Review: Lufthansa Business Class in der Boeing 747-8 von Johannesburg nach Frankfurt

Der letzte Flug unser Mauritius und Südafrika Reise sollte mit der Lufthansa Business Class in der Boeing 747-8 von Johannesburg nach Frankfurt stattfinden. Für mich war dies auch zugleich der erste Flug, seitdem man die neuen Decken, Kissen und Pyjamas eingeführt hat. Gebucht haben wir den Flug eigentlich recht spontan und mit Meilen. Da wir unbedingt nach nach Südafrika wollten haben wir kurzerhand unseren Rückflug aus Mauritius storniert und einen neues Meilenticket ab Kapstadt via Johannesburg nach Frankfurt gebucht. Was wir auf diesem 11 stündigen Nachtflug erlebt haben und ob die kleinen „Upgrades“ die Schlafqualität verbessern möchte ich Euch hier in der Review aufzeigen.

Lufthansa Business Class in der Boeing 747-8 – Check-In

Nachdem wir leicht verspätet aus Kapstadt gelandet sind wir mussten schließlich einen Go-Around fliegen, mussten wir zunächst vom Domestic- zum internationalen Terminal wechseln. Der Fußweg dauerte gute 20 Minuten. Lufthansa und Swiss betreiben hier gemeinsam die Check-In Schalter, die zu unserer Überraschung bereits vier Stunden vor dem Abflug offen hatten. Wir haben sicherheitshalber einen langen (6-stündigen) Transit in Johannesburg geplant. Die andere Verbindung mit 75 Minuten wäre im Nachhinein zu sportlich gewesen, vor allem mit Kleinkind.  Wir durften Dank unseres Star Alliance Gold Status am First Class Schalter einchecken. Gleiches gilt natürlich auch für Inhaber eines Lufthansa Group Senator Status. Dies war recht angenehm, da nebenan am Business Class Schalter bereits einiges los war. Wir bekamen bestätigt, dass unser Gepäck durchgecheckt wurde und hatten innerhalb weniger Minuten die Bordkarten für unseren Flug in der  Lufthansa Business Class in der Boeing 747-8 zur  Hand. Hinter dem Check-In Schalter befindet sich die Passkontrolle sowie der Security Bereich. Beides hatten wir innerhalb weniger Minuten hinter uns gebracht.

Wir haben die South African Airways Business Class Lounge in Johannesburg besucht, welche Christoph bereits vorgestellt hat. Deshalb möchte ich hier auf ein Review verzichten. Insgesamt haben wir hier gute drei Stunden verbracht.

Lufthansa Business Class in der Boeing 747-8 – Boarding

Das Boarding für unseren Flug ging auf die Minute pünktlich los. Wir standen zwar bereits in der Schlange für Business und First Class Gäste, allerdings wurden wir noch einmal nach vorne geholt. Familien mit Kindern und Gäste die länger zum Einstigen benötigen, hatten hier einige Minuten, bevor das eigentliche Boarding los ging.

Im Flugzeug angekommen wurden wir begrüßt und zu unseren Sitzplätzen (10A&C) gewiesen.

Die Sitze befinden sich im Unterdeck, in der zweiten, kleineren Business Class Kabine, direkt vor der Economy Class.

Lufthansa Business Class in der Boeing 747-8 – Die Kabine

Die Business Class Kabine in der Boeing 747-8 ist in drei Abschnitte unterteilt. Die große Kabine mit sechs Reihen in 2-2-2 Anordnung befindet sich zwischen den ersten beiden Türen des Flugzeugs. Dahinter befindet sich eine kleine Business Class Kabine mit nur zwei Reihen und 12 Sitzen. Hier haben wir unsere Sitze gewählt.  Im Oberdeck der Boeing 747-8 sind auch noch 32 Sitzplätze in einer 2-2 Anordnung verbaut. Mit 80 Sitzplätzen nimmt die Business Class einen ordentlichen Teil des Flugzeuges ein.

In der Nase der Boeing 747-8 befinden sich noch die acht Plätze der First Class. Die Premium Economy Class ist mit vier Reihen in 2-4-2 Anordnung recht klein. In der Economy Class sind 244 Sitzplätze in einer 3-4-3 Bestuhlung verbaut.

Lufthansa Business Class in der Boeing 747-8 – Der Sitz

Über den Sitz in der Lufthansa Business Class haben wir schon öfter geschrieben. Während Christoph ein echter Lufthansa Fanboy ist, der gerne mal 47 Stunden in einer Woche in der Lufthansa Business Class verbringt, bin ich eher der Lufthansa Business Class Gelegenheitsflieger. Zuletzt habe ich über die Business Class im Airbus A330 der Lufthansa auf unserer Reise nach Äthiopien berichtet.

Aber vielleicht ist es ja auch erfrischend eine andere (etwas neutralere Meinung) zu hören. Lufthansa verbaut die Business Class fast immer in einer 2-2-2 Bestuhlung. Das heißt, man muss von den Fensterplätzen immer über den Nachbarn steigen um an den Gang zu gelangen. Das ist einfach nicht mehr zeitgemäß und nicht wirklich komfortabel. Allerdings wird sich dies bald mit der neuen Lufthansa Business Class ändern.

Wir nahmen aber zunächst auf unseren Sitzplätzen 10A&C Platz. Eigentlich wären wir gerne im Upper Deck gewesen, allerdings war der Flug recht gut gebucht. Der Junior hatte eigentlich keinen eigenen Sitz, allerdings meinte die Purserette, dass ich mich doch umsetzen könne, falls noch ein Sitz frei bleibt. Dies habe ich dann später auch gerne getan. Der freundliche Herr auf 10D ist sogar auf 10G gerutscht, damit ich auf der richtigen Gangseite neben der Familie sitzen kann. Sehr nett und angenehm.

Der Sitz in der Lufthansa Business Class in der Boeing 747-8 lässt sich zu einem 195 Zentimeter langen und 50 Zentimeter breiten Bett verstellen. Den weichen Stoffbezug empfinde ich sehr angenehm. Vor allem wenn die Kabine etwas wärmer sein sollte, schwitzt man nicht an Rücken und Beinen.

Anders als bei den ganzen Airbus Modellen, ist die Business Class in der Boeing 747-8 V-förmig angeordnet. Das heißt alle Sitze sind leicht schräg verbaut, so dass die Fußenden zueinander zeigen.

Während wir es uns gemütlich gemacht haben und das Gepäck in den Gepäckfächern verstaut haben, hat der Kleine bereits den Sitz erkundet.

Die Fußablagen in der ersten Reihe sind durch den Monitor in der Höhe etwas begrenzt. Mit meiner Schuhgröße 43 hatte ich aber keine Probleme. Beengt habe ich mich auch nicht gefühlt. Was mit jedoch nicht am Sitz gefällt, ist die fehlende Seitenwand in Richtung Gang. Durch den fehlenden Sichtschutz liegt man nur wenige Zentimeter von den vorbeilaufenden Gästen und der Crew entfernt. Eine etwas ausladender gestaltete Sitzschale wäre in meinen Augen nicht verkehrt gewesen.

Die Sitzplätze in Reihe 10 liegen zudem direkt hinter der Galley. Man bekommt also durchaus einige Geräusche mit. Extrem gestört hat mich das aber nicht. Meist schlafe ich sehr tief. Auch im Flugzeug.

Wer aber einen leichten Schlaf hat, dem sei ein anderer Sitz empfohlen. Wir haben bereits eine Übersicht über die besten Lufthansa Business Class Sitze erstellt.

Jeder Sitz verfügt über einen individuellen Monitor über den sich Filme und Serien schauen lassen. Alles lässt sich über einen Handcontroller steuern. Natürlich verfügt der Sitz auch über eine Steckdose und einen USB Anschluss um seine elektronischen Geräte zu laden. In der Armlehne ist auch der Klapptisch verstaut. Dieser lässt sich zum Essen ausziehen und ist dann recht stabil. Auf der Armlehne befindet sich zudem das Controllpanel für den Sitz, hier lassen sich die meisten Funktionen recht intuitiv einstellen.

Seit einiger Zeit gibt es auf den Langstrecken der Lufthansa neue Business Class Decken, Kissen, Pyjamaoberteile und „Matratzen“. Zugegebenermaßen war ich auf dem Nachtflug aus Johannesburg sehr müde. Entsprechend habe ich mich kurz vor dem Star umgezogen. Neben meiner kurzen Hose habe ich das bequeme Van Laack Oberteil angezogen. Hier nach musste ich allerdings aktiv fragen. Es wurde nur an einige wenige Gäste ausgeteilt. Falls jemand schon mal über den Dresscode im Flugzeug nachgedacht hat, ich habe einen Artikell dazu geschrieben. Die Decke, das Kissen und die Matratze warteten bereits am Sitzplatz.

In meinen Augen hat sich das Schlaferlebnis deutlich verbessert. Die Matratze ist zwar nicht wirklich dick und vor allem nicht so lang wie der Sitz, allerdings ist die Oberfläche ziemlich angenehm und komfortabel. Wenn man ehrlich ist, ist der Begriff „Matratze“ schon sehr wohlwollend dargestellt. Es handelt sich eher um eine Sitzauflage. Allerdings um eine sehr angenehme.

Das Pyjamaoberteil ist aber wirklich sehr angenehm zu tragen und gehört zu den besten, die ich je in der Business Class erhalten habe. Auch das Kissen und die Decke sind deutlich besser geworden. Natürlich waren beide noch recht neu, allerdings fand ich die Oberflächen extrem weich, flauschig und angenehm.

Letzten endlich habe ich über neun Stunden geschlafen.

Lufthansa Business Class in der Boeing 747-8 – Der Service

Kurz nach dem Einsteigen wurden wir bereits von der Flugbegleiterin Susi begrüßt. Die Gute hat sich wirklich Mühe gegeben und sich vor allem um den Kleinen gekümmert. Selten habe ich jemand so offenes und herzliches gesehen. Für mich war es aber dann doch ein wenig zu viel. Aber das mag auch daran gelegen haben, dass ich nicht ganz fit und ziemlich müde war.

Jedenfalls wurden während des Boardings noch Getränke angeboten. In unserem Fall gab es Orangensaft. Auch kurz nach dem Start gab es eine weitere Getränkerunde. Obwohl ich nur eine Cola wollte, bot Susi mir noch proaktiv ein Wasser und ein Saft zum Essen an. Dazu wurden Nüsse gereicht.

Noch am Boden wurden die Speise- und Getränkekarten verteilt.

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In meinem Fall gab es die Schinkenplatte, die fälschlicherweise als Roastbeef geladen wurde. Dazu habe ich mir noch ein alkoholfreies Weizenbier bestellt. Eigentlich bin ich nach der Vorspeise schon im Sitzen eingeschlafen (spricht wohl für den Sitz oder meine Müdigkeit). Susi weckte mich und teilte mir mit, dass es nun Zeit für das Schweinekotelett wäre, welches ich als Hauptgang geordert hatte.

Von der Qualität bin ich kein großer Fan vom Lufthansa Business Class Catering. Das können Airlines wie Qatar Airways deutlich besser.

Im Anschluss habe ich über neun Stunden geschlafen. Ich wurde erst wieder geweckt, als man mir mitteilte, dass ich doch den Sitz gerade stellen sollte. Susi hat mich übrigens daran erinnert, dass ich ja vor der Landung den Pyjama und die kurze Hose ausziehen könnte 😉

Lufthansa Business Class in der Boeing 747-8 – Frankfurtflyer Kommentar

Ja, ich fliege gerne mit der Lufthansa Business Class. Der Sitz mag zwar nicht perfekt sein, aber der Komfort ist durchaus gut. Ich habe noch nie eine wirklich schlechte Crew bei der Lufthansa erlebt. Die Konsistenz ist hier wirklich beeindruckend. Bei kaum einer Airline weiß der Gast so genau, was einen erwartet. Natürlich hat der Sitz Nachteile. Die Privatsphäre ist sehr mittelmäßig. Nicht jeder Platz hat direkten Zugang zum Mittelgang. Auch mit dem Catering werde ich wohl nicht warm.

Auf der anderen Seite ist der Schlafkomfort bei Lufthansa ziemlich gut. Vor allem mit den neuen Decken, Kissen, den Pyjamas und  den Sitzauflagen.

Die letzten Teile meines Tripreport lest Ihr hier:

Turkish Airlines Regionale Business Class im Airbus A330

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Radisson Blue Azuri Mauritius

The Address Boutique Hotel Mauritius

Mystik Life Style Hotel Mauritius

„Are you a child trafficker?“ – Chaos in Mauritius

Air Mauritius Business Class Lounge

South African Airways Economy Class im Airbus A330-300 von Mauritius nach Johannesburg

Twice Central Stellenbosch

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3 Kommentare

  1. Also wer Schweinekoteletts in C auf einem Nachflug serviert (moderne leichte Ernährung!?) und dann noch so unterirdisch anrichtet wie auf dem Bild, der muss einfach im 5 Sterne Segment zuhause sein!
    Safe Travels!

    Christian

  2. Hat denn dein Junior auch 9h durchgeschlafen 🙂
    Wir sind letzte Woche aus Washington mit LH in C mit der Kleinen gekommen und die ist 15min vor dem Frühstück also 1,5h vor der Landung erst eingeschlafen…

    • Hey,
      Im Gegensatz zu den anderen Flügen hat der Kleine diesmal nicht den ganzen Flug geschlafen. Kurz nach dem Start hat er für gute drei Stunden geschlafen, war dann noch mal gute drei Stunden wach und hat dann bis zur Landung geschlafen. Auf den anderen Lansgtrecken in den letzten paar Monaten (Stockholm-Singapore-Sydney, Auckland-Singapore (Tagflug) Moskau-Stockholm, Frankfurt-Abu Dhabi – Frankfurt (Tagflug), Istanbul-Mauritius hat er eigentlich immer durchgeschlafen, bis auf die Tagflüge.
      Diesmal war er wahrscheinlich aufgeregt, da er das erste mal einer 747 geflogen ist 😉

      Grüße,

      Tim

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