Nachfrageboom: Swiss prüft Einsatz von Langstreckenjets nach Spanien & Portugal

Der Hunger nach Reisen ist ungebrochen. Dies zeigte sich jüngst in Großbritannien, als die Regierung Lockerungen für die kommenden Wochen in Aussicht gestellt hat. Auch in Deutschland konnte ein rasanter Anstieg der Flugbuchungen verzeichnet werden, nachdem u.a. die Balearen nicht mehr zu den Risikogebieten gehören. Marktführer Eurowings hat Hunderte Zusatzflüge aufgelegt, zahlreiche Mitbewerber wie TUIfly, Condor, Ryanair oder die Lufthansa haben das Angebot erweitert.

Den Wegfall der Quarantänebestimmungen spürt auch Swiss, für einzelne Strecken hat sich die Nachfrage verfünffacht. Die Folge sind mehr Frequenzen und die Umstellung der eingesetzten Flugzeugtypen.

Mehr Frequenzen, größere Flugzeuge

In der ersten Ferienwoche vor Ostern wurden jetzt neun zusätzliche Flüge nach Palma de Mallorca, Málaga, Barcelona, Alicante und Valencia aufgelegt. In der darauffolgenden Woche sind es sogar elf weitere Frequenzen. Auch Portugal wird häufiger angeflogen, das Angebot nach Lissabon und Porto wurde ebenfalls aufgestockt.

Eine weitere Reaktion ist die Änderung der geplanten Flugzeuge. Swiss setzt auf Kurzstrecken derzeit überwiegend kleinere Typen der Airbus A320 Familie oder den A220 ein. Einige der stark nachgefragten Ziele sollen in den Ferien mit dem A321 bedient werden. In der Swiss-Konfiguration kann der Jet bis zu 219 Fluggäste befördern.

Machen Langstreckenjets Sinn?

Darüberhinaus wird auch der Einsatz von Langstreckengerät geprüft. Die größeren Maschinen sind derzeit ohne weiteres verfügbar, da das Langstreckennetz nach wie vor ausgedünnt ist. Nun muss man beim Schweizer Carrier abwägen, in wie weit dies Sinn macht. In die Entscheidung fließen mehrere Faktoren ein.

Wie stabil ist die Nachfrage? Alle Tickets sind derzeit umbuchbar, eine weitere Änderung bei den Restriktionen könnte den Ansturm auch wieder schnell in die andere Richtung drehen. Können die einzelnen Airports die Airbus A330, A340 oder die B777 ohne weiteres abfertigen? Sind ausreichend lizensierte Crewmitglieder kurzfristig verfügbar?

Den Buchungsanstieg sieht man bei Swiss in erster Linie sehr positiv und hofft auf weitere Lockerungen. Tamur Goudarzi Pour, Chief Commercial Officer von SWISS, erklärt:

Am Beispiel Spanien und Portugal zeigt sich deutlich, dass sich der Wegfall von Quarantänebestimmungen und verlässliche Reiseregeln unmittelbar in einem starken Buchungszuwachs niederschlagen. Viele Menschen haben ein grosses Nachholbedürfnis nach Reisen, vor allem nach Sonne und Meer. Dafür haben wir unser Flugplanangebot kurzfristig ausgebaut. Ein weiterer struktureller Ausbau des Flugplans erfordert international anerkannte, standardisierte und digitalisierte Test-und Impfnachweise.

Nachfrageboom: Swiss prüft Einsatz von Langstreckenjets nach Spanien & Portugal | Frankfurtflyer Kommentar

Swiss hat auch schon während der Pandemie aus unterschiedlichen Gründen Großraumjets auf Routen innerhalb von Europa eingesetzt. Erst im Dezember und Januar gab es Flüge von Zürich nach Amsterdam und London, die teilweise von der Tochter Edelweiss durchgeführt wurden. Für Lieferungen des Corona-Impfstoff gab es auch Einsätze nach Brüssel.

Auch wenn die Flüge nach Spanien oder Portugal eher kurz sind, wären sicherlich viele Passagiere vom Flug im Langstreckenflugzeug begeistert. Bequemere Sitze, Inflight-Entertainment eine echte Business Class und mehr Platz würden den Komfort erheblich steigern.

 

Review: Swiss Business Class | Im Airbus A330 von London nach Zürich

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7 Kommentare

  1. mein Flug zrh-dxb am 29.03. (woche vor ostern) wurde ersatzlos gestrichen. vielleicht fliegt die ursprünglich geplante Maschine nun nach Malle…
    Nachfrage nach Dubai sollte ja eigentlich vorhanden sein

  2. Interessanterweise gehen die Infektionszahlen in Spanien / Portugal immer nur dann zurück, wenn Ferien oder Feiertage angesagt sind. Nachher zeigen die Zahlen wieder steil nach oben. Ist schon flott, von diesem Virus! Richtig rücksichtsvoll halt.

    • Ja, man kann es aber auch anders interpretieren: Die Leute kämpfen die Zahlen mühsam runter, dann wird ein Schwung Touristen reingelassen, die wieder viele anstecken. Dann wieder von vorne.

  3. Zum allgemeinen Verständnis: Treffen mit mehr als 2 Haushalten im eigenen Haus VERBOTEN. Treffen mit mehr als FÜNFHUNDERT Personen im A380 erlaubt?? Essen und Trinken trotz Masken in Gastronomiebetrieben VERBOTEN, im Flugzeug egal?? Finde den Fehler….

  4. Ich bin generell absolut flugbegeistert, aber in der aktuellen Situation aus reinem Jux in den Urlaub zu fliegen, finde ich wirklich sehr fragwürdig.

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