Review: Swiss Business Class | Im Airbus A330 von London nach Zürich

Normalerweise setzt Swiss auf der Strecke nach London – wie zu den meisten Metropolen in Europa auch – einen Jet der A320 Familie ein. Zur Zeit wo die Nachfrage so abgeschwächt ist, hat die Gesellschaft einzelne Frequenzen gestrichen und teilweise den kleineren Airbus A220 nach Heathrow geschickt. Ausnahmen kommen also immer wieder vor, an größeres Fluggerät habe ich aber nicht gedacht.

In diesen Tagen ist die Schweizer Lufthansa-Tochter mehrfach mit Langstreckenmaschinen in die britische Metropole geflogen. Zum Einsatz kamen jeder einzelne Typ der Widebody-Flotte. Der Grund liegt daher auf der Hand. Der Carrier kann so die Lizenzen der Piloten aktiv halten, gleichzeitig werden die Flugzeuge bewegt.

Swiss Business Class | Flugdaten

Flugnr.: LX327
Sitz: 7A, Fenster
Kabine: Business Class
Konfiguration: 8 First

45 Business

183 Economy

Abflug (Offiziell): 19:02 (18:55)
Ankunft (Offiziell): 21:16 (21:16)
Reisezeit:  1 Std. 14 Min.
Typ: Airbus A330-343 (A333)
Registrierung:
HB-JHF
Alter: 10,6 Jahre

Swiss Business Class | Vor dem Flug

Neben British Airways verbindet Swiss den Flughafen in Kloten mit dem Airport in Heathrow dreimal täglich. Die großen Jets kamen hin und wieder auf den Frequenzen morgens und abends zum Einsatz. Auch in den kommenden Tagen ist immer wieder ein Airbus A330 geplant.

So war es auch bei meinem Flug Anfang September. Der Grund nach London zu fliegen war für einen guten Freund und mich der Einsatz eines Langstreckenjets von British Airways. Wir sind bereits am gleichen Tag mit einer Boeing 787 aus Amsterdam gekommen. Normalerweise sind solche Flüge relativ selten, daher haben wir uns über die zwei Chancen an einem Tag besonders gefreut.

Diese Widebodies sind auf Kurzstrecke in Europa unterwegs

Wir sind in Heathrow also nur umgestiegen und mussten daher nicht zum Check-In Schalter. Von den fünf Terminals sind am Londoner Großflughafen gerade nur zwei in Betrieb. Angekommen sind wir am BA-Terminal 5 und konnten ohne zur Einreisekontrolle mit einem Bus ins Queen’s Terminal 2 wechseln.

Aktuell muss man zur Einreise und zum Transit ein Online-Formular der britischen Behörden vervollständigen. Dieses wollte bei unserem Transfer allerdings niemand sehen, eine Sicherheitskontrolle war dagegen unumgänglich. Der gesamte Betrieb findet also nur noch auf der Hälfte der Terminalflächen statt, trotzdem war es an diesem Nachmittag sehr ruhig in Heathrow.

Uns blieb genügend Zeit die beiden offenen Lounges am Terminal 2 zu erkunden. Nach einem Besuch der etwas dunklen Plaza Premium Lounge (Review folgt) wechselten wir zu der Einrichtung von Lufthansa. Die Lounges von United, Air Canada und Singapore Airlines sind zur Zeit geschlossen.

Lufthansa bietet also die einzige Lounge für Abflüge der Star Alliance. Diese ist relativ groß und ermöglicht einen Blick auf das Vorfeld. Der gesonderte Bereich für HONs, Senatoren und Star Alliance Gold Mitglieder ist aktuell geschlossen. Es werden nur kalte Snacks und Speisen angeboten und vom Personal am Buffet ausgegeben.

Swiss Business Class | Boarding & Kabine

Das Gate der Swiss war etwas weiter entfernt, daher sind wir rechtzeitig vor dem Boarding los. Der Einsteigevorgang lief bereits, es war jedoch etwas chaotisch. Niemand wusste genau welche Gruppe jetzt boarden darf, manche Gäste wurden vom Personal wieder zurückgeschickt.

Der Maître de Cabin begrüßte die Passagiere freundlich und beinahe überschwänglich, seine Kollegin reichte beim Betreten des Airbus allen Gästen ein Desinfektionstuch. Gerade mal neun Passagiere verteilten sich in den beiden Bereichen der Business Class, das „Stübli“ war dabei wieder besonders beliebt.

Foto: Seatguru

Das kleine Abteil ist direkt hinter der First Class und besteht nur aus zwei Reihen. Dort gab es nur noch einen freien Doppelsitz in der Mitte, daher wählten wir 7A und 7B im hinteren, etwas größeren Compartment.

