Review: canaryfly | Mit der ATR 72-500 nach Lanzarote

Im November habe ich die Kanarischen Inseln bereist und bin dabei auch mit dem Flugzeug von Insel zu Insel geflogen. Mit der Airline Nummer Eins vor Ort, Binter Canarias hatte ich bereits Erfahrungen gesammelt. Es gibt aber seit einigen Jahren Konkurrenz im Luftraum über den Kanaren. Canaryfly wurde 2008 gegründet und bedient mit sechs ATR 72-500 ausschließlich Flughäfen auf den Inseln. Neben dem Heimatairport Las Palmas stehen die Nachbarn Fuerteventura, Teneriffa (nur Nord), La Palma, Lanzarote und auch die kleinste der Inseln El Hierro im Flugplan.

canaryfly | Buchung & Check-In

Im Großen und Ganzen läuft es bei canaryfly ähnlich wie bei Binter ab. Die Buchung erfolgt am einfachsten direkt über die Homepage oder App. Dabei bietet die Airline auch eigene Tarife für Bewohner der Kanaren an, Touristen oder Besucher wählen „non-Resident“ aus. Die Preise ähneln in etwa denen der Konkurrenz, wobei canaryfly etwas mehr auf Preiskampf und Low Cost geht. Beim Black Friday Sale Ende November gab es Flüge um die 10€, es gibt häufiger ähnliche Aktionen.

Das Motto der Airline lautet „Paga menos, vuela más“, also weniger bezahlen, mehr fliegen. Dabei gibt es dennoch große Unterschiede zu Billigfliegern- aufgegebenes Gepäck von 23kg und Leistungen wie Check in am Schalter sind bei allen Tarifen inklusive. Ich bin Von Gran Canaria nach Lanzarote und einige Tage später wieder zurück geflogen. Da ich einen Koffer hatte, musste ich zum Schalter. Sowohl in Las Palmas als auch in Arrecife gab es zwar nur ein Desk, die Wartezeit war in beiden Fällen minimal.

Hochwertige Tickets oder eine Business Class, die zu einem Loungebesuch berechtigen würden, gibt es nicht. Die meisten Lounges (z.B. auch für Priority-Pass Kunden) sind derzeit ohnehin geschlossen. Alternativen wie Cafes oder Restaurants waren geöffnet, auch alle Duty Free- und Souvenirläden sind offen. Die benötigte Zeit vom Betreten der Terminals bis zum Gate war minimal, daher hatten wir wenig Puffer eingeplant.

canaryfly | Boarding & Flug

Das Boarding fing pünktlich an und lief nach Gruppen ab. Die ATR hat ausschließlich im hinteren Bereich eine reguläre Eingangstür, daher wurden die Passagiere in den ersten Reihen zuerst aufgerufen. Je nach Flughafen und Parkposition konnte man zu Fuß über das Vorfeld zur Maschine.

Der Vorgang konnte durchaus auch sehr laut werden, wenn parallel eine andere ATR angekommen oder abgeflogen ist. Wie bei Binter lief alles sehr geordnet und effizient ab. Die Passagiere schienen sich auszukennen, das Personal ist routiniert, die Abfertigung verläuft schnell.

Sechs Flugzeuge betreibt canaryfly aktuell, es gibt lediglich Überlegungen eine Frachtmaschine anzuschaffen. Für Passagierflüge soll es bei der Größe bleiben. Alle Maschinen sind mit 68 Sitzen ausgestattet, manche haben noch etwas ältere Sitze installiert. Deren Rückenlehnen waren noch etwas dicker und wuchtiger, was man an der Beinfreiheit gemerkt hat.

Auf dem Rückflug gab es eine neuere Variante mit dünneren aber dennoch bequemen Sitzen.

Ein Entertainment-System wie bei Binter gibt es leider nicht, auf den kurzen Flügen aber auch kein Problem. Genauso verhält es sich mit dem Bordservice. Die Maske hat momentan ohnehin eine höhere Priorität, selbst der längste Flug dauert lediglich 40 Minuten.

Die Flugbegleiter haben die Passagiere auch im Namen von Air Europa begrüßt, es gibt also offensichtlich eine Zusammenarbeit für Umsteiger. Während des Steigfluges und vor der Landung wurde über Bordlautsprecher etwas aggressive Werbung für den Black Friday Sale eingespielt, sonst lief leise Hintergrundmusik.

canaryfly | Frankfurtflyer Kommentar

Kurzer Flug, kurze Review. Bei canaryfly läuft es in etwa wie bei Binter ab, alle Beteiligten (inklusive Passagiere) sind routiniert, es geht unspektakulär und schnell zu. Weder beim Check-In, noch am Gate oder der Kofferausgabe kam es zu längeren Wartezeiten. Vielleicht auch nur Glück, weil weder die Flughäfen noch die Flugzeuge ausgelastet waren.

Routine scheint die größte Stärke bei den Abläufen der Flugzeugabfertigung zu sein. Jeder weiß wohin, keiner fragt warum, alles läuft. Dinge wie eine kurzfristige Sitzplatzänderung oder überdimensionales Handgepäck kamen zwar vor, führten aber – wie die Maskenpflicht – zu keinerlei Diskussionen.

 

 

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