Review: Binter Canarias | Von Teneriffa nach Gran Canaria in der ATR72-600

Besucher der Kanaren haben mit hoher Wahrscheinlichkeit schon an einem der Insel-Airports Flugzeuge von Binter gesehen. Die kleine Regionalfluggesellschaft verbindet die Inseln miteinander und bietet sogar einige internationale Destinationen an.

Einige größere Gesellschaften wie Iberia oder auch Ferienflieger wie TUIfly und Condor haben Abkommen mit Binter. Damit können diese ihren Kunden ein breiteres Netz auf den Kanaren anbieten. Der Hauptsitz der Airline ist auf Gran Canaria, ein weiteres Drehkreuz ist der Flughafen Teneriffa-Nord.

Im Netz ist auch der kleine Flughafen von La Gomera, mit der Embraer fliegt Binter auch bis nach Palma de Mallorca. Der Flug dauert knapp drei Stunden und wird regelmäßig durchgeführt. Ich war auf der Rennstrecke von Teneriffa-Süd nach Las Palmas unterwegs.

Binter Canarias | Buchung & Check-In

Buchen kann man am einfachsten direkt auf der Homepage von Binter. Für Bewohner der Kanaren werden spezielle Tarife angeboten, die nicht selten bei unter 20€ liegen. Reguläre Tickets für Flüge innerhalb der Kanaren kosten etwa 80€, manchmal gibt es Angebote.

Der Online-Check-In hat problemlos funktioniert, ich musste am Flughafen von Teneriffa (TFS) dennoch zum Schalter um meinen Koffer aufzugeben. Es gab nur einen Desk, vor mir stand lediglich eine weitere Person und der Vorgang war in wenigen Minuten abgeschlossen. Obwohl in den Bedingungen nur 20kg Freigepäck inkludiert sind, hat die Mitarbeiterin den Koffer mit 23,5kg anstandslos akzeptiert.

Die Bordkarte hatte ich schon auf dem Telefon und konnte so direkt zur Sicherheitskontrolle, welche auch frei von Warteschlangen war. Im Sicherheitsbereich angekommen stand ich vor der verschlossenen Sala Montana Roja, die normalerweise auch mit dem Priority Pass genutzt werden kann.

Es gibt aber genügend offene Cafés und Restaurants sowie geöffnete Läden. Das Boarding ging pünktlich los und war schnell beendet, auf dem heutigen Flug waren nur etwa 30 Gäste gebucht. Am Gate bekam ich einen neuen Sitzplatz und wurde gebeten diesen aus Trimmgründen unbedingt einzuhalten. Das Einsteigen erfolgte über das Vorfeld, dort hatte man die Möglichkeit großes Handgepäck vor der Maschine abzustellen.

Binter Canarias | Flugdaten

Flugnr.: NT 156
Sitz: 15D, Gang
Kabine: Economy Class
Konfiguration: 72 Economy
Abflug (Offiziell): 10:43 (10:40)
Ankunft (Offiziell): 11:06 (11:15)
Reisezeit:  0:23 Std.
Typ: ATR 72-600 (AT76)
Registrierung:
EC-MVI
Alter: 2,8 Jahre

Binter Canarias | Kabine & Flug

Beim Einsteigen wurde mir ein Desinfektionstuch in die Hand gedrückt, neben dem Eingang fiel mir direkt ein W-LAN-Sticker ins Auge. Ungewöhnlich, auf einer Turboprob hatte ich das bislang noch nie gesehen. Das noch recht junge Flugzeug ist mit 72 dünnen, aber modernen Sitzen bestuhlt, auf den Kopfschonern ist der Hinweis zum Entertainmentsystem angebracht.

Der Sitzabstand ist absolut im Rahmen, insbesondere für die meist kurzen Flüge ausreichend. Die Sicherheitsinstruktionen erfolgten mit der Bitte auf dem zugewiesenen Platz zu bleiben, schon ging es Richtung Startbahn. Das IFE war schon am Boden verfügbar, die Nutzung erfolgt mit dem eigenen Endgerät über WiFi. Darin gab es Zeitschriften, Serien, Filme, Musik und die Airshow.

Auf dem kurzen Reiseflug wurden von den beiden Stewardessen lediglich die Desinfektionstücher wieder eingesammelt. Es folgte eine Ansage, dass die Verteilung der Schokolade beim Aussteigen stattfindet. Die Maskenpflicht wird in Spanien auch im Freien sehr rigoros eingehalten, man versucht durch solche Maßnahmen das Absetzen der Bedeckung – gerade auf engem Raum – zu vermeiden.

Bereits nach gut zehn Minuten in der Luft flogen wir über die Küste von Gran Canaria, die Landung erfolgte 23 Minuten nach Take-off.

Am Flughafen von Las Palmas standen Busse bereit, wie versprochen gab es jetzt auch den Schokoriegel. Nur eine gute Stunde nach dem Check-In auf Teneriffa kamen unsere Koffer und der Urlaub konnte fortgeführt werden.

Binter Canarias | Frankfurtflyer Kommentar

Kleine Airline, kurzer Flug. Aber auch faire Preise und durch und durch routinierte Abläufe. Binter ist Profi auf dem Insel-Verkehr, es gibt also keinen Grund zur Sorge wenn man einen Anschlussflug mit NT auf der Pauschalreise entdeckt.

Seit 2008 gibt es durch canaryfly Konkurrenz auf den Kanaren, Binter bleibt aber die Nummer 1. Die Flüge mögen im Schnitt zwar sehr kurz sein, die Regionalgesellschaft punktet aber mit Professionalität auf ganzer Linie. Mit dem Entertainment-System wurde ich wohl am meisten überrascht, davon sind einige wesentlich größere Airlines weit entfernt.

 

 

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3 Kommentare

    • Den Flughafen La Gomera kannte ich noch gar nicht. Hat ja anscheinend gerade so auf einen kleines Fleckchen ebene Fläche hingepasst. Erinnert mich an Funchal. Oder auch Ofu und Fitiuta Airport auf den Manua Islands. Da war die Anreise ebenfalls schon ein Erlebnis für sich.

      • Nix „hat hingepasst“. Die haben da zwischen zwei erodierten Tälern ein wenig aufgeschüttet. Vielleicht auch ein wenig mehr.
        An einem Ende der Start/Landebahn kommt halt eine weitere Erosionsrinne, am anderen ende das Gleiche. Sieht schon abenteuerlich aus, habs aber nur von unten gesehen. Bisher zumindest. Deshalb ja vielen Dank an Robert für diesen Gedankenanstoss.

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