Nur 11 gebuchte Passagiere auf dem längsten Flug der Welt

Mit einer Strecke von über 15.000 Kilometern und einer Flugzeit von etwa 18 Stunden bedient Singapore Airlines den längsten Nonstop-Flug der Welt zwischen Singapur und New York. Möglich ist dies mit dem speziell konfigurierten Airbus A350-900ULR ohne Economy Class und zusätzlichen Treibstofftanks.

Mehr Besatzung als Passagiere

Bedingt durch die Auswirkungen der Pandemie hat der asiatische Premium-Carrier den Flug für einige Monate eingestellt. Seit November 2020 startet SQ024 wieder täglich. Die Nachfrage ist nach wie vor im Keller, vor einigen Tagen waren auf dem Ultralangstreckenflug mehr Crewmitglieder als Gäste an Bord.

Derzeit sind 13 Besatzungsmitglieder auf dem Flug im Einsatz, darunter neun Flugbegleiter und vier Piloten. Ein User hat bei Twitter vor 2 Tagen von der mageren Auslastung von 11 Passagieren berichtet:

An Bord verteilen sich insgesamt 161 Sitze in zwei Klassen, darunter 67 Plätze in der Business Class und 94 in der Premium-Economy Class. Singapore Airlines hat sich bewusst für diese Verteilung entschieden, da die Kapazität auf der langen Reise sehr begrenzt ist. Mit mehr Passagieren und entsprechenden Gepäck wäre der Flug so gar nicht darstellbar.

Auf der Seite ONE MILE AT A TIME stellt man sich die Frage, ob die Auslastung derzeit jeden Tag so miserabel ist. Da solche Zahlen von den Airlines nicht offen kommuniziert werden, kann man die Werte nur ableiten. Durch eine fiktive Buchung oder Programme wie Expertflyer kommt man auf die Seatmap eines Fluges. Da aber nicht jeder Kunde einen Sitzplatz reserviert oder manche Plätze geblockt sind, kann die Zahl der gebuchten Passagiere davon abweichen.

Warum wird der Flug überhaupt durchgeführt?

In den kommenden Tagen sind meist auch nur 20-33 Sitzplätze vergeben. Das genannte Beispiel von 11 Fluggästen entspricht einer Auslastung von unter 7%! Kein Wunder, denn Singapur hat gerade strenge Einreisebestimmungen. Selbst Staatsangehörige müssen sich nach der Ankunft im Stadtstaat unter Quarantäne stellen.

Eine sinnvolle Erklärung warum SIA den Flug trotzdem so regelmäßig durchführt ist das Frachtgeschäft. Unter normalen Umständen ist Cargo kein allzu großes Thema auf dem längsten Flug der Welt, durch die niedrige Auslastung ergeben sich aber zusätzliche Kapazitäten. Diese sind gleichzeitig notwendig, da zahlreiche andere Strecken gestrichen oder ausgedünnt sind und die Frachtnachfrage weiterhin besteht.

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Während sich einzelne Märkte wieder langsam erholen, ist die Situation bei den meisten Langstrecken nach wie vor ernst. Durch die Beschränkungen und hohen Auflagen wird es für die meisten Menschen schwierig eine Flugreise anzutreten, in einigen Ländern ist die Einreise gar nicht möglich.

Die Nachfrage nach Frachtbewegungen ist hingegen nach wie vor da und z.B. durch den Transport von Impfstoffen sogar etwas gestiegen. Es fehlen allerdings die Kapazitäten in den Frachträumen der regulären Linienverbindungen, was die Aufrechterhaltung von dem längsten Flug der Welt erklären könnte.

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3 Kommentare

  1. Umso erstaunlicher finde ich es, dass es für diesen Flug derzeit offenbar keine Verfügbarkeiten bei Miles & More gibt. Musste bis Ende März Meilen, die ansonsten verfallen werden, verbrauchen und es waren trotz diverser Suchanfragen bei der Hotline keine freien Plätze zu finden.

    • Da wird man auch vorerst nichts finden, denn Singapore Airlines hat aufgrund der sehr strengen Reiseregeln nach Singapur alle Partnerverfügbarkeiten gestrichen. Das war wohl sogar eine staatliche Auflage, insbesondere da man nicht zulässige Transits in Singapore vorbeugen will.

  2. Man verdient das Geld im Moment nur mit der Luftfracht. Die Raten sind explodiert und die Suezkanalblockade wird noch monatelang nachwirken. SQ könnte auch komplett ohne Passagiere fliegen (was evtl. noch besser wäre da man Fracht in der Kabine mitnehmen könnte) und würde Geld verdienen.

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