Review: Royal Jordanian „Crown“ | Frankfurt-Amman

Schon länger steht das Tote Meer als Wunschziel auf meiner Reiseliste. Nachdem ich mich näher mit dieser Destination beschäftigt habe, wurde ich mehr und mehr auf Jordanien aufmerksam. Ein Land, das als Schweiz des Nahen Ostens bezeichnet wird, so offen und friedlich werden die Menschen dort beschrieben. Neben einem entspannten Badeurlaub gibt es auch noch viel in dem Land zu erkunden!

Review: Royal Jordanian „Crown“ | Die Airline & Buchung

Vor über 50 Jahren wurde die Fluggesellschaft aus Jordanien gegründet, seit 2007 ist diese Vollmitglied der oneworld Allianz. Die Flotte besteht u.a. aus der 787-8 von Boeing sowie Maschinen der Airbus 320 Familie und ist mit insgesamt 25 Flugzeugen überschaubar. In Deutschland werden München, Berlin und Frankfurt/Main aus Amman angeflogen.

Für mich ist es immer eine große Freude, wenn eine Airline auf Schmalrumpfflugzeugen eine „echte“ Business Class verbaut. Wir sind hier in Europa was das angeht, leider nicht gut aufgestellt. Ein Grund mehr den Direktflug nach Amman mit Royal Jordanian zu wählen, ein weiterer Vorteil war, dass ich dafür Meilen einlösen konnte.

Die Buchung habe ich bei dem oneworld-Partner British Airways vorgenommen, der Preis war mit nur 22.000 Avios für oneway in Business Class sehr human. Die Steuern & Gebühren waren mit 195€ p.P. hingegen ziemlich gesalzen!

Review: Royal Jordanian „Crown“ | Check-In & Lounge

Exakt drei Stunden vor Abflug erreichte ich das Terminal 2 am Frankfurter Flughafen – Punktlandung, denn genau da wurde der Check-In für den Flug geöffnet. Zu diesem Zeitpunkt standen schon einige Passagiere in der Schlange, ein separater Schalter war für „Crown“ vorbehalten, so nennt Royal Jordanian ihre Business Class. Oneworld-Statuskarteninhaber konnten diesen natürlich auch nutzen.

Die Sicherheitskontrolle befindet sich im Terminal 2 erst unmittelbar vor den Gates. Will man eine Lounge besuchen, muss man das also vorher tun. Ich nutzte die Gelegenheit um in die Primeclass Lounge zu schauen, davon war ich aber nicht sonderlich angetan. Direkt daneben betreibt der oneworld-Partner Cathay Pacific eine Lounge, die am frühen Nachmittag aber für einige Stunden schließt.

Ideal für den RJ-Abflug liegt die Sakura Lounge des oneworld Mitglieds JAL, mein persönlicher Favorit! Nach kurzem Aufenthalt wurden die British Airways Passagiere zum Boarding aufgerufen und die Lounge leerte sich im Nu. Das Personal war flink und sorgte in rasanter Geschwindigkeit für Sauberkeit und Ordnung. Mein Partner kam mit einem Mitarbeiter ins Gespräch und diskutierte mit ihm über die angebotenen Weine. Nach wenigen Augenblicken kam der nette Mann mit Weißwein aus dem First Class Bereich zu uns und bereitete uns eine kleine Weinprobe. Schön, wenn jemand seinen Beruf gerne ausübt und mit kleinen Gesten begeistern kann!

Review: Royal Jordanian „Crown“ | Boarding & Kabine

Ein Nachteil ist es, wenn man in der Lounge entspannen möchte, die unberechenbare Sicherheitskontrolle aber noch bevorsteht. Laut Bordkarte begann das Abenteuer Boarding eine volle Stunde vor Abflug, man sollte spätestens 45 Minuten vorher da sein und 20 Minuten war Deadline zum Schließen des Gates. In Wirklichkeit begann das Einsteigen erst 25 Minuten vor Abflug, vollkommen ausreichend für nicht mal 150 Gäste. Los ging es mit dem Aufruf für Crown-Passagiere und Statuskunden.

Eine Flugbegleiterin in traditionellem Gewand begrüßte uns freundlich. Trotz der Nähe zur Bordküche entschied ich mich für Sitze der ersten Reihe. Der Abflug ist in Frankfurt nachmittags und daher bestand kein allzu großes Bedürfnis nach Schlaf. Die Crown Class ist auf dem A320 mit einer 2-2 Bestuhlung in vier Reihen versehen, maximal finden also 16 Gäste Platz. Einige Sitze blieben diesmal frei, sicher schön für Alleinreisende und auch für die Crew, die an einem Tag den Hin- und Rückflug aus Amman meisterte.

