Review: Mercure Amsterdam Sloterdijk Station

Auf einer Reise mit KLM hatte ich einen planmäßigen Stopp über Nacht in Amsterdam. Nach einer Übernachtung in einem der zahlreichen Flughafenhotels am Schiphol Airport sollte es am nächsten Morgen weiter nach Nürnberg gehen. Amsterdam ist aber immer eine Reise wert und ich hatte einige Tage Zeit. Daher bin ich spontan zu einem Schalter der KLM und fragte nach, ob ich den Flug nach Nürnberg einfach verschieben könnte. Gesagt- getan, durch die aktuelle Lage wurde sogar auf Umbuchungsgebühren verzichtet und ich hatte drei Tage Zeit für die schöne Hauptstadt der Niederlande. Als Unterkunft habe ich mich für ein Hotel auf halbem Weg zwischen Flughafen und dem Hauptbahnhof „Centraal“ entschieden.

Ein Blick auf die App der französischen Hotelkette Accor hat mich beinahe überfordert. Zur Wahl standen mehrere Hotels direkt am Flughafen und mehr als ein Dutzend weiterer Häuser in der Stadt. Angefangen bei der Basic-Marke Ibis Budget bis hin zu den High-End Hotels von Sofitel war auch die Preisspanne weit gedehnt. Die Einstiegspreise lagen zwischen 50€ bis hin zu knapp 1.000€ für eine Nacht. Meine Wahl fiel mit einem Mercure in den unteren Preisbereich.

Mercure Amsterdam Sloterdijk Station | Lage & Check-In

Direkt am Bahnhof Sloterdijk befindet sich das Mercure Hotel genau zwischen dem Flughafen und dem Stadtkern. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist das Hotel nur zwei Stationen vom Airport entfernt. Die Züge fahren regelmäßig und benötigen nur gut zehn Minuten. Im näheren Umfeld des Hotels gibt es mehrere Cafés, Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten. Auch der Bahnhof Sloterdijk bietet diesbezüglich einige Möglichkeiten zur Selbstversorgung.

Um in die Stadt zu kommen kann man entweder zwei weitere Stationen mit der Bahn fahren, einen Bus oder die Straßenbahnlinie 19 nutzen. Ich bin sogar einige Male zu Fuß in das Zentrum gelaufen und benötigte je nach Ziel und Tempo 30 bis 60 Minuten. Die Haltestellen für Bus und Bahn sind unmittelbar vor dem Hotel.

Direkt nach der Buchung erhielt ich das Angebot online per App oder Website einzuchecken. Meine Erfahrungen waren diesbezüglich bei Accor meist nicht gut, ich stellte bisher fest, dass dieser Vorgang absolut keinen Mehrwert hat. Es wird zwar damit geworben daß man nach dem Online Check-In nur noch seine Zimmerkarte abholen muss, so einfach ist es aber für mich noch nie gewesen.

Dabei erkannte der Rezeptionist daß ich bereits eingecheckt bin und hatte schon einige Unterlagen in einem Umschlag vorbereitet. Dennoch musste ich ein Formular ausfüllen, mehrfach unterschreiben und den Personalausweis zur Kopie aushändigen. Der Mitarbeiter meinte, dass auf der hinterlegten Karte bereits eine Garantie geblockt wird, er bräuchte aber auch die Kreditkarte im Original. Kein verkürzter Vorgang also.

Mercure Amsterdam Sloterdijk Station | Zimmer

Insgesamt vier verschiedene Zimmerkategorien sind im Mercure Sloterdijk buchbar:

  • Classic Zimmer (20m²)
  • Privilege Zimmer (23m²)
  • Familienzimmer mit Bett & Couch (23m²)
  • Familienzimmer mit Doppel- und Twin-Bett (32m²)

Der Unterschied zwischen Classic und Privilege war neben der Zimmergröße auch eine Nespresso-Maschine und die Minibar. Diese ist mit Softdrinks gefüllt und im Zimmerpreis inbegriffen. Der Preisunterschied war nur ein paar Euro, daher buchte ich die Kategorie Privilege.

Der Rezeptionist meinte dass ich sogar noch ein Upgrade auf ein viel größeres Zimmer bekomme und nichts dafür bezahlen muss. Ich freute mich und dachte an ein etwas größeres Zimmer, da ich wusste daß das Hotel keine Suiten hat. Oben angekommen stellte ich fest daß es eines der Familienzimmer mit einem Doppel- und zwei Einzelbetten geworden ist.

Eine Nespresso-Maschine war jedoch nicht vorhanden und die Minibar war leer. Sonst hatte der Raum eine angenehme Größe, am Badezimmer konnte man erkennen, dass das Hotel neueren Datums war bzw. kürzlich renoviert wurde.

Ich kontaktierte später nochmals die Rezeption wegen des Privilege Zimmers. Es sei aber keines mehr verfügbar und daher wurden mir die Getränke in eine Tüte gepackt. Wegen der Espressomaschine wollte man einen Techniker in das Zimmer schicken.

