Lufthansa will die Impfpflicht für fliegendes Personal durchsetzen

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Während immer weitere Fluggesellschaften eine Corona-Impfpflicht für fliegendes Personal einführen, beginnen erste Airlines mit der Entlassung von Impfverweigerern. Staaten wie Hongkong bestehen bereits auf eine Impfung bei der Einreise von Flugbegleitern und Piloten, weitere Länder wollen dies ebenfalls umsetzen.

Infolge dessen haben zahlreiche Airlines ihre Mitarbeiter zur Schutzimpfung verpflichtet, im August hat dies Swiss als eine der ersten Gesellschaften in Europa angekündigt. Kurze Zeit später hörte man von ähnlichen Plänen bei der Konzernmutter Lufthansa, allerdings ist hier eine Impfpflicht wie bei der Schweizer Tochter Swiss nicht umsetzbar.

United spricht bereits Kündigungen aus

Zahlreiche namhafte US-Airlines haben ihre Mitarbeiter bereits mit dem Thema Impfung konfrontiert, darunter sind American Airlines, Alaska Airlines und JetBlue. United hat Impfverweigerern bereits mit der Kündigung gedroht, laut Airline hat sich daraufhin die Anzahl der Ungeimpften von etwa 600 Angestellten halbiert.

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Lufthansa befürchtet demnächst keinen stabilen weltweiten Flugbetrieb mehr darstellen zu können und positioniert sich klar in Richtung Impfpflicht für die betroffene Berufsgruppe. Derzeit ist in Deutschland aber noch nicht einmal die freiwillige Abfrage nach dem individuellen Impfstatus der Betroffenen möglich.

Lufthansa bereitet sich auf das USA-Geschäft vor

Mit der Öffnung der Vereinigten Staaten erhofft sich Lufthansa wieder einen großen Schritt in Richtung Erholung der Kapazitäten und Flugprogramm. Die USA sind der mit Abstand wichtigste Auslandsmarkt für die deutsche Gesellschaft, für November sehen die Pläne entsprechende Anpassungen vor. Man erwartet in diesen Tagen weitere Details zu den Anforderungen für Crews bei der Einreise.

Wie aero.de berichtet, verfügte US-Präsident Biden, dass ab 8. Dezember nur noch Unternehmen mit geimpften Mitarbeitern staatliche Aufträge bekommen. Mehrere Fluggesellschaften gehen davon aus, dass sie unter diese Regel fallen werden.

In der Bild am Sonntag zitiert man Sprecher der Lufthansa wie folgt:

Als weltweit operierende Airline befürworten wir eine verpflichtende Impfung für unsere Crews und brauchen darüber hinaus eine Möglichkeit zur Erfassung der Impfdaten. Wir sind mit den Mitbestimmungsgremien im Austausch, um eine Lösung zu finden

So werden Flugbegleiter bereits seit Jahrzehnten schon in der Ausbildung gegen Gelbfieber geimpft, sofern diese auf interkontinentalen Routen unterwegs sind. Airlines wie Delta haben angekündigt künftig nur noch vollständig geimpftes Personal einzustellen. Air New Zealand will dies sogar für alle Passagiere auf internationalen Flügen verpflichtend machen.

Lufthansa will die Impfpflicht für fliegendes Personal durchsetzen | Frankfurtflyer Kommentar

Sage und schreibe 96% der United-Mitarbeiter verfügten bereits über den notwendigen Impfschutz bevor die Kündigungen auf den Tisch kamen. Lufthansa hat keine zuverlässigen Zahlen, die Abfrage der Mitarbeiter ist dem Unternehmen nicht gestattet.

Auf kurz oder lang wird es unvermeidbar sein auf die Impfung in diesem Berufszweig zu verzichten. Der Einsatz von Ungeimpften auf Europa-Strecken oder in Länder, die auf diese Anforderung verzichten scheint zu komplex. Insbesondere dann wenn sich weitere Staaten an die Regel anschließen.

Neben Lufthansa sind auch andere Firmen für eine Impfpflicht relevanter Mitarbeitergruppen, man darf auf die weitere Entwicklung gespannt sein. Vermutlich ist der Großteil der Angestellten bereits durchgeimpft, Lufthansa hatte im Juni an der Impfkampagne in Deutschland teilgenommen und freiwillige Mitarbeiter von den Betriebsärzten impfen lassen.

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9 Kommentare

  1. Man kann dies aus Sicht des Arbeitgebers evtl. verstehen aber für die Mitarbeiter ist dies eine beängstigende Entwicklung. Ich bin gespannt was noch alles kommt und hoffe für alle die hier die Meinung der Masse teilen und von „unbestritten“ sprechen, dass nie ein Thema kommt wo ihr eine andere Meinung habt und es euch einem Zwang aussetzt.
    Noch vor einem Jahr wäre man wahrscheinlich in die Ecke der Verschwörer gestellt worden, wenn man dies geschrieben hätte.

    Zu behaupten die Impfung wäre ohne Risiko (was in diesem Artikel nicht geschrieben wurde) oder diese mit einer langjährig erprobten Gelbfieber Impfung zu vergleichen ist nach meiner Meinung so fahrlässig wie Corona zu leugnen. Damit möchte ich nicht ausdrücken, dass in vielen Fällen diese nach Abschätzung von Chancen und Risiken nicht auch sinnvoll ist. Aber dies muss jeder für sich selbst entscheiden,eine Impfung ist eine ganz persönliche Angelegenheit .Aber deshalb arbeitslos zu werden? Es werden wahrscheinlich auch genug Strecken ohne Impfpflicht bleiben.

    Ich zitiere einmal einen befreundeten Arzt „wer sich nur impft um Freiheiten zu erhalten wird bald feststellen, dass er ein Abo statt einer Impfung bekommen hat und mit jeder weiteren Impfung verschlechtert sich wahrscheinlich die eigene Immunabwehr“.

