Nichts ist mehr OK – Czech Airlines Insolvenz

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Nach über einem Jahr Coronalockdown in Europa (in all seinen Facetten) ist nichts mehr OK. Die Airline mit dem wahrscheinlich sympathischsten IATA-Kürzel ist infolge der Krise insolvent geworden. Die nationale Airline Tschechiens, Czech Airlines, musste Insolvenz anmelden. Damit endet ein weiteres Kapitel der kleinen Airlines kleiner europäischer Länder.

Die Krise brachte das Ende

Czech Airlines (CSA) war nie eine Airline mit großen Ambitionen. Zuletzt konzentrierte sie sich vor allem darauf, Passagiere zwischen Prag und europäischen Metropolen zu befördern. Das war in der Krise als Geschäftsmodell leider nicht mehr tragfähig. Am Ende stiegen die Verbindlichkeiten auf ein nicht mehr tragbares Niveau. Zu den ca. 300 kommerziellen Gläubigern mit Forderungen in Höhe von ca. 30 Millionen EUR kommen mehr als 200.000 Kunden, die vergeblich auf die Erstattung ihrer bereits bezahlten Tickets warten (ca. 50 Mio. EUR).

ATR-72 der CSA – Image by cro12 from Pixabay

Das Ende eines legendären Sweet Spots

CSA hatte einen der besten Sweet Spots für Meilensammler in Europa. Mit dem Meilenprogramm Etihad Guest war es möglich, für 26.000 Meilen in der Business Class von Prag nach Seoul zu fliegen. Dafür setzte CSA ihr einziges Langstreckenflugzeug ein. Das war ein von Korean Airlines geleaster A330. Der Leasingvertrag für das Flugzeug lief jedoch schon zu Beginn der Coronapandemie aus und wurde nicht verlängert. Daraufhin sah es für den Sweet Spot natürlich schon schlecht aus, aber mit dem Aus von CSA ist es sicher, dass diese Möglichkeit der Meileneinlösung nicht mehr wieder kommt.

Den Mitarbeitern wurde bereits gekündigt

Die Fluggesellschaft soll auch nicht in ihrer alten Form gerettet werden, denn allen 430 Mitarbeitern wurde bereits die Kündigung ausgesprochen. Das Management der Gesellschaft liegt jetzt beim Insolvenzverwalter. Wenn das Beispiel der Adria Airways ein Beispiel sein kann, dann wird das Streckennetz schnell von anderen europäischen Airlines gefüllt, so dass die Strecken zwar weiter bedient werden, jedoch ohne CSA.

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Nichts ist mehr OK | Frankfurtflyer Kommentar

Es ist schade für die Mitarbeiter, die hier unverschuldet ihren Arbeitsplatz und ihr Einkommen verlieren. Und für Meilenfüchse ist der Wegfall des Sweet Spots sicherlich ärgerlich. Allerdings hatte CSA nur eine Frequenz von 2-3 Flügen pro Woche und es war nicht ganz leicht, die Etihad Agents zur Buchung des Awards zu bewegen. Hätte Corona nicht zugeschlagen, hätte ich den Flug gerne absolviert.

Ich bin gespannt, welche der großen europäischen Airlines die meisten Flugreisenden ab Prag gewinnen kann. Oder vielleicht überrascht uns Pragusa.One. Auf jeden Fall wird es nach der Krise zu einer Neuverteilung der Marktanteile kommen.

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1 Kommentar

  1. Macht doch gern mal einen Artikel (falls es den nicht schon gibt) mit mehreren solcher krassen Sweet Spots. Der hier war mir nämlich zB völlig unbekannt.

    liebe Grüße, Stefan

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