Lufthansa will neun Laudamotion Jets sofort zurück

Der Streit zwischen Lufthansa, Laudamotion und Ryanair hat von außen betrachtet durchaus einen gewissen Unterhaltungswert. Eigentlich wollte Lufthansa die ehemalige Air Berlin Tochter, Niki, übernehmen und in Eurowings integrieren. Hierfür hatte man schon einen großen Teil der Flugzeuge aus der Niki Flotte gekauft und an die Österreicher zurückvermietet. Nachdem die Übernahme von Niki durch Lufthansa platzte, bekam Niki Lauda den Zuschlag für die Niki und baute aus dieser die Laudamotion.

Inzwischen ist der irische Billigflieger Ryanair bei Laudamotion eingestiegen und wird voraussichtlich 75% von Laudamotion übernehmen. Laudamotion fliegt weiterhin unter der eigenen Marke vorrangig Urlaubsziele ab Deutschland und Österreich an, nutzt hierfür allerdings neun Airbus A320, welche sie von Lufthansa geleast hat. Diese stammen noch aus NIKI Beständen und Lufthansa war bei der Übernahme von Niki durch Laudamotion motiviert, diese Leasingverträge weiterzuführen.

Jetzt hat Lufthansa die Leasingverträge über neun Airbus A320 gekündigt und Lufthansa will neun Laudamotion Jets sofort zurück! Man begründet dies damit, dass Laudamotion wiederholt die Leasingraten für die Flugzeuge nicht bezahlt hat.

Laudamotion ist den vertraglich vereinbarten Zahlungsverpflichtungen zuletzt zum wiederholten Male nicht wie vereinbart nachgekommen.

Da auch bei der Eurowings Gruppe aktuell Bedarf an Flugzeugen besteht, hat Lufthansa von ihrem mit Laudamotion für den Fall eines Vertragsverstoßes vereinbarten Kündigungsrecht Gebrauch gemacht und die Leasingverträge für neun Flugzeuge aufgrund nicht erfolgter Zahlung gekündigt.

Für Laudamotion wäre dies ein harter Schlag, denn man müsste nun fast die Hälfte der Flotte direkt an Lufthansa zurückgeben, was zu massiven Flugausfällen führen würde. Ryanair und Laudamotion haben der Forderung von Lufthansa widersprochen und ein Gericht angerufen. Dieses soll am 20. Juli über den Sachverhalt verhandeln.

Ryanair wirft Lufthansa vor, dass dies ein abgekartetes Spiel sei und man Zahlungen an Laudamotion für den Wetlease Einsatz bei Eurowings künstlich verzögern würde, woraus wohl die Zahlungsengpässe entstanden sind.

Lufthansa will neun Laudamotion Jets sofort zurück | Frankfurtflyer Kommentar

Ryanair bewegt mit seinem Einstieg bei Laudamotion auf dem DACH Markt zu wachsen und hier der übermächtigen Lufthansa Gruppe Konkurrenz zu machen. Dass Lufthansa dies bekämpfen möchte ist nachvollziehbar, allerdings ist die Frage in wieweit man die Jets von Laudamotion direkt zurückfordern kann. Dies muss nun ein Gericht klären.

Für Laudamotion wäre es eine Katastrophe, da man bei Verlust dieser Flugzeuge den geplanten Flugplan sicher nicht aufrecht erhalten kann. Ob Ryanair hier kurzfristig Ersatz stellen kann, ist mir nicht bekannt.

Es bleibt auf jeden Fall spannend und ähnelt in der Dramaturgie schon einer Airline Telenovela ;).

Wer sich für Laudamotion interessiert, wir waren auf dem Erstflug der Airline von Düsseldorf nach Mallorca dabei und haben hierüber eine Review erstellt.

2 Kommentare

  1. Warum erst so spät.Wie bekannt geworden ist das Ryanair bei Laudamotion einsteigt hätte man bei Lufthans sofort regieren gemüsst.
    Und nicht erst wenn das Kind in denn Brunnen gefallen ist.

  2. @Heinrich Thomas.
    Lufthansa konnte die Flieger nicht einfach zurückholen – trotz Ryanair entstieg – es gibt ein gültiges Urteil des EU-Kartellamt. LH musste die Flugzeuge zu üblichen Konditionen an Lauda verleasen.

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