Review: Air India Economy Class Boeing 787 Delhi nach Frankfurt

Man hört viel schlechtes über Air India und vor allem dass die Star Alliance Airline einen schlechten Service bieten würde. Daher haben wir die Air India Economy Class in der Boeing 787 auf dem Flug von Delhi nach Frankfurt für Euch getestet.

Okay um fair zu bleiben, ich habe diesen Flug nicht nur gebucht um einen Review zu schreiben und eigentlich hätte ich den Flug in der Air India Economy Class auch gerne vermieden, aber die Umstände haben es verlangt (wie man es so schön nennt). Wenigstens können wir Euch hierdurch eine Review der Air India Economy Class in der Boeing 787 auf dem Flug von Delhi nach Frankfurt bieten.

Auch wenn ich ungerne das Fazit vorweg nehme, ich hätte diesen Beitrag beinahe „Air India und den Kampf um Wasser genannt“ und wie sich nun jeder denken kann, waren meine Erfahrungen in der Air India Economy Class nicht besonders gut. Eigentlich ist es schade, denn die Airline hätte durchaus Potenzial.

Air India Economy Class Boeing 787 | Check- In, Lounge und Boarding

Der Check-In für meinen Flug wurde unspektakulär und schnell durchgeführt. Als Star Alliance Gold Mitglied konnte ich am Business Class Schalter ohne Wartezeiten einchecken und ich erhielt meine Bordkarte, nachdem der online Check-In und damit auch die Sitzauswahl nicht möglich war.

Meiner Bitte, meinen zugeteilten Mittelsitz gegen einen Gangplatz zu tauschen konnte oder wollte man nicht am Check-In nachkommen, obwohl noch jede Menge Plätze frei waren. Ein Upgrade in die Business Class für 600 Dollar wollte man mir aber gerne verkaufen, was ich abgelehnt habe. Übrigens konnte man dann am Gate meinen Platz problemlos tauschen, nur keine neue Bordkarte drucken, aber dass sollte das kleinste Problem sein.

Die Wartezeit bis zum Abflug habe ich in der Air India Business Lounge im internationalen Terminal verbracht. Diese befindet sich hinter der Pass- und Sicherheitskontrolle, welche in Delhi überraschend angenehm war.

Die Air India Business Lounge in Delhi haben wir schon bei unserem Singapore Airlines Suite Class Flug ab Delhi vorgestellt. Die Lounge ist angenehm genug um ein wenig auf den Flug zu warten, bietet warmes und kaltes Essen und verhältnismäßig gutes WLAN.

Das Boarding für meinen Air India Flug begann mit fast 40 Minuten Verspätung, ohne irgendeine Angabe von Gründen und war recht chaotisch. Besonders in Erinnerung ist mir geblieben, dass man an mehreren Stationen am Gate und kurz vor dem Flugzeug mehrfach den Pass und die Bordkarte vorzeigen musste, und hier verschiedenste Stempel kontrolliert wurden. Bürokratie in Reinkultur, aber was soll man machen.

Fünf Minuten nach der geplanten Abflugszeit saß ich auf meinem Platz im Flugzeug und es dauerte noch über eine Stunde, bis die Türen geschlossen wurden, da man auf Anschlusspassagiere von zwei verspäteten Inlandsflügen wartete.

Air India Economy Class Boeing 787 | Kabine und Sitz

Die Kabine der Air India Economy Class in der Boeing 787 präsentiert sich auf den ersten Blick als modere Economy Class, wie man sie von anderen Airlines kennt. Dabei sind in zwei Kabinen 238 Sitze in einer 3-3-3 Bestuhlung verbaut. Damit hat Air India eine der größten Economy Class Kabinen in einer Boeing 787, was auch an der sehr kleinen Business Class mit nur 18 Sitzen liegt.

Die Sitze waren, wie man es von einem modernen Flugzeug erwartet, ausreichend bequem und mit einem eigenen Entertainment Bildschirm ausgestattet. Leider hat mein Bildschirm nicht funktioniert  und lief auch nach zwei Neustarts nicht sauber. Ich habe daher auf meinem Laptop den Flug über gearbeitet, geschlafen und die Karte bei meinem Sitznachbarn bewundert. Wirklich motiviert das Problem für mich zu lösen war man an Bord aber auch nicht.

Positiv fand ich,  dass jeder Sitz mit einem USB Anschluss und einer Steckdose ausgestattet war. Diese funktionierten auch und so konnte ich alle meine Geräte laden und wenigstens ungestört arbeiten.

Der Sitzabstand in der Air India Economy Class war in der Boeing 787 sehr gut und mit 33 Zoll sogar im oberen Bereich des Branchenstandards. Man hat an jedem Vordersitz auch eine Fußstütze verbaut, was für den durchschnittlichen Inder wohl angenehm und hilfreich ist, empfand ich leider eher als störend, denn die Fußstütze drückte mir permanent gegen das Schienbein, wenn ich die Beine ausstrecken wollte.

Der Tisch ist, wie bei vielen Airlines, auch bei Air India zweigeteilt und lässt sich halb herunter klappen, z.B. um nur Getränke abzustellen. Was grundsätzlich sehr angenehm sein kann, führt allerdings auch zu recht instabilen Tischen. Wenn man hierauf mit dem Laptop arbeitet, schwingt der Tisch sehr und leider ist er auch nicht ganz eben.

Mit fast 2 Stunden Verspätung wurden die Türen des Flugzeugs geschlossen und wir sind zur Startbahn gerollt. Die Verspätung reduzierte sich zwar bis zur Landung auf 90 Minuten, dennoch ist es sehr ärgerlich, insbesondere da es operative Gründe hatte.

