Lufthansa weitet Boardingkonzept auf interkontinentale Strecken aus

Foto: Lufthansa

Die Lufthansa Group hat 2019 das Boarding eines Fluges nach dem Prinzip „Fenster zuerst, Gang zuletzt“ eingeführt. Was sich auf Strecken innerhalb von Europa durchgesetzt hat, soll sich nun auch auf den Langstrecken bewähren. Man verspricht sich einen effizienteren Einsteigevorgang.

Künftig sechs Gruppen auf Langstrecken

Vor genau zwei Jahren haben wir darüber berichtet und kurze Zeit später auch erste Erfahrungen damit gesammelt. Das Prinzip schien einfach, die Struktur klar: Fenster – Mitte – Gang. Gleichzeitig haben sich Fragen gestellt. Was ist mit der Business Class? Statuskunden? Familien?

Lufthansa führt neue Boarding Gruppen ein

Auf dem Papier macht sich das Boarding nach Gruppen ganz gut, von den meisten Passagieren wird es problemlos angenommen, für die Fluggesellschaft kommen Vorteile wie kürzere Bodenzeiten.

Schon jetzt gibt es mehrere Gruppen zum Einsteigen, die Zahl ist der Bordkarte zu entnehmen. Künftig sind diese neu angeordnet und betreffen in erster Linie die Passagiere in der Economy Class.

Los geht es mit dem Pre-Boarding. Familien mit Kleinkindern und Hilfsbedürftige dürfen vor allen anderen an Bord, da teilweise Begleitpersonen oder Hilfsmittel wie Rollstühle und Kinderwägen zum Einsatz kommen.

Dann geht es los, Fluggäste mit einem Priority-Aufdruck dürfen einsteigen. Es handelt sich dabei um Passagiere der First & Business Class sowie Statuskunden. Danach geht es weiter mit Reisenden in Premium Economy, diese können unabhängig von der Lage des Sitzplatzes ins Flugzeug. Es folgen drei Gruppen der Economy Class- zuerst die Passagier, die am Fenster sitzen, dann die auf den Mittelplätzen und am Schluss diejenigen, die am Gang sitzen.

Zusammen reisende Passagiere und Familien werden beim Check-In die gleiche Gruppe eingeteilt. Die Einführung erfolgt sukzessive und ist bereits an einigen Airports in Amerika gestartet.

Lufthansa weitet Boardingkonzept auf interkontinentale Strecken aus | Frankfurtflyer Kommentar

Das Rad wird nicht neu erfunden und es wird auch bei weitem nicht immer nicht so laufen wie es sich die Verantwortlichen gerne wünschen. Scheinbar gab es aber einige positive Rückmeldungen und gute Erfahrungen, wobei ein zügiger Ablauf von so vielen Dingen abhängt.

Reinlaufen, hinsetzen, losfliegen – hat noch nie funktioniert. Ein geordnetes und zügiges Boarding scheitert oft nur an einzelnen Personen. Killer Nummer 1 ist nach meiner Einschätzung allerdings das Handgepäck. Auf unsren letzten Erfahrungsbericht haben sich viele von Euch mit zahlreichen Kommentaren geäußert:

Erfahrungsbericht: Neue Boardinggruppen bei Lufthansa

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7 Kommentare

  1. Ja klar, Handgepäck.
    Die Billiglinien von Easyjet, Wizz & Co. setzen ja mittlerweile sehr strenge Regeln durch. Natürlich im Eigeninteresse, um zusätzliche Einnahmen zu generieren und eben die Standzeiten am Flughafen zu minimieren.
    Es wäre schon interessant, wie gut dieses Konzept funktioniert.

  2. Schaut Euch mal das Boarding in Brasilien bei Latam an!
    Gruppe 1: Familien und Kinder
    Gruppe 2: Kleines Handgepäck
    Gruppe 3: Boardtrolley
    Wenn 2 Personen (eine mit, eine ohne Trolley) gemeinsam boarden wollen => Gruppe 3; wem das nicht passt muss getrennt boarden
    Sind die Uverhead bins voll, müssen die Trolleys draußen bleiben. Die werden vorm Flieger mit einem Tag versehen und kommen unten in den Flieger. Den Koffer gibts dann am Band wieder.
    Wird konsequent eingehalten und funktioniert super.

