Neue Kooperation zwischen Flug- und Bahngesellschaften

Das Thema Klimawandel ist in aller Munde und während es kontrovers diskutiert wird, gibt es eine neue Kooperation zwischen Flug- und Bahngesellschaften, bestehend aus der Fluggesellschaft KLM sowie den Bahngesellschaften Thalys und NS Dutch Railways um Kurzstreckenflüge zwischen Brüssel und Amsterdam zu reduzieren. Wie das Ganze aussieht und was dahintersteckt, haben wir für Euch aufbereitet.

Kooperation zwischen Flug- und Bahngesellschaften | Über die Kooperation

Die Kooperation ist Teil des Commitments von KLM, welches mit der Bezeichnung „Fly Responsibly“ beworben wird. Ziel dieser Kooperation ist die Reduktion von Flügen zwischen Amsterdam Schiphol und Brüssel. In einem ersten Schritt wird die Menge der Flüge von fünf auf vier reduziert und sukzessive sollen weitere Kurzflüge vermieden werden.

Ab dem 29. März 2020 werden die Änderungen aktiv und ein Zug von Thalys wird den Platz einnehmen.

Internationaler Hochgeschwindigkeitszug (c) Thalys
Internationaler Hochgeschwindigkeitszug (c) Thalys

Kooperation zwischen Flug- und Bahngesellschaften | CO2 Ausstoß

Um eine Idee über den CO2 Verbrauch zu erhalten, gehe ich in meinem folgenden Beispiel von einem reinen Economy Flug bestehend aus 100 Sitzen aus, nicht zuletzt weil der CO2 Ausstoß letztendlich von vielen Faktoren abhängig ist, die von Flug zu Flug unterschiedlich sein können. Dazu gehören Gewicht des Gepäcks, Windverhältnisse und das eingesetzte Flugzeug. Die Zahl 100 basiert auf der Angabe von KLM, denn das auf der Strecke eingesetzte Flugzeug vom Typ Embraer 190 verfügt über 100 Sitze.

Gemäß myclimate.org beträgt der Verbrauch in der Economy Class auf der Strecke Amsterdam – Brüssel (One Way) ca. 0.102 Tonnen CO2. Umgerechnet auf 100 Passagiere sind das 10.200 Tonnen CO2, was knapp das 7-fache eines Berufspendler bei einer Strecke von 40km im Jahr ist.

Berufspendler mit 1,5 Tonnen CO2 pro Jahr

Beispiel: Knapp 40 Kilometer beträgt nach Angabe des Landesbetriebs Information und Technik NRW die durchschnittliche Pendlerstrecke in NRW pro Tag. Ein Vollzeit-Beschäftigter kommt so in einem Jahr auf 8.100 Kilometer.

Fährt er diese Strecke mit einem mittelgroßen Benziner des Baujahrs 2009 und ohne Mitfahrer, verantwortet er damit 1,5 Tonnen CO2-Äquivalente im Jahr – alleine für Arbeitswege.

Quarks, CO2 in Zahlen – Stand: 19.09.2019

Kooperation zwischen Flug- und Bahngesellschaften | Fly Responsibly

Hinter der Bezeichnung Fly Responsibly steckt ein Commitment für umweltfreundlicheres Reisen von KLM. Auf ihrer Homepage erläutern sie ihr Projekt, geben Tipps was Reisende tun können und merken darüber hinaus an, dass alle Beteiligten in der Handlungspflicht sind.

Zu den Tipps gehören unter anderem:

  • CO2 Emissionen kompensieren
  • Anstelle des Flugzeuges den Zug nehmen
  • weniger Gepäck mitnehmen um Gewicht und damit Kerosin zu sparen
  • Unterkünfte buchen, die auf Umweltschutz Wert legen

Selbstverständlich sieht sich KLM auch in der Pflicht und ist stets bemüht Wege zu finden, mit denen das Reisen mit dem Flugzeug umweltfreundlicher wird. Parallel investiert die Fluggesellschaft in die Aufforstung von Wäldern.

