Review: Lufthansa Business Class Boeing 747-8 „Upper Deck“ Frankfurt nach Chicago

Keine andere Airline bietet aus Deutschland so viele Langstreckenflüge an wie Lufthansa und keine andere Airline fliegt mehr non stop Flüge von Frankfurt in die USA. Entsprechend häufig haben wir die Lufthansa Business Class in verschiedenen Reviews auch schon hier auf Frankfurtflyer.de vorgestellt und auch die Lufthansa Business Class in der Boeing 747-8 haben wir schon in einer Review vorgestellt. Allerdings hat die Boeing 747 eine Besonderheit, welche bei vielen Passagieren sehr beliebt ist. Man kann in der Lufthansa Business Class in der Boeing 747-8 im sehr privaten Oberdeck mit nur 32 Sitzplätzen fliegen.

Das Upper Deck in der Boeing 747-8 und auch in der etwas kleineren Boeing 747-400 ist bei den Passagieren sogar so beliebt, dass es nicht selten vorkommt, dass trotz nur halb ausgebuchter Business Class jeder Sitzplatz im Oberdeck belegt ist, während im Hauptdeck nur eine Handvoll Passagiere sitzen.

Ich persönlich finde das Upper Deck in der Lufthansa Business Class der Boeing 747-8 daher gar nicht so attraktiv, allerdings wollte ich dennoch eine Review über diese recht einzigartige Kabine schreiben. Immerhin halten sich die Möglichkeiten, in der Boeing 747 im Upper Deck zu fliegen, inzwischen stark in Grenzen. Neben Lufthansa fliegen nur noch eine Handvoll Airlines die Boeing 747 und sie werden auch zunehmend in Rente geschickt.

Nachdem ich nur drei Tage vor diesem Flug aus den USA gekommen bin, war dies meine zweite USA Reise binnen 10 Tagen. Dies gehört allerdings zum Alltag eines Vielflieger dazu und ich war auch glücklich, dass ich drei Tage Zuhause verbringen konnte.

Lufthansa Business Class Boeing 747-8 „Upper Deck“ | Check-In und Boarding

Die Boeing 747-8 für den Flug nach Chicago wurde an einem der neueren Z-Gates im Flugsteig A Plus abgefertigt. Dieser neue Teil des Frankfurter Flughafens hat den enormen Vorteil, dass man am Gate viel Platz hat, anders als bei den älteren Z- Gates.

Ich hatte für meinen Flug bereits online eingecheckt und mir meine Bordkarte auf mein Smartphone schicken lassen, entsprechend bin ich direkt zum Gate gegangen und habe mich auch nicht mehr in einer Lounge aufgehalten, da mir hierfür die Zeit fehlte.

Das Boarding hatte gerade begonnen, als ich am Gate angekommen bin. Hierbei gab es ein eigenes Gate für First- und Business Class Passagiere, sowie Passagiere mit HON Circle Status, Senatoren und Star Alliance Gold Mitglieder.

Leider wurde das Priority Boarding nicht sehr konsequent durchgezogen. Zwar wurden Passagiere, welche hier nicht qualifiziert gewesen wären darauf hingewiesen, aber nicht zurück geschickt. Der reine Hinweis, dass man eigentlich kein Priority Boarding hätte, hat bei einem Passagier zu einem länglichen Monolog geführt, dass er als Frequent Traveller einer der wichtigsten Passagiere des Fluges sei. Nunja, unterhaltsam war es.

Lufthansa Business Class Boeing 747-8 „Upper Deck“ | Kabine & Sitz

Während man im Hauptdeck der Lufthansa Boeing 747-8 zwei Business Class Kabinen mit einer 2-2-2 Anordnung findet, befinden sich im Upper Deck 32 Business Class Sitze in einer 2-2 Anordnung. Damit erinnert mich das Oberdeck in der Lufthansa Boeing 747-8 immer an eine Boeing 737 mit reiner Business Class Ausstattung.

Eine Sache die man im Oberdeck der Boeing 747 bedenken sollte ist, dass hier die Overheadbins ein ganzes Stück kleiner sind, als im Hauptdeck. Man bekommt hier allerdings dennoch einen normalen Handgepäckskoffer in die Gepäckfächer, allerdings kann es hier auch schon einmal eng werden, wenn mehrere Passagiere gleich mit zwei großen Handgepäckstücken reisen, was besonders auf USA Flügen durchaus vorkommen kann.

Abhilfe schaffen hier die großen Fächer neben den Fenstersitzen. Hier kann man einiges unterbringen und selbst meine recht große Laptop Tasche findet hier Platz. Für einen Handgepäckskoffer selbst sind diese Seitenfächer allerdings nicht groß genug.