Air India Economy Class Boeing 787 | Service

Besonders der Service ist etwas, dass an Air India Geren kritisiert wird und leider hat die Crew auf diesem Flug diesen Vorurteilen auch alle Ehre gemacht. So offensichtlich genervt von den anwesenden Passagieren waren bis jetzt selbst meine schlechtesten US Flugbegleiter nicht.

Der erste Service nach dem Start war sehr einfach und bestand aus einer Getränkerunde und Nüssen. Ich bestellte einen Weißwein und fragte noch nach einem Glas Wasser, was mit „later!“ beantwortet wurde.

Der indische Weißwein, der speziell für Air India abgefüllt wird, war leider nicht nach meinem Geschmack, aber hier kann man sicher diskutieren.

Nach dem Aperitif wurde der Hauptgang serviert. Dabei hat man in der Air India Economy Class die Auswahl aus vegetarischem- und nicht vegetarischen indischen Essen. Ich selbst bin kein Fan von indischem Essen, zumindest wenn es nicht sehr gut ist, allerdings war das servierte Essen völlig in Ordnung.

Was mich aber ein wenig verwirrt hat war, dass keine weiteren Getränke zum Hauptgang serviert wurden. Man hatte einige Falschen Wein und Whiskey auf dem Wagen stehen, aber leider kein Wasser und meine Frage nach Wasser wurde wieder mit „later!“ beantwortet.

Der Hauptgang selbst war völlig in Ordnung, wenn auch ein wenig scharf, aber das sollte man von indischem Essen einfach erwarten. Die Tomaten und Gurken als Salat waren dagegen fast geschmacksneutral und das Dessert einfach nur sehr süß.

Zum Glück lag auf dem Tablett eine Flasche Wasser, denn es war das einzige Wasser, was man mir freiwillig an den Platz gebracht hat.

Zum Abschluss gab es noch Kaffee und Tee, wobei ich den Kaffee leider nicht empfehlen kann.

Nach dem Essen bin ich in die Galley gegangen und habe mir mehrfach Wasser mit einem Augenrollen ausschenken lassen. Warum man kein Tablett mit Getränken aufstellt oder gar durch die Kabine geht, konnte ich leider nicht nachvollziehen.

Für die fünf Stunden zwischen den zwei Servicegängen war die Crew in der Kabine nicht existent und ließ sich leider nicht ein mal blicken, bis 90 Minuten vor der Landung die Kabine wieder hell gestellt wurde und der zweite Service begann.

Bei diesem Service verzichtete man sogar auf eine vorherige Getränkerunde und überreichte lediglich das Tablett mit einem Sandwich, Obst und einem Kuchen. Hierauf befand sich allerdings auch eine Flache Wasser.

Nach dem Essen wurde noch mit Tee und Kaffeekannen durch die Gänge gegangen, wobei der Tee diesmal deutlich besser schmeckte, als der Kaffee.

Etwa 45 Minuten vor der Landung wurden dann die Tabletts wieder abgeräumt und die Kabine für die Landung in Frankfurt vorbereitet, bevor wir endlich, mit 90 Minuten Verspätung in Frankfurt gelandet sind.

Air India Economy Class Boeing 787 | Frankfurtflyer Kommentar

Selten habe ich mich bei einer Airline so wenig willkommen gefühlt, wie bei diesem Air India Flug in der Economy Class. Leider waren den Flugbegleitern die Passagiere und ihre Arbeit wohl eher lästig, als alles andere. Dabei könnte man mit den modernen Boeing 787 Flugzeugen durchaus ein angenehmes Produkt bieten.

Dass das Boarding ein wenige chaotisch war und mein Fernseher nicht funktionierte, finde ich dabei noch nicht mal so schlimm wie die Tatsache, dass man um Wasser kämpfen musste. Ich weiß nicht ob es bei Air India normal ist, dass der Getränkewagen nur einmal pro Flug in die Kabine gerollt wird, oder ob die Crew einfach nicht mehr machen wollte. Es wäre aber extrem einfach hier anzusetzen und das Flugerlebnis dadurch deutlich angenehmer zu machen.

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3 Kommentare

  1. Mal ganz am Rande. Wie arbeitest Du in der Economy mit dem Laptop? Wenn man den auf den Tisch stellt, kann man das Display nicht so weit aufklappen, dass man etwas sieht, selbst wenn der Sitz davor aufrecht steht. Also, meinereiner kann das nicht, daher ja die Frage. Es geht dann nur mit dem Laptop auf dem Schoß in geneigter Haltung.
    Die Steckdosen in der Economy sind freilich nett.

  2. Deckt sich exakt mit meiner Erfahrung mit Air India. Zum lästigen Kontrollwahn der Inder: Lustig ist, wenn man von FRA losfliegt, man seine Ausweise und Ticketnummern VOR dem Checkin-Schalter zeigen muss. Dafür hat die Fraport sogar extra kleine Stände. Auch gibt es Extrakontrollen, bevor man boardet. Und wir reden hier von Frankfurt. Als ich in Neu-Delhi umsteigen wollte, wurden meine Papiere noch weitere sechs mal gecheckt. Sowas habe ich noch nie erlebt. Aber hey, der Flug Frankfurt Bangkok hin- und zurück über Neu-Delhi hat ja auch nur 400 € gekostet. Zum Wasserthema: ich nehme immer selbst Wasser mit. Entweder von den Lounges, oder halt Gekauftes am Gate. Außer in FRA ist es ja auch bezahlbar 🙂

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