Miles & More erhöht Gebühren für Eurowings Meilen-Tickets deutlich

Was Ende 2019 noch wie ein schlechter Scherz aussah, ist nun Gewissheit geworden: Miles & More erhöht die Gebühren bei der Buchung von Eurowings Prämienflügen. Ohne große Ankündigung sind die so genannten Airline-Zuschläge bei Award-Tickets fast auf das Niveau der „Premium-Fluggesellschaft“ Lufthansa angehoben worden. Statt wie bisher etwa 90 Euro bezahlt Ihr nun neben den Meilen noch zwischen 300 und 400 Euro an Steuern und Gebühren für ein Return-Ticket.

Miles & More erhöht Gebühren für Eurowings Meilen-Tickets deutlich | Vierfache Steuern und Gebühren

Bisher galt die Einlösung von Miles & More Meilen für Eurowings-Flüge als Sweetspot. Insbesondere im Rahmen der Eurowings Meilenschnäppchen ließen sich Business Class Flüge mit nur wenig Meilen und Zuschlägen super günstig buchen. Dieser Sweetspot ist nun ziemlich früh im Jahr 2020 abgestellt worden, denn für Eurowings Prämientickets fallen mittlerweile fast so hohe Gebühren an, wie für die Award-Tickets der „Premium Airlines“ aus der Lufthansa Gruppe.

Bei einer Beispiel-Buchung für einen Roundtrip von Düsseldorf nach New York spuckt die Miles & More Award-Suche nun 359,28 Euro statt wie bisher rund 90 Euro aus. Das ist eine Vervierfachung der Steuern und Gebühren.

Erhöhte Steuern und Gebühren bei einem Eurowings Meilen-Ticket.

Grund ist eine Anpassung der so genannten Airline-Zuschläge. Was früher als Fuel-Surcharge oder Treibstoff-Zuschlag bekannt war, nutzen Fluggesellschaften heute um Flugtickets künstlich zu verteuern, ohne den reinen Ticketpreis anpassen zu müssen. Insbesondere bei Flügen, die mit Meilen gebucht werden, haben die Fluggesellschaften so eine gute Möglichkeit, die Tickets nicht zu günstig herausgeben zu müssen. Insbesondere British Airways und die Lufthansa Group mit Austrian, Swiss und Lufthansa selbst fallen hier immer wieder als Negativbeispiele auf, während Eurowings davon bisher verschont blieb.

Miles & More erhöht Gebühren für Eurowings Meilen-Tickets deutlich | Offizielle Bestätigung

Travel-Dealz.de ist auf die Veränderung aufmerksam geworden und hat zugleich um eine Stellungnahme bei der Miles & More Pressestelle gebeten. Dort antwortet man ziemlich direkt und bestätigt, dass es sich um eine bewusste Preiserhöhung handelt:

In den vergangenen Jahren hat sich ein klarer Trend manifestiert: Mobilität muss gestiegenen Ansprüchen genügen und wird damit teilweise teurer, nicht nur im Luftverkehr, sondern auch in anderen Branchen wie auf der Schiene, auf der Straße oder auf dem Wasser. Ursächlich für diese Entwicklung sind vor allem steigende Energie-, Infrastruktur- und Lieferantenkosten, sowie sich ändernde gesetzliche Rahmenbedingungen. Vor dem Hintergrund, dass die Ticketpreise seit Jahren rückläufig sind und sich die Airlines der Lufthansa Group langfristig mit steigenden Kosten konfrontiert sehen, haben wir bereits vereinzelt Preise angehoben und werden, wenn notwendig, auch weitere moderate Erhöhungen vornehmen. Dies betrifft alle Preissegmente, denn insgesamt ist Fliegen so günstig wie nie, und manchmal ist ein Flug sogar billiger als die Taxifahrt zum Flughafen.

Eine International Surcharge ist bei den meisten Airlines heute Standard. Grundsätzlich werden unsere Preise ohnehin durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Für den Kunden ist der Endpreis für die Kaufentscheidung maßgebend. Die Preisgestaltung orientiert sich daher am Wettbewerb über das gesamte Angebot. In kaum einer anderen Branche haben Angebot und Nachfrage in Verbindung mit Wettbewerb eine so starke, dynamische und schnelle Auswirkung auf die Preise. Die Lufthansa Group Airlines werden das Markt- und Wettbewerbsverhalten auch weiterhin beobachten und bei Bedarf entsprechende Anpassungen vornehmen. Ungeachtet etwaiger preislicher Anpassungen bieten wir unseren Kunden aber auch weiterhin sehr attraktive und konkurrenzfähige Preise im Markt an.

Miles & More erhöht Gebühren für Eurowings Meilen-Tickets deutlich | Frankfurtflyer Kommentar

Wir hatten im November 2019 schon ein schlechtes Gefühl, als die Preise bei Eurowings Prämientickets plötzlich explodierten. Auch nach der Bestätigung, dass es sich um eine technischen Defekt handelte, wollten wir nicht so recht daran glauben. Es scheint so, als hätte man zu diesem Zeitpunkt entweder getestet, wie der Markt reagiert oder irgendjemand hat zu früh das Knöpfchen gedrückt. Damit ist ein Sweetspot zur Einlösung von Miles & More Meilen nun dauerhaft weg.