Die Sitze lassen sich nicht in flache Betten verwandeln, sind allerdings durch die Breite sehr komfortabel und bequem elektrisch verstellbar. Der etwa sieben Jahre alte Airbus hatte an manchen Stellen einige Abnutzungserscheinungen, was mich aber wenig störte.

Review: Royal Jordanian „Crown“ | Service

Noch am Boden wurden uns in kleinen Schälchen arabischer Kaffee mit Kardamom serviert. Die charmante Stewardess verteilte die Menükarten und fragte kurze Zeit später die Hauptgänge ab. Mein im British Airways Profil abgespeicherter Essenswunsch wurde sogar übermittelt, die nette Dame meinte aber, dass ich auch gerne aus der regulären Karte wählen könne.

Dem konnte ich nicht widerstehen und bestellte das landestypische Gericht und Champagner. Ich war kurz verunsichert, denn auf der Speisekarte waren lediglich Softdrinks aufgeführt. In Jordanien ist Alkohol nicht verboten, dieser wird in manchen Supermärkten frei verkauft, südlich der Hauptstadt Amman wird sogar Wein angebaut. Während des Fluges wurde auch fleißig Wein und Champagner ausgeschenkt, es gab nur keine gesonderte Karte.

Nach dem Start ging es zügig mit dem Service los, der Purser war ausschließlich in der Galley tätig und bereitete alles vor. Eine Flugbegleiterin war nur für die Passagiere in der Crown-Class zuständig und häufig in der Kabine zu sehen. Der Aperitif wurde mit gemischten Nüssen serviert, ein heißes Tuch folgte.

Als Vorspeisen standen eine westliche Platte oder arabische Mezze zur Wahl. Eine wunderbare Einstimmung auf das Ziel, wenn lokale Spezialitäten angeboten werden, für mich waren Mezze also gesetzt. Danach kamen Auberginen und Hackfleisch mit orientalischen Gewürzen.

Käse und Dessert wurden vom Wagen gereicht, alles war sehr ansprechend aufgemacht. Im Hintergrund knallten oft die Korken, beim Champagner handelte es sich um Taittinger im 0,375 Liter-Fläschchen, diese war natürlich schnell leer. Der Service neigte sich dem Ende entgegen und wir flogen in den Sonnenuntergang. Draußen waren die ersten griechischen Inseln zu erkennen, in der Kabine kehrte Ruhe ein.

Review: Royal Jordanian „Crown“ | Unterhaltung

Jeder Sitz verfügt über eigene Bildschirme in der Armlehne, anscheinend funktionierten diese auf diesem Flug nicht richtig. Es war aber nicht nötig das der Crew gegenüber zu erwähnen, denn man konnte über WLAN mit den eigenen Geräten das IFE empfangen. Mehrere Filme und Reportagen standen zur Auswahl, das Streaming funktionierte einwandfrei.

Jeder Sitz hat jeweils eine Steckdose und einen USB-Anschluss. Zeitschriften und Zeitungen waren an Bord Mangelware, Internet war gar nicht verfügbar.

Review: Royal Jordanian „Crown“ | Frankfurtflyer Kommentar

Insgesamt ein gelungener Flug für uns, der Service stand klar im Vordergrund und wurde charmant umgesetzt. Lie-Flat Sitze habe ich nicht vermisst, selbst für kurze Nachtflüge sind die breiten Sessel mit guter Neigung akzeptabel. Kein Vergleich zu den Business-Produkten der großen europäischen Airlines.

Ein Vorteil war auch die Ankunft am übersichtlichen Queen Alia Airport. Wenn schon der Platzhirsch selbst eine kleine Airline ist, kommt es kaum zu Überfüllungen. Die Wege sind kurz und das Gepäck war schon auf dem Band, als wir an der Ausgabe ankamen.

Vielleicht ergibt sich auch einmal ein längerer Flug in dem Dreamliner, die Streckenkarte für passende Verbindungen aus Deutschland kommend ist jedoch leider sehr begrenzt.

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1 Kommentar

  1. Ich hoffe, Jordanien hat die Erwartungen erfüllt. Persönlich fand ich nun gerade das tote Meer uninteressant. Auf einer Fläche mit lauter scharfen Glasscherben in ein Ölbad steigen, so in etwa. Gibt aber natürlich noch sehr viel mehr und vor allem gibt es auch an den bekannten Orten keinen Overtourism. Zumindest aktuell…
    Gute Idee mit den Oneworld-Meilen.

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