Neben dem großen Nutzen für die Umwelt steckt hinter dieser Strategie Slots freizuschaufeln, welche für Langstreckenflüge genutzt werden können, denn das Unternehmen hat Schwierigkeiten weitere Slots in AMS zu bekommen.

mehr über KLM's Projekte erfahrt Ihr auf flyresponsibly.klm.com

Kooperation zwischen Flug- und Bahngesellschaften | Über KLM

KLM Cityhopper gehört zur ältesten aktiven Fluggesellschaft KLM mit Basis in Amsterdam, ist SkyTeam-Mitglied und nutzt das Kundenbindungsprogramm Flying Blue, welches vor zwei Jahren aktualisiert wurde. Reisende mit entsprechenden Qualifikationen können die KLM Crown Lounge in Amsterdam besuchen. Mein ehemaliger Frankfurtflyer-Kollege Tim hat diese übrigens in einem Beitrag vor zwei Jahren unter die Lupe genommen und mit einem positiven Eindruck verlassen.

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Kooperation zwischen Flug- und Bahngesellschaften| Über NS Dutch Railways [4]

NS Dutch Railways ist eine staatliche Eisenbahngesellschaft der Niederlande und ist wie die DB eine AG im Staatsbesitz. Über die ca. 4.800 Zugfahrten pro Tag werden ca. 1,1 Millionen Fahrgäste befördert und zwischen den vier größten Städten – Amsterdam, Rotterdam, Den Haag und Utrecht – sind 12 Züge pro Stunde im Einsatz.

NS Dutch Railways Website

Kooperation zwischen Flug- und Bahngesellschaften | Über Thalys

Thalys ist ein Hochgeschwindigkeitszug in Europa, der zu den Unternehmen Thalys International und THI Factory gehört. Die beiden Unternehmen sind Töchter der Staatsbahnen (SNCF) und NMBS/SNCB (Belgien).

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Seit mehr als zwanzig Jahren verbindet der internationale Hochgeschwindigkeitszug Thalys erfolgreich Deutschland, Belgien, Frankreich und die Niederlande. 2018 beförderte Thalys erstmals mehr als 7,5 Millionen Passagiere. Thalys-Reisende erreichen von Köln Brüssel in 1h47 sowie Paris in 3h14. Der rote Hochgeschwindigkeitszug verkehrt mit fünf täglichen Hin- und Rückverbindungen auf der deutschen Strecke über Aachen, Köln und Düsseldorf bis Essen. Drei der Züge fahren darüber hinaus von und nach Dortmund.

Seit seiner Gründung hat Thalys mehr als 135 Millionen Reisende befördert und ist mit seinem WLAN-Angebot Vorreiter in Sachen Technologie auf der Schiene. Unter dem Motto „Willkommen bei uns“ bietet Thalys Freizeit- und Geschäftsreisenden ein flexibles, effizientes und ökologisches Mobilitätsangebot: ergonomischer Komfort, herzliche und mehrsprachige Betreuung an Bord sowie qualitätsvolle Bordgastronomie.

Mit den drei Servicekategorien Standard, Comfort und Premium wählen Thalys Kunden schnell und einfach den für sie passenden Tarif und reisen in der «Standard»-Kategorie schon ab 19 € nach Brüssel und ab 35 € nach Paris. «Comfort»-Kunden reisen in den Abteilen der ersten Klasse und «Premium»-Reisende genießen die herausragende Qualität des erweiterten Thalys Servicepakets, Catering am Platz inklusive. Thalys ist seit 2015 eine vollwertige Eisenbahngesellschaft mit SNCF und SNCB als Anteilseignern. Weitere Informationen unter www.thalys.com.

Thalys Presse

Kooperation zwischen Flug- und Bahngesellschaften | Frankfurtflyer Kommentar

Wir von Frankfurtflyer begrüßen diesen Schritt und schließen uns der Aussage von KLM an, denn uns ist entspanntes Reisen wichtig.

Was haltet Ihr von diesem Projekt? Richtiger Schritt oder PR?