 

Nachdem ich den Lufthansa Business Class Sitz und auch den besten Lufthansa Business Class Sitzplatz in jedem Flugzeug schon mehrfach beschrieben habe, möchte ich in dieser Review nicht mehr all zu sehr ins Detail gehen.

Generell sollte man beim Upper Deck in der Lufthansa Business Class allerdings wissen, dass hier die Sitze in der sogenannten engen V- Konfiguration verbaut sind, was bei den Passagieren nach der Einführung der Boeing 747-8 zu so vielen Beschwerden führte, dass Lufthansa bei der Nachrüstung der Boeing 747-400 im Oberdeck die Sitze in einer H-Anordnung verbaut hat.

In der Boeing 747-8 bedeutet dies, dass man im Oberdeck nicht nur recht nah am Sitznachbarn sitzt, sondern dass die Füße in der Bettposition auch direkt nebeneinander liegen. Diesem Umsand verdankt die Lufthansa Business Class auch den nicht besonders liebevoll gemeinten Beinamen „Füßel Business“.

Auch wenn ich noch nie das Problem hatte, dass ich mit einem anderen Passagier ungewollt „gefüßelt“ habe, finde ich diese Nähe zum Nachbarn nicht ideal, insbesondere wenn man bedenkt, dass es in der Lufthansa Boeing 747-8 im Hauptdeck auch Business Class Sitze mit sehr viel Freiraum in der Mitte gibt.

Hauptdeck der Boeing 747-8 in der Lufthansa Business Class

Ich selbst reserviere daher nur einen Sitzplatz im Oberdeck der Boeing 747-8 bei Lufthansa, wenn der Sitz neben mir auch frei bleiben soll. Ich lasse vor dem Boarding auch immer noch einmal überprüfen, ob dies auch wirklich noch der Fall ist und setze mich im Zweifelsfall noch einmal um.

Am Sitz befand sich neben einer Wasserflasche und der Menükarte auch schon das Amenity Kit. Das aktuelle Design hat mir hierbei durchaus gut gefallen und auch alles was man für den Flug benötigt ist hier enthalten. Über die Qualität kann man sich wie immer streiten, ich persönlich finde sie aber ausreichend.

Lufthansa Business Class Boeing 747-8 „Upper Deck“ | Service

Der Service auf diesem Flug war ein wenig eigenartig und die drei Damen im Oberdeck hatten wohl nicht den besten Tag. Zwar war keine von ihnen in irgendeiner Art und Weise unfreundlich, aber wirklich Spaß schien man bei der Arbeit auch nicht gehabt zu haben. So habe ich die für mich zuständige Flugbegleiterin den gesamten Flug nicht ein mal lächeln gesehen und jede Interaktion mit den Passagieren wurde auf ein Minimum begrenzt. Sehr schade!

Dass es in der selben Crew auch anders geht, konnte ich dann bei meinem Rückflug am nächsten Tag lernen, bei welchem ich im Main Deck saß. Aber hierzu aber in der späteren Review mehr.

Vor dem Start wurde von einem Tablett Wasser, Orangensaft und Sekt angeboten. Hierbei stellte sich meine Flugbegleiterin auch kurz mit Namen vor, allerdings wirkte dies mehr gezwungen als natürlich, was ich dann schon fast unangenehm finde.

Nach dem Start wurden die Essens- und Getränkewünsche abgefragt.

Als man bei mir war und ich zur Hauptspeise den Spargel bestellte, schüttelte man den Kopf und sagte: „Alle haben bis hier den Spargel bestellt, ich habe keinen mehr!“ Neben der Tatsache, dass ich dies bei Lufthansa noch nie erlebt habe, hätte ich mich doch über die Nutzung des Wortes „Entschuldigung“ gefreut. Nachdem ich sagte, dass auch der Fisch für mich okay sei, hat man sich für diese Flexibilität allerdings bedankt.

Vor dem Cocktail Service wurde das obligatorische heiße Saunatuch gereicht und kurz darauf hat man mir auch mein Wasser mit Nüssen gebracht.

Zur Vorspeise habe ich mich für den Räucherlachs entschieden, welcher auch wirklich gut war. Hierzu wurde noch der übliche Brotkorb gereicht.

Zur meiner Überraschung wurde mir zum Hauptgang dann doch der Spargel serviert. Vermutlich hat man doch irgendwann einmal einen Blick auf die Passagierliste geworfen oder einfach genug Hauptgerichte geladen gehabt.

Egal wie, geschmeckt hat der Spargel dennoch.

Zum Dessert habe ich die süße Option, welche nur kurz als „Eisbecher“ beschrieben wurde bestellt und hierzu einen doppelten Espresso. Während der Espresso wie immer gut war, hat mich das Eis enttäuscht.

