Lufthansa weitet „nur Handgepäck“-Tarif aus | Kein kostenloses Aufgabegepäck auf der Langstrecke

Ein gutes Jahr hat die Lufthansa Gruppe einen reinen Handgepäck-Tarif auf Flügen nach Nordamerika getestet. Ab dem 30. Oktober streicht Lufthansa nun „Economy Light Tarif“ sukzessive auch auf fast allen anderen Langstrecken-Flüge von Lufthansa, Swiss und Austrian das Aufgabegepäck.

Das bedeutet, dass Aufgabegepäck in den den günstigsten Buchungsklassen auch nach Afrika, Asien, mittlerer Osten und Südamerika zukünftig kostenpflichtig wird oder Ihr gezwungen seid, einen teureren Tarif zu buchen. Richten soll sich der „Econonmy Light Tarif“ laut Lufthansa an Passagiere, die eher preisbewusst reisen und auf großes Aufgabegepäck verzichten können.

Kein Aufgabegepäck mehr bei Lufthansa auf der Langstrecke | Economy Light Tarif

Viele kennen den Economy Light Tarif vermutlich bereits von der Lufthansa Kurzstrecke. Im günstigsten Tarif reist Ihr ohne Aufgabegepäck und ohne Ticket-Flexibilität. Kurzfristige Änderungen und Stornierungen werden bei diesem Tarif richtig teuer.

Ähnlich ist dies auch beim Economy Light Tarif, den Lufthansa, Swiss und Austrian zukünftig auf allen Langstrecken anbietet. In diesem günstigen Tarif verzichtet Ihr auf ein inkludiertes Aufgabegepäckstück. Falls Ihr Euch zu einem späteren Zeitpunkt doch noch dazu entscheidet, euer Gepäck aufgeben zu wollen, könnt Ihr dies immer noch kostenpflichtig zu buchen.

Umbuchungen und Stornierungen des Economy Light Tarif sind auch auf der Langstrecke nicht möglich. Ihr erhaltet bei Stornierungen lediglich Steuern und Gebühren  erstattet.

Miles & More Meilen sammelt Ihr zwar auch in diesem Tarif. Die Möglichkeit eines Upgrades mit Miles & More Meilen gibt es in den betroffenen Buchungsklassen jedoch nicht. Das ist aber Stand heute auch schon im normalen nicht flexiblen Economy-Tarif genauso der Fall.

Auf Verpflegung müsst Ihr im „Handgepäck Tarif“ jedoch nicht verzichten. An Bord erhaltet Ihr den gleichen Service wie alle anderen Economy Class Passagiere auch.

Kein Aufgabegepäck mehr bei Lufthansa auf der Langstrecke | Handgepäck-Tarif im Test

Neben der Kurzstrecke begegnet uns der Economy Light Tarif auch schon auf ausgewählten Strecken auf der Langstrecke. Das Konzept des reinen Handgepäck-Tarifs wird bereits seit über einem Jahr auf Flügen nach Nordamerika getestet.

Dort war die Lufthansa-Gruppe auch in guter Gesellschaft, denn unter anderem Delta und American Airlines haben das Konzept mit ihrem „Basic Economy Tarif“ auf transatlantischen Flügen vorgelebt.

Reisen mit leichtem Gepäck: im Economy Light Tarif von Lufthansa, Swiss und Austrian.

Kein Aufgabegepäck mehr bei Lufthansa auf der Langstrecke | Frankfurtflyer Kommentar

Als Lufthansa vor anderthalb Jahren angekündigte, einen reinen Handgepäck Tarif auf Flügen  nach Nordamerika anzubieten, erwarteten wir mit Spannung, ob sich die Maßnahme als versteckte Preiserhöhung entpuppt oder die Flugpreise wirklich sinken.

Rückblickend sind Flüge in die USA derzeit so günstig wie nie. Für die günstigen Preise kann man natürlich die verschiedenen Handgepäck, Basic Economy, Economy Light oder wie man sie auch immer nennen will Tarife verantwortlich machen. Auf der anderen Seite lässt sich genauso argumentieren, dass der extreme Wettbewerb dazu geführt hat, Kosten an allen möglichen Stellen einsparen zu müssen. Mit weniger Gewicht zu fliegen, steuert da definitiv seinen Teil dazu bei.

Nun sind wir an einem Punkt, an dem wir auf anderen Märkten beobachten können, ob sich eine ähnliche Entwicklung einstellt.

Wichtig für Lufthansa, Swiss und Austrian wird nun, die Einhaltung der Handgepäckregeln weiterhin konsequent zu überwachen. Das Szenario eines Lufthansa Fluges nach Bangkok, dessen Handgepäckfächer mit Backpacks vollgestopft  sind, möchte ich eigentlich ganz schnell wieder vergessen.

Hier könnt Ihr den Economy Light Tarif auf der Langstrecke buchen.

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18 Kommentare

    • Da hast du absolut recht, aber ich würde mir Verhältnisse wie in den USA wünschen. Da akzeptiert zum einen jeder, dass er für einen Koffer bezahlen muss, wenn er den nicht schon vorher gebucht hat oder zu groß für das Handgepäck ist (zu schwer kennt man in den USA ja nicht, was die Situation auch entspannt).

      Was auch hilft ist, dass man bei vollen Flügen das Handgepäck KOSTENLOS aufgeben kann und hier wird dann nicht wie bei den Airlines in Europa und bei der LH Gruppe versucht noch zu kassieren. Das ist der Punkt an dem viel Diskutiert wird und Zeit verloren wird.

