Qatar Airways könnte nächstes Jahr die oneworld Allianz verlassen

Qatar Airways denkt schon seit einiger Zeit offen darüber nach, die oneworld Allianz zu verlassen. Auch der British Airways CEO, Willie Walsh äußerte kürzlich auch die Vermutung, dass es sogar recht wahrscheinlich sei, dass Qatar Airways die Allianz verlässt. Jetzt hat der Qatar Airways CEO, Akbar Al Baker noch einmal ein sehr deutliches Statement abgegeben, in welchem er prophezeit, dass Qatar Airways schon nächstes Jahr den Austritt aus der oneworld Allianz ankündigen könnte.

Bei all diesen Drohungen könnte es sich allerdings auch um Säbelrasseln von Qatar Airways handeln, immerhin ist Al Baker auch für seine sehr überzogenen Ansagen und Ankündigungen bekannt. Denkbar wäre ein Austritt von Qatar Airways aus der oneworld Allianz dennoch und mit den Aussagen von Al Baker steigt hierfür sogar die Wahrscheinlichkeit.

Für uns hat die Allianz ihren Sinn verloren, wir wollen nicht unsere Zeit verschwenden. Wir werden sehen, ob dieser tote Punkt überwunden werden kann, wenn nicht müssen wir nicht in dieser Allianz bleiben, wir können ohne sie überleben.

Besonders die Allianzpartner American Airlines und Qantas sind Qatar Airways ein Dorn im Auge und sie verhalten sich in ihren Augen unfair. So war American Airlines federführend in einer großen Kampagne in den USA in welcher man die Golf Airlines Emirates, Etihad und Qatar Airways anprangerte und ihnen unfairen Wettbewerb aufgrund von Subventionen vorgeworfen hat. Inzwischen hat American Airways sogar alle Codeshare Verträge mit Qatar Airways gekündigt, was innerhalb einer Allianz sehr bedenklich ist.

Ein ganz ähnliches Problem hat Qatar Airways in Australien mit Qantas wo man in ähnlicher Weise gegen Qatar Airways wettert und gleichzeitig eine Partnerschaft mit dem Konkurrenten Emirates eingegangen ist.

Für Al Baker ist dies ein nicht mehr akzeptabler Zustand.

Qantas zieht ständig her über Qatars Bedienung von Australien. Während sie Emirates willkommen heißen, die nicht in der gleichen Allianz sind wie wir. Sie kritisieren dass wir Subventionen bekommen während sie selbst von Staaten subventioniert werden um von bestimmten Flughäfen zu fliegen.

Kurz vor Weihnachten wollen sich die CEOs der großen oneworld Airlines noch einmal treffen, um die Wogen zu glätten. Für Al Baker und Qatar Airways ist dies die letzte Chance für die Allianz, was er auch direkt mit einer Drohung gegen American Airlines und dem extrem wichtigen Transatlantik Joint Venture versieht.

Der CEO von American realisiert nicht, dass ich 21% seines Transatlantik-Joint Ventures besitze, er ist also mein Partner, ich aber nicht seiner. Also sollte er nicht ständig gegen Qatar Airways reden, weil seine Airline die schwächsten Ergebnisse abliefert unter den drei großen in den USA.

Gleichzeitig droht Al Baker allerdings nicht damit, dass auch British Airways und Iberia die oneworld Allianz verlassen könnten, wobei er auch eine Aussicht darauf gibt, dass er mit „seinen Airlines“ eine eigene Allianz gründen könnte, auch wenn sich das Ganze ein wenig anhört, wie das gescheiterte Format der „Etihad Partners“. Allerdings sind die Airlines im Qatar Airways Portfolio deutlich besser aufgestellt, als Air Berlin und Alitalia.

Wir haben das Potenzial unsere eigene Allianz zu gründen, vor allem dank unserer Anteile an LATAM, IAG und Air Italy. Qatar Airways ist bald an weiteren Investitionen interessiert die uns sogar noch mehr Synergien geben werden um aus dieser Gruppe eine Allianz zu formen.

