Marriott-Hotel schließt bei günstiger Rate die Statusvorteile aus

Die großen Hotelketten bieten alle Bonusprogramme an und zeigen sich ihren treuesten Kunden gegenüber großzügig. Je nach Programm erhalten Vielschläfer bei Hilton, Accor & Co einige Benefits wie zum Beispiel kostenlose Upgrades oder Zugang zur Executive Lounge. Bei Marriott gibt es eine besonders günstige Rate, die genau diese Vorteile ausschließt- selbst für Inhaber des höchsten Status im Programm.

Ein Leser des US-Portals LoyaltyLobby ist über dieses Angebot gestossen und hat damit eine interessante Diskussion gestartet. Die Rate kann man in einem Marriott Hotel in Bangkok buchen, die entsprechenden Bedingungen sind etwas versteckt.

Konkret handelt es sich um das Marriott Sukhumvit, welches derzeit generell sehr günstige Raten bietet. Diese sind zunächst nach Standard-Tarifen und Sonderangeboten sortiert, die regulären Raten sind nicht betroffen.

Die Preise sind wirklich extrem niedrig, allerdings gibt es vergleichbare Hotels in der Umgebung derzeit zu ähnlichen Angeboten. Die Differenz zwischen den Raten liegt gerade mal bei umgerechnet 11€. Anders ausgedrückt ist die Standardrate 33% höher als das günstigste Special.

Auf den ersten Blick kann man den Ausschluss der Benefits nicht erkennen, dies wird erst unter den Details genauer erläutert. Es empfiehlt sich jedoch immer einen Blick auf das Kleingedruckte zu werfen, denn dort werden auch relevante Informationen wie die Stornierungsbedingungen kommuniziert. In diesem Punkt ist die Rate sehr flexibel, was aber sicherlich auch an der derzeitigen Situation liegen kann.
Der letzte Punkt bezieht sich auf die Benefits. Hier wird beschrieben, dass die Rate immerhin berechtigt für Punkte ist und auch die Nacht bzw. der Aufenthalt gutgeschrieben wird. Vorteile wie Upgrades und der Loungezugang wird ausgeschlossen. Diesen kann man gesondert für 1000 Baht erwerben, was in etwa 27,50€ plus Steuern entspricht. Auch in den anderen beiden Raten „Welcome 2021″ sowie „The Ultimate Getaway“ sind die Vorteile exkludiert. 

Macht das Beispiel Schule?

Dieses Vorgehen kennen wir schon von verschiedenen Fluggesellschaften. Vorteile wie Freigepäck gelten manchmal nicht für Statuskarteninhaber, sobald der günstigste Tarif ohne Gepäck gebucht wird. Manche Carrier wie Qatar Airways haben inzwischen einen Business Class-Tarif eingeführt, der sogar Loungezugang und Sitzplatzreservierung ausschließt. Für das Vorgehen der Premium-Airline gab es viel Kritik.

Hier wird aber unterschieden, ob Kunden mit günstigen Tarifen einen Status besitzen oder nicht. Vielflieger können in diesem Fall dennoch eine Lounge besuchen, auch wenn es vielleicht eine abgespeckte Variante ist. Im Fall der Angebotsrate vom Marriott in Bangkok bleibt Statuskunden lediglich der Punktebonus. Den Loungezugang gibt es nur gegen Aufpreis, den auch Gäste ohne Status in Anspruch nehmen könnten.

Das Marriott Bangkok mag kein gutes Beispiel sein, da die Tarife extrem günstig sind und sich auch nur minimal unterscheiden. Die reguläre Rate von 44€ würde hier den Elite-Mitgliedern von Bonvoy zu allen Vorteilen berechtigen. Die Entscheidung würde einem also leicht fallen, sofern man überhaupt Wert auf die Statusvorteile legt.

Ein solcher Light-Tarif könnte auch für andere Ketten oder einzelne Hotels interessant sein. Damit würde man preissensible Kunden ansprechen, denen nur die günstige Übernachtung wichtig ist. Gleichzeitig läuft man aber Gefahr, treue Kunden zu verärgern.

Marriott-Hotel schließt bei günstiger Rate die Statusvorteile aus | Frankfurtflyer Kommentar

Das Marriott in Bangkok scheint eine Ausnahme zu sein. Noch, denn an dem Beispiel könnten sich auch andere Hotels orientieren. Unabhängig vom Preis dürfte es Statuskunden aber hauptsächlich um das Prinzip gehen. Wann wird differenziert und wann nicht? Was wenn man zur Hauptsaison oder während einer Messe bei entsprechend hohen Tarifen die Benefits ausschließen würde?

Immerhin bleiben die Punkte bzw. die Aufenthaltsgutschrift. Alles andere entfällt jedoch und selbst Inhaber der höchsten Statusstufe haben keine weiteren Vorteile. Hier könnte man zumindest über einen vergünstigten Loungezugang nachdenken um eine Besserstellung zu erreichen. Unterm Strich bleibt zu hoffen, dass es es hier bei einer Ausnahme bleibt. Was denkt Ihr darüber?

Danke: LoyaltyLobby

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6 Kommentare

  1. Nur weiter so und es gibt andere Programme die uns treuen Kunden gerne nimmt. Aber Thailand war schon immer berüchtigt alles mögliche zu versuchen damit man noch ein bisschen mehr ausgeben kann. Einmal keinen lounge access als lifetime titanium und dann war es die letzte Nacht im Bonvoy…. und ob die treuen Kunden dann nach corona wieder zurück kommen,
    weiss ich nicht. Ambassador gibt es auch nicht mehr.

  2. Vielleicht sollte man die aktuelle Situation in Thailand in Betracht ziehen das der Tourismus fast ausschließlich aus Einheimischen bestehen kann. Ich denke es handelt sich hier um einen Versuch des Hotels preissenible Thailänder zu locken

    • Ja klar, aber es geht ja nur um status Mitglieder und da sollte der Preis auch keine Rolle spielen. Das ist ein kundenbindungsprogramm. Sonst gibt es bald, je nadh gebuchten Preis, entweder saft, sekt oder Champagner in der lounge.

  3. Klar. Ich denke nur die aktuelle Statuskundenanzahl für dieses Hotel in Bangkok geht ganz stark gegen Null, weil halt sehr wenige Touristen aus dem Ausland

  4. Klar, aber dann muss man es nicht ausschließen, denn es kostet ja auch nichts… lounge ist ja offen. Gerade wenn wenige Kunden, muss man versuchen die loyalen Gäste anzulocken. In Indonesien geben sie upgrades etc und fas schon vorher um doe status gäste anzuziehen. Aber Thailand ist schon immer anders. Jetzt auch woeder 300 the einreisegbühr.

  5. Das fände ich super und für preissensible Leute die keinen Wert auf Benefit legen Lust das doch ein tolles Angebot. Lasst uns doch lieber über günstige Preise freuen als über fehlende Benefit ärgern 😉

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