Marriott Bonvoy | Peak, Standard und Off-Peak Einlösungen erklärt

Marriott Budapest M-Lounge (c) Marriott

Marriott Bonvoy hat dieses Jahr begonnen, die Einlösekosten für Gratisnächte in den Hotels mit dynamischen Preisen zu versehen. Vielfach wurde angenommen, dass Marriott damit bestimmte Zeiträume auf die jeweiligen Saisonzeiten verteilen würde. Das hat sich nicht bewahrheitet, sondern Marriott legt die Saisonalität auf der Basis von Tagen fest. Diese Einteilung wird jedem Monat einem Review unterzogen und dann angepasst.

Marriott Bonvoy | Peak, Standard und Off-Peak Einlösungen erklärt | Bedeutung der verschiedenen Raten

Wer bei Marriott Bonvoy Gratisnächte einlösen möchte, braucht dafür zumeist Punkte. Jede Nacht im Hotel kostet dann einen bestimmten Punktebetrag. Lange Zeit wurden die Hotels einfach einer Kategorie von 1-7 zugeteilt und daraus ergab sich der benötigte Punktewert für eine Einlösung. Inzwischen hat sich auch eine achte Kategorie hinzugesellt, was aber das Grundprinzip nicht änderte.

Mit der Einführung von drei verschiedenen Saisonzeiten (Peak, Standard und Off-Peak) hat sich das Gefüge leider stark verändert. Die Kosten (in Bonvoy Punkten) für Gratisnächte werden schwer kalkulierbar. Das trifft insbesondere Points-Advance-Buchungen, bei denen man bereits ein Zimmer reserviert, jedoch die benötigten Punkte noch nicht hat/einsetzen will. Hier bleiben die Kosten solange variabel, bis man die Punkte für die Reservierung hinterlegt.

Eine Monatsübersicht mit Off-Peak, Standard und Peak Raten bei einem Kategorie 5 Hotel.

Marriott Bonvoy | Peak, Standard und Off-Peak Einlösungen erklärt | Umsetzung bei Bonvoy uneinheitlich

Die Umsetzung zeigt sich in der Realität sehr uneinheitlich und dadurch nicht leicht nachvollziehbar. Nehmen wir z.B. die drei Bonvoy Hotels in Manila. Die Betrachtung hat den Vorteil, dass die drei Hotels nicht sonderlich weit voneinander entfernt liegen und alle in derselben Kategorie sind. Zudem gibt es dort aktuell mit Sheraton und Marriott nur zwei Bonvoy Marken, die in ihrem Konzept auch noch relativ ähnlich sind.

Im Januar 2020 sehen wir z.B. folgende Konstellation:

Zwei der drei Kategorie 5 Hotels zeigen den Off-Peak Einlösungswert. Nur ein Hotel hat den Standardeinlösungswert. Dabei ist Januar vom Klima her eigentlich eine sehr gute Zeit, mal in Manila vorbeizukommen. Weitaus auffallender ist jedoch, dass das Hotel mit den günstigsten Cash-Raten (ca. 50% vom Hotel mit dem höchsten Cash-Preis) den höchsten Punktewert abfordert.

Das ist natürlich entgegen jeder Intuition und irgendwie nur schwer verständlich. Soweit ich weiß, wird das Sheraton Manila Bay jedoch von einem anderen Eigentümer bzw. einem anderen Betreiber geführt, was ggf. einen Einfluss hat.

Ein anderer – im Augenblick allemal – interessanter Markt ist Hong Kong. Hier gibt es eine große Zahl von Bonvoy Hotels verschiedenster Marken in fast jedem Marktsegment. Durch die anhaltenden Proteste sind die Cash-Raten der Hotels stark unter Druck geraten. Daher könnte man für Punkteeinlösungen ähnliches erwarten. Allerdings sieht man hier ein wildes Nebeneinander von Peak, Standard und Off-Peak Raten.

 

Marriott Bonvoy | Peak, Standard und Off-Peak Einlösungen erklärt | Analyseergebnisse

Für mich erscheint es so, als hätte das Hotel selbst einigen Einfluss darauf, wie viele Punkte für eine Übernachtung fällig werden. Dabei berücksichtigen viele Hotels die generelle Saisonalität ihres Standortes. Darüber hinaus können sie aber auch Anpassungen vornehmen, um bestimmte Tage abzuändern. Jedenfalls scheinen diese Anpassungen nicht mit der Cash-Rate zu korrelieren.

Die Verteilung der drei Saisonzeiten scheint wie folgt geregelt zu sein:

  • Standardraten: mindestens 50%
  • Peak & Off-Peak Raten: bis zu ca. 25%

Die Annahme, dass sich die Peak & Off-Peak-Tage ungefähr aufheben konnte ich nicht bestätigen. Es gibt Hotels, in denen es deutlich mehr Peak-Raten als Off-Peak-Tage gibt. Dafür dann aber auch einen höheren Anteil an Standardraten. Bei anderen Hotels hingegen gibt es sogar deutlich mehr Off-Peak-Tage als Peak-Tage.

Hier ist ein Beispiel für die „gefürchteten“ 100.000 Punkte für eine Nacht. Da würde ich statt im St. Regis wohl ins Ritz Carlton gehen.

Marriott Bonvoy | Peak, Standard und Off-Peak Einlösungen erklärt | Mögliche Gründe für Auffälligkeiten

Es macht durchaus Sinn, Cash-Raten und Reward-Nächte ein Stück weit zu entkoppeln. Bei Cash-Raten gibt es ein viel breiteres Spektrum, mit dem ein Revenue Manager umgehen kann (z.B. Prepaid Raten, flexible Tarife, Packages, Gruppenbuchungen, Veranstaltertarife etc.). Daher ist es in Einzelfällen durchaus plausibel, wenn die Cash-Raten sehr hoch sind (z.B. durch eine bereits hohe Belegung aufgrund einer größeren Veranstaltung) und das Hotel die Cash-Raten relativ zu den bereits gebuchten Raten ausweist. Um dann dieses Verhältnis nicht zu stören, kann es Sinn machen, flexible Buchungen über Punkte relativ günstig zuzulassen. Insbesondere dann, wenn die erwartete Vergütung durch Marriott für diese Einlösung hoch sein wird.

Auch eine Anomalie: Eines der besten Hotels der „Marriott Welt“ ist mit Punkten günstiger zu haben, obwohl die Cash Rate deutlich teurer ist.

Marriott Bonvoy | Peak, Standard und Off-Peak Einlösungen erklärt | Frankfurtflyer Kommentar

Viel wurde darüber gemutmaßt, wie sich die Einführung von Saisonalitäten bei Marriott Bonvoy auswirken würde. Nach den ersten Monaten und den durchgeführten Analysen scheint sich vorerst zu bestätigen, dass die Hotels die Vorgaben von Marriott im Großen und Ganzen einhalten.

Für Reisende in der (wetterbedingten) Nebensaison lassen sich durchaus genügend Off-Peak Tage finden.

Insgesamt bestätigt diese Entwicklung den Trend, dass man für richtig günstige Einlösungen bei vielen Programmen immer tiefer einsteigen und mehr Zeit investieren muss.

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