Neue Sanktionen: S7, Aeroflot und Co. dürfen Landerechte in London nicht verkaufen

Bild: Airbus

Landerechte können ein Vermögen wert sein und dies gilt insbesondere für Landerechte an dem chronisch überlasteten Flughafen in London, wo es eigentlich nicht möglich ist, neue Slots zu interessanten Zeiten zu bekommen, wenn man sie nicht einer anderen Airline abkauft. Russische Airlines wie Aeroflot, S7 Airways und Co. sitzen in England mit ihren Slots in London Heathrow und London Gatwick auf einem Schatz, welcher von der Regierung in England auf einen Wert von etwa 58 Millionen Euro geschätzt wird.

Diese wertvollen Slots können russische Airlines aktuell nicht nutzen und es zeichnet sich ab, dass sie auch in den kommenden Jahren diese Slots nicht nutzen können werden, denn die Sanktionen gegen Russland werden wohl noch lange aufrecht erhalten, womit russische Airlines nicht über Europa und England fliegen oder dort starten und landen dürfen.

Nun würde es sich für russische Airlines wohl anbieten, die Slots zu verkaufen, um so harte Devisen einzusammeln, mit welchen man z.B. westliche Flugzeuge aus Leasing Verträgen freikaufen kann. Um dies zu verhindern hat die Regierung in London ein neues Sanktionspaket verabschiedet, welches es russischen Airlines verbietet die Slots in England zu verkaufen oder zu versteigern. Zusätzlich darf man auch keine anderen Aktiva im Vereinigten Königreich veräußern und zu Geld machen.

Offen ist aktuell noch die Frage wie man im Vereinigten Königreich mit den Slots der russischen Airlines umgehen wird. Hier könnte man sich wohl vorstellen, diese den Airlines einfach abzuerkennen und neu zu vergeben. Gerade für die Slots in London Heathrow wird man sicherlich sehr schnell Abnehmer finden.

Dies würde dann aber auch direkt bedeuten, dass in der Zukunft, nachdem die Sanktionen fallen gelassen werden, es für russische Airlines unglaublich schwer und auch teuer wird, wieder nach England zu fliegen und hier in London Landerechte zu bekommen.

Neue Sanktionen: S7, Aeroflot und Co. dürfen Landerechte in London nicht verkaufen | Frankfurtflyer Kommentar

Solange Putin seinen barbarischen Angriff auf die Ukraine fortsetzt, werden wir weiterhin die russische Wirtschaft ins Visier nehmen. Heute sorgen wir dafür, dass die russischen Airlines ihre lukrativen Slots an unseren Flughäfen nicht mehr verkaufen können.

Außenministerin Liz Truss begründet so den sehr deutlichen Schritt gegen die russischen Airline und man will in England sehr klar stellen, dass keinerlei Geld mehr aus Wertgegenstände im Vereinigten Königreich nach Russland fließen wird. Dass man hier gezielt auch die Slots angeht ist durchaus ein neuerer Vorgang, allerdings macht es aufgrund des enormen Wertes der Slots sicherlich viel Sinn.

Airlines in Russland wurden durch den russischen Angriff auf die Ukraine um Jahrzehnte nach hinten geworfen und vermutlich wird es auch wieder Jahrzehnte dauern, bis man sich von den aktuellen Vorgängen erholt haben wird. Einen einfachen Weg zurück wird es auf jeden Fall nicht geben.

Danke: Aerotelegraph

2 Kommentare

  1. Ich bin ein klitzekleinwenig verwirrt. Ich dachte, die Slots werden bei Mangel an solchen nach irgendwelchen Regeln ausgewürfelt und den Fluggesellschaften kostenfrei zugeteilt.
    Auktionen sind wohl angedacht, aber bisher nicht durchgeführt worden.
    Kann in UK natürlich anders sein.

    • Das ist in der EU auch wirklich so, aber im UK war es schon immer anders, hier wurden und werden Slots für teils absurdes Geld gehandelt.

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