Probleme mit Boeing 787 | Lufthansa bekommt Dreamliner erst im Sommer

Foto: Lufthansa

Boeing und seine Problemkinder. Nach der 737 MAX reißen die Negativschlagzeilen um den Dreamliner nicht ab. Winzige Risse zwischen den Rumpfsektionen der Boeing 787 haben sich als ein größeres Problem erwiesen, nun kommen Verunreinigungen des Faserverbundwerkstoffes hinzu. Das Problem tritt bei Tragflächen, Leitwerk sowie am Rumpf auf. Es kommt zu weiteren Verzögerungen, von Airline-Kunden drohen Entschädigungsforderungen.

Über 1.000 bereits ausgelieferte 787 seien von den Mängeln betroffen. Hinzu kommen die fertiggestellten Exemplare, deren Auslieferung liegt derzeit auf Eis. Der Flugzeugbauer hat weder wegen der Spalten noch wegen der verunreinigten Stellen Bedenken, die Fluggesellschaften befürchten jedoch, dass dies zu aufwändigeren und häufigeren Reparaturen führen könnte.

LOT Polish Airlines ist einer der Boeing-Pechvögel, die Airline hatte zunächst nach dem Debakel mit der 737 MAX zu beissen. Die Dreamliner-Probleme führten zuletzt zur Verschiebung der Aufnahme von neuen Strecken. 2019 musste der Star Alliance Carrier kurzfristig Ersatzmaschinen chartern um das Programm zu stemmen.

Lufthansa bekommt Dreamliner erst im Sommer

Künftige Betreiber des Dreamliners müssen ebenfalls Verzögerungen in Kauf nehmen. Lufthansa hat 25 Einheiten der 787 für den Konzern bestellt, fünf davon kamen kurzfristig dazu. Diese Exemplare waren ursprünglich für andere Kunden gedacht, die die Abnahme abgesagt haben. Für den Kranich haben sich hier kurzfristig günstige Konditionen ergeben, die fertigen Maschinen sollten noch in diesem Jahr eingeflottet werden.

Dafür haben die Beteiligten aufs Gas gedrückt, mit Berlin wurde auch schon ein Taufname für den ersten Jet gefunden. Nach Auslieferung der zweiten Maschine soll Toronto als erstes Dreamliner-Ziel aufgenommen werden. Die künftigen Piloten befinden sich bereits in der Schulung bei anderen 787-Betreiber im Ausland.

Lufthansa schult eigene Piloten fremd

Mit dem Weihnachtsgeschenk wird es allerdings nichts mehr, anscheinend könnte es auch für Ostern knapp werden. Mit der Inbetriebnahme rechnet man beim Kranich inzwischen mit dem zweiten Quartal 2022. Die Route nach Toronto wird wohl noch länger mit anderem Gerät bedient. Derzeit wird die Kanada-Strecke mit A350 bedient, 2022 folgt die Umstellung auf A340, ab Sommerflugplan steht nun eine Boeing 747-400 im Flugplan.

Probleme mit Boeing 787 | Frankfurtflyer Kommentar

Lediglich 14 Dreamliner wurden in diesem Jahr an die jeweiligen Airlines zugestellt, nach einem Verkaufsschlager klingt dies nicht. Boeing befindet sich derzeit mit der Bundesluftfahrtbehörde der Vereinigten Staaten (FAA) im Austausch, es geht um Lösungen der sich häufenden Probleme. Die Pannenserie um den eigentlichen Vorzeigeflieger läuft schon seit dessen Erstauslieferung. 2013 kam das weltweite Grounding wegen der Batterien, es folgten Triebwerksprobleme.

Dabei läutete der Dreamliner im regulären Linienbetrieb eine neue Generation ein. Verbrauch und Emissionswerte sind niedrig, der Jet ist vergleichsweise leicht und besonders leise. Bei Lufthansa hofft man ähnlich gute Erfahrungen wie mit dem vergleichbaren Airbus A350 zu machen. Mit der Verspätung muss man aber wohl die totgesagten B747-400 und A340 noch länger am Leben halten.

Das könnte Euch auch interessieren

7 Kommentare

  1. Eine Airline, die auf solche Flugzeuge setzt, die offensichtliche Mängel haben, ist für mich nicht akzeptabel. Sorry, LH, wir haben in Europa bessere …

    • Wie heisst es doch so schön:
      „Ehret einheimisches Schaffen“ !!
      Will heissen: Bei Airbus bestellen, die bieten erwiesenermaßen ein gutes
      Produkt an.

        • Na ja, der Chef von Qatar hat ja über die A380 gelästert, jetzt will er sie wieder in Betrieb nehmen. Warum fliegt denn Qatar immer noch mit 350er rum wenn sie nicht sicher sind? Völliger Blödsin und unnötiges Bashing gegen Airbus.

    • Es ist eben die Frage, was genau bei Boeing geschehen ist. Die Firma kann ja mit recht stolz auf die Geschichte und damit verbunden auf die Arbeit ihrer Ingenieure sein.

      Klar, langfristige Planungen sind zugunsten kurzfristiger Gewinne in den Hintergrund getreten. Nur, warum?

      Die Aktien befinden sich zu 100% im Streubesitz. Wer hinter den Fondgesellschaften steckt, kann man nicht auf die Schnelle ermiteln. Es gibt zumindest zwei große Anlegergruppen, die notgedrungen eher auf kurzfristige (und natürlich möglichst hohe) Dividenden aus sind. Das sind die Pensions- und Bildungsfonds. Die Dividenden sind die Renten bzw. die Finanzierung der Universitäten und ähnlichen Bildungseinrichtungen. Keine Ahnung, ob die bei Beoing viel zu sagen haben. Man weiß es halt nicht so genau, weil alles hinter Dachfonds verborgen ist.

      Sehr spekulativ, ich weiß.

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*