Review: Lufthansa Business Class Boeing 747-8 „Express Service“ Chicago nach Frankfurt

Über die Lufthansa Business Class habe ich schon einen ganze Reihe von Reviews geschrieben, was sicher auch daran liegt, dass ich in keiner anderen Kabine in den letzten fünf Jahren häufiger geflogen bin. Besonders die kurzen Rückflüge von der US Ostküste nach Europa haben es immer in sich, da man hier bei Flugzeiten von teilweise unter sieben Stunden nur nie wirklich genug Zeit hat um auch ordentlich zu schlafen.

Daher passiert auf diesen Flügen meist nicht besonders viel, weshalb sich eine Review auch kaum rechtfertigt. Auf diesem Flug habe ich allerdings seit langem einmal wieder den „Express Service“ nach dem Start genutzt, bei welchem man das Abendessen auf späten Flügen sehr schnell serviert bekommt.

Die United Polaris Lounge in Chicago schließt bereits um 21 Uhr, weshalb ich hier nicht mehr essen konnte und auch der United Club am Lufthansa Gate schloss gerade seine Türen als ich eine Stunde vor dem Abflug hier ankam. Entsprechend war ich sehr dankbar, dass ich im Flugzeug noch den Lufthansa Business Class „Express Service“ wahrnehmen konnte.

Diese Review wird keine klassische Review sein, sondern vielmehr ein Erfahrungsbericht dieses einen Fluges, welcher aufgrund seiner Abflugszeit um 22:30 Uhr in Chicago durchaus besonders ist. Immerhin ist es der letzte Transatlantikflug des Tages aus den USA nach Deutschland.

Lufthansa Business Class Express Service | Boarding

Nachdem noch vor dem Boarding des Lufthansa Fluges alle Lounges in Chicago geschlossen haben, waren auch fast alle Passagiere zur Boardingzeit am Gate. Insbesondre die First und Business Class Passagiere warteten entsprechend auf das Boarding, immerhin wurden sie zum größten Teil vor wenigen Minuten aus dem United Club geschmissen.

Eigentlich hat Lufthansa das Boarding in Chicago immer sehr gut organisiert. So wird an zwei Gates über zwei Fluggastbrücken eingestiegen, wobei ein Gate für die First- und Business Class sowie Statuskunden mit Star Alliance Gold Status und höher gedacht ist und das zweite Gate für die Premium Economy und Economy Class.

Hier gibt es auch jede Menge Schilder am Gate, welche darauf hinweisen und besonders die Economy Class Passagiere darum bitten, nach Sitzreihen einzusteigen. Leider hat dies an diesem Tag nicht besonders gut geklappt und es stand einfach eine riesige Traube von etwa 300 Personen vor dem Gate, sodass man sich zum Boardinggate der Business Class regelrecht durchkämpfen musste.

Lufthansa Business Class Express Service | Kabine und Sitz

Ich wurde auf diesen Flug von United Airlines umgebucht und auch direkt eingecheckt. Leider hatte ich hierdurch keinen Zugriff auf die Buchung und mir wurde ein Fensterplatz im vollbesetzten Oberdeck zugeteilt, was weder ich noch United ändern konnte.

Nachdem ich wusste, dass ich hier wieder die selbe Crew vom Vortag haben würde, welche zumindest im Oberdeck nicht besonders motiviert war, habe ich am Gate noch um einen Sitzplatz im Maindeck gebeten. Besonders die Sitze in der Mitte sind hier besonders gut zum Schlafen geeignet, da man hier etwas mehr Platz hat.

Man konnte mir noch die letzte Reihe in der Business Class anbieten, allerdings mit freiem Nebensitz, was ich gerne angenommen habe.

Gerade die Mittelsitze haben dadurch, dass sie etwas mehr Platz bieten einen deutlich besseren Schlafkomfort, weshalb ich sie in der Lufthansa Business Class in der Boeing 747-8 nur wärmstens empfehlen kann.

Man hat die Kabine zum Start verdunkelt und auch nach dem Start hat man das Licht nicht mehr ganz angeschaltet, weshalb es in der Kabine den gesamten Flug recht dunkel war, zumindest bis zum nächsten Morgen. Wenn man aber gerne schlafen möchte, ist dies extrem angenehm!