Für Alleinreisende ist der sogenannte Thron die beste Option. Die Einzelsitze bieten im Vergleich den meisten Platz und viel Privatsphäre. Dabei sind die Sitze auf A in Sachen Freiraum etwas großzügiger und abgeschirmter als die auf K.

 

 

Für Paare und gemeinsam Reisende bleiben also die Sitzeinheiten in der Mitte und die fünf Sitzpaare an den Fenstern. Dort befinden sich die einzigen fünf Sitze ohne direkten Zugang zum Gang.

Man sieht dem Flugzeug das Alter von gut zehn Jahren an. Die kleinen Monitore sind nicht mehr zeitgemäß, Tische und Oberflächen sind stellenweise stark abgenutzt. Dennoch ist der Sitz bequem, für die kurze Reise von gerade mal 75 Minuten absolut ausreichend.

Das Entertainment System war nicht aktiviert, die Monitore wurden aber für den Sicherheitsfilm und die Airshow genutzt. Die First Class blieb auf dem Flug leer, beim Check-In wurde diese als als Teil der Business Class angezeigt. Die Sitze waren allerdings geblockt.

Swiss Business Class | Service

Einen Welcome Drink gibt es bei Swiss auf Kurzstrecke auch dann nicht, wenn ein Großraumjet zum Einsatz kommt. Eine Flasche Wasser samt Erfrischungstuch ist aber Standard und wurde persönlich am Boden gereicht. Nach dem kurzen Sicherheitsvideo ging es Richtung Startbahn, die Abendsonne funkelte dabei noch etwas durch die Wolkendecke.

Die Crew hatte mit den wenigen Passagieren nicht viel zu tun. Der Maître nahm sich noch etwas Zeit für die Statuskunden, dann wurden schon Tabletts mit einer kalten Platte gebracht. Die Brötchen waren warm und wurden aus einem Korb serviert.

Es gab Lachs mit Graupen, etwas Käse und eine Art Tiramisu. Swiss gehört zu den Airlines die auch auf Kurzstrecken Champagner ausschenkt. Die Gläser wurden mehrmals aufgefüllt, die Crew war entspannt und nutzte die Zeit mit den Gästen zu plaudern.

Der Purser verteilte noch ein Formular zur Registrierung der Daten und sammelte dieses noch an Bord ein. Langsam wurde es draußen dunkler und der Flug neigte sich dem Ende. Es wurde noch die obligatorische Swiss-Schokolade verteilt und die Kabine abgedimmt.

Swiss Business Class | Frankfurtflyer Kommentar

Ein schönes und besonderes Erlebnis die kurze Strecke in solch einem Flugzeug zu absolvieren. Der Flug dauerte zwar nur 75 Minuten, war aber ein voller Genuss. Die Reise war daher etwas entspannter als der Flug mit dem Dreamliner bei British am gleichen Tag. Dort wurde schon nach nur 20 Minuten in der Luft wieder der Sinkflug eingeleitet.

Swiss bietet schon länger wieder den vollen Service in der Premiumklasse an, das Angebot ist im Vergleich auch sonst etwas üppiger als das der Konkurrenz. Der A330 kommt langsam in die Jahre, die B777 und die modernisierten A340 sind da besser dran. Die Sitze haben mehr Abstellflächen, es gibt Abtrennungen für etwas mehr Privatsphäre und größere Monitore.

Vielleicht haben wir in diesem Jahr noch etwas Glück und sehen andere Gesellschaften in Europa mit großen Jets auf kurzen Strecken.

Swiss Airbus A340-300 Umbau ist abgeschlossen

Weitere Teile des Tripreports:

Diese Widebodies sind auf Kurzstrecke in Europa unterwegs

Lounge-Reviews:

Aspire Lounge Amsterdam (No.41/non Schengen)

KLM Crown Lounge non Schengen

Plaza Premium Lounge London Heathrow Terminal 2

Flug-Reviews:

British Airways Boeing B787-8 in Business Class von Amsterdam nach London

Swiss Business Class | Im Airbus A330 von London nach Zürich

Hotel-Review:

Hilton Zürich Airport

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4 Kommentare

  1. Unglaublich, wenn man sich das Bild der LH Lounge in LHR anschaut. Unter „normalen“ Bedingungen hättest, auf die Entfernung, niemals die Übergangstür von Business- zum Senator Bereich drauf bekommen.

    Übrigens aufgrund der oft angebotenen Indischen Gerichte dort, war diese, trotz ständiger Überfüllung (SEN war oft noch voller als Business), eine meiner Lieblingslounges. Lustig, ausgerechnet in London fand ich das Essen oft besser als in anderen Lounges 😉

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