Review: Emirates First Class im Airbus A380 von Frankfurt nach Dubai

Im Rahmen unserer ersten kurzen Reise dieses Tripreports wollten wir mit der Emirates Business Class von Frankfurt nach Dubai fliegen. Ja, genau – Business Class. Wir haben gemeinsam entschieden, dass es für einen sechsstündigen Nachtflug nicht unbedingt nötig sei, die First Class zu buchen, da man ja vorwiegend schlafen möchte.

Flugnr.: EK 048
Sitz: 1K und 2K, Fenster
Kabine: First Class
Konfiguration: 14 First

76 Business

426 Economy

Abflug (Offiziell): 22:20 (22:28)
Ankunft (Offiziell): 06:40 (06:23)
Reisezeit:  5:55 Std.
Typ: Airbus A380
Registrierung:
A6-EUV
Alter: 4,3 Jahre

Emirates First Class im Airbus A380 von Frankfurt nach Dubai | Check-In

Nachdem das Umbuchungschaos unseres Rückfluges bereits vor Abfahrt an den Flughafen begonnen hat und weder an der Hotline noch am Flughafen – auf Grund des nicht mehr existenten Ticketingschalters – gelöst werden konnte, war die Laune beim Check-In etwas gedrückt. Wir beide spielten mit dem Gedanken uns den Start in die Reise wieder etwas schmackhafter zu machen, indem wir uns ein Upgrade in die First Class gönnen. Das hat beim Check-In auch funktioniert und wir konnten uns mit 39.000 Emirates Skywards Meilen pro Person (etwas teurer, da Airport) zwei Plätze in der First Class aussuchen.

Nach einigen Minuten hielten wir unsere Bordkarten in der Hand und bekamen aufgrund der wegen Corona geschlossenen Lounge zwei Voucher mit je 25€ für Essen und Getränke. Die Möglichkeiten zur Einlösung hielten sich in Grenzen, lediglich ein Snackstand und das MoschMosch in Terminal 2 waren geöffnet. Wir entschieden uns für das MoschMosch. 25€ pro Person waren auch völlig ausreichend, uns erwartete ja auch noch ein leckeres Abendessen im Flugzeug.

Emirates First Class im Airbus A380 von Frankfurt nach Dubai | Boarding

Nach dem Essen im MoschMosch, der Sicherheitskontrolle und einem relativ kurzen Aufenthalt am Gate (inklusive erneuten Telefonaten mit der Umbuchungshotline) begann das Boarding. Als First Class Gäste durften wir mit der ersten Gruppe einsteigen. Ich wurde sehr entgeistert angeschaut und erschrocken gefragt, ob ich schwanger sei. Auf mein „Ja“ wurde von der Dame, die uns bereits am Check-In betreut hatte, hektisch nach der Woche gefragt und dann kurz aufgeatmet. Wir hatten uns selbstverständlich vorab informiert bis wann ich fliegen darf und dies auch mit der betreuenden Ärztin abgeklärt. Sie sagte lediglich, dass sie das hätte melden müssen, beim Check-In aber nicht darauf geachtet hätte.

Wir wurden an der Flugzeugtür herzlich empfangen und zu unseren Sitzen begleitet. Direkt wurde nach unseren Wünschen für einen Welcome Drink gefragt, ein Pyjama und Amenity Kit ausgehändigt und angeboten die Funktionen des Sitzes zu erklären.

Emirates First Class im Airbus A380 von Frankfurt nach Dubai | Kabine und Sitz

Uns erwartete die „alte“ First Class von Emirates, die sich vor allem durch viel Gold und Wurzelholz auszeichnet. Diese Kabine ist definitiv Geschmacksache. Mein Fall ist es auch nicht unbedingt, da es sehr protzig wirkt, aber das war absolut nebensächlich, denn wir wussten ja vorher was uns erwartet.

Die First Class Kabine verfügt über 14 First Class Sitze/ Suiten in einer 1-2-1 Anordnung. Hierbei wird die Privatsphäre maximiert, indem man von den Fenstersuiten durch offene Türen keinen direkten Einblick in die Mittelsuiten hat, da die Sitze leicht versetzt angeordnet sind.

Vor den Sitzen befindet sich der „Spa-Bereich“ von Emirates. Hier sind zwei großzügige Badezimmer inklusive Duschen verbaut. Wir haben diesmal auf eine Dusche verzichtet, da uns der Schlaf wichtiger war. Eine kleine Snack-Bar gibt es gegenüber der Treppe auch noch. Hier lagen coronakonform verpackte Süßigkeiten, Datteln, Sandwiches und Obst bereit.

 

Die First Class Suiten haben wir hier schon sehr detailliert beschrieben, weshalb ich mich hier recht kurz halten möchte.

Der gemütliche individuell verstellbare First Class Sessel ist in einer mit Türen verschließbaren Suite verbaut. Direkt ins Auge sticht der wirklich große Bildschirm, auf dem man sich in dem wirklich vielfältigen Entertainment Programm beschäftigen kann. Bedienbar ist der Bildschirm über ein Tablet, welches am Fenster steht, oder über die in der linken Armlehne verbauten Fernbedienung.

Besonders nett finde ich in der Emirates First Class auch immer den Snack Korb, der in einer Ecke vor dem Bildschirm steht, die absenkbare Minibar und den Schminkspiegel inklusive Kosmetikprodukten. Insgesamt würde ich den Sitz als gelungen beschreiben, solange bis man auf ihm schlafen will.