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11 Kommentare

    • Für mich ist das, wie ich bereits anderswo geschrieben habe, nur PR. Eine Fluggesellschaft rät ihren Kunden zu Alternativen zum Fliegen?! Kann sowas glaubwürdig sein?

      Dahinter kann nur der Geschäftsgedanke stecken, mehr freie Slots für neue Langstreckenverbindungen zu bekommen, die gewiss gewinnbringender sind. Und es kommt momentan sehr gut unter der protestierenden Bevölkerung an. Zuallerletzt sind die geplanten Zugverbindungen auf AMS-BRU ja nicht selbstlos; wenn Sie unter KL-Flugnummer als Zubringer geführt werden, verdient KLM auch ein paar Euro dran.

  1. Wäre eine Alternative, wenn es in der Praxis besser funktionieren würde.
    Sitzplatz kostet nochmal extra – macht nicht viel aus, gehört aber meines Erachtens mit ins Ticket bei Rail&Fly. Und damit sind wir auch schon bei der Krux: Während man den Zubringer zum Flug noch relativ gut planen kann, ist es zurück schwieriger. Jetzt kann man pauschal 3 Stunden Umsteigezeit einplanen, wie es die Fluglinien empfehlen, dann rechnet es sich zeitlich aber überhaupt nicht mehr. Dazu kommt, dass mir wegen Verspätung auch die 3 Stunden schon mal nicht gereicht haben und ich dann in Frankfurt am Bahnhof stand und feststellte, dass für den Tag sämtliche(!) ICE-Verbindungen nach München ausgebucht waren. Ergebnis: Gut 10 Stunden nach der Landung war ich über mehrere IC-Verbindungen endlich am Ziel. Seitdem buche ich kein Rail&Fly mehr.

    Ich habe es damals auch schon der Fluggesellschaft geschrieben: Wenn Rail&Fly brauchbar/verlässlich sein soll, dann muss eine feste Zugbuchung inkl. Sitzplatz im Ticket enthalten sein. Und wenn man den Anschluss nicht schafft, muss sich auch die Fluglinie um entsprechende Ersatzbeförderung kümmern, ganz wie es bei einem Flug wäre.

  2. Ich finde es traurig , dass Ihr auf den Klimawandelzug aufspringt . CO2 Steuer …wie soll Geld das Klima aendern ,Gruenflaechen in Deutschen Grossstaedten werden zwecks „Verdichtung“ fuer mehr Wohnraum abgeholzt? Den Zusammenbruch des Sozialsystems kann eine „CO2 Steuer“ hinauszoegern , viel mehr nicht…
    In Schweden wird offiziell darueber nachgedacht zur Nachhaltigkeit , Insekten , Abfaelle und auch Verstorbene zu „Nahrungsmitteln“ zu verarbeiten !!!

    Nachhaltigkeit mit der Erde waere IMHO die Bevoelkerungsexplosion zu stoppen und nicht nach Europa zu importieren .
    Ich bin weder Rechts noch Gegner von Religionen !
    Hier in Singapur und Malaysia redet niemand von CO2 Steuern , weniger fliegen usw ausser vielleicht ein paar auslaendische NGO „Aktivisten“!
    Zur Sache : Sollten Bahn und Bahnhoefe angenehmer werden und meine Reiseequalitaet in Verbindung mit Fluegen steigern , bin ich gerne bereit mitzumachen .
    Alternative WEG!
    Ein GEZ , CO2 Steuer , „Luftverkehrsabgabe“ – Zahler weniger.
    Und wie immer , ein grosses DANKE fuer Eure Seite .

