Review: Air New Zealand Business Class in der Boeing 777-300 von Auckland nach Los Angeles

Auf meinem Flug von Auckland nach Los Angeles konnte ich die Air New Zealand Business Class in der Boeing 777-300 ausgiebig testen. Zuvor war ich auf dem kurzen Hüpfer von Sydney mit Air New Zealand in der Boeing 787 nach Auckland geflogen. Da der Flug in die USA am späten Abend in Auckland starten sollte, lag mein Augenmerk hauptsächlich auf der Schlafqualität des Sitzes und hier konnte er in ganzer Linie überzeugen. In anderen Bereichen ist der Sitz beziehungsweise die Anordnung extrem verbesserungswürdig. Air New Zealand nennt ihre Business Class übrigens Business Premiere. Von “Premium“ war der Sitz aber trotzdem weit entfernt.

Air New Zealand Business Class in der Boeing 777-300 von Auckland nach Los Angeles | Boarding

In Auckland habe ich vor dem Abflug nach Los Angeles noch die Air New Zealand Lounge besuchen können. Hier habe ich kurz geduscht, eine Kleinigkeit gegessen und mich dann direkt wieder auf den Weg zum Gate gemacht.

Das Boarding begann pünktlich und Gäste der Business Class und Reisende mit einem Star Alliance Gold Vielfliegerstatus durften zuerst einsteigen. Natürlich durften Familien mit kleinen Kindern und ältere Gäste auch zuerst einsteigen.

An Bord angekommen nahm ich in der zweiten kleineren Business Class Kabine auf meinem Sitz 11K Platz.

Air New Zealand Business Class in der Boeing 777 – kleine Kabine

Kurz darauf wurde ich begrüßt und wenige Minuten später wurde das erste Getränke angeboten. Diesmal  habe ich nur ein Glas Saft getrunken.Auf der Fußablage wartete bereits die Speisekarte und das Amenity Kit. Nicht der beste Ort, wenn man überlegt, dass jeder seine Füße (mit oder ohne Socken) dort ablegt.

Am Gate wurde dann mitgeteilt, dass sich der Flug verspäten würde und dass wir erst 40 Minuten später starten könnten. Noch während des Wartens bin ich aufrecht im Sitzen eingeschlafen.

Air New Zealand Business Class in der Boeing 777-300 von Auckland nach Los Angeles | Die Kabine

Air New Zealand verbaut in der Boeing 777-300 insgesamt 342 Sitzplätze. 244 sind in der Economy Class in einer 3-4-3 Bestuhlung verbaut. Einige Fensterplätze lassen sich in eine Skycouch verwandeln. Hier lässt sich bei drei Sitzen die Beinstütze nach oben klappen, so hat man dann als Gast eine flache Sitzfläche auf der man schlafen oder entspannen kann. Der Sitzabstand ist mit 32-33 Zoll leicht über dem Durchschnitt.

Die Premium Economy Class verfügt über 54 Sitze in einer 2-4-2 Bestuhlung. Der Abstand von 41-42 Zoll ist hier vergleichsweise großzügig bemessen. Die Lufthansa bietet hier 38 Zoll und somit fast 10 Zentimeter weniger.

Die Business Premier Kabine ist in zwei Bereiche aufgeteilt, die Sitze sind in einer 1-2-1 Anordnung verbaut. Alle Sitze sind vom Fenster abgewandt und in Richtung Mittelgang ausgerichtet.

Air New Zealand Business Class in der Boeing 777-300 von Auckland nach Los Angeles | Der Business Premiere Sitz

Auf einem 12-stündigen Nachtflug möchte man natürlich so viel es geht schlafen. Hier hat mich die Air New Zealand Business Class in der Boeing 777-300 überzeugt. Insgesamt habe ich neun Stunden ausgezeichnet geschlafen. Der Sitz lässt sich nicht sehr weit nach hinten stellen. Um eine flache Fläche zu erhalten, muss man die Rückenlehne nach vorne umklappen. Auf Langstreckenflügen gibt es eine sehr komfortable Matratzenauflage. Gemeinsam mit der guten Bettdecke und einem weichen Kopfkissen verwandelt dies den Sitz der Air New Zealand Business Class in der Boeing 777-300 zu einem der besten Betten in der Luft oder zumindest eines der besten Betten in der Business Class.

