Qantas wird Corona Impfung von Passagieren fordern

In den letzten Wochen gab es eine ganze Reihe von sehr positiven Nachrichten rund um Impfstoffe gegen das Corona Virus, welche alle sehr gute Ergebnisse in klinischen Studien erzielt haben. Diese Impfstoffe sind einer der ersten Silberstreifen am Horizont der gesamten Airline Branche, denn sie könnten die Situation der Pandemie in den kommenden Monaten nachhaltig verändern und Reisen wieder in weiten Bereichen wie vor der Pandemie möglich machen.

Australien gehört aktuell zu den Ländern, welche eine der aggressivsten Strategien fährt, wenn es um Reiserestriktionen geht und das Land lässt aktuell quasi nur Australier und Personen mit Wohnsitz in das Land und auch nur, wenn sie sich für 14 Tage in eine staatlich überwachte Quarantäne nach der Einreise begeben.

Bei diesen extrem restriktiven Bedingungen war es nicht verwunderlich, dass Qantas den kompletten internationalen Flugbverkehr (wenn man von Flügen nach Neuseeland absieht) eingestellt hat. Die Langstreckenflotte aus Airbus A380 und Boeing 787 hat man in der Wüste in den USA abgestellt und eingelagert und die Boeing 747-400 hat man bereits in den Ruhestand geschickt.

Foto: Qantas

Qantas selbst hat wohl nicht damit gerechnet, dass Australien diese extrem strikten Einreisebestimmungen in den kommenden Monaten, selbst in Verbindung mit Corona Tests aufheben könnte und hat daher schon bis weit in das kommende Jahr den Verkauf von internationalen Flugtickets komplett eingestellt. Damit würden die Pläne von Qantas, ab Mitte 2021 wieder die internationalen Flüge aufzunehmen, mit der vermutlichen flächendeckenden Verbreitung von Impfstoffen in Industrieländern zusammenfallen.

In einem Interview hat nun der Qantas CEO erstmals gesagt, dass man die Beförderungsbedingungen überarbeiten möchte und man aller Voraussicht nach nur Passagiere auf internationalen Flügen akzeptieren wird, welche auch über einen Nachweis einer Corona Impfung verfügen. Ob dies auch auf Inlandsflügen nötig sein wird, lässt er vorerst offen.

Dabei kommt die Ankündigung von Qantas nicht so überraschend wie man nun vielleicht glauben sollte, denn es wird die Airline vermutlich noch über einige Jahre massiv einschränken, ganz zu schweigen von dem bürokratischen Aufwand, denn man muss sehr genau definieren, welche Impfung und welchen Nachweis man für Passagiere akzeptiert.

Allerdings hat Australien bereits durchblicken lassen, dass man die Grenzen nur für Reisende öffnen will, welche auch eine Corona Impfung vorweisen können. Dass Qantas bei internationalen Flügen hier auch mitziehen muss ist weniger überraschend, denn wenn es eine staatliche Auflage ist, dass alle Einreisende eine Corona Impfung vorweisen, dann spielt dies auch für Qantas eine übergeordnete Rolle.

Lediglich bei internationalen Transitpassagieren würde die Impfpflicht für Qantas Passagiere dann noch eine Einschränkung bedeuten, wobei die meisten Qantas Passagiere ihre Reise auch in Australien beenden.

Qantas wird Corona Impfung von Passagieren fordern | Frankfurtflyer Kommentar

Eine flächendeckende Impfung kann und wird uns hoffentlich schon in einigen Monaten sehr weit aus der aktuellen Krise herausführen und besonders auch wieder die Welt für Reisen öffnen. In Deutschland werden auch Dinge wie eine mögliche Impfpflicht teils sehr kontrovers diskutiert und auch wenn klar ist, dass es in Deutschland keine solche Pflicht geben wird und auch Immunitätspässe vermutlich nicht kommen werden, sieht dies in anderen Teilen der Welt deutlich anders aus.

