Review: American Airlines Business Class Boeing 777-200 London Heathrow nach Dallas/ Fort Worth

Nach meinem Tag in London sollte meine Reise in der American Airlines Business Class in einer Boeing 777-200 in die USA weitergehen. American Airlines hat in den letzten Jahren massiv in das Sitzprodukt auf der Langstrecke investiert, nachdem man hier enormen Nachholbedarf hatte. Mein letzter Flug in einer American Airlines Boeing 777-200 lag bereits zwei Jahre zurück, damals gab es in diesem Flugzeug noch 14 First Class Sitze und eine Business Class mit sieben Sitzen pro Reihe, welche sich nicht komplett flach stellen ließen.

Inzwischen verfügen alle American Airlines Boeing 777-200er nur noch über eine Business Class, allerdings bietet diese nun immer einen modernen lie Flat Sitz. Entsprechend neugierig war ich auf diesen Flug, um zu sehen, was sich in den letzten zwei Jahren bei American Airlines getan hat.

American Airlines Business Class Boeing 777-200er | Check-In & Boarding

American Airlines fliegt in London Heathrow im Terminal 3 ab. Hier hat man einen gesonderten Flagship First Check-In Bereich, welcher sich ein wenig versteckt ganz links in der Abflughalle befindet.  Diesen Check-In Schalter kann man entweder mit einem American Airlines Flagship First Class Ticket oder einer oneworld Emerald Karte nutzen. In meinem Fall erlaubte es mir letzteres.

Der Check-In Prozess war kurz und schmerzlos und nach den üblichen Fragen zum Grund meiner Reise wurde mir meine Bordkarte ausgehändigt. Hierzu gab es einen Hinweis auf die American Airlines Flagship First Class Lounge, welche ich diesmal nicht besucht habe. Stattdessen habe ich die British Airways First Class Lounge genutzt, nur um festzustellen, dass die Cathay Pacific First Class Lounge die mit Abstand beste Lounge im Terminal 3 in London Heathrow ist.

Nachdem es Zeit zu boarden war, habe ich mich auf den Weg zu Gate 40 gemacht, welches leider etwa 10 Minuten Fußweg von der Lounge entfernt war. Als ich am Gate angekommen bin, war hier das Boarding auch schon im vollem Gange, sodass ich leider nicht mehr als erster einsteigen konnte.

American Airlines hat gleich neun Boarding Gruppen, wobei Gruppe 1 bis 4 die Statuspassagiere, sowie Premium Passagiere sind und Gruppe 5 bis 9 die Economy Class Gruppen, je nach Sitzplatz und gebuchten Tarif.

Nachdem man im Boarding bereits bei Gruppe 6 angekommen war, als ich am Gate angekommen bin, konnte ich direkt durch die Priority Schlange vor an das Gate gehen, wo meine Bordkarte gescannt und mein Pass noch einmal überprüft wurde.

American Airlines Business Class Boeing 777-200 | Kabine & Sitz

American Airlines hat in der Boeing 777-200 zwei verschiedenen Business Class Sitze verbaut, wobei beide Versionen eine 1-2-1 Anordnung aufweisen. Neben dem Sitz, welcher auch in der Boeing 787-8 Anwendung findet (bei welchem die Passagiere sowohl in und entgegen der Flugrichtung sitzen), verfügt der Großteil der Boeing 777-200 Flotte von American Airlines über den Super Diamond Seat von Rockwell Collins, bei welchen alle Sitze leicht schräg und nach vorne ausgerichtet sind.

Ich hatte bei meinem Flug auch eine Boeing 777 mit den Super Diamond Sitzen in der Business Class. Hierbei findet man hier in zwei Kabinen insgesamt 37 Sitze in einer 1-2-1 Anordnung in der American Airlines Business Class.

Die Sitze selbst wirken sehr privat und großzügig. Durch die großen Ablageflächen neben dem Sitz hat man auch sehr viel persönlichen Raum und sich herum.

In den Ablagefächern neben dem Sitz befanden sich bereits eine Wasserflasche, ein Amenity Kit und die Bose Kopfhörer.

Gerade die Bose Kopfhörer finde ich eine sehr angenehme Sache, da diese eine extrem gute Geräuschunterdrückung und Klangqualität bieten. Leider sammelt man die Kopfhörer aber auch bereits eine Stunde vor der Landung ein, um sicher zu stellen, dass kein Passagier diese mitnimmt.

Das Amenity Kit wirkte in seiner blauen Platikverpackung ein wenig wie „hingeschmissen“, allerdings ist dies tatsächlich der Standard bei American Airlines in der Business Class.