      Meine Meinung: Nur Handgepäck Tarife sind O.K., dass verlangt der Markt, aber lasst das nach abzocke stinkende „Ihr Gepäckstück ist zu schwer, das macht 50 Euro“. Natürlich ist das Handgepäck zu schwer, denn 8 Kilo reichen quasi niemanden für 2 Tage.

      • Das Problem ist auch die Größe der Trolleys und das die zwei, drei Zentimeter mehr an den Koffermaßen sich irgendwann summieren. Jeder denkt nur an seine eigenen drei Zentimeter Überschreitung.
        Unter den Sitz schieben will das auch keiner. Inzwischen sind die Sitzabstände leider auch so eng geworden, dass es fast unmöglich ist halbwegs gut zu sitzen ohne Koffer unter dem Sitz.

    • Ich finde eher es hat was damit zu tun, dass LH sich so richtig viel mehr Einnahmen verspricht. Besonders durch Leute, die das nicht mitbekommen, dass sie in solch einen Tarif gebucht werden, z.B. bei OTAs.
      Und LH wird nie etwas gratis am Gate anbieten. Sie kennen ja nicht mal Stand by, wenn man früher fliegen könnte. Da will man gleich den Aufschlag zum Y oder B Ticket. Solche Sachen haben für mich einen sehr bitteren Beigeschmack.
      @Christoph: Genau bei den 8kg sehe ich auch das größte Problem. Das finde ich nicht mehr zeitgemäß. Und hier startet dann auch die Abzocke. Hatte ich mal, wegen 200 Gramm.

      • Mit den teuren Y/B Tarifen erinnert mich an so manches Gespräch am Check-in. LH: „Sie haben Glück, dass Sie früh da sind, ihr Flug ist überbucht.“
        – „Ich kann auch den Fluge eine Stunde eher nehmen.“
        LH: „Sie sind im K/S/Q Tarif gebucht. Das kostet xxx EUR.“
        LH könnte in solchen Situationen so leicht zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Ein Kunde freut sich, dass es eher fligt und ein anderer, dass seine Waitlist cleart. Aber nein. Man hat Prinzipien.

        • Ich hatte ein einziges mal Glück. Da ging wegen heftiger Gewitter zwischen TXL und MUC ziemlich viel drüber und drunter. Regulär hätte ich da so 4 Stunden Verspätung erwarten dürfen, praktisch waren es dann tatsächlich 30 Minuten Verfrühung. 🙂
          Freilich immer noch im tüchtigen Rüttelflug…

  1. Wenn LH schon einen auf Ultra-Low-Cost-Carrier machen will dann sollen die auch wenigstens mal das einzig gute von deren Vorbildern uebernehmen: Erschwingliche Oneway-Preise.

  2. Ich bin beim Buchen letztes Jahr das erste mal über den Light Tarif gestolpert. Interessanterweise war es da sogar so, das ich beim Hinflug über United noch einen Koffer hatte, beim Rückflug mit LH dann nicht mehr. Durch die ganzen Flugplanänderungen in den USA wurde mein Hinflug aber so oft umgebucht, das am ende der Koffer auch nicht mehr drin war (womit ich die ganze Zeit schon gerechnet hatte, da ich auch da einen Light Tarif hatte).
    Was aber am ende viel schlimmer/nerviger war: Bei LH konnte ich über die HP den Koffer schon dazu buchen. Da mir das Kurs günstiger erschien (50 EUR waren damals keine 60 Dollar und ich hatte keinen Auslandsumsatz auf der KK) habe ich das dann gemacht. Beim Check gab das dann jede Menge Probleme, weil es zwar irgendwie Gebucht, aber noch nicht frei gegeben war. Ich musste darum vom Check-In zum Service Schalter und wieder zurück zum Check-In Schalter. Hier waren die Mitarbeiter dann zwar glücklicherweise so freundlich und ein Business Class Schalter hat mich beim zweiten mal Bedient und um meinen Koffer gekümmert, aber nervig war es trotzdem.

  3. Das ist pure Geschlechterdiskriminierung, gegen die man klagen sollte. Natürlich kann ein Mann mit den 8kg Handgepäck einen Monat überleben, aber was machen die Frauen, deren „minimal notwendige“ Schuhsammlung schon die 10kg-Marke überschreitet???

    • British Airways fliegen. Ein Grund, warum ich viel auf Oneworld umgestiegen bin und ich war mal großer LH und noch größerer UA Fan. Sowohl bei BA als auch AA ist selbst im Light Tarif ein großes Handgepäckstück drin. Und das darf bei BA 23 kg haben, bei AA ist das Gewicht sogar egal. Und BA hat dazu auch noch so ziemlich die großzügigsten Maße überhaupt.

    • Ich hätte Dir ja den Jack Wolfskin Getaway empfohlen, den ich mir 2015 gekauft habe. Ideale Handgepäckmaße (31cm x 14cm x 54cm). Kann als Rucksack und Tasche fungieren und hat (für mich) Genug Platz um auch mal für mehrere Tage Klamotten mit zu schleppen (plus Notebookfach).
      Leider scheint Jack Wolfskin den aber aus den programm genommen zu haben und der Nachfolger ist an sich ein normaler Rucksack.
      Aber vielleicht bekommt man den ja doch noch irgendwo.

  4. Moin Christoph,

    weiß du wie das mit *Gold bzw Senatoren ist? Haben die noch die kulanzregel mit 1 Koffer gratis im Light tarif?
    In der Testphase gab es ja die Ausnahme für *Gold.

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