Für Reisende wird dies vermutlich bedeuten, wer sich in den kommenden Jahren auf der Welt so frei bewegen will wie vor Corona, der wird eine Impfung nachweisen müssen, zumindest wenn er in bestimmte Länder reisen will. Auch wenn man sich hier sehr vortrefflich über die Sinnhaftigkeit streiten kann, gerade Australien wird wohl eines dieser Länder sein und vermutliche werden noch weitere hinzu kommen.

Danke: OMAAT

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18 Kommentare

  1. Davon hätte nicht einmal George Orwell in seinen schlimmsten Träumen geträumt. Das ist dann der Anfang vom Ende. Zuerst sollen Millionen Menschen lebendige Versuchskaninchen spielen und die Phase 3 einer mehrjährigen Testphase im „Live-Betrieb“ und vor allem auf eigene Verantwortung übernehmen (Die Haftung für Impfschäden wurde ja bereits ausgeschlossen) und dafür werden diese (Bauern)opfer dann mit einem angeblich normalen Leben mit Stadionbesuch, fliegen etc belohnt? Das heisst dann auch Lepra, Hepatitis, HIV uvm ist alles kein Problem, Hauptsache eine Corona Impfung

  2. Klingt sehr vernünftig.
    Vielleicht lässt sich ja in den ersten Monaten eine Priorisierung für Flugreisende einrichten (meinethalben gegen Vorlage des Tickets). Nötigenfalls gegen Selbstzahlung. Fände ich jetzt bei den genannten Zahlen von 50 € pro Impfung überschaubar. Solche Sachen, wie Tollwutimpfung bei Reisen in manche Länder sind durchaus deutlich kostspieliger.

    Das mit der oben angedachten Priorisierung finde ich jetzt nicht sonderlich unsozial. Es besteht mit wenigen Ausnahmen sowieso keine wirklich stichhaltige Strategie, in welcher Reihenfolge die Impfung am besten erfolgen sollte. Pflegepersonal, keine Frage. Aber das ist eine überschaubare Anzahl an Mitbürgern. Auf der anderen Seite hängen hinter der Wiederaufnahme des Flugbetriebes durchaus große wirtschaftliche Interessen.

    • Ich hab genug Flugtickets für 2021, um ganz vorne in die Warteschlange zu kommen. 🙂 Spaß beiseite, glaube nicht an eine solche Priorisierung.

      • Ich finde das auch ok. Es gibt auch jetzt Länder in die man ohne bestimmte Impfung nicht einreisen darf. Muss dann halt jeder selbst für sich entscheiden. George Orwell sehe ich hier nicht so wirklich, da wissen Kreditkartenfirmen viel mehr über mich. Wir leben in einer globalen Welt mit globalen Risiken….

    • Einige Länder schreiben ja seit Jahrzehnten die Gelbfieberimpfung vor. Da ist eine Vorschrift für Corona eigentlich nichts neues. Der Unterschied ist nun, dass Industrieländer dies vorschreiben…

      • Halt – es ist etwas anderes, ob Regierungen im Rahmen der öffentlichen Gesundheitsvorsorge so etwas tun oder ob jedes dahergelaufene Unternehmen eigene Zutrittsregeln erlässt und somit eine Art Impfpflicht durch die Hintertür entsteht. Bei allem Verständnis, dass die Fluglinien auf’s Gas drücken – das ist eine öffentliche Aufgabe, keine privatwirtschaftliche. Um die Verantwortung kann man sich nicht drücken.

        • Das Quantas das macht kommt ja von der Regelung das niemand ohne Impfung in Australien einreisen darf. Sollte Quantas einen ohne Impfung mit nehmen hast dann die Fluggesellschaft vor Ort das Problem. Lufthansa muss ja aktuell für jeden Pax für jedes Land die gültigen Einreisebedingungen checken, ob er an Bord darf, oder nicht. Das Quatas das festlegt hat also eher was mit praktischer Umsetzung für den Bording Prozess zu tun

          • Also noch gibt es keine offizielle Regelung zur Impfpflicht in Australien, lediglich Überlegungen der Regierung. Und so lange sollte Qantas sich eben auch zurückhalten mit eigenen Spekulationen.