In der Sitzposition sieht dies aber anders aus. Hier würde ich den aktuellen Sitz zu den schlechtesten im internationalen Vergleich zählen. Die Gründe sind recht eindeutig: Man hat das Gefühl, dass man sehr eigezwängt ist, zudem lässt sich der Sitz kaum nach hinten lehnen, was eine komfortable Sitzposition nahezu unmöglich macht. Die Position in Richtung Gang sorgt dafür, dass man auf die Füße der anderen Mitreisenden schaut. Wirklich keine Aussicht, die man sich wünscht.

Die Sitze sind in etwa im 45-Grad Winkel in Richtung Mittelgang angeordnet. Dadurch hat man natürlich einen direkten Zugang und kann auch aufstehen, wenn der Tisch oder der Monitor ausgeklappt ist. Unter der Fußablage befindet sich zudem ein kleines Staufach für die Schuhe oder die Laptoptasche.

Die Trennwand zwischen den Sitzen sorgt dafür, dass man sich in der Sitzposition recht eingeengt fühlt, allerdings bietet diese auch ein hohes Maß an Privatsphäre.

Air New Zealand Business Class in der Boeing 777 – Sitz

Auf der rechten Seite befindet sich der Monitor in der Wand. Dieser lässt sich auf Knopfdruck ausfahren. Während des Starts und der Landung muss dieser natürlich eingeklappt blieben, was für eine ungünstige Sitzposition sorg, falls man den Film oder die Serie fertig schauen möchte.

Schräg unterhalb des Monitors ist der große Tisch in der Trennwand verbaut. Auf Knopfdruck klappt dieser aus der Verkleidung und lässt sich herausziehen.

Der Sitz lässt sich über die Controller, die fest in der Wand integriert sind, nach hinten verstellen. Für meinen Geschmack könnte dies aber wesentlich weiter nach hinten gehen. Man sitzt in den meisten Fällen zu aufrecht, als dass man komfortabel reisen könnte.

Der Controller für das Entertainment System befindet sich auf Höhe des Ellenbogens. Man muss sich etwas verrenken um diesen aus der Halterung zu nehmen. Darunter befindet sich noch ein kleines Staufach mit einer Flasche Wasser.

Schräg hinter dem Sitz befindet sich noch ein kleiner Klapptisch. Hier lässt sich ein Getränk abstellen, wenn man den großen Tisch nicht ausklappen möchte.

Ich bin grundsätzlich eine sehr optimistische Person und versuchen den meisten Dingen etwas positives abzugewinnen. In der Air New Zealand Business Class in der Boeing 777-300 ist dies definitiv das Bett. Auf einem langen Nachtflug ist dies großartig. Ansonsten bin ich einfach kein Fan des Sitzes. Das liegt daran, dass er sich nicht weit genug nach hinten verstellen lässt, dass er wenig Ablagefläche und Staumöglichkeiten bietet und dass alles etwas verkehrt angeordnet ist. Wenn man aus dem Fenster schauen möchte, muss man sich extrem drehen. Schade eigentlich, bei dem tollen Anblick.

Air New Zealand Business Class in der Boeing 777-300 von Auckland nach Los Angeles | Catering und Service

Wie auch auf dem letzten Air New Zealand Flug hat mich das Catering überrascht. Der Service war gut und damit das was man in einer Business Class erwartet. Ich habe, nachdem ich kurz nach dem Start wieder aufgewacht bin, eine Kleinigkeit gegessen.

Hier gab es eine Tarte mit etwas Schinken. Zum Hauptgang habe ich es nicht mehr geschafft, da ich wieder schlafen wollte. Dazu habe ich mir einen Rotwein und ein Wasser bestellt. Air New Zealand serviert die meisten Speisen und Getränke direkt vom Wagen aus. Hier gibt es keine Tabletts. Alles wird auf einer weißen Tischdecke platziert.

Air New Zealand Business Class in der Boeing 777 – Abendessen

Ich habe noch während des Services mein Bett selbst zum Bett umgebaut. Das Bettzeug ist hier großartig und man kann sehr gut schlafen. In der flachen Position bietet der Sitz genügend Platz für fast jede Schlafposition.

Vor der Landung wurde das Frühstück von einem Wagen aus serviert. Das muss wohl das beste Frühstück sein, welches ich je über den Wolken zu mir genommen habe. Neben leckerem Müsli, frischen Früchten und einem super leckerem Blueberry-Pancake gab es noch guten Kaffee und Säfte.

Ein Frühstück ohne Kaffee funktioniert bei mir nicht wirklich. Deshalb war ich auch so begeistert, dass Air New Zealand richtig große Kaffeetassen hat. Vor der Landung wurde mir sogar noch ein Coffee-to-go angeboten.

 

Air New Zealand Business Class in der Boeing 777-300 von Auckland nach Los Angeles | Frankfurtflyer Kommentar

5,3,2,1 das sind die Schulnoten, die ich für meinen Flug in der Air New Zealand Business Class in der Boeing 777-300 vergeben würde. Die „5“ gibt es für die Sitzposition und die Anordnung des Sitzes. Der Blick auf die Füße der Mitreisenden und ein Sitz der sich kaum nach hinten verstellen lässt, machen einfach keinen Spaß. Die „3“ gibt es für den Service. Dieser war befriedigend und eher durchschnittlich. Die Crew war zwar serviceorientiert, allerdings hat der persönliche Touch oder etwas freundliches gefehlt – ziemlich genau das Gegenteil meines Air New Zealand Zubringerfluges nach Auckland. Die „2“ gibt es für das Bett. Air New Zealand bietet hier einen tolles Erlebnis. Ein bisschen mehr Platz und das „Bettzeug von United“ und man hätte eine 1 verdient. Die „1“ gibt es für das Frühstück und das Catering. Die Auswahl und die Qualität der Speisen war wirklich sehr gut.

Die große Schwäche von Air New Zealand ist also der Sitz. Sobald man ein neues Modell vorstellt, ist man im internationalen Vergleich vermutlich wettbewerbsfähig. Bis dahin ist das „Soft Produkt“ deutlich besser als das „Hard Produkt“.

Hier findet Ihr die weiteren Teile dieses Tripreports:

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7 Kommentare

  1. Sorry, ich gebe für NZ-Sitzposition ein Schulnote 6 (schade dass 7 nicht gibt),
    nur auf die Bilder mit Sitzposition zu sehen hier werde ich da richtig übel.
    Da würde ich viel lieber in Premium Eco buchen…

  2. Wir sind NZ Business geflogen und der Review ist sehr gut. Die Sitze wirken sehr beengt und der Monitor ist nicht wirklich optimal.

    Allerdings ist der Sitz an sich sehr gemütlich und das Bett, immer mit Matraze, ist wirklich absolute Klasse. Service an Bord und Lounge sind fantastisch. Weiterhin haben sie eine fantastische Film- und Serienauswahl, von der sich die moisten Sar Alliance Airlines mal eine Scheibe abschneiden können.

    Alles in allem ist die Business von NZ trotz Punkteabzug für Sitzposition und Monitor absolute klasse und gehört zu den besten, die ich bisher geflogen bin. Ich würde das Produkt immer wieder empfehlen.

  3. Die Sitze von NZ sind für die Langstrecke eindeutig die besten am Markt. Dazu noch die besten Weine und superfreunfliche Crews.
    Bisher konnte da keine andere Airline mithalten auch QR oder SQ nicht.

    • Über die Aussage bin ich persönlich überrascht. Die Sitze lassen sich kaum zurück lehnen (ähnlich wie bei SQ) und man schaut in den Gang auf die Füße der anderen Gäste. Das Bett ist wirklich gut. Das war es aber in meinen Augen. Service und Catering waren in der Tat gut bzw sehr gut.

      • Eben und was will man auf der Langstrecke? Genau Schlafen, besser als im NZ-Sitz habe ich Flieger in Business nirgens geschlafen!

        Und gutes Essen, beste Weine und megafreundliche Crews.

        Passt also 100%.

        Die Füße interessieren mich ehrlich gesagt überhaupt nicht, man kann alles sclecht reden, wenn man will. SQ mag ich weder Bett, noch Sitz noch den roboterhaften Service, die meist französische „Weine“ (Plörre gennant) schon garnicht

        • Hey Katharina,

          ich möchte eben nicht nur schlafen, sondern entspannen, essen oder arbeiten. Ein Sitz der sich kaum zurückstellen lässt ist eben kaum bequem. Schlafen ist für mich auf Nachtflügen relevant. Allerdings gehen eben nicht alle Flüge nachts.

          Was SQ betrifft, so bin ich kein Fan vom Sitz, der Sitzposition oder auch dem Bett. Wobei das schön breit ist und man optimal mit Kindern reisen kann.

          Grüße,

          Tim

  4. Wobei ich auch beim SItzen bei NZ null Probleme hatte, anders als bei SQ.

    Aber letztlich ist es halt Geschmackssache.

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