Review: Dan Lounge Tel Aviv

Es ist viel los auf dem Ben Gurion Flughafen in Tel Aviv. Bis auf Billigfluggesellschaften und den wenigen Inlandsflügen nach Eilat fertigen alle Airlines ihre Passagiere in Terminal 3 ab. Unter anderem die israelische El Al, die hier ein Drehkreuz betreibt. Heute bin ich mit Swiss geflogen und war sehr überrascht dass sich Lufthansa und Swiss keine eigene Lounge leisten, immerhin kommen sie gemeinsam auf über zehn Abflüge täglich. Das heißt also alle Gesellschaften, bis auf die El Al teilen sich die Dan Lounge.

Dan Lounge Tel Aviv | Lage und Zugang

Nach der Befragung, die jeder Passagier aus Sicherheitsgründen durchlaufen muss, kann man einchecken. Es folgen Sicherheitskontrollen, Ausreise und ein langer Marsch in eine große Halle. Diese erinnert etwas an einen Marktplatz mit Cafés , Restaurants und allerlei Duty Free Geschäften. Dort habe ich dann auch ein Schild mit „DAN Lounge“ entdeckt und mich auf den Weg gemacht. Angekommen fand ich jedoch nur einen Hinweis, dass sich gleich zwei Lounges jeweils direkt bei den Abfluggates B und eine weitere bei C befindet.

Der Swiss Flug war bei Gate B 09, daher entschied ich mich dann für die Lounge bei B. Von außen etwas unscheinbar und nicht sofort zu erkennen, war dann der Eingang in unmittelbarer Nähe der Gates. Ein Schild lenkt die Gäste zum richtigen Ansprechpartner. Unterteilt wird nach Passagieren mit Einladung der Airline und solchen mit PriorityPass oder die, die den Eintritt kaufen möchten. Das sind also die Zugangsmöglichkeiten:

  • Business Class Passagiere und/oder Statuskunden die beim Check-In eine Einladungskarte erhalten haben
  • 40 US$ Gebühr, die direkt beim Eingang bezahlt werden
  • PriorityPass Mitglieder mit bis zu einem Begleiter

Vielreisenden kann man den PriorityPass empfehlen, damit hat man ein weltweit großes Loungenetz zur Verfügung und ist immer unabhängig von der Fluggesellschaft. Am einfachsten bekommt Ihr diesen als Zusatzleistung der American Express Platinum Card, die wir Vielfliegern ebenfalls guten Gewissens empfehlen können.

Review: Dan Lounge Tel Aviv | Service und Einrichtung

Ich habe noch ein wenig von der freundlichen Einrichtung wahrgenommen und fand die riesigen Fensterfronten schön. Der Schock ließ aber nicht lange auf sich warten, denn die Lounge war absolut überlaufen. Es gab keine freien Sitzplätze, alle leeren Stühle und Sessel waren mit Taschen als besetzt markiert oder wurden von Mitreisenden verteidigt. Zeitweise konnte man sich überhaupt schwer bewegen, daher bin ich gleich zurück zur Rezeption und fragte ob es ratsam sei zur anderen Dan Lounge bei den C Gates zu wechseln. Die freundliche aber auch mit dem Andrang beschäftigte Mitarbeiterin meinte lediglich „It’s closed!“.

Ich bin dann also doch geblieben um mir zumindest einen Überblick vom Angebot zu machen. Dies war aber durch die Menschenmassen eine Herausforderung. Es geb zu dem Zeitpunkt viele Abflüge und die andere Lounge scheint also zumindest vorübergehend geschlossen zu sein, dennoch muss man als Betreiber die Anzahl der Gäste in solchen Fällen limitieren und Alternativen z.B. in Form von Verpflegungsgutscheinen in Betracht ziehen.

Das Personal war zwar bemüht und aufmerksam, kam stellenweise aber weder mit dem Abräumen von gebrauchtem Geschirr nach, noch konnten Getränke und Snacks aufgefüllt werden. Auch die Sauberkeit hat stellenweise gelitten, nach einer Weile leerte sich die Räumlichkeit und der Zustand besserte sich ein wenig.

