch einmal zu verschärfen und insbesondere Verweigerer und Personen welche mit Attesten versuchen die Maskenpflicht zu umgehen, werden hier ins Visier genommen.

Ab 1. September gelten strenge Regeln für die Personen, welche aus medizinischen Gründen ohne eine Maske fliegen müssen oder wollen. Wenn sie von Lufthansa transportiert werden wollen, müssen sie neben einem ärztlichen Attest auch ein vom Arzt ausgefülltes Formblatt sowie einen maximal 48 Stunden alten negativen Test auf das Coronavirus vorlegen.

Zusätzlich stellt Lufthansa klar, dass Face Shields nicht als Mund und Nasebedeckung alleine ausreichen und man hierzu an Bord zusätzlich eine Maske zu tragen hat. Auch sind FFP2 und FFP3 Masken mit Ventil nicht mehr zulässig, denn diese Masken entlassen durch das Ventil die Atemluft ungefiltert in die Umwelt, wodurch die Mitpassagiere im Zweifelsfall nicht geschützt sind.

Maskenpflicht auch am Flughafen und in den Lounges

Aber nicht nur an Bord von Lufthansa Flugzeugen, sondern auch am Boden, wie zum Beispiel an allen deutschen Flughäfen herrscht die ausdrückliche Verpflichtung zum Tragen einer Mund- Nasenbedeckung. Dies gilt auch in den Lufthansa Lounges.

In den letzten Wochen habe ich in den Lounges auch selbst erlebt, wie man sehr penibel darauf achtet, dass die Gäste eine Maske tragen. Hierbei gilt dies auch beim Sitzen am Platz und nur zum Essen und Trinken darf die Maske abgenommen werden.

US Airlines setzen Maskenverweigerer auf die no fly Liste

Auch wenn in den USA das Thema der Masken in der Öffentlichkeit fast schon religiös diskutiert wird und dies besonders von der aktuellen Regierung angefeuert wird, die Industrie hat sich einstimmig entschieden und setzt die Maskenpflicht durch. Am Ende des Tages geht es hierbei auch um die Sicherung ihres eigenen Geschäftes.

Bei allen US Airlines wird man bei jedem Flug über Ansagen darauf aufmerksam gemacht, dass man bei nicht Einhalten der Maskenregeln, von der Airline von diesem und weiteren Flügen ausgeschlossen wird.

So sind US Airlines schon zwischengelandet, wenn Passagiere nicht die Maskenpflicht eingehalten haben oder Delta und American Airlines haben bereits über 200 Personen auf die no fly Liste gesetzt, weil sie sich der Maskenpflicht widersetzt haben.

Lufthansa verschärft Maskenpflicht | Frankfurtflyer Kommentar

Auch in Deutschland wird die Maskenpflicht teils sehr kontrovers diskutiert und auch wenn es eigentlich große Zustimmung hierfür gibt, denn der Nutzen ist fast jedem klar, gibt es immer noch Personen, welche sich standhaft der Maske verweigern. Ich habe es bisher tatsächlich auf zwei Lufthansa Flügen, wie ein Passagier sich der Maskenpflicht verweigern wollte und in beiden Fällen wurde dem Passagier das Einsteigen verwehrt, bzw. er wurde wieder abgeladen.

Ich persönlich finde dieses Vorgehen gut und richtig, denn die Maskenpflicht ist wohl ein kleiner Preis dafür, wenn wir hierfür unsere gewohnten Reisefreiheiten wieder bekommen würden. Insbesondere ist ein Flugzeug tatsächlich der angenehmste Ort welchen ich kenne, um langfristig eine Maske zu tragen. Dank der Klimaanlage und der trockenen Luft empfinde ich dies auch auf Langstrecken nicht als besonders unangenehm.

Gerade die sich wohl in letzter Zeit zunehmend verbreitenden Atteste, in welchen bestätigt werden soll, dass der Passagier keine Maske tragen dürfe, will man nun wohl den Kampf ansagen.

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20 Kommentare

  1. Ist interessant zu lesen, wie weit LH inzwischen geht um seine Kunden zu drangsalieren. Ich habe ein Attest und werde jetzt einen FaLl bei der Antidiskriminierungs-Stele aufmachen. Dies ist eindeutig ein Verstoß gegen die Antidiskriminierungsvorgaben bei gleichzeitigem Eingriff in die Grundrechte. Ein Zwangs-Corona Test ist gesetzlich genauso unzulässig wie der Zwangstest für Reiserückkehrer. Zum Glück haben die ersten schon Klagen eingereicht. Bin schon sehr gespannt.

    • Drangsalieren? Diskriminieren?
      Meine Güte, mache Leute haben echt zu wenig Probleme im Leben, um sich über sowas aufzuregen..

      Ich persönlich finde es sehr sympathisch, dass die LH verstärkt darauf achtet. In der Bahn finde ich es super unangenehm, wenn ein paar Asis, Verschwörungstheoretiker oder beratungresistente Personen keinen Schutz tragen.

