Review: JAL Business Suite l Dreamliner 787-8 Tokio Narita nach Hanoi

Blick in die Suite

Japan Airlines (JAL) verfügt über eine umfangreiche Dreamliner-Flotte und fliegt damit Destinationen in Asien und der ganzen Welt an. Für internationale Flüge hatte JAL bis zu sechs (!) verschiedene Business Class Sitze im Einsatz. Auf dem Flug von Tokio nach Hanoi setzt sie die Business Suite I ein, auch als APEX Suite bekannt. Diese kommt ansonsten auf den Premiumlangstrecken der Gesellschaft zum Einsatz.

JAL Business Suite l im Dreamliner 787-8 Tokio Narita nach Hanoi | Wie gebucht

Ich habe 20k Starpoints (heute 60k Marriott Bonvoy Punkte) in 25k Alaska Meilen umgewandelt und diesen Flug dann als Prämienflug von Peking über Tokio nach Hanoi (PEK-HND//NRT-HAN) gebucht. Steuern und Gebühren lagen für die beiden Flüge zusammen bei ca. 50 Euro.

B788 in Tokio Narita

JAL Business Suite I im Dreamliner 787-8 Tokio Narita nach Hanoi | Check-In

Da ich nicht online einchecken konnte, musste ich das am Schalter machen. Auch an der Telefonhotline konnte man mir nicht erklären warum. Das klärte sich dann erst am Flughafen auf.

Am Schalter teilte man mir dann mit, dass ich nicht nach Hanoi fliegen dürfe, weil ich kein Visum hätte. Mein Hinweis, dass ich als Deutscher kein Vorab-Visum benötige wurde dankend angenommen und man bemühte einen Leitz-Ordner mit Visavorschriften. Tatsächlich, ich darf auch ohne Vorab-Visum nach Vietnam einreisen. Dann wollte man nur kurz noch wissen, ob, wann und wie ich Vietnam wieder verlassen würde und schon erhielt ich eine schöne papierhafte Bordkarte.

Das Damengrüppchen, das sich um mich kümmerte war stets freundlich, lächelte und war sehr darum bemüht, nichts falsch zu machen.

JAL Business Suite I im Dreamliner 787-8 Tokio Narita nach Hanoi | Boarding

Als ich am Gate ankam, erfuhr ich, dass sich das Boarding etwas verzögern würde. An den Drehkreuzen standen schon Menschentrauben und drängelten nach vorne. Mittendrin stand ich und mir wurde warm, was aber nur ein kleiner Vorgeschmack auf das war, was folgen sollte.

Ich schob mich weiter nach vorne und schaffte es als einer der ersten ins Flugzeug. Machte aber nichts, alle Drehkreuze arbeiteten nur daran, möglichst viele Business Reisende schnell ins Flugzeug zu bringen. Nach gefühlten 30 Sekunden war die Kabine nur noch ein großes Durcheinander von Jacken, Trolleys, Aktentaschen und schwitzenden Menschen. An Bord war es heißer, als in einer finnischen Sauna.

Die Cabin Attendants wurden mehrere Minuten der Lage nicht Herr. Sie taten mir auch ein wenig Leid, denn der Ansturm war echt riesig. Die Kabine war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Im Gang „neben“ mir stieg zuletzt noch ein älterer Herr zu, um den alle ein riesiges Gewese machten. Wahrscheinlich ein VIP oder der Grund, warum auf dieser Strecke die Premiumkonfiguration zum Einsatz kommt.

Wie üblich wurden wieder diese formschönen und lebhaft grauen Cardigans ausgeteilt.

JAL Business Suite I im Dreamliner 787-8 Tokio Narita nach Hanoi | Der Sitz

Bei der Business Suite I handelt es sich um eine kleine abgetrennte Suite, die jedem Passagier der Business Class direkten Zugang zum Gang bietet. Das ist natürlich sehr komfortabel.

Ich litt an „ReiheEinseritis“ und habe mich für einen Sitzplatz ganz vorne entschieden. Was auf der Bordkarte vielleicht toll aussieht, hatte auf dem Flug leider einen kleinen Nachteil. Die erste Sitzreihe ist so weit vorne, dass die Röhre des Flugzeugs dort schon etwas kleiner wird. Das reduziert den in der „Suite“ zur Verfügung stehenden Platz.

Für einen Business Class Sitz ist die Apex Suite richtig klasse. Gerade die Plätze am Fenster sind toll und man fühlt sich wie in seiner eigenen kleinen Welt.

In der Boeing 787-8 hat JAL 38 Sitze (Suiten) in 2-2-2-Anordnung verbaut. Wie gesagt, kein Problem, denn jeder kann zum Gang, ohne über Mitreisende klettern zu müssen. Die Sitze sind jeweils versetzt angeordnet, sodass vor dem Bildschirm der Ausgang aus der Suite möglich ist.

Wenn man zu zweit reist, kann man einen Teil der Suitenwand herunterfahren und sich unterhalten. In die Augen sehen ist relativ schwer, da die Trennwand für den weiter vorne Sitzenden ungefähr auf Kopfhöhe ist, für den weiter hinten Sitzenden aber auf Höhe der Oberschenkel.