        • Naja, als rein privater Unternehmer kann ich lapidar gesagt meine Kunden grundsätzlich aussuchen genauso wie ich von den Kunden ausgesucht werde. Wenn ich nun nur gesunde geimpfte Passagiere zum Schutz aller will, ist das doch mein Recht? Oder gilt das bereits als Diskriminierung?

          • Kommt auf die lokalen Gesetze an. In Deutschland haben Teile des Kontrahierungszwangs im Sinne einer Beförderungspflicht im Luftverkehr bis heute überlebt. Ob der Transport von nicht geimpften Passagieren nun unzumutbar ist und der Schutz anderer Passagiere schwerer wiegt als das Recht, selbst zu entscheiden was in den eigenen Körper kommt: Das muss im Zweifelsfall ein Gericht entscheiden, und dann auch gesetzlich verankert werden.
            Damit sind wir dann wieder beim Ausgangspunkt: Die Privatwirtschaft hat nicht über (Pseudo-)Impfpflicht zu entscheiden. Wir reden hier schließlich von weitreichenden Entscheidungen, nicht von einem Clubbetreiber dem die Marke meiner Hose nicht genehm ist.
            Das kann man analog auch auf alle anderen Bereiche anwenden, wobei ein gewisses Monopol von Luftfahrtunternehmen auf bestimmten Strecken auch eine Rolle spielen wird.

          • Ja, wie schon festgestellt, das wäre eine interessante Frage. Natürlich gibt es die Vertragsfreiheit. Die Frage wäre, inwieweit ein höheres Recht – meinethalben das Verbot einer Diskriminierung – etwas Anderes aussagt. Ich lasse mich überraschen.

          • Ja, ich lasse mich auch überraschen. 🙂

            Ich sehe hier aber nicht den Konflikt Vertragsfreiheit vs. Diskriminierung. Im Linienverkehr (wenn wir von Deutschland ausgehen) gibt es Beförderungspflicht mit dem Vorbehalt der Unzumutbarkeit, s. LuftVG § 21 Abs. 2. Damit wären wir bei dem Konflikt Zumutbarkeit von „Ungeimpften“ für andere Passagiere vs. Recht auf körperliche Unversehrtheit (i.S.v. „ich will mir nix spritzen lassen“). Wie ein Gericht diesen Konflikt beurteilt, hängt auch von der Wirkungsweise und Sicherheit eines Impfstoffes ab. Sagen wir einmal hypothetisch, ein Impfstoff verhindert die Erkrankung aber verleiht keine sterile Immunität, heißt Geimpfte können den Erreger weiter verbreiten – dann ist das etwas anderes als wenn eine Impfung die Weiterverbreitung verhindert.

  3. Man verlangt also eine Impfung, von der man gar nichts weiß.
    Was ist, wenn die Impfstoffe nicht funktionieren oder inakzeptable Nebenwirkungen haben und dann keine Zulassung bekommen?
    Ich halte es für leichtfertig, auf diese Impfstoffe zu vertrauen.
    Des Weiteren, wWas ist mit jenen, die Covid-19 durchgemacht haben und von daher immun sind und keine Impfung brauchen? Dürfen die dann nie mit Qantas fliegen?
    Ich vertraue den Impfstoffen nicht blind und halte es wie unser Bundesgesundheitsminister Spahn. Ich bin jung undfit und lasse anderen den Vortritt. Erst wenn Spahn nachweislich gegen Covid-19 geimpft ist, werde ich eine Impfung in Erwägung ziehen.

    • .. und dann genau exakt den gleichen Impfstoff wie er verwenden. Nicht wie bei der Schweinegrippe-Impfung wo es einen Zweiklassen-Impfstoff gab. Schweden zahlt heute noch mehrstellige Millionen pro Jahr für die vielen Impf-Opfer aus der Schweinegrippe.
      Aber keine Sorge. Von allen Politikern des gesamten Erdballs wird sich kein einziger zu Beginn impfen lassen. Die lassen erstmal den Veblendeten den Vortritt.

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