      Zumal die LH und auch die amerikanischen Airlines damit nur ihr eigenes Geschäft retten.
      Sobald sich die Meldungen über Ansteckungen im Flieger häufen, wird es für die Branche noch weiter bergab gehen.

      Wenn Sie das natürlich so stört, steht es Ihnen gerne frei mit dem Fahrrad oder dem eigenen Auto zu verreisen.

    • Ich finde es auch nicht sonderlich angenehm mit Maske zu fliegen. Ich verwende eine Stoffmaske, weil damit etwas besser atmen kann als mit einer OP Maske und habe eine zum Wechseln dabei, wenn die anderer feucht wird.

      Ohne Maske zu fliegen ist in höchstem Maße asozial, denn die Maske dient ja in erster Linie dem Schutz anderer Menschen. Die Regelungen strenger zu machen, war überfällig, um die Allgemeinheit vor einzelnen Uneinsichtigen zu schützen. Nur, weil man Eine Erkrankung mit Attest hat, hat man nicht das viele Recht andere Anzustecken!

      Ich hatte vorletzte Woche auf CGN-TXL einen solchen Fall in der Reihe hinter mir und habe mich Umsetzen lassen, wie drei andere Personen auch. Dem ging eine lange Diskussion voran, weil sich der Verweigerer gegen ein Umsetzen seiner Person gewehrt hat (Grund für den Attest war scheinbar eher die Verschwörungsideologie).

      Ich kann nur mit dem Kopf schütteln, dass solche Regelungen zum Schutz aller, vor Gericht landen. Ich kann nur hoffen, dass die Gerichte den Schutz der Allgemeinheit über fragwürdige Freiheiten eines einzelnen Stellen.

      • Die Welt ist halt, wie sie ist. Natürlich kann ich mir im konkreten Fall – ist ja vielleicht letzten Endes auch ein Fake-Eintrag, wer weiß – kein Urteil erlauben.

        Allgemein geht es gar nicht so selten darum, durch ein Anderssein aufzufallen. Egal, in welche Richtung und wodurch.
        Eine sehr nahe Verwandte machte das beispielsweise dadurch, bei jedem Besuch lautstark – und zur Sicherheit mehrfach wiederholt – mitzuteilen, keinen Bohnenkaffee zu trinken.

        Da gehen dann auch Argumente jeglicher Art völlig ins Leere.

        Mir fiel das ganze durch die „Kaffee“-Assoziation ein.

  2. Da LH, wie auch die meisten Fluggesellschaften, nicht müde wird zu betonen, dass das Infektionsrisiko im Flugzeug grundsätzlich sehr gering ist (was, glaube ich, auch schon in einer Studie bestätigt wurde), kann ich diese „Verschärfung“ nicht nachvollziehen!
    Was passiert nun – ein Passagier der aus medizinischen Gründen(die gibt es) keine Maske tragen kann, wird dazu verdonnert zwischen 100 EUR und 200 EUR für einen PCR Test auszugeben, wenn er fliegen will oder auch muß! Dies PRO Flug, da der Test ja nur max. 48h alt sein darf…..
    LH will Maskenverweigerern einen Riegel vorschieben, getroffen werden aber die, die wirklich keine Maske tragen können / dürfen.

    Über Sinn oder Unsinn der Maskenpflicht an sich, läßt sich vortrefflich streiten – ich selbst trage sie immer dort, wo es vorgeschrieben ist und zusätzlich dort wo es mir sinnvoll erscheint

    • Ich habe letzte Woche mit einem Mediziner darüber gesprochen, welcher Personenkreis den wirklich keine Maske tragen darf und die Aussage war sehr klar, dass es sehr wenige Krankheitsbilder sind und bei den Personen bei denen es der Fall ist, ist generell dringend von einer Flugreise abzuraten. Die Aussage war sehr klar, dass Personen z.B. Patienten mit Asthma durchaus eine Maske tragen können und auch sollten.

      Die PCR Tests sind beim Hausarzt übrigens kostenlos und werden von der Kasse übernommen. Nachdem er das vor jedem Flug auch bescheinigen muss, ist das denke ich auch passend so.

      Aus Medizinischer Sicht lässt sich über den Sinn der Maskenpflicht eigentlich nicht streiten, da ist sich die Wissenschaft sehr einige. Im Flugzeug scheint der hohe Luftaustausch sehr zu helfen und IN KOMBINATION mit der Maske ist es wohl verhältnismäßig sicher.

      Ich persönlich verstehe die andauernde Diskussion sowieso nicht. Das tragen einer Maske ist wirklich ein kleiner Preis, denn einen Zustand wie im März, April und Mai müssen wir vermeiden, denn den können wir uns nicht noch einmal leisten. Das Dicke Ende hiervon kommt auch erst noch.

      LG
      Christoph

      • Hallo Christoph,

        auch ich hatte einen Mediziner darauf angesprochen, der schon die Meinung hatte, dass es einige Fälle gibt in denen es so ist…aber ich selbst bin kein Mediziner, deaher kann ich das nicht bewerten (es ist sowieso die Zeit der Experten unterschiedlichster Meinungen).
        In Deutschland mag der PCR Test beim Hausarzt ja kostenfrei sein, in Österreich ist dies jedoch (leider) nicht so – auch die Austrian hat die genau gleiche Regel wie LH eingeführt / bekannt gegeben.