Besonders bei der Präsentation im Pappbecher machte es einfach keinen hochwertigen Eindruck und das Ganze wirkt wie ein Industrieprodukt aus dem Supermarkt. Vermutlich kommt es auch einfach aus einem Großhandel und wird in riesigen Mengen hergestellt. In der Economy Class würde ich mich über dieses Dessert sehr freuen, in der 5 Sterne Business Class fand ich es leider nicht angemessen.

Nach dem Essen habe ich mich ein wenig der Arbeit gewidmet und war daher fast den kompletten Flug in der aufrechten Position. Hier wurde mir dann auch regelmäßig aktiv etwas zu trinken angeboten und ich wurde auch gefragt ob ich noch einen keinen Snack möchte.

Vor der Landung in Chicago wurde noch einmal sehr zügig ein kleiner Snack serviert. Lufthansa nennt dieses Konzept „Soup and Salat“ und ich finde es immer wieder einen sehr guten leichten Pre Landing Snack, welcher mir viel lieber ist, als die kleine Pizza, welche man bei vielen US Airlines immer vorgesetzt bekommt.

In diesem speziellen Fall gab es neben dem Salat mit Mozzarella und gegrilltem Gemüse auch eine Spargelcremesuppe, welche sehr gut war.

Nachdem das Essen abgeräumt wurde, befanden wir uns auch schon im Anflug auf Chicago, sodass ich mich nur noch kurz umgezogen habe, bevor wir pünktlich gelandet sind.

Lufthansa Business Class Boeing 747-8 „Upper Deck“ | Frankfurtflyer Kommentar

Ich persönlich bin kein Fan der Lufthansa Business Class im Upper Deck der Boeing 747-8. Auch wenn die Kabine hier sehr privat ist, ist es hier meist deutlich voller als im Hauptdeck und die besten Business Class Sitze befinden sich auch im Unterdeck der Boeing 747-8.

Was mir auf dieser Reise allerdings auch besonders aufgefallen ist, ist welche Unterschiede es bei der Crew geben kann. Während die drei Damen im Oberdeck auf diesem Flug nicht so wirklich Spaß und Freude ausstrahlten, war die Flugbegleiterin auf dem Heimflug (selbe Crew) eine wahre Perle.


Dieser Tripreport besteht aus folgenden Teilen:

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7 Kommentare

  1. Von Peking nach München war in ein voll ausgebuchten Business im A350 nur 3 mal Fisch geladen. Und ein Waschraum war schon defekt.

  2. Ich hatte es auch schonmal bei LH, dass nicht genug von einem Gericht geladen wurde. Zum Beispiel auf der Strecke FRA-SIN, als ich in der drittletzten Reihe saß, gab es kein Steak mehr, als die freundliche Dame mich erreicht hatte.

  3. Hatten den gleichen Service vor einigen Tagen nach Boston, das Essen war sehr gut bis auf den enttäuschenden Nachtisch. Was kostet es, das Eis in einer Porzellanschale oder Waffel anzurichten? Das sollte selbst ohne 5 Sterne kein Problem sein (bei Swiss gibt es eine schöne Waffel).
    Noch eine Anmerkung zu den Sitzen im Oberdeck der 747-8: Die Staufächer an den Seiten haben unterschiedliche Größen, abhängig davon ob in der Sitzreihe ein Lüftungsschacht verbaut ist. In Reihe 87 ist zum Beispiel genug Platz für einen Trolley, in Reihe 85 nicht.

  4. Wir müssen auf demselben Flug gewesen sein. Auch wir waren im Mai auf dem Upper Deck nach Chicago. Wir haben selten eine so unmotivierte Crew in einer Business Class erlebt.

  5. Leider hatte ich selber auch die schlechte Erfahrung das nicht genug von meinem gewünschten Hauptgang geladen war… Ich habe aber tatsächlich hierfür einen 2.000 Meilen Voucher bekommen (Lucky Me)
    Zum Upper Deck Selber:
    Ich bin tatsächlich ein großer fan von den Bulkhead sitzen im Upper Deck und fliege diese immer wenn ich kann. Reihe 81 geht hingegen gar nicht… direkt an den Lavatories… Erstaunlich das die Plätze für SEN und HON reserviert sind. Ich passe da immer 😀
    Ich reise auch meist zu zweit. Daher ist die engere Anordnung für mich kein Problem.
    Alleine würde ich wahrscheinlich eher unten in der Mitte sitzen.

  6. Zur meiner Überraschung wurde mir zum Hauptgang dann doch der Spargel serviert. Vermutlich hat man doch irgendwann einmal einen Blick auf die Passagierliste geworfen 😉

  7. Bin auch häufiger nur kurz unterwegs und kenne das Erlebnis, die gleiche Crew auf’m Rückweg zu haben. Habe aber noch keine Logik erkennen können, ob auch die Crew ihr Setup belässt oder neu auswürfelt…

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