Neue Strategie bei Austrian

Seit geraumer Zeit kündigt sich bei Austrian Airlines eine Umstrukturierung an. Nun wurden genaue Details bekannt: die AUA konzentriert sich künftig stärker auf ihren Hub in Wien und baut die Kurz- und Mittelstreckenflotte aus. Zur Hilfe kommt ihr dabei eine Schwester aus dem Konzern.

Neue Strategie bei Austrian | Dezentrale Stationen werden geschlossen

Die Lufthansa-Tochter kommunizierte bereits die dezentralen Stationen schließen zu wollen. Es sind jene Flughäfen abseits des Hubs- also Altenrhein, Graz, Innsbruck, Klagenfurt, Linz und Salzburg. Die Planung der dort stationierten Crews ist komplex und nicht mehr effizient genug, obwohl eine Nachfrage vorhanden ist.

Die Mitarbeiter des fliegenden Personals erhielten das Angebot nach Wien zu wechseln, Entlassungen soll es nicht geben. Das Bodenpersonal sowie Techniker sind (noch) nicht betroffen.

Routen wie Salzburg-Frankfurt und Graz-Frankfurt werden innerhalb des Konzerns zum Jahreswechsel an Lufthansa übergeben. Die neuen Verbindungen sollen ab Oktober buchbar sein. Die Anzahl der Flüge auf beiden Routen wird sich durch die Umstellung nicht ändern, lediglich die Zeiten und das Fluggerät werden angepasst.

Auch Eurowings wird in Salzburg und Innsbruck das Angebot ausbauen. In Salzburg werden künftig drei statt einem A319 stationiert sein. In Innsbruck möchte die Lufthansa-Tochter das touristische Programm erweitern.

Neue Strategie bei Austrian | Flottenanpassung

Die 18 Turboprops des Typs Dash 8-400 werden bis 2021 ausgeflottet und die A320-Flotte der Österreicher wird von 36 auf 46 Flugzeuge wachsen. In Summe wird das Angebot in Wien dadurch um über zehn Prozent ausgebaut werden, da die Airbus-Jets wesentlich größer als die Turboprops sind.

Zusätzlich dazu kommen vier weitere A320, die ab Januar von Eurowings im Wetlease für die AUA fliegen. Die beiden in Graz und Salzburg stationierten Embraer werden dann ebenfalls das Flugprogramm in Wien stärken.

Neue Strategie bei Austrian | Fokus klar auf Wien

Für Austrian selbst ist die Mission glasklar, der Hub am Flughafen Schwechat muss verteidigt und ausgebaut werden. Der Preiskampf in Österreich ist hart. Low-Coster wie die ungarische Wizz, Easyjet und Level haben sich in Wien platziert und gewinnen stetig Marktanteile hinzu. Größten Gegenwind gibt es von der Ryanair-Tochter Lauda, inzwischen schon die Nummer 2 am Flughafen. Michael O’Leary prahlte schon, dass man Austrian in fünf Jahren als größte Airline in der Alpenrepublik ablösen würde.

„Wir bleiben die Nummer eins am Standort, in fünf, sechs oder zehn Jahren“ so Andreas Otto, Vorstand der Austrian als Konter zum Ryanair Chef.

Der AUA-Manager kündigte zudem an, dass man nachfragestarke Strecken wie Barcelona, Birmingham, Nürnberg und Rom stärker an das Drehkreuz Wien anbinden und öfter anfliegen werde. Nach Barcelona gebe es beispielweise künftig 14 statt 12 Flüge pro Woche und nach Rom sogar 21 statt 12 in sieben Tagen. Die Flugzeiten werden besser mit den Wellen des Drehkreuzes der Austrian abgestimmt, der Check-In dieser Flüge wird zukünftig bei Austrian Airlines im Terminal 3 stattfinden.

Neue Strategie bei Austrian | Frankfurtflyer Kommentar

Austrian will zusätzlichen Schub generieren, doch das Vorhaben wird nicht leicht. Die Nachfrage in Wien ist hoch und das Einzugsgebiet riesig. Die Tschechische Republik, Ungarn und die Slowakei sind auch nicht weit. Das immer größer werdende Angebot der Konkurrenz spricht neben dem preissensiblen Publikum genauso Geschäftsreisende an. Lauda, Wizz & Co haben durch ihre schlanken Strukturen und modernen Jets Vorteile gegenüber der AUA. Die neue Strategie könnte die Austrian zwar stärken, aber selbst wenn das gelingt ist die nächste große Investition schon überfällig – die Langstreckenflotte muss dringend erneuert werden.

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