        Ich gebe Dir absolut Recht, dass das Tragen einer Maske ein kleiner Preis ist…

        Ende Juli hatte ich das Vergnügen Maske und Faceshield (bei QR) tragen zu dürfen 😉

        Viele Grüße
        Traveller999

    • Ach, das mit den Attesten …
      Wenn ich wegen solcher verschwindend kleinen Behinderungen wirklich ein Attest benötige, dann stimmt aber etwas ganz Ernsthaftes nicht. Dann dürften die betroffenen Personen gar nicht fliegen. Schon allein der durchaus nicht unbeträchtliche Duckabfall mit Ausnahme der 787 und 350 …

  3. Wenn einfach mal annehmen, dass eine Maske vor Viren schützt, dann dürfte sie logischerweise während des gesamten Fluges niemals, also keine verlängerte Sekunde, abgenommen werden.
    Oder wird beim Essen und Trinken nicht geatmet?

  4. wie soll ich deiner Aussage „Inzwischen herrscht weltweit Einigkeit darüber, dass eine Mund- Nasenbedeckung massiv dabei unterstützen kann“ ernst nehmen, wenn auf den Verkaufsverpackungen aller „Alltags“Masken steht „schützt nicht vor Viren“….

    Die Maske wird einzig als Argument genutzt, nicht als wirksame „Waffe“ gegen das Virus.

    Argument, Flugzeuge wieder nutzen zu dürfen
    Argument, Restaurants wieder öffnen zu dürfen
    Argument, Bussgelder verhängen zu können

    Der felsenfeste Nachweis, dass diese (!) Masken vor dem Virus schützen fehlt. Weil der Abstand im Flugzeug nicht eingehalten werden kann, ist die Maske – gerade im Flugzeug – das größte Kasperltheater ever!

  5. Alleine schon der Begriff „Alltagsmaske“ ist eine Farce an sich und sollte als Unwort in die Geschichte eingehen. Bei den zu 95% getragenen Einweg Masken (die Stofffetzen machen da keinen Unterschied) steht doch auf jeder Verpackung „Kein Medizinprodukt“ – Schützt nicht vor Viren oder Bakterien. Wer also halbwegs bei Verstand ist müsste sich fragen wieso wir die tragen. Das auch Herr Drosten im Februar in fast allen Nachrichten präsent war und uns sagte das die Maske rein gar nichts bringt kann wohl nur auf eine ebenso ungewöhnlich lang andauernden Amnesie zurückzuführen sein.

    Was las ich kürzlich. Wenn die Maske hilft, wieso Abstand. Wenn Abstand hilft, warum Maske. Wenn beides hilft, warum lockdown?

    Hoffentlich hat das bald ein Ende.

  6. @Wolfgang: ist eigentlich ganz einfach: die Luftfahrtindustrie brauchte irgendeine Möglichkeit, den Flugbetrieb wieder aufzunehmen. Impfung gibt’s noch nicht, und man wollte keinesfalls jedem Passagier eine Schutzausrüstung in die Hand drücken (FFP2 Maske kostet alleine 15€ und als Vorsichtsmassnahme verschwendetes Geld) -also hat mit der Politik ausgemacht, dass man wieder fliegen darf, wenn die Gäste ein „Alltagsmaske“ aufsetzen. Ob das was bringt oder nicht ist völlig wurscht! Es geht nur darum, den Kritikern die Luft zu nehmen – es wird ja was verändert, was gemacht.

    Nennt man landläufig auch „Aktionsimus“ – aufgrund fehlender Alternativen reagieren die Regierungen überall auf der Welt zuerst mit Maskenpflicht, dann 14 Tage Quaratäne oder gar komplett dichten Aussengrenzen (was auch nichts bringt, denn der Virus ist längst dort, aber das verstehen die nicht bzw. wollen es nicht verstehen, weil „nichts tun“ = Hilflosigkeit bedeutete und das will keiner zu geben.

    Gleichzeitig kann sich die Menschheit nicht jahrelang eingraben – also besser nutzlose Maske und „wir haben was gemamcht“ als eingraben.

    Ich verschwöre nichts und bewzeifle nicht die Gefahr, aber wir müssen lernen mit dem Virus die nächsten Jahrzehnte zu leben. Wenn wir imun sein werden, kommt das nächste Ding und so weiter…

  7. Ich glaube es hat auch niemand behauptet, dass Alltagsmasken einen 100 Prozentigen Schutz bieten. Aber letztendlich kommt es auch darauf an, wie lange und in welcher Konzentration man den Viren ausgesetzt ist. Und da bietet ein Mund Nase Schutz definitiv einen gewissen Mehrwehrt. Auch wenn er zwischenzeitlich mal abhenommen wird.

    Es geht darum, das Risiko so gering wie möglich zu halten. Niemand verspricht einen konplett risikofreien Flug / Bahnfahrt / Einkauf oder was auch immer.

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