Miles & More nennt eine Vervielfachung der Airline-Zuschläge eine moderate Preiserhöhung. Man könnte es aber genauso gut als Wucher bezeichnen.

Danke travel-dealz.de

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14 Kommentare

  1. genauso wie die „Pressestelle der Lufthansa“ nur das übliche Marketing Zeugs schwafelt, schreibt ihr hier in eureren Gedanken: es geht um Langstreckenawards, wo EW jetzt die „Steuern und Gebühren“ der Muttergesellschaft einführt, obwohl das Produkt (offensichtlich) nicht den 5* der LH entspricht.

    Es ist eigentlich nichts neues, dass die große Ära der Meilen vorbei ist und „Meilen“ eigentlich nur ein Marketinggag ist. Der einzige Vorteil der Awards liegt darin, dass diese ggf auch in „Hochpreis“-Zeiten verfübar sind (oder in der Vergangenheit jedenfals waren!): dann bezahlt man mit den Meilen und Steuern weniger als für ein Kaufticket. Z.B. kurzfristige Buchung (nächsten Tage) oder Sommerferien.

    Sehr oft sind 2020 aber Kauftickets viel billiger als die bei den Awards zu zahlenden Steuern und Gebühren!

    • Sehe ich nicht so, dass die Zeit der Meilen komplett vorbei ist. Gerade für exotische Strecken sind Meilen toll. Nur für eine TATL business würde ich sie nicht mehr unbedingt einsetzen. Man kann echt sparen mit Meilen, aber man muss sich schon etwas mehr damit beschäftigen, als sich nur auf das herkömmliche LH/ EW Meilenschnäppchen zu verlassen.

  2. Wenn ich das richtig sehe, dann wird der internationale Zuschlag bei Buchung über die Eurowings-Seite nicht erhoben. Gecheckt grad mit einem Flug DUS-RSW EW1104 in Business am 20.02.
    Über Miles & More 56.000 Meilen + 217,22€ und über Eurowings direkt 52.500 Meilen + 96,24€

    Vielleicht sollte dieser Hinweis noch mit aufgenommen werden?

  3. In Deutschland wird wirklich alles reguliert, warum nicht da wo es sinnvoll ist? Es ist eine bodenlose Frechheit, für „Prämienflüge“ noch überhöhte Steuern und Gebühren zu verlangen. Nur mal ein Rechenbeispiel: für die 35.000 für einen Eco Europa Flug braucht man 280 (!!!) Flüge mit je 125 Meilen um den „Freiflug“ zu bekommen! Und dann soll man nochmal über 100 EUR Gebühren zahlen für ein Ticket das normalerweise unter 200 kostet. Wucher und Abzocke sind hier noch die harmlosesten Worte, die mir dazu einfallen.

    • Merke: du brauchst du nur 90 Mietwagen Anmietungen für den Award oder 7000€ Umsatz beim Shell etc.. hier siehst du, dass hier was nicht mehr stimmt!

      wo fängst du hier an? https://www.miles-and-more.com/de/de/spend/award-overview.html

      Das ganze ist ein eigenes Unternehmen, das sich tragen muss. 30 Mio Kunden,die hier sammlen und auf die MarketingTricks dieser Branche reingefallen sind. Keine der „Prämien“ sind das „Geld“ wert -alles völlig überteuert und nicht marktkonform (will sagen, gibt’s überall günstiger gegen Euronen statt Meilen)

      Bei den Awards regen sich viele (hier die Frankfurtflyer) auf, weil igrendwie der Bezug zum Sammeln hergestellt wird und weil manche immer noch denken, das M&M was als 100%ige Tochter von LH halt was mit LH zu tun hätte.

      Es muss hier nichts reguliert werden: die Menschen sollten einfach nur mal ihren Verstand einsetzen und nicht blindlings der Werbung alles glauben.

      Der eigentliche Skandal ist nicht Miles&More (die nämlich nicht die YQ erhöht haben) sondern die Airlines in Europa, die seit Jahrzehnten eine gültige IATA Regeln nicht umsetzen, die vorgäbe, dass die YQ in den Ticketpreis einzurechnen ist.

      Das könnte man wirklich endlich EU weit durchsetzen.

      (Bei Erstattungen von Tickets ist die YQ nämlich plötzlich kein Bestandteil mehr, der erstattet werden kann, dann gehört er zum Ticket)

  4. Also ich kann nur sagen, dass wir unsere Meilen nicht nach Südafrika einsetzten konnten, weil es keine Plätze in der Business gäbe. Weder ab DUS/FRA/MUC/ZRH nach JNB oder CPT. dabei haben wir am 12.12.2019 für Flüge im November 2020 angefragt. Nun fliegen wir mit Qatar in der Q-Suite, einer fünf Sterne Airline. Die noch nicht eingesetzten Meilen werden wir schnell verbrauchen und dann werden wir die LH-Group nur noch buchen, wenn es für uns preislich passt. Wir fliegen meist in C-Class, auch innerhalb Europas, da wir grundsätzlich die Eco meiden. Aber die M&M Flugprämiengebühren sind einfach eine Unverschämtheit, die setzte ich nun bei QR, SQ, ANA, CX, UA, AA oder DL ein.

