Review: Swiss Tel Aviv – Zürich | Vier Stunden in der Business Class auf Boeing 777-300

Tel Aviv ist eine beliebte Destination, die Stadt selbst bietet viel Lebensqualität und liegt direkt am Mittelmeer. Die herrliche Altstadt von Jaffa ist zu Fuß erreichbar, nach Jerusalem kommt man in einer Stunde mit dem Auto und das Tote Meer ist ebenfalls nicht weit. Von Tel Aviv nutzen viele Einheimische Umsteigeverbindungen über die Drehkreuze in Europa. Alleine die Lufthansa Group ist mit über zehn Abflügen täglich am Ben Gurion Flughafen vertreten.

Noch vor wenigen Jahren war es üblich die israelische Hauptstadt aus Europa mit Langstreckengerät anzufliegen. Das Bild der großen Maschinen der Netzwerkairlines ist aber leider eher die Ausnahme als die Regel. Lufthansa kam früher mit dem A340 oder gar der B747, inzwischen wird jede Frequenz mit einem Flugzeug der A320 Familie durchgeführt.

Bei Swiss kam im Sommer auf einer der Verbindungen täglich eine Boeing 777 zum Einsatz. Ein erheblicher Mehrwert für die Passagiere aller Klassen.

Swiss Tel Aviv – Zürich | Check-In & Boarding

Alle Fluggäste müssen sich aufgrund gesetzlicher Vorschriften vor dem Check-In einer Befragung der lokalen Behörden unterziehen.
Ich kenne diese Prozedur inzwischen gut, mal ist sie etwas umfangreicher, oft sind es nur die Standardfragen wie:

  • Was haben Sie in Tel Aviv gemacht?
  • Reisen Sie alleine?
  • Hat Ihnen jemand etwas mitgegeben was sich nun im Gepäck befindet?

Nach einem Urlaub mit meinem Partner am Toten Meer wurden wir noch gefragt in welchem Verhältnis wir zueinander stehen und seit wann wir uns kennen. Zufälligerweise hatten wir an diesem Tag unser Jubiläum und beantworteten die Frage synchron. Das bescherte uns ein fröhliches „Mazel tov“ des Mitarbeiters, der uns noch freundlich die Gründe für die Befragung erläuterte und einen schönen Flug wünschte.

Direkt dahinter befinden sich auch die Schalter für die Gepäckaufgabe, durch die vorangehende Befragung aller Passagiere bildeten sich dort nur kleine Schlangen. Nach der Sicherheitskontrolle und der Ausreise war ich über den schnellen und effizienten Ablauf an diesem Tag positiv überrascht. Je nach Auswertung der Befragung erhält man einen Aufkleber im Pass der anscheinend die Intensität der Kontrolle bestimmen soll, aber da an allen Kontrollpunkten wenig Andrang herrschte waren wir schnell an den Gates. Frederic hat seine Erfahrungen in einem eigenen Beitrag für Euch zusammengefasst.

Im Sicherheitsbereich ging es wesentlich turbulenter zu, das Terminal 3 des Flughafens nutzen bis auf die Low-Coster alle Airlines. Nach einem durchwachsenen Erlebnis in der Dan Lounge war es Zeit fürs Boarding. Pünktlich ging es 45 Minuten vor Abflug mit dem Ausruf für Passagiere der Business Class los.

Swiss Tel Aviv – Zürich | Kabine & Sitz

Trotz der Tatsache daß in eine Boeing 777 wesentlich mehr Passagiere als in einen Airbus 320 passen, lief der Einsteigevorgang sehr zügig ab. Swiss kam im Sommer mehrmals täglich aus Zürich, bis auf diese Verbindung waren Flugzeuge der A320 Familie im Einsatz. Das bedeutet einen gewaltigen Produktunterschied für Passagiere beider Klassen. So steht auf der 320-Flotte weder ein Inflight-Entertainment zur Verfügung, noch können es sich Passagiere der Business Class auf entsprechenden Sesseln gemütlich machen. Diese müssen sich mit einem regulären Sitz begnügen, lediglich der Mittelplatz ist dort geblockt.

Die Kapazität der Triple-Seven ist mit 62 Sitzen in der Business Class enorm, hinzu kommen die acht Sitze der First Class. Diese wird auf der Strecke von und nach Tel Aviv nicht verkauft. Auf dem Flug sind die Plätze der First jedoch für HON Circle Member kostenfrei zu reservieren, alle anderen Business-Kunden können sich den Komfort für einen Aufpreis von 299 USD am Check-in sichern. Sollte es die Buchungslage erforderlich machen, gehen die Plätze natürlich kostenfrei raus.

Mein Sitzplatz war heute 11K, einer der beiden fensterlosen in der Business-Kabine. Bei der 2–2-1 Anordnung der Swiss kam der als „Thron“ bezeichnete Einzelplatz für uns nicht in Frage, ich wollte aber nicht in dem Mittelblock sitzen. Daher war ich mit der Wahl doch ganz zufrieden. Da die meisten Gäste in der Business Class Einzelreisende sind, kommen die einzelnen Sitze sehr gut an. Dort sind neben der Privatsphäre auch mehr Ablagemöglichkeiten vorhanden als beim Doppelsitz.

Alles was man von der Swiss-Langstrecke kennt, darf man auch auf dem kürzeren Flug erwarten. Das Unterhaltungsprogramm steht zur vollen Verfügung, bei den Kopfhörern gibt es allerdings noch Verbesserungsbedarf, insbesondere beim Tragekomfort und der Geräuschunterdrückung. Ein Kleiderbügel und das Amenity-Kit waren bereits am Sitz, in den Waschräumen stehen erfrischende Sprays und Cremes bereit.

Swiss Tel Aviv – Zürich | Service

Bereits am Boden wurden Welcome-Drink und heisse Tücher verteilt. Nach dem Start kamen kleine Menükarten, die Crew legte zügig mit einem Aperitifservice mit Nüssen los. Es gab ein wenig Smalltalk mit den Flugbegleitern, ein langer Tag denn das Team flog am gleichen Tag von Zürich hin & zurück.

Die nächste Runde Getränke wurde serviert und die Menüwünsche wurden abgefragt. Die kleine Vorspeise wurde zusammen auf einem Tablett mit dem präferierten Hauptgang gereicht, dazu gab es Brötchen. Weitere Getränkewünsche wurden mit einem Dessert serviert, alles in allem ausreichend. Ich fand das Essen insgesamt