Review: Eurowings Economy Class im A320 von Wien nach Hamburg – Sitz in der Exitrow mit mehr Beinfreiheit

Eurowings hat mich vor einiger Zeit im Airbus A320 zurück von Wien (VIE) nach Hamburg (HAM) gebracht. Auf diesem Flug konnte ich mir einen Sitz in der Exitrow ohne Zusatzkosten sichern und dieses Economy Class Erlebnis zumindest etwas aufhübschen. Meine Eindrücke teile ich mit Euch in diesem Erfahrungsbericht.

Das Bling-Bling einer First Class mit Flaschenweise Champagner ist natürlich immer ein tolles Erlebnis, über das ich dann auch gerne schreibe. Aber was ist denn die Realität? Die meisten von uns hocken auf unseren Flügen zusammengepfercht irgendwo in der Holzklasse von Stuttgart nach Brüssel. Macht es daher nicht auch Sinn, über genau diese Reiseerlebnisse zu berichten?

Buchung

Ich benötigte relativ kurzfristig einen Flug aus dem Norden nach Wien und am nächsten Tag wieder zurück. Von Bremen gab es da natürlich keine Direktverbindungen und für Umstiege blieb keine Zeit. Von Hannover existierten zwar Direktflüge mit Austrian nach Wien, die waren aber so sündhaft teuer, dass diese Option nicht in Frage kam.

Daher blieb für meine Reise nur der gehasste Flughafen Hamburg. Gehasst nicht wegen des Flughafens, sondern wegen der unberechenbaren Strecke von Bremen nach Hamburg. Hatten wir nicht erst wenige Wochen zuvor wegen Stau unseren Emirates Flug nach Dubai verpasst.

Damit musste ich diesmal also klar kommen und daher buchte ich online über Austrian Airlines eine passende Flug-Kombination. Während es für den Hinflug abends Verfügbarkeiten auf einem Austrian Airlines Flug gab, bot sich für die Rückreise am Folgetag Eurowings zeitlich besser an.

Der Gesamtpreis für die Buchung im Economy Classic Tarif betrug 344,73 Euro.

Eurowings Notausgang-Reihe. Foto: Sebastian

Flugdaten

Flugnr.: EW7751
Sitz: 12 A (Exitrow)
Kabine: Economy Class
Konfiguration: 12 Business

156 – 162 Economy

Abflug: 20:05
Ankunft: 21:40
Reisezeit: 1:35 h
Typ: Airbus A320 (320)
Yeah, Beine ausstrecken. Foto: Sebastian

Vor dem Abflug

Den Check-In hatte ich schnell online auf dem Fahrt mit dem Uber zum Flughafen erledigt. Zu meinem Erstaunen konnte ich mir ohne Aufpreis den Sitz 12A mit mehr Beinfreiheit in der Exitrow sichern. Und die Nebensitze waren sogar ebenfalls noch frei.

Auf Grund des starken Feierabendverkehrs war der Transfer zum Flughafen Schwechat selbst jedoch weniger entspannt, als der Online-Checkin.

Mein ursprünglicher Gedanke noch in Ruhe in der Lounge etwas zu essen und zu trinken, wurde damit zu Nichte gemacht. Nach der 3G-Kontrolle an der Rezeption blieb nicht mehr viel Zeit. Und so gönnte ich mir nur einen kurzen Snack und ein österreichisches Bier, ehe es zum Boarding ging.

Und trotzdem war ich noch zu früh, denn das Boarding hatte noch nicht begonnen.

Boarding

Ich hatte die Gelegenheit, sehr frühzeitig an Board gehen zu können, Die umliegenden Plätze waren alle noch nicht belegt, so dass ich in Ruhe mein Gepäck verstauen konnte. Und während sich das Flugzeug langsam füllte, freute ich mich immer mehr auf eine freie 3er-Reihe ganz für mich allein.

Nun ja, bis das passierte, was immer passiert. Die letzten Passagiere, die einstiegen, nahmen natürlich neben mir ihren Platz ein. Ich hatte zuvor noch nachgeschaut und bis kurz vor dem Boarding waren die Sitze 12B und 12C noch frei. Den gesamten Flug war ich mir nicht sicher, ob die beiden Herren wirklich die eigenen Plätze eingenommen hatten oder mit dem Boarding extra gewartet haben, um dann die bequemsten Sitze einzunehmen.