Lufthansa Business Class „Express Service“ | Der Service

Nachdem ich an meinem Platz angekommen bin, habe ich mich direkt auf den Weg in das Bad gemacht, um mir meinen Pyjama anzuziehen. Ich werde nie die Passagiere der Business Class verstehen, welche hier in Hemd, Anzug und Krawatte oder auch in Hemd und Jeans schlafen. Bequeme Kleidung ist beim Schlafen im Flugzeug oder auch Zuhause einfach angenehmer und ich verspüre immer nicht die Nötigkeit, mit meiner Kleidung im Flugzeug irgendeinen Status ausdrücken zu wollen, aber jeder wie er mag.

Kaum hatte ich meinen Platz eingenommen, stand die zweite Purserette vor mir und stellte sich mir als für meinen Bereich zuständige Flugbegleiterin vor. Die Dame war das krasse Gegenteil zu den Flugbegleiterinnen auf dem Hinflug und binnen fünf Minuten auf meinem Platz hatten wir schon mehr Worte gewechselt, als auf den gesamten neun Stunden auf dem Hinflug mit den drei Damen im Oberdeck zusammen. Dies zeigte einmal wieder, dass selten einfach die „Crew“ auf einem Flug schlecht ist, sondern es steht und fällt mit einzelnen Personen.

Mit den Worten: „Den habe ich vorne geklaut ;)“ wurde mir vor dem Start ein Glas Champagner aus der First Class serviert, was ich als eine große Geste empfand, auch wenn der Charles Heidsieck Blanc des Millenaires in dem kleinen Glas schon fast etwas traurig aussah. Aber man kann auch nicht alles haben. Geschmeckt hat er allerdings!

Noch vor dem Star hat man mich gefragt ob ich essen wolle und als ich dies mit Ja beantwortete fragte man mich direkt „So schnell wie möglich wahrscheinlich?“

Genau! Wir verstanden uns.

Auf den späten USA Abflügen nach Deutschland serviert Lufthansa in der Business Class generell einen Express Service. Hierbei gibt es bei der Vorspeise nicht die üblichen drei Auswahlmöglichkeiten, sondern nur einen Salat und einen Hauptgang nach Wahl. Meistens wird alles zusammen auf einem Tablett serviert, da dies deutlich schneller geht. Meine Flugbegleiterin hat sich allerdings dazu entschieden, dies ein wenig abzuwandeln, da sie so das Essen noch schneller servieren konnte.

Direkt nach dem Start, noch über dem Lake Michigan, stand man mit meinem bestellten Wasser und einem Gin & Tonic vor mir. Hierzu gab es die obligatorischen Nüsse.

Damit die Passagiere schneller mit dem Essen beginnen konnten hat sich die Purserrette dazu entschieden, dass die Salate als Vorspeise direkt verteilt werden. So konnten die Passagiere schon einmal mit dem Essen beginnen, während die Hauptspeisen noch erwärmt wurden.

Keine 15 Minuten nach dem Start wurde mir bereits ein Tablett mit Salat, Brot und einem Gin & Tonic zum Nachfüllen vor mich gestellt.

Kaum hatte ich meinen Salat gegessen, wurde dieser abgeräumt und meine Hauptspeise serviert. Ich habe mich für den Lachs entschieden, welcher tatsächlich gut war.

Auf ein Dessert habe ich nach dem Hauptgang verzichtet, stattdessen habe ich mich nach dem Zähneputzen in das Reich der Träume verabschiedet. Als ich mich hingelegt habe, waren wir gerade einmal 40 Minuten in der Luft, was allerdings nur noch 6:45 Stunden bis zu Landung in Frankfurt bedeuteten.

Bei diesen kurzen Flugzeiten weiß ich es sehr zu schätzen, wenn eine Crew den Service nach dem Start so schnell durchzieht. Lustigerweise hat man als ich mich hingelegt habe gerade in der Economy Class hinter meinem Sitz mit dem ersten Getränkeservice angefangen. Dies zeigt sehr deutlich, wie schnell man diesmal in der Business Class war.

Eigentlich wird vor der Landung in Frankfurt noch ein Frühstück serviert. Dieses habe ich allerdings verschlafen und ich wurde erst 35 Minuten vor der Landung in Frankfurt von der Sonne in der Kabine wieder wach. Damit hatte ich fast 6 Stunden schlafen können, was auf so einem kurzen Flug extrem gut ist und auch nur durch den schnellen „Express Service“ möglich war.