Nicht uninteressant fand ich auch die Aussage, dass man ursprünglich in die Star Alliance eintreten wollte. Vielleicht denkt man in Doha auch über einen Wechsel der Allianz nach, immerhin hatte man auch schon Partnerschaften mit Star Allianz Airlines wie der Lufthansa.

Allerdings ist man durch die Beteiligungen bei verschieden Airlines inzwischen in Qatar sehr tief in der oneworld Allianz verwurzelt, sodass mich dies sehr überraschen würde.

Wir haben uns nie bei Oneworld beworben, wir wurden eingeladen. Ich wollte der Star Alliance beitreten, aber dann trat Oneworld an uns heran. Die Person bei American Airlines die mich damals einludt ist die gleiche die jetzt ständig Qatar Airways attackiert. Ich wünsche ihnen viel Glück.

Qatar Airways könnte nächstes Jahr die oneworld Allianz verlassen | Frankfurtflyer Kommentar

Die Entwicklung um die oneworld Mitgliedschaft und Qatar Airways überschlagen sich gerade und sind auch extrem interessant. Es wäre nicht der erste Allianzaustritt einer Airline, allerdings sind in diesem Fall die Gründe doch sehr besonders.

Hier spielen offensichtlich auch verletzte Gefühle auf allen Seiten eine bedeutende Rolle. Ob es tatsächlich möglich ist, sich noch einmal anzunähern werden wir am Ende des Jahres sehen.

Allerdings muss man auch alle Aussagen die Al Baker gemacht hat mit Vorsicht genießen, denn sie könnten auch nur dazu dienen den eigenen Standpunkt zu untermauern. Ich habe extrem großen Respekt vor Akbar Al Baker und dem, was er aus Qatar Airways gemacht hat, allerdings ist er auch als großer „Sprücheklopfer“ in der Branche bekannt. Spannend bleibt es auf jeden Fall, insbesondere was Qatar Airways nach einem oneworld Austritt machen könnte.

Danke: aero.de

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3 Kommentare

  1. Ist denn ein Allianzaustritt einfach so „aus Spaß“ ohne Insolvenz oder Übernahme einfach möglich? Ich meine, die oneworld-Kunden haben ihren Status und ihre Meilen ja auch mit dem Wissen erworben, ihn auch bei Qatar einlösen zu können. Sonst hätten sie vielleicht damals eine andere Airline gebucht. Das soll ihnen dann jetzt rückwirkend entzogen werden können?

    • Hallo Adonis,

      Ja es ist möglich, dass man Allianzen auch wieder verlässt. Dies passiert nicht von heute auf morgen und dauert in der Regel ein bis zwei Jahre (wenn es nicht zu einer Insolvenz kommt, was man bei Qatar nicht vermuten muss). Die Meilen uns Statusvorteile sind also nicht von heute auf morgen weg.

      Meistens gibt es für alte Tickets auch Kulanzregeln, was Status und Meilen angeht. Auch werden z.B. die Partnerschaften zwischen Qatar und BA, IB, CX und LA unabhängig von der Oneworld Allianz weitergeführt werden, da man an diesen finanziell beteiligt ist.

      LG
      Christoph

  2. Sowohl Canadian als auch AerLingus sind ja schon ausgetreten und es wird sicherlich Übergangsregelungen geben. Einen Wechsel zu Star Allianz empfinde ich durchaus für möglich. Al Bakar hat ja selber gesagt, dass die Investitionen keinerlei Verpflichtungen in Bezug auf Allianz mit sich bringen. Die Investitionen in der OW können ja so angebunden werden, wie es jetzt der Fall mit der Kooperation mit Lufthansa und Co ist. Schauen wir mal. Glauben tue ich auch noch nicht dran. Ganz ohne Allianz und seine „eigene“, kann ich mir wiederum nicht so vorstellen. Das Netzwerk der Allianzen ist ja oft ein ausschlaggebender Grund für eine Flugbuchung.

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