Der Inhalt des Kits war wiederum sehr gut und umfangreicher als bei vielen anderen Airlines in der Business Class.

In den Ablagefächern am Sitz befanden sich auch der Controller für das Entertainmentsystem, eine 110Volt Steckdose, sowie gleich zwei USB Anschlüsse. Während ich die Position grundsätzlich gut fand, hatte sie aber auch zur Folge, dass man dieses Staufach fast nicht nutzten konnte und auch die Ablage war bei mir permanent geöffnet.

Allerdings scheint dies auch die Idee der Klappen an den Fächern zu sein. Zu meiner Überraschung mussten diese bei Start und Landung nicht geschlossen werden und dienen offensichtlich gleichzeitig als zusätzliche Blende für extra Privatsphäre zum Nebenmann.

Wie man es von einem modernen Business Class Sitz erwarten kann, kann man natürlich auch den Business Class Sitz in der American Airlines Boeing 777-200 in ein vollkommen flaches Bett verstellen.

Hierbei haben mir besonders das große Kissen und die Decke gefallen, welche kuschlig warm war, was bei den kalten Flugzeugkabinen von US Airlines immer sehr viel wert ist, aber auch für sehr guten Schlaf sorgt.

Um die Liegefläche in der American Airlines Business Class noch ein wenig zu vergrößern, kann man die Armlehne zum Gang hin noch einmal versenken. Hierdurch gewinnt man noch einmal deutlich an Bewegungsspielraum im Schulterbereich.

Leider wird der Sitz in der Liegepositon auch recht offen. So kann man im Bettmodus direkt auf den Nebenmann auf der anderen Seite des Ganges schauen. Eigentlich schade, wenn man bedenkt, dass dieser Sitz sonst sehr privat ist.

Ich persönlich habe mit versenkbaren Armlehnen immer ein Problem, wenn sie etwas höher sind, als die eigentliche Liegefläche. Da die Armablagen deutlich härter sind als der Sitz selbst, stört mich dies beim Schlafen immer sehr. In der American Airlines Business Class in der Boeing 777-200 war dies nicht der Fall. Hier war die Armlehne etwas niedriger als die Liegefläche, was sich als sehr gute Position herausgestellt hat.

Ein großes Problem bei Business Class Sitzen im Bettmodus ist der sehr begrenzte Fußraum. Hier hatte der Sitz von American Airlines sehr viel zu bieten. Was mich hier allerdings etwas gestört hat war, dass das Fußfach recht niedrig war und auch, dass man bis über die Hüfte in diesem liegen musste, da hier auch noch der Tisch montiert war.

Mit dem Einbau der neuen Sitze in die Boeing 777-200 bei American Airlines, hat man auch neue Waschräume in die Flugzeuge eingebaut. Die Boeing 777-200 hat insgesamt drei Toiletten für die Business Class, wobei die vordere Toilette wohl vornehmlich für die Crew gedacht war und man die Passagiere hier meist weggeschickt hat.

Mit den richtigen Waschbecken und den Holzverkleidungen wirkten die Toiletten modern und waren auch in einem guten Zustand. Auf Amenities im Bad, wie etwa Handcreme, hat man bei American Airlines allerdings komplett verzichtet.

American Airlines Business Class Boeing 777-200 | Der Service

Ich habe das Flugzeug recht spät, aber bei weitem nicht als letzter Passagier betreten. Offensichtlich hatte man zu diesem Zeitpunkt schon die Begrüßungsgetränke verteilt, sodass ich keines mehr angeboten bekommen habe.

Es standen zwar noch einige fertig eingeschenkte Gläser mit Getränken in der Galley, aber obwohl es noch über 30 Minuten von meinem Eintreffen bis zum Verschließen der Tür gedauert hat, hat man sich lieber dazu entschieden die Getränke wegzukippen, als mir eines anzubieten. Nun gut, kein guter Auftakt.

Leider sollte es auch nicht wesentlich besser weitergehen, denn als man mir die Speisekarte überreichte und direkt nach meinen Wüschen nach dem Essen fragte, wurde mir bei dem Wunsch nach dem Huhn direkt gesagt: „Man habe nur zwei und die seien bereits vergeben. Ich solle bitte etwas anderes wählen!“ Also gut, dann das „Korean Beef“.

Nach dem Start hat die Crew sehr schnell mit dem Service angefangen. Hierfür wurde noch bei angeschalteten Anschnallzeichen ein kleines, heißes Tuch verteilt und anschließend auch der Tisch mit einer viel zu kleinen Tischdecke eingedeckt.

