Qantas stellt kurzfristig 2.500 Mitarbeiter frei

Foto: Qantas

Am Dienstag Morgen (03.08.2021) veröffentlichte Qantas eine Pflichtmeldung für die Börse in Sydney, in welcher man mitteilte, dass man kurzfristig 2.500 Mitarbeiter unbezahlt freistellt. Diese Meldung löste einen Schock unter den Mitarbeitern und der australischen Luftfahrtindustrie aus, denn auch wenn man es als temporäre Maßnahme verpackt, sind es faktisch 2.500 Entlassungen bei Qantas, welche sowohl Piloten, Flugbegleiter und Bodenmitarbeiter betreffen.

Qantas reagiert hiermit auf den erneuten Lockdown in Sydney und Teilen von New South Wales, welche auch Inlandsflüge wieder weitgehend unmöglich machen. So hatte sich das Passagieraufkommen auf Flügen innerhalb von Australien zwar fast wieder komplett erholt (internationale Flüge sind weiterhin seit 16 Monaten nicht im Regelbetrieb möglich), aber binnen weniger Tage ist die Nachfrage auf den Flügen innerhalb von Australien auf 40% eingebrochen.

Australien ist eine extrem harte Strategie der Abschottung in Reaktion auf das Coronavirus gefahren und erlaubt faktisch keine Einreisen in das Land und damit auch keine normalen internationalen Flüge. Auch befand man sich über sechs Monate in einem extrem strikten Lock Down.

Für eine gewisse Zeit sah es so aus, als sei diese Zero Covid Strategie aufgegangen, denn vor einigen Monaten konnte man eine Reiseblase mit Neuseeland eröffnen und auch Inlandsflüge waren wieder weitestgehend normal möglich, was die Australier auch zum Reisen genutzt haben.

Inzwischen zeigt sich aber nicht nur in Australien, sondern auch in anderen Ländern in Asien, dass die Zero Covid Abschottung keine dauerhafte Lösung ist, denn auch in Australien ist inzwischen die Delta Variante angekommen und die Fallzahlen steigen wieder, in manchen Teilen des Landes sogar massiv.

Die Reiseblase mit Neuseeland wurde schon vor Wochen wieder eingestellt und quarantänefreies Reisen zwischen den beiden Nachbarländern ist nicht mehr möglich. Nun befindet sich auch Sydney wieder im harten Lockdown für mindestens sechs Wochen und auch innerhalb Australiens gibt es Grenzschließungen zwischen den Bundesstaaten.

Dies führte dazu, dass Qantas und die Tochter Jetstar bereits über 5.000 Inlandsflüge streichen mussten und man geht davon aus, dass sich die Situation in den kommenden Wochen oder gar Monaten nicht entspannen wird, denn man erwartet, dass der Lockdown in Sydney über zwei Monate andauern wird.

Auch der Qantas CEO, Alan Joyce, zeigt sich extrem unglücklich über die Situation und betont, dass es quasi ein Akt der Verzweiflung war, die Mitarbeiter ohne Bezahlung freizustellen:

Es ist natürlich das letzte was wir tun wollten, aber mit der anhaltenden Periode von Lock Downs und eingeschränkten Möglichkeiten zu fliegen, haben wir einfach keine Arbeit mehr für tausende unserer Angestellten.

Qantas betont, dass diese gestrichenen 2.500 Stellen nicht permanent verloren sind und die Mitarbeiter durch das Federal Government income support Programm abgesichert seinen und hieraus 552AU$ pro Woche bekommen könnten, aber die Gewerkschaften wettern schon, dass es sich hierbei um einen dauerhaften Sparversuch handle. Qantas hat in der Krise viele Stellen, auch die von fliegendem Personal an andere Firmen ausgelagert, um Kosten zu sparen.

Qantas stellt kurzfristig 2.500 Mitarbeiter frei | Frankfurtflyer Kommentar

Qantas ist extrem stark von der Krise getroffen, denn besonders dass man seit über einem Jahr quasi keine internationalen Flüge durchführen konnte und dies vermutlich auch noch eine ganze Weile nicht können wird, setzt der Airline enorm zu. Dass nun auch der Inlandsmarkt wieder komplett zusammen gebrochen ist, stürzt die Airline nun in eine noch größere Krise.

Wie auch in Europa und Nordamerika ist es in Australien nicht anders, dass Airlines erst mit ihrer Erholung starten können, wenn das Coronaproblem weiter unter Kontrolle zu bekommen ist. Gerade in Australien mit den strikten Regeln und der niedrigen Impfquote von deutlich unter 20%, gibt es Befürchtungen, dass der Zustand noch Jahre andauern könnte.

Danke: Simpleflying

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