    • Die Aussage, mit jeder Impfung verschlechtert sich die eigene Immunabwehr ist aus fachlicher Sicht ziemlicher Blödsinn. Wenn dies tatsächlich ein approbierter Arzt gesagt haben soll, dann empfehlen ich den Kollegen nochmal sein Wissen in der Immunologie aufzufrischen.

    • Das mit dem Arzt ist wirklich Humbug. Ich hoffe, diesen Arzt gibt es nicht real, sondern er ist lediglich ein Phantom, um fehlerhafte Argumente glaubhafter erscheinen zu lassen.

      Was macht eine Impfung? Nun, sie präsentiert unserem Immunsystem einen Erreger. Freundlicherweise in einer Form, die eine Vermehrung dieses Erregers nicht zulässt. Gäbe es eine Gewöhnung daran, so träfe dies auch auf die realen Erreger – diejenigen, die sich vermehren können oder vermehren lassen können – zu. Und dann könnten wir simple Rhinoviren einmal abwehren, beim zweiten Mal bekämen wir vom gleichen Rhinovirus schwere Atemmnot und beim dritten Kontakt mit dem gleichen Erreger hätten wir nie mehr Atemnot.

      Das „Abo“ bei den Grippeimpfungen rührt daher, dass bisher keine wirkliche strukturelle Gemeinsamkeit der schnell mutierenden Influenzaviren gefunden wurde. Auf eine solche Gemeinsamkeit könnte man einen universellen Grippeimpfstoff auslegen.

      Von den Tests her, ist übrigens die Gelbfieberimpfung zahlenmäßig bisher vielleicht an 0,1% der Menschen getestet worden, die eine Coronaimpfung erhielten.

  2. Warum ist eine abweichende Meinung eines Arztes immer gleich „Blödsinn“ und „wirklich Humbug“? Noch besser, ich schreibe natürlich Unwahrheiten um „fehlerhafte Argumente glaubhafter erscheinen zu lassen“. Vielleicht liegt der Kollege von Marc mit seiner Erfahrung aus der eigenen Praxis falsch aber lebt Wissenschaft nicht vom Dissens und Diskurs?

    Ich bin kein Arzt und habe hier nur Halbwissen. Ihre Argumentation kenne ich von Protein-basierte Impfungen/Todimpfstoff. Sie schreiben auch selbst „Grippeimpfung“. Bei einer mRMA Impfung nehmen jedoch die eigenen Zellen die mRMA auf, lesen den Bauplan ab und produzieren das Spike-Protein. Hier wird nach meinem Wissen nicht nur unserem Immunsystem ein Erreger präsentiert. Ab der zweiten mRNA Impfung bekämpft der Körper sich dann auch selbst, so mein Verständnis. @Marc ich freue mich über eine sachliche Aufklärung und lasse mich gerne mit Argumenten überzeugen. Aber eigentlich geht es ja hier um eine andere Leidenschaft die wir alle teilen 😉

    Ihre Anmerkung zur Quantität der Gelbfieberimpfung hat für mich keinen Zusammenhang mit meiner Aussage.

    Wie auch immer, das Zitat war auch nicht der Kern meines Kommentars.

    • Du hast leider keine Ahnung, wovon du redest.
      Die Gelbfieberimpfung ist tatsächlich viel riskanter als die mRNA-Impfungen, und der Impfzwang hat offensichtlich noch niemanden in der Branche gestört.
      Wenn man nicht mag, muss man eben auf dem Boden arbeiten, was soll das Theater.
      Zu Impfungen insgesamt und COVID-Impfungen im speziellen gibt es genug Quellen, wer sich da lieber auf Schwurbelseiten informiert, lässt sich hier sicher auch nicht überzeugen. Empfehle PEI und RKI und die dort angeführten Quellen.

      • Wie konntest du beurteilen was ich rede 😉 Die Schwurbler-Keule ist immer ein einfaches Mittel ohne Argumente auch einen Beitrag zu liefern.
        Ich will und kann auch nicht bestreiten, dass eine Gelbfieberimpfung riskanter als die mRNA-Impfung ist. Dies werden wir in ein paar Jahren abschließend beurteilen können.

        Über die vermehrte vorübergehende Arbeitsunfähig nach der zweiten mRNA Impfung hatte ich im Ärzteblatt gelesen.

  3. Es sollte eine Selbstverständlichkeit für eine Fluggesellschaft sein, ihre Passagiere nicht auf stundenlangen Flügen der Gefährdung durch ungeimpfte Mitarbeiter auszusetzen.
    Ungeimpfte haben in Deutschland leider das Recht, sich oder andere zu gefährden und die Bekämpfung der Pandemie zu erschweren. Sie dürften aber wohl kaum das Recht haben, auf eine Beschäftigung mit Publikumsverkehr zu insistieren. LH könnte sie beispielsweise im Call Center des ‚customer service‘ einsetzen, dort gibt es trotz unzumutbar langen Wartezeiten in der Schleife kaum ein durchkommen.

  4. Nach meinem Wissen geht auch von einem geimpften Mitarbeiter weiterhin eine Gefährdung aus und von einem gerade Getesteten höchstwahrscheinlich weniger. Wenn Geimpfte jetzt Angst vor Ungeimpften haben, so meine Interpretation Ihrer Antwort, könnte man dies lösen. Das Problem für die Airlines ist eher die Einsatzplanung auf Grund einiger relevanter Länder mit einer Vorgabe. Dafür habe ich wie geschrieben Verständnis.

    Ihren letzten Satz gehe ich sogar mit, meine hauptsächliche Aufregung war die Drohung einer Kündigung bei Impfverweigerung.

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