Kabine des Airbus A320 von Eurowings. Foto: Sebastian

Kabine

Eurowings setzt auf der Kurzstrecke auf die Flugzeugmodelle A319, A320 und A321 des Herstellers Airbus. Auf allen Flugzeugen wird eine klassische All-Eco-Bestuhlung eingesetzt. Es hat also quasi jeder Fluggast den gleichen Sitz. Je nach Sitzreihe verändert sich der Sitzabstand etwas zwischen 30 und 32 Inch.

Je nach Layout gibt es in der Economy Class 156 oder 162 Sitze. Jede Sitzreihe hat dabei drei plus drei Sitze, die durch den Gang getrennt sind. Also der Klassiker.

Economy Class Sitz mit mehr Beinfreiheit. Foto: Sebastian

Es gibt darüber hinaus auch noch zwölf Business Class Sitze. Diese unterscheiden sich jedoch lediglich dadurch, dass sie einen geblockten Mittelsitz haben und ein anderer Service geliefert wird.

An den Plätzen finden sich weder Möglichkeiten zum Laden von Geräten, noch Bildschirme mit einem Inflight-Entertainment-System. Was auf einem Flug von rund 1 1/2 Stunden auch kaum notwendig ist.

Oh, leider doch nicht so viel mehr Beinfreiheit in Reihe 12. Foto: Sebastian

Service

In der Eurowings Economy Class gibt es weder kostenlose Getränke, noch Snacks. Dafür ging die Crew kurz nach dem Start und einigen Vorbereitungen durch die Reihen und nahmen Bestellungen aus dem Wings Bistro auf. Das „Buy On Board“-Angebot von Eurowings bietet zahlreiche alkoholische und alkoholfreie Getränke, wie z.B. Hendricks Gin oder Jack Daniels Whiskey.

Eurowings Wings Bistro Speisekarte. Foto: Sebastian

Gegen den Hunger gibt es verschiedene Sandwiches und auch die kultige Tapas-Box, die so gut wie nie erhältlich ist. Oder habt Ihr die schon mal gesehen? Auch warme Snacks und vegane Gerichte findet Ihr im Wings Bistro.

Ich hatte zwar Hunger, doch auf Grund des eingeschränkten Platzes keine Lust zu essen. Daher ließ ich den Service an mir vorbei ziehen.

Parkposition auf dem Vorfeld. Foto: Sebastian

Der Flug dauert nicht lang. Doch als wir in Hamburg landeten, war es schon dunkel. Es gab jedoch noch eine Überraschung, denn plötzlich fühlte sich der Flug wie Ryanair an. Denn unser Airbus A320 parkte in der letzten Ecke des Flughafens. Doch während ich mich innerlich schon über den Bustransport zum Gate ärgerte, kamen zwar die Treppen, aber keine Busse. Stattdessen stiegen wir über die Treppen aus und liefen über das Rollfeld Richtung Terminal (was mir sympathischer war als der Bus).

Ryanair-Feeling bei Eurowings. Foto: Sebastian

Frankfurtflyer Kommentar

Mein erster Eurowings-Flug seit langer Zeit. Und das Produkt ist echt solide. Ohne großen Schnick-Schnack, erinnert es mich irgendwie an die letzte Phase der Air Berlin. Natürlich mit der Einschränkung, dass mir auf einem Eurowings-Flug die Status-Vorteile fehlen, die ich seiner Zeit als Platinum bei Airberlin hatte.

Angenehm war auf jeden Fall für mich, dass durch irgendeine Konstellation, auch die Exitrow-Seats mit etwas mehr Beinfreiheit für mich buchbar waren. Noch mehr genossen hätte ich es, wenn dann nicht auch noch jemand neben mir gesessen wäre.

7 Kommentare

  1. Das scheint ein Trend zu sein? Am Service „sparen“ um die Einnahmen zu erhöhen. Falsch! Umgekehrt wird ein Schuh draus. Diese Erfahrung macht sein längerem auch die Lufthansa, was aber offenbar niemanden Interessiert?
    Wenig oder schlechter Service heißt weniger Passagiere, weniger Einnahmen, niedrigere Buchungszahlen und den Absturz im Ranking der Fluggesellschaften.
    Toll! Weiter so?

  2. Hmm, komisch, die Tapas-Box ist doch eigentlich immer an Bord, bisher habe ich sie jedes Mal bekommen. Vielleicht hatte ich auch nur Glück. Also ich finde das Produkt EW auch echt solide, viele vorherige Ex AB Flugzeuge werden momentan auch mit einer modernen Kabine ausgestattet. Und ja, die Autobahn zwischen Bremen und Hamburg ist die Hölle😬😊

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