Der Sitz ist ca. 65 cm breit und lässt sich in ein 1,88m langes Bett verwandeln. Das ist schon ziemlich gut.

Eines muss man jedoch bedenken: Praktisch der gesamte Raum in der Suite wird für den Sitz und das Bett gebraucht, daher gibt es nicht viel Ablagefläche. Außerdem muss man sicherstellen, dass man nicht versehentlich die Beweglichkeit des Sitzes einschränkt bzw. Sachen wegräumt, bevor man in die Liegeposition umstellen kann.

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Nichtsdestotrotz ist die Apex Suite für mich einer der besten Business Class Sitze, die es gibt.

JAL Business Suite I im Dreamliner 787-8 Tokio Narita-Hanoi | Service

Nach dem exzellenten Service auf dem Flug von Peking nach Tokio hätten meine Erwartungen höher nicht sein können. Fehler. Irgendwie schien jede Interaktion mit mir die Crew zu stressen. Ohne Ethnologe zu sein, schien es mir, als wären mein Sitznachbar und ich die einzigen nicht Asiaten in der vorderen Busines Class Kabine. Zudem war ich mit Abstand der jüngste (was nicht viel heißen mag, aber auf dem Flug schien es nun einmal so).

Die Purserin kam vorbei, baute sich in dem kleinen Gang zum Gang auf und ließ mich mit ernstem Blick wissen, dass sie die Purserin sei und für den Service bei mir nur die Crew zuständig sei. Die für mich zuständige Cabin Attendant schien mich sehr mit „spitzen Fingern“ zu behandeln. Die Interaktion war auf ein Minimum beschränkt. Ein Beispiel: Ich bestellte Shochu und fragte, welcher von der Karte wie schmecken würde. Darauf zeigte die Cabin Attendant auf einen, sagte „This“ und verschwand. 30 Sekunden später war sie mit einem randvoll gefüllten Wasserglas mit Shuchu drin wieder da. Nur, was sollte ich mit einem vollen Glas Shochu? Immerhin hat das gute Getränk ca. 20% Alkohol gehabt.

Champagner vs. Shochu

Also, ich bekam alles, was ich bestellt hatte prompt. Nur ohne Lächeln und weitere Interaktion.

Es gab ein kleines Amenity Kit in einem schwarzen Säckchen. Darin waren Schlafmaske, Ohrstöpsel, Socken und ein Schuhauszieher. Desweiteren gab es am Platz ein Kissen, eine Decke und Slipper. Vor dem Start konnte man sich weitere Amenities wie Mundspülung oder eine Atemmaske aus einem Körbchen nehmen, mit dem die Cabin Attendants durch die Kabine gegangen sind.

JAL Business Suite I im Dreamliner 787-8 Tokio Narita nach Hanoi | Catering

Das Essen war wieder fantastisch. Man hat die Wahl zwischen westlichem oder japanischem Essen. Ich entschied mich wieder für das japanische.

Es gab wieder eine Bento Box mit allerlei Leckereien. Kurz vor der Landung gab es noch einen Snack und dann war der Flug schon vorbei.

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JAL Business Suite I im Dreamliner 787-8 Tokio Narita nach Hanoi | Entertainment & WiFi

Die Auswahl entsprach der auf dem Flug zwischen Peking und Tokio und war somit schön umfangreich. Meine Vorbereitung auf dem ersten Flug zahlte sich aus, denn so konnte ich die beiden Filme, die ich auf dem ersten Flug nicht sehen konnte jetzt in aller Ruhe anschauen. Nur diesmal auf einem 23 Zoll Bildschirm. Das ist schon schick.

Die Musikauswahl habe ich mir nicht näher angesehen. Die Kopfhörer hatten angeblich ein Noise Cancelling, das ich aber kaum wahrgenommen habe. Um Filme mit eigenen Kopfhörern in Stereo zu hören, brauchte ich einen Adapter (2x 3,5 auf 1x 3,5mm).

WiFi sollte es an Bord auch geben, aber ich habe es weder gefunden noch danach gefragt.

JAL Business Suite I im Dreamliner 787-8 Tokio Narita nach Hanoi | Frankfurtflyer Kommentar

Der Flug hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Insbesondere der Sitz ist sehr angenehm und ein Top-Produkt. Das Essen war wieder sehr lecker und abwechslungsreich und das Entertainment mehr als angemessen.

Der Service war unpersönlich und distanziert, aber sehr zuverlässig und prompt. Mit JAL in der Sky Suite würde ich immer wieder gerne reisen.

 

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Geplant & Gebucht
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JAL Business Shell Flat Neo Boeing 787-8
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JAL International Sakura Lounge Tokio Narita
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2 Kommentare

    • Die 1,88 fühlen sich allerdings recht komfortabel an. Das „Fußfach“ ist schön breit und als Seitenschläfer reicht die Länge, wenn man die Beine anzieht. Genug Platz ist dafür vorhanden.

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