 

Nachdem ich mich schnell umgezogen habe, brachte man mir noch einen doppelten Espresso vor der Landung, inkl. etwas Small Talk und einer sehr herzlichen Verabschiedung. So macht das dann durchaus Spaß!

Lufthansa Business Class „Express Service“ | Frankfurtflyer Kommentar

Ich finde solche „kurzen Langstreckenflüge“ über Nacht immer sehr anstrengend. Hier liegt der Fokus bei den meisten Passagieren ganz klar darauf, möglichst viel Schlaf zu bekommen. Wenn man allerdings noch etwas auf dem Flug essen möchte, dann ist es schon deutlich schwerer überhaupt noch auf vier Stunden Schlaf zu kommen, wenn der Service bereits drei Stunden dauert.

Die Lösung mit dem Express Service in der Lufthansa Business Class auf späten Flügen aus den USA finde ich daher extrem gelungen! Auf diesem Flug hat die Flugbegleiterin in meinem Bereich allerdings auch den Unterschied gemacht, da die Dame einfach mit Leib und Seele für diesen Beruf gemacht war.

Ein paar nette Worte und Gesten und besonders das kontinuierliche Mitdenken, machen aus einer guten Flugbegleiterin eine fantastische und das war die Purserette auf diesem Flug definitiv. Nur schade, dass ich nur auf dem Nachtflug bei ihr saß und nicht schon auf dem Hinflug.


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10 Kommentare

  1. Hallo Christoph, bei Nachtflug ab 22 Uhr mache ich aber
    anders und eindeutig besser:
    In Lounges esse ich spätestens 21 Uhr und dann gleich
    nach dem Start schlafe ich sofort (d.h. ohne Essen).
    Mit vollen Magen schlafen finde ich einfach unanständig.
    Dafür kurz vor Landung (oder besser nach erholsame Schlaf)
    frühstücke ich gern ausgiebig…das hat mich bestens bewährt.
    viele Grüße MD

    • Hallo MD,

      Ich hätte gerne in der Lounge etwas gegessen, aber wenn diese um 21 Uhr (nach meiner Landung in ORD) zumacht ist das doch recht schwer. Ich hatte seit dem Frühstück nichts gegessen und mit knurrenden Magen schläft es sich auch schlecht.

      Normalerweise esse ich auf den USA Ostküsten Flügen garnichts im Flugzeug, sondern schlafe nur. Auch das Frühstück im Flugzeug lasse ich aus und Esse dann meist am Boden in der Lounge oder Zuhause mit meiner Frau.

      Die immer ideale Taktik gibt es wohl nicht, aber ich war in diesem Fall sehr froh, dass LH mir so schnell im Flieger ein Essen servieren konnte.

      LG
      Christoph

  2. Hey, kurze Info an euch. Habt ihr schon festgestellt, dass man über Marriott Bonvoy keine Punkte mehr in LH Meilen wandeln kann?!

    Wäre doch sicher mal ein interessanter Beitrag für euren Blog, oder?!

    Liebe Grüße

    Timo

  3. Hallo Christoph,

    DANK für Deine Antwort.

    Habe das hier noch gefunden:

    “We have had to suspend Lufthansa Miles & More as a Marriott Bonvoy points to miles transfer partner at the request of Lufthansa Miles & More in connection with German regulations. This suspension is not specific to the Marriott Bonvoy program and other Lufthansa Miles & More hotel partners have taken the same action. Points to miles transfers from member accounts were made through May 20, 2019 and any transfers occurring after that date will be returned to the member’s account. We will share a timeline soon for when we expect the points to be returned. We are working to ensure all pages on our digital and mobile sites reflect this change in the status of Lufthansa Miles & More. We apologize for the inconvenience to members and look forward to providing updates about Lufthansa Miles & More once we have them.”

  4. LH wird gerade verklagt, Meilen mit 3 Cent pro Meile auszuzahlen, da diese E-money seien. Daher wurden Transfers von allen Programmen gesperrt, bei denen man Punkte/Meilen kaufen kann. Bin gespannt wie der Prozess ausgeht, meistens verliert LH ja.

  5. ich warte schon seit drei Monaten auf jegliche Avis – Gutschriften bei M&M, richtig traurig das der Helpdesk nicht weiterhelfen kann. Handelt sich nur um etwa 500 Meilen je Anmietung, aber auch Kleinvieh macht Mist und ca. 7k Meilen lasse ich ungern liegen.

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