Ich persönlich fand diesen First Class Sitz mit Abstand am Ungemütlichsten. Swiss und Lufthansa zum Beispiel haben meiner Meinung nach dickere und deutlich gemütlichere Matratzenauflagen. Die unterschiedlichen Polster am Sitz, die man in der aufrechten Position schätzt, habe ich im Liegen als unangenehme Unebenheiten gespürt. Geschlafen habe ich sehr unruhig, was nicht unbedingt am Sitz liegt – im Flugzeug habe ich hier immer meine Probleme.

Ein weiteres kleines Manko hat der Sitz für mich auch noch. Im wirklich sehr großzügigen Fußraum findet auch das Handgepäck Platz. Mein kleiner Handgepäckstrolley, der nicht die maximal erlaubte Größe für die Kabine hat, wurde von den Flugbegleiterinnen beim Richten des Bettes flach gelegt, damit das Bett ausgefahren werden kann. Sobald ich den Sitz beim Aufwachen bewegt habe, blieb er unten am Trolley hängen und verklemmte sich. Bei einer nicht vollbesetzten Kabine empfehle ich daher, das größere Handgepäck in einer leeren Suite in der Nähe unterzubringen.

Emirates First Class im Airbus A380 von Frankfurt nach Dubai | Service und Catering

Noch vor dem Start wurde gemeinsam mit dem Begrüßungsgetränk das Menü ausgeteilt – eine nette Geste, da die Crew im Gespräch bereits erfahren hatte, dass wir gerne schlafen möchten.

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Kurz nachdem die Anschnallzeichen erloschen waren, wurden warme Nüsse und die bestellten Getränke gereicht. Wenige Minuten später wurde bereits der Tisch eingedeckt und der Appetizer gereicht, für mich diesmal das arabische Mezze, welches ich sehr lecker fand. Christoph entschied sich für Kaviar, welcher für ihn in der Emirates First Class einfach dazugehört.

Und plötzlich ging es los. Wir sind in ordentliche Turbulenzen geraten, sogar die halb leer getrunkenen Gläser sind übergeschwappt und die Crew musste (zurecht) etwa 30 Minuten angeschnallt ihre Sitze hüten. Natürlich hat das unsere Pläne schnell zu schlafen ordentlich durcheinander geworfen – spätestens hier war ich nämlich wieder hellwach – aber Sicherheit geht selbstverständlich vor. In einem solchen Fall warte ich auch zwei Stunden auf das Essen, oder akzeptiere, wenn es komplett ausfallen müsste.

Als sich der Flug wieder beruhigt hatte, wurden die Hauptgänge gereicht. Meine Gnocchi haben super geschmeckt und waren wirklich schön angerichtet. Christoph hatte das Rinderfilet, welches wie bestellt „medium“ geliefert wurde. Er beschrieb das als Essen gut, aber nicht als besonders spektakulär.

Ein Dessert habe ich leider nicht mehr geschafft, Christoph entschied sich für die Käseplatte und einen Espresso. Das Catering war insgesamt gelungen.

Die freundliche Crew kam in angemessenen Abständen vorbei und füllte die Getränke auf. Etwas schade fand ich die in Folie verpackten Brötchen im Brotkorb, aber ich denke das gehört zu Corona leider einfach dazu. Etwas gefehlt hat mir der leichte Small Talk. Hierauf wurde auf diesem Flug komplett verzichtet. Ob dies an Corona oder dem Nachtflug lag, oder einfach an der Crew, kann ich nicht sagen. Kein Drama, aber das fand ich bei Swiss, Lufthansa und Singapore Airlines bisher in einem humanen Maß sehr angenehm und erfrischend.

Emirates First Class im Airbus A380 von Frankfurt nach Dubai | Bar

Wir konnten es uns nicht nehmen lassen und haben der Bar nach dem Service einen kurzen Besuch abgestattet. Hierbei wurden wir positiv überrascht, denn die Bar verfügt über das neue Design, in dem auch die „Game Changer“ First Class von Emirates gehalten ist.

In der Bar kann man auf kleinen Couches sitzen und verschiedene Drinks genießen. Auch eine Snack-Bar, wie auch bei den Bädern der First Class, ist hier verbaut. Die Damen in der Bar waren sehr proaktiv, gut gelaunt und haben uns bei leeren Gläsern angeboten diese zu füllen. Lange haben wir uns hier nicht aufgehalten, um noch ein paar Stunden Schlaf mitzunehmen.

Emirates First Class im Airbus A380 von Frankfurt nach Dubai | Frankfurtflyer Kommentar

Wir haben unseren Flug in der Emirates First Class genossen. Der Service war proaktiv und sehr nett, das Essen gut und die Vorfreude auf den Urlaub ist gestiegen. Auch wenn uns klar ist, dass die First Class gerade für einen Nachtflug nicht zwingend nötig ist, da man sie nicht voll und ganz auskostet, war es für uns die richtige Entscheidung. Es war zu dem Zeitpunkt noch unklar, in welcher Klasse und mit welcher Airline wir zurück fliegen und sollte ich die Hitze wider erwarten nicht vertragen, wäre es unsere letzte Reise zu zweit gewesen.

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1 Kommentar

  1. Ich würde mal sagen, euch könnte es schlechter gehen 😉

    1st Class finde ich auch toll, da man aber zu Zweit nur hintereinander am Fenster sitzen kann, bevorzuge ich dann doch eher die derzeitige BusinessClass bei LH und bin von den neuen BusinessClass Konfigurationen auch nicht so begeistert wie die meisten anderen hier im Forum – also was Privatreisen mit dem Partner anbetrifft

    Genießt die Zeit und weiterhin viel Spaß!

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