    • Interessante Vorgehensweise. Muss man halt durchsetzen, was sicher gelegentlich zu unschönen Szenen führen wird.
      Sehr oft habe ich schon im Wartebereich gesehen, dass Mitarbeiter Passagiere mit Trolley gebeten haben, diesen aufzugeben. So grob geschätzt mit 30% Erfolg.

  3. Wobei Hangepäck auf der Langstrecke bei weitem nicht die Relevanz hat. Nicht nur sind die Gepäckfächer größer, auch gibt es weniger Leute, die nur mit Handgepäck reisen.

    Wie oft kommt es vor, dass auf der Kurzstrecke Handgepäck gelabelt werden muss oder die FB verzweifelt nach Overhead Bin Space suchen? Und wie selten kommt das Phänomen auf der Langstrecke vor?

  4. Das Hauptproblem ist aus meiner Sicht der Gast an sich.

    Einerseit die Wenigreisenden und die aelteren Reisenden. Beide sind oft ueberfordert mit der Stress-Situation an sich, bzw. finden sich mit der Boardkarte, Reihe und Sitzplatz nicht zurecht. Auf dem Widebody kann hier gut geholfen werden, da man typ. 2 Tueren und dann in aller Regel 6 Gaenge hat, auf die die Gaeste von den FBs verteilt werden koennen.
    Am anderen Ende sehe ich immer mehr junge Gaeste, die Kopfhoere aufhaben und am Daddeln sind und dadurch weder eine Ansage mitbekommen, noch das Konzept verstehen und erst im Flieger mal auf die Idee kommen nachzuschauen, wo sie sitzen. Das ist leider ein eher allgemeines Problem, dass unsere Jugend massiv abgelenkt ist und „alles“ nur so nebenher macht, statt sich mal auf das aktuell Relevante zu Konzentrieren – aber FB und Insta sind halt immer wichtiger….

    Daher denke ich, dass man das Boarding nur so gut hinbekommt, wie es die Gaeste mitmachen. Und je mehr Struktur man reinbringt und diese dann auch durchsetzt, desto besser wird es Laufen. Bei Ryanair geht es ja auch nur so schnell, weil (selbsterlebt) die FBs die Gaeste verbal durch den Gang „peitschen“…..

    • Einsteigen und platzsuchen ist jetzt nicht so komplex, dass man nicht nebenher noch eine Nachricht schreiben oder Podcast hören könnte o.Ä. Da kann man auch argumentieren, dass die älteren Herrschaften immer erst vor ihrem Platz anfangen Ihre halbe Tasche noch leerzuräumen. Man braucht bei einem 2h Flug immer einen halben Hausstand. Und wehe der Koffer kann nicht im OH-Bin direkt über einem liegen…scheint eine unmögliche Sache zu sein. Ist mMn keine ALt/Jung Sache sondern manche sind unorganisiert und langsamer.

  5. Meine Erfahrung mit dem Wilma Boarding war in den letzten Jahren oft, dass dieses am Gate nicht klar und transparent war und auch nicht durchgesetzt wurde.
    In FRA gibt es manchmal mehrere Schlangen (eine je Group) aber spätestens beim Rückflug gibt es nur eine Schlange, in der sich die ungeduldigen PAXe schon lange vor Boarding aufreihen. Da achtet auch das Personal nicht auf Groups.
    Sinnvoll wäre: es gibt eine Schlange je Group, und nur die Group die gerade dran ist wird durchgelassen. So kenne ich das aus Asien oder auch von Latam. Bei LH wurden aber nach meiner Wahrnehmung meistens sobald Pre und Biz/SEN/*G durch sind immer alle gleichzeitig reingelassen. Manchmal wurden die Groups durchgesagt, aber dass während Group 3 dran ist Group 4 PAXe darum gebeten wurden sich nochmal hinten anzustellen habe ich noch nicht erlebt.

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