Den ersten Getränkeservice führten die Flugbegleiter von einem Wagen aus durch. Auch wenn ich einen Getränkewagen in der Business Class eigentlich nicht mehr schön und zeitgemäß finde, hat es den Vorteil, dass der Service sehr schnell geht. Zu meinem Wasser wurden mir noch warme Nüsse serviert.

Etwa 10 Minuten nach der ersten Getränkerunde, wurde auch bereits die Vorspeise und der Salat zusammen auf einem Tablett serviert. Hierzu wurde nochmals der Getränkewagen durch die Kabine gerollt und Brötchen aus einem Brotkorb angeboten.

Wirklich überzeugt hat mich die Vorspeise leider nicht. Während die Terrine zwar noch in Ordnung war, war der blumig beschrieben Nudelsalat an der Seite vor allem geschmacklos.

Leider war dann auch die Hauptspeise kein wirkliches Highlight und schmeckte ziemlich genau so, wie sie ausgehen hat. Ich habe sie daher quasi komplett zurückgehen lassen.

Highlight des Essens war sicher das Dessert. Wie alle US Airlines, serviert auch American Airlines in der Business Class Eiscreme, welche man sich mit verschiedenen Toppings zusammenstellen lassen kann.

An dem Eisbecher hatte ich tatsächlich nichts auszusetzen, wobei es auch sonderlich schwer ist, diesen schlecht zu machen.

Nach dieser recht enttäuschenden Mahlzeit, hat sich die Crew weitestgehend zurückgezogen und auch ich habe die Zeit genutzt um ein wenig zu ruhen. Eine sehr positive Ausnahme unter den Flugbegleitern war der Purser, welcher regelmäßig durch die Business Class Kabine gekommen ist und den wachen Passagieren aktiv Getränke und Snacks angeboten hat.

In der hinteren Küche, zwischen den beiden Business Class Kabinen, wurde auch eine kleine Bar mit verschiedenen Snacks aufgebaut.

Ungefähr 1:20 Stunden vor der Landung in Dallas wurde mit dem zweiten Service begonnen. Dieser wurde mit einem einzelnen Tablett serviert. Hierzu gab es wieder Getränke nach Wunsch, welche auch noch einmal aufgefüllt wurden.

Leider war auch der asiatische Nudelsalat mehr oder weniger ohne Geschmack, essen konnte man es allerdings. Ein bisschen traurig fand ich das fertig abgepackte Dessert, welches man auch in der British Airways Economy Class genau so serviert bekommt. Nachdem das Essen abgeräumt wurde, wurde auch schon die Kabine für die Landung vorbereitet, sodass hier z.B. auch die Kopfhörer eingesammelt wurden.

Die Landung in Dallas war dann äußerst unspektakulär und auch 45 Minuten früher als geplant, was man durchaus hervorheben sollte.

American Airlines Business Class Boeing 777-200 | Frankfurtflyer Kommentar

Die neue Business Class Kabine bei American Airlines in der Boeing 777-200 kann sich durchaus sehen lassen. Hier kann man sehr bequem über den Atlantik in die USA fliegen. Auf diesem Flug war die Crew leider alles andere als motiviert und machte im besten Fall noch Dienst nach Vorschrift.

Auch dass das Essen ab London Heathrow stellenweise ungenießbar war, hat meinen Eindruck nicht verbessert. Hiervon sollte man sich allerdings nicht blenden lassen, denn grundsätzlich habe ich dies bei American Airlines auch schon anders erlebt. Auf diesem Flug war es leider ein Reinfall.


Dieser Tripreport besteht aus folgenden Teilen:

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2 Kommentare

  1. Vielen Dank für diesen informativen Bericht. Er hat leider meine Einschätzung von AA wieder einmal bestätigt..schlechtes Produkt in jeder Hinsicht das ich weiterhin vermeiden werde. Auch die Getränke Auswahl überzeugt nicht…Ripasso ist schon sehr speziell und Dewars White Label..nicht wirkich Business Class würdig. Und dann nur zweimal Huhn an Bord.. Am schlimmsten aber für mich: hat die Crew wieder die Kabine bei einem Tagflug verdunkelt??? Bilder sehen so aus. Und war das Zwangsverdunkelung??? Wäre für mich ein Horror bei einem Tagflug..

  2. Hi Christoph,
    die Auflistung der einzelnen Artikel…
    Bist du wirklich mit einer CRJ von Frankfurt nach St. Louis geflogen?^^
    LG aus SFO (:

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