Qantas stellt die gesamte Langstreckenflotte in die Wüste | Boeing 787 werden in den USA geparkt

Auch wenn die Wahrnehmung oft suggeriert wir würden uns langsam dem Ende der globalen COVID-19 Pandemie nähern, spürt besonders die Reisebranche dies noch lange nicht. Teilweise ist hier das Geschäft immer noch komplett zum Erliegen gekommen, was auch an sehr strengen Reisebeschränkungen von verschiedenen Ländern liegt.

Australien hat beispielsweise eine extrem strikte Einreisesperre verhängt, wodurch sich die australische Qantas dazu bewegt sieht, das komplette Langstreckengeschäft einzustellen und fast nur noch Inlandsflüge anzubieten. In Australien rechnet man aktuelle auch nicht mit einer schnellen Erholung der Situation und man geht davon aus, dass man bis in das Jahr 2021 keine Langstrecken anbieten wird.

Entsprechend hat Qantas auch den kompletten Verkauf von Langstreckenflügen bis zum Frühjahr 2021 gestoppt und man wird nun die komplette Langstreckenflotte in der Wüste parken. Dabei werden die Flugzeuge in ein Long Term Storage versetzt und in der Wüste von Kalifornien wohl für mindestens ein Jahr eingelagert.

Den Anfang machte der Airbus A380

Schon am Anfang der Pandemie hat Qantas die Airbus A380 sehr schnell aussortiert, denn es war absehbar, dass das Flugzeug auf lange Zeit viel zu groß sein wird. Die Superjumbos wurden in das kalifornische Victorville geflogen, wo man Standplätze für dieses Flugzeug gefunden hat. Das warme und trockene Klima dort ist für die Einlagerung von Flugzeugen optimal.

Nachdem man dann die Boeing 747-400 vor noch nicht einmal zwei Wochen endgültig aus der Qantas Flotte verabschiedet hat, wurde nun auch bekannt, dass man die Boeing 787-9 Flotte in der Wüste von Kalifornien für mindestens ein Jahr parken wird.

Anders als die Boeing 747-400, welche verschrottet werden, werden die Airbus A380 und Boeing 787-9 von einem Qantas Wartungsteam in Schuss gehalten, was auch der Grund für den Standort Victorville in Kalifornien ist.

Es ist nicht besonders bekannt, aber Qantas hat in Los Angeles eine große Wartungsstation und ein großer Teil der Airbus A380 Wartung und auch der Boeing 787 Wartung findet hier statt. Die Station aus Los Angeles wird die Pflege der Qantas Jets in Kalifornien übernehmen und diese auch wieder für den Flugbetrieb vorbereiten, sobald Qantas dies vorsieht.

Ein Jet, welcher in das Long Terme Storage versetzt wurde, kann allerdings nicht einfach binnen weniger Tage wieder für den Flugbetrieb klar gemacht werden, sondern man muss wochenlange Checks und Wartungen durchführen, bis die Flugzeuge wieder flugtüchtig sind. Dies zeigt, dass Qantas nicht davon ausgeht, dass man die Boeing 787-9 und Airbus A380 kurzfristig wieder brauchen wird.

Qantas stellt die gesamte Langstreckenflotte in die Wüste | Frankfurtflyer Kommentar

Die aktuelle Pandemie trifft besonders die Reisebranche extrem hart und durch die strikten Auflagen in Australien muss Qantas nun einen sehr drastischen Weg gehen. Dabei schockiert mich weiterhin, wie sicher man sich bereits ist, dass man für noch etwa ein Jahr quasi die gesamte Langstreckenflotte nicht benötigen wird.

Spannend fand ich auch die Wahl von Victorville in Kalifornien als Lagerort für die Flugzeuge. So hätte es mit Alice Springs in Australien auch einen passenden Airport gegeben und Singapore Airlines hat hier zum Beispiel einige Airbus A380 eingelagert. Allerdings macht Kalifornien durch die Wartungsstation in Los Angeles sicher wieder Sinn und Airlines denken weiterhin vor allem global. Ein Flugzeug ist nunmal schnell um den halben Erdball transferiert, wenn es günstiger ist.

Danke: Aero.de

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3 Kommentare

  1. Hi, das ist so nicht korrekt. Ein paar 787 bleiben als Reserve Vorort… Bitte Aero nochmal lesen: „Allerdings wolle man einen kleinen Teil der Flotte auf Abruf in Australien behalten – als „Notfallflugzeuge“, wie der Sprecher anmerkte.“

    • Man behält wohl ein oder zwei 787 in Australien, teilweise für Arktisflüge und auch für den Fall dass es humanitäre Notfälle gibt, auf welchen man solch ein Flugzeug benötigt.

      Praktisch hat man aber die gesamte Langstreckenflotte eingemottet und Qantas geht nicht davon aus, dass man sie so schnell noch einmal braucht.

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