 

 

 

 

Für Unterhaltung sorgten einige lokale Zeitungen in hebräisch und englisch, Magazine gab es keine. Dieser Punkt hat also auch dringenden Verbesserungsbedarf, ich versorgte mich dann über das digitale Portal der Swiss, Internet funktionierte in der Dan Lounge relativ gut.

Dan Lounge Tel Aviv | Essen und Trinken

Das Buffet war zunächst ziemlich geplündert. Es gab einige kleine Snacks und kalte Vorspeisen, Brot, Kekse und etwas versteckt eine warme Suppe. Einige Körbe waren leer, vieles war durcheinander, die Gäste neigten spürbar zu einer gewissen Gleichgültigkeit.

Neben einer defekten Kaffeemaschine gab es noch einen Vollautomaten für Heißgetränke und einen Kühlschrank für Softdrinks. Hier gab es Limonaden, Säfte und eine einzelne Flasche stilles Wasser. Das einzige Highlight war eine Zapfanlage für Bier. Das ist schon nicht alltäglich und ich habe dieses Angebot gerne genutzt. Mit dem frisch gezapften und kühlen Bier konnte ich dann einen Platz am Fenster ergattern und etwas abschalten.

In einer etwas abgetrennten Zone war ein weiterer Kühlschrank mit der gleichen Auswahl an Softdrinks, hier waren aber noch einige Flaschen Chardonnay kaltgestellt, daneben stand Rotwein. Nachdem es gar keine Weingläser mehr gab und ich mich schon für das Bier entschieden hatte, war ich über diese verpasste Gelegenheit nicht enttäuscht. Andere Alkoholika oder gar Champagner wurden nicht angeboten.

Nach etwa einer Stunde war der größte Ansturm vorbei und das Personal wurde wieder Herr der Lage. Frisches Geschirr und neue Getränke wurden aufgefüllt und der Geräuschpegel wurde erträglich.

Dan Lounge Tel Aviv | Frankfurtflyer Kommentar

Lounges sind oft eine Wundertüte und man weiß nicht immer was man erwarten kann. Fotos sind gerne mal geschönt und manche Leistungen sind zeitweise nicht verfügbar. Es fiel nicht leicht die Menschenmassen auszublenden um ein neutrales Bild vom Angebot zu erhalten. Die Dan Lounge in Tel Aviv erfüllt auch dann aber nur einen niedrigen Standard um Passagieren einen angenehmen Aufenthalt vor dem Abflug zu ermöglichen.

Bei einer regulären Auslastung mag das zutreffen, dennoch ist das Angebot an sich eher dürftig und überschaubar. Die Qualität der Lounge repräsentiert auch ein Stück weit die Airline und ich hätte mir ein besseres Produkt erhofft. Der Besuch der Swiss Senator Lounge nach der Ankunft in Zürich ist für mich im Vergleich eine andere Welt.

Neben der Lufthansa Group mit Lufthansa, Swiss, Austrian und Brussels ist die Star Alliance auch mit Aegean, LOT und Turkish mit mehrfachen Frequenzen in Tel Aviv vertreten. Hier ist großes Potential für eine weitere Lounge und vor allem ein besseres Produkt für deren Passagiere.

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3 Kommentare

  1. Grauenhafte Lounge.
    Sie war jedes Mal schmutzig, das Essen war geplündert, die Tische nicht abgeräumt, sie war hoffnungslos überfüllt, das Schlimmste jedoch sind die spärlichen Toiletten.
    Ohne auf Detail eingehen zu wollen, Hygiene ist keinesfalls eine Stärke der DAN.
    Ich bleibe lieber im offenen Terminalbereich, statt mir das nochmals anzutun.

  2. Einmal drin gewesen, nie wieder (bin mehrmals im Jahr in TLV).
    Ich gehe lieber ins Pub, die Preise sind zwar nicht ohne aber es ist ruhig (und es gibt ein angeschlossenes Raucher-Kämmerchen). Schließt allerdings zum Shabbat 😉

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