Ich verstehe dass man – ähnlich wie bei Mietwagenverleiher – nicht immer die gebuchte Kategorie anbieten kann und dann mit einem anderen oder ähnlichen Produkt vorlieb nehmen muss. Das größere Zimmer habe ich durchaus als Upgrade verstanden, ein Downgrade oder fehlende Leistungen sollten aber immer sofort offen kommuniziert und entsprechend kompensiert werden. In meinem Fall waren es nur Kleinigkeiten, dennoch hätte man diese ohne Rückfrage bereitstellen können.

Mercure Amsterdam Sloterdijk Station | Restaurant

In der achten Etage befindet sich das Restaurant in dem auch Frühstück serviert wird. Abends kann man dort á la Carte essen und die Aussicht genießen. An der Bar läßt es sich auch gut alleine sitzen und in schöner Atmosphäre den Tag ausklingen lassen. Ich war auch einige Male dort um Eis oder Gläser für das Zimmer zu holen und bin ausnahmslos auf sehr zuvorkommendes Personal gestoßen.

Auf der Karte findet man Snacks, Vorspeisen und mehrere Hauptgerichte. Das Angebot ist nicht allzu groß, bietet aber die typischen Klassiker wie Pasta, Burger und Fingerfood. Vegetarier und Fischliebhaber werden auch fündig. Die Getränkepreise sind wie in Hotels üblich etwas hoch.

Mercure Amsterdam Sloterdijk Station | Sonstige Einrichtungen

Die Lobby ist relativ klein, bietet aber einige gemütliche Sitzmöglichkeiten an.

Es gibt einen kleinen Kühlschrank mit Getränken und Snacks die man an der Rezeption kaufen kann. Weitere Angebote sind ein Tagungsraum sowie ein kleines Business Center.

Das Mercure teilt sich die drei Aufzüge mit einem angrenzenden Hotel. Zum Gym haben ebenfalls Gäste von beiden Häusern Zutritt. Es gibt mehrer Cardiogeräte, Hanteln, Matten und eine Kraftstation.

Das Hotel bietet außerdem einige Fahrräder zum Verleih an, bei den gut ausgebauten Fahrradwegen in Amsterdam kann sich das durchaus lohnen.

Mercure Amsterdam Sloterdijk Station | Corona

Im Mercure gibt es keine Maskenpflicht. Man stößt lediglich auf einige Hinweise zur Hygiene und Abstandsregel. Die Aufzüge dürfen maximal von zwei Personen gleichzeitig benutzt werden.

Aufgrund der Covid-19 Epidemie durften nur Gäste die im gleichen Zimmer wohnen im Gym trainieren, andere hatten dann keinen Zutritt.

Im Restaurant wurden Essen und Getränke auf einem Servierwagen gebracht, die Teller und Gläser mußte man sich dann selbst auf den Tisch holen.

Hier könnt Ihr das Mercure Sloterdijk bei Accor buchen

Mercure Amsterdam Sloterdijk Station | Frankfurtflyer Kommentar

Ich erwartete von Mercure ein Mittelklassehotel und wurde nicht enttäuscht. Die neuere Einrichtung in öffentlichen Bereichen und dem Zimmer war ansprechend und in gutem Zustand. Das Hotel liegt nicht im Zentrum, ist aber sehr gut an das Netz des ÖPNV angebunden. Amsterdam läßt sich von dort aber auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden.

Über die Corona-Maßnahmen kann man geteilter Meinung sein. Den Sinn von dem Servieren der Speisen und jedem Getränk mit dem Wagen konnte ich nicht ganz nachvollziehen. Man konnte aber unnötige Kontakte im Hotel gut vermeiden und beim Check-Out das Hotel verlassen ohne die Rezeption zu kontaktieren. Mit Steuern und der Touristentaxe betrug die Rechnung für drei Nächte weniger als 200€. Das Preis/Leistungsverhältnis war in meinem Fall also ausgesprochen gut.

 

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6 Kommentare

  1. Sloterdijk dürfte fast der ideale Übernachtungsort sein. Sowohl touristisch als auch geschäftlich. Einverstanden, Ausgehen wäre etwas tote Hose, dafür wohnt man zugleich ruhig, aber sehr verkehrsgünstig. Stellenweise vielleicht noch etwas öde, aber die Flächen dürften nicht allzu lange mehr frei bleiben.
    So ein bischen Shin-Osaka im Puppenstubenformat.

  2. Die meisten Stopover-Gäste machen den Fehler Holland auf Amsterdam zu reduzieren. Dabei bietet gerade die Lage des Hotels am Bahnhof Sloterdijk interessante Möglichkeiten. Von hier geht auch ein Zug nach Harleem, dass eine sehr reizvolle Innenstadt hat. Oder man ist in gut 20 Minuten in Zandvoort, an der Nordsee mit schönem Strand, tollen FischImbissbuden und Strandlokalen. Nicht zu vergessen die Rennstrecke. Auf dem Rückweg stoppt man noch in Overveen und genießt die Atmosphäre in der Weinbar am Bahnhof……

  3. Das Hotel hatte demnach kein Spa oder? Ansonsten super, dass auch mal über „Mittelklassehotels“ gereviewt wird!

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