    • wie setzt du M&M Meilen bei den genannten Airlines ein?

      Nicht nur die Awards sind eine Frechheit, das ganze „Sammelzeugs“ ist pures Marketing, Ersatzwährung, die eigentlich nichts wert ist!

  5. Aus gutem Grund habe ich die Sammelei bereits vor einiger Zeit nach einer beruflichen Veränderung aufgegeben und auch meine M&M MasterCard Gold gekündigt. Das eine lohnte sich nicht mehr, das andere war auch teurer, als beim Wettbewerb. Ich habe seinerzeit auch hauptsächlich Meilen gesammelt, um meinen Status zu halten, der Hauptanreiz dabei war für mich der Loungezugang, welcher auf den häufigen Dienstreisen sehr angenehm war. Meilen hatte ich fast ausschließlich für Upgrades genutzt.

    Geschenkt gibt es halt nichts, aber mMn. versucht die LH Gruppe aktuell mit allen Mitteln den Profit kurzfristig zu steigern, ohne auf mittel- und langfristige Effekte zu achten. Schade, aber schneller Profit um jeden Preis ist leider dem Zeitgeist geschuldet, die Folgen kann man sich aktuell bei den Automobilisten ansehen. Aber es gibt ja auch genügend Alternativen, ich habe mir vergangene Woche wieder für Deutschlandreisen eine Bahncard 50 gekauft, werde das testen (die ersten Reisen waren wirklich angenehm) und dann ggf. wieder auf die BC 100 gehen – hatte ich auch mehrfach in der Vergangenheit. In Deutschland bin ich damit genauso schnell, wie im Flieger.

  6. Es ist eigentlich eine Frechheit zu sagen, man müsse ja Preise erhöhen, weil die Kosten steigen. Denn eigentlich ist ein Prämienflug ja ein Geschenk, dass ich für Kundentreue erhalten soll.
    Das ist ja fast so, als würde ich meinen Kunden zu Weihnachten eine gute Flasche Wein schenken und dann sagen, für Dezember muss ich auf die Rechnung aber 10% drauf schlagen weil ja der Wein bezahlt werden muss, den ich dir mitgebracht habe.

    Aber die Blogs im Internet sind daran nicht ganz unschuldig. Immer mehr Leute wollen nicht durchs Fliegen ihre Meilen sammeln, sondern werden dazu animiert für alle möglichen Einkäufe doch Meilen zusammeln und dann als tollen Gegenwert einen teuren Flug zu erhalten.
    Ich kann für 100.000 Paback Punkte 1000Euro Einkaufsgutscheine bekommen oder ggfs. einen Business Class Flug. Wenn dieser Flug einen realistischen Gegenwert von 3000 Euro hätte, wie soll das dann gehen? Dann müssten ja die paback Partner das dreifache Einzahlen oder die Airline muss den Flug für ein Drittel des eigentlichen Preises rausgeben.
    Ich sehe das eher kritisch. Denn oft sieht man auch, dass auf Flügen auf denen man die Meilen für einen guten Kurs einlösen kann, man die Tickets oft auch sehr günstig kaufen kann. Da wo der Flug wirklich 3000 Euro kostet, z.B. weil in New York gerade eine Top Veranstaltung stattfindet etc. da bekommt man in der Regel auch kein Meilenticket.

    Wenn man sich dann z.B. durch irgendwelche Abos, verträge etc. 106.000 Meilen für 988 Euro kauft, dann kann man sich fast genau so gut den Flug als Schnppchen irgendwo buchen. Mittlerweile sehe ich da kaum noch eine große Ersparnis. Das Meilen sammlen hat seinen Cahrme verloren und es geht nur noch ums Kasse machen. Ich glaube kaum, dass es die Bonussystem nach jetziger Art in 10 Jahren noch geben wird.

  7. @Micha: früher war das mit der Award Verfügbarkeit mal anders – das hat der Sales und Award Robot nicht miteinander gesprochen oder es gab gar keinen Award-Robot!

    Damals gab’s halt pro Flug 10 Plätze in Y-Award und 4 in C oder F-Award. Wer zuerst kam, wurde bedient. SEN Wartelisten Prio hat mir anno 2008/9/10 3 mal 1 Jahr im voraus gebucht den C-Award nach EZE beschert und zwar Dez-Jan, wo der Kaufpreis des Tickets gut 8000€ war…. aber die Zeiten sind echt vorbei!

    Ich bin der gleichen Meinung wie Micha: M&M und anderer Sammelquark sind Auslaufmodelle. Ich hoffe, dass sich die Kunden emanzipieren, den Schmuh bemerken und enstprechend reagieren.

    Da gab es doch einen Sammler, der M&M verklagt hat, weil sein 2 Mio Meilen über Nacht nicht mehr „wert“ waren… das sollte alle 30 Mio Mitglieder machen, dann wären die LH-Anwälte eine Weile beschäftigt….

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