      • Hi Nicole , geniesst Eure schoenen Flugreisen so lange es noch geht .
        Ich freue mich mit Euch , wenn ich Eure Erfahrungsberichte lese .
        Vor kurzem in China , wo echte Hochgeschwindigkeitszuege auch auf Mittelstrecken mit dem Flieger in Komfort , Puenktlichkeit und Reisezeit konkurieren koennen .
        Auf dem riesigen Pekinger Bahnhofsvorplatz hatte ich ein sehr gutes Sicherheitsgefuehl ; im Mc Donalds und anderen Fastfood outlets…Familien mit Kindern.2 am U-Bahnausgang sitzende Bettler ,aber keine Dealer und was man sonst so auf Europaeischen Bahnhofsvorplaetzen erlebt .
        In den Bahnhofsbereich kommt man nur mit ticket und securitykontrolle . Viele Kameras , eine effektive freundliche und hilfsbereite Polizei.Einige sprechen etwas Englisch.
        Polizeistaat ?
        Ich habe es nicht so empfunden…und wenn…IMHO lieber als ein Verbrecher Staat.
        Nochmals GUTEN FLUG 😀

    • Erstmal danke für Deinen Kommentar.

      „Ich finde es traurig , dass Ihr auf den Klimawandelzug aufspringt“
      > Ich springe nicht auf irgend einen Zug auf um mit der Masse mit zu schwimmen. Ich tue aktiv etwas für die Umwelt in dem ich vor ca. 2-3 Jahren das Auto verkauft habe und primär mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs bin und viele Strecken im Alltag entweder ebenfalls mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs bin. Zum nächsten Stammtischtreffen werde ich ebenfalls mit dem Zug anreisen und nicht mit dem Flugzeug fliegen.
      Ich kann Dir gerne weitere Beispiele nennen, habe aber denke ich meinen Standpunkt klargemacht.

    • Danke , ich nutze auch den OePNV , hier in Asien meistens das Fahrrad , den Bus , Grab oder Uber.
      Kein Auto? Keine Parkplatzprobleme 🙂
      Die kostenlosen Plastiktueten vom Supermarkt nutze ich mehrmals und dann als Muelltuete , brauche mir so keine Plastik Muelltueten wie in D zu kaufen .
      Ich frage mich wie ein echter Gruener das handhabt …Traegt er Bananenschalen , Fisch oder Garnelenkoepfe im Jutebeutel oder der Sackotasche spazieren , bis er einen geigneten Komposthaufen gefunden hat ?
      Ich wuensche Dir eine angenehme Zugreise ( Ohne jeglichen Sarkasmus ) und nen SUPER Stammtisch 🙂

  3. Lufthansa bietet den Bahnservice nach Frankfurt von DUS bereits länger an. Das Grauen…2-3 grosse Koffer, wie komme ich damit in den blöden Zug? Dann wird mir noch mein Trolley gestohlen, kriminelle Passagiere, keinerlei Kontrollen, keine Lounge..im ICE…das Grauen. Angst…Kriminelle. Niemals wieder!!!Für masoschistische Arme. für Die Grünen—perfekt. Die lieben das…lasst Euch bestehlen….da gehts Euch perfekt, oder?

  4. Die Gruenen lieben das?
    Vielleicht deren Waehler …Als Frau Roth neulich zusammen mit ihrem Kumpan auf Steuerzahlerkosten Ihre 41 000 km Reise zur „Klimarettung“ auf die Fijis gemacht hatte , hat sie mit Sicherheit nicht R&F genutzt.Eher eine gepanzerte „Dienst“ Limousine .
    Wenn Oetzdemir privat in die Anden fliegt oder diese Gruenen Vorsitzende mal kurz zu ihrem „Lieblingsitaliener“ nach LAX fliegt um dort Eis zu essen ( „Ehrlich“ wie sie nun mal ist , zeigt sie auf ihrem Protz Selfie , dass dies mit Plastikloeffel aus einem Einweg Plastikbecher geschah)
    Orwells „Farm der Tiere“!
    Deutsche Bahn:
    Eine Bekannte tat sich das an…
    Bei der Fahrscheinkontrolle ging der Schaffner an einer Gruppe „Junger Maenner“ ohne Kontrolle vorbei.
    Sie fragte ihn leise , warum deren Fahrausweise nicht kontrolliert werden.
    Der guckte nur traurig und ging wortlos weiter.
    Rein theoretisch koennte man anders waehlen – mit dem Risiko Job und soziale Anerkennung zu verlieren .

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