Review: Lufthansa Onboard Delights

In der vergangenen Woche hat Lufthansa den Bordservice in der Economy Class auf Kurz- und Mittelstrecken umgestellt. Letzten Mittwoch ist der Kranich – wie schon zuvor Austrian und Swiss – zu einem Buy on Board Konzept übergegangen. Mit den „Onboard Delights“ will Lufthansa das vorher inkludierte Standardsandwich mit hochwertigeren Produkten von Dallmayr sowie dean&david ersetzen.

Die Töchter haben mit den „Swiss Saveurs“ und der „Austrian Melangerie“ bereits im März angefangen, die Einführung bei LH hat sich auf Mai verzögert. Nun ist der Service auf allen Europa-Flügen über 60 Minuten verfügbar.

Lufthansa Onboard Delights | Ablauf

Informationen zu dem Bezahlservice gibt es vorab auf der Homepage oder in der App, einige Passagiere sollen auch eine E-Mail vor dem Abflug erhalten. An Bord sind die Menükarten in den Sitztaschen ausgesteckt, eine Ansage zu der Neuerung kam direkt nach dem Start. Eine Übersicht findet Ihr in einem eigenen Beitrag oder hier:

Zunächst wurden kleine 0,33-Liter Wasserflaschen für alle Passagiere kostenlos ausgegeben. Dieser Service wurde mit den pandemiebedingten Einschränkungen letztes Jahr eingeführt, allerdings lag der Inhalt er Flasche bisher bei 0,5 Liter. Auf innerdeutschen und kurzen Flügen unter 1 Stunde ohne Buy on Board gibt es diese Größe nach wie vor.

Wir haben das Angebot auf etwas längeren Flügen mit einer Dauer von 2 bzw. 3 Stunden ausprobiert. Die Auslastung der Maschinen war in beiden Fällen relativ hoch. Das Angebot wurde von einigen Passagieren genutzt, Austrian bezifferte zuletzt den Anteil der Gäste die etwas gekauft haben bei etwa 15%.

Die Bezahlung läuft bargeldlos ab, akzeptiert werden alle gängigen Debit- und Kreditkarten sowie Apple bzw. Google Pay. Belege werden ausgedruckt und sollen in Kürze auch elektronisch nach dem Flug abrufbar sein. Zum Abschluss gibt es noch eine kleine Schokolade für alle.

Lufthansa Onboard Delights | Falafel Tahini Salat

Neben zahlreichen Getränken sowie abgepackten Snacks und Süssigkeiten wie Schokoriegel, Chips, Gummibärchen und Nüsse werden auch Salate und Sandwiches angeboten. Kreiert wurden die frischen Mahlzeiten von dem deutschen Unternehmen dean&david.

Auf einem Flug habe ich den Falafel Tahini Salat bestellt, dieser kam mit Dressing und einem Brötchen. Zunächst war ich von der Grösse der Pappschachtel überrascht, diese war in etwa so breit wie der Klapptisch.

Der Inhalt wird mit 410 Gramm angegeben, durch den vielen Salat kommt einiges an Volumen zusammen. Mit Falafel-Bällchen wurde nicht gegeizt, in der Bowl sind auch Süsskartoffeln, Rote Beete und Hummus. Das Brötchen wurde leider nicht aufgeheizt und war auch ziemlich trocken.

Insgesamt aber ein leckerer Imbiss, der satt macht und nicht zu schwer im Magen liegt. Mit dem neuen Angebot will man auch auf den Zug der Nachhaltigkeit aufspringen und widmet dem Thema eine ganze Seite in der Menükarte. Ganz ohne Verpackung kommt man natürlich nicht aus, es soll aber überwiegend Recyclingpapier und kaum Plastik verwendet werden.

Lufthansa Onboard Delights | Kaffee & Kuchen

Eine weniger gesunde Option habe ich mir auf einem anderen Flug mit dem Apfel-Streuselkuchen gegönnt. Dieser kostet 4€ und kann mit einem Heißgetränk im günstigeren Kombi-Paket geordert werden.

Für die Kreation der Heißgetränke und Süßwaren ist das Münchener Kaffee- und Feinkosthaus Dallmayr zuständig. Der Kuchen war richtig saftig und von der Portion ausreichend. Dazu habe ich einen Kaffee bestellt, zur Wahl standen außerdem verschiedene Teesorten oder heiße Schokolade.

Zum neuen Kaffee gibt es laut Flugbegleiter unterschiedliche Meinungen. Die einen finden das Getränk viel zu kräftig, andere mögen den intensiven Geschmack sowie den großen Becher. Das Produkt wird mit richtigem Kaffeepulver aufgegossen und erinnert an einen Mokka. Ungewöhnlich ist der Deckel, in dem ein Filter eingebaut ist, der den Kaffeesatz zurückhält.

Den Kaffee muss man also zwingend mit diesem Aufsatz trinken, spätestens da funktioniert es nicht mehr ohne Kunststoff. Unter dem Deckel sieht es dann alles andere als appetitlich aus.

Lufthansa Onboard Delights | Frankfurtflyer Kommentar

Mein erster Eindruck vom Lufthansa Buy on Board war gemischt mit leichten Tendenzen zum Positiven. Das Sortiment wirkte zunächst umfangreich, das einzige was an eine Mahlzeit herankommt ist jedoch nur die Bowl bzw. der Salat. Ein Sandwich kann sicherlich ausreichend sein, die meisten Flüge mit diesem Konzept dauern schließlich nur etwa 2-3 Stunden.

Nicht jeder ist mit den einzelnen Bestandteilen glücklich und hätte mehr Freude an etwas „bodenständigerem“ oder der sonst in Flugzeugen üblichen Alu-Schale mit Chicken oder Pasta. Warme Optionen gibt es aber keine. Immerhin bleibt auf einigen Mittelstreckenflügen wie z.B. nach Israel oder Ägypten die bisherige Freiabgabe. Dann ist aber gleichzeitig nichts aus dem BoB-Sortiment zu haben.

Die Qualität der gekauften Produkte fand ich gut, von den Portionen war ich ebenfalls positiv überrascht. Vereinzelt sind die Preise etwas hoch gegriffen, überwiegend aber marktüblich und fair. Beim Kaffee gehen die Meinungen definitiv auseinander. Wer einen kräftigen Geschmack liebt und nicht schnell Herzflattern bekommt, wird Gefallen an dem neuen Produkt finden. Allerdings sollte man den Deckel besser nicht abnehmen.

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13 Kommentare

  1. Danke für die Bilder!
    Wie hat das Bezahlen und Bestellen funktioniert?
    Stelle mir das etwas stressig vor im vollen Flieger auf der kurzen Strecke.

    • Hallo Jan,
      Die Flugbegleiter haben etwa 10-15 Minuten nach dem Start von vorne angefangen, je nachdem wo man sitzt dauert es entsprechend.
      Einmal sind sie sogar noch ein zweites Mal durch.

      Ich habe beide Male kontaktlos mit dem Handy bezahlt. Gab aber auch Karten die in das Gerät eingesteckt wurden. Bargeld wird nicht angenommen.

  2. Warum muss alles bei LH daneben gehen, seit Spohr die Verantwortung hat? Wer braucht dieses abgehobene Zeug, warum gibt man den Kunden nicht das, was es noch vor 5 Jahren kostenlos auf alles FLügen ab 2 Stunden gab? Ein heißes vollwertiges Essen, warm in Aluschale serviert. Fleisch mit Beilage und Gemüse oder Pasta. Aber nein es muss ja hip und nachhaltig sein. Mann kann es nicht mehr hören, Lufthansa ist eine Airline und keine grüne Häkelgruppe. Nur KLM ist noch schlimmer im Ökowahn.

    • Man kann es nunmal nicht allen recht machen. Mit dem was es vor 5 Jahren noch gab, war auch nicht jeder glücklich, selbst nicht mit dem warmen Essen.

      Und von den kostenlosen warmen Mahlzeiten auf Flügen ab 2 Stunden sollte man sich schon längst verabschiedet haben.

      • Turkish Airlines fliegen. Die warme Mahlzeit in Economy inkl Vorspeise und Dessert, schmackhafte Köfte mit Reis, gegrilltem Gemüse oder Pasta, vegetarisch, ab 2 Stunden Flugzeit ist zurück.

  3. Zitat:
    „Zunächst wurden kleine 0,33-Liter Wasserflaschen für alle Passagiere kostenlos ausgegeben. Dieser Service wurde mit den pandemiebedingten Einschränkungen letztes Jahr eingeführt, allerdings lag der Inhalt er Flasche bisher bei 0,5 Liter. Auf innerdeutschen und kurzen Flügen unter 1 Stunde ohne Buy on Board gibt es diese Größe nach wie vor.“

    Auch auf den innerdeutschen Flügen ohne BOB gibt es nur noch 0,33-Liter-Flaschen.

  4. Aus welchem Material war denn die Gabel? Das sieht nach Bambus aus, was ich wesentlich angenehmer finde als Holz, welches eigentlich für Besteck zu weich ist und auch einen Eigengeschmack mitbringt.

    • Richtig. Dieses Holzbesteck ist das Schlimmste überhaupt, weil es Eigengeschmack hat. Grausam.

      Aber über die Nachhaltigkeit von Bambusbessteck kann man auch streiten. Aber momentan muss ja alles hip und ökologisch sein und alle brüsten sich damit und glauben, dass das absolut nötig sein muss.

      Mal abgesehen davon, den Salat würde ich nicht mal umsonst wollen. Da würde ich mir was am Airport kaufen.

      • Ja gut, in Flughäfen muß D&D auch Flächenmiete und Verkaufspersonal bezahlen, da kommen schnell 2 Euro zusammen… Onboard spart D&D das ein.

  5. Dean und David kreieren also einen Falafel Tahini Salat für den nunmehr zahlungspflichtigen Bordservice der deutschen LH. Wieder einmal so eine Neuigkeit, auf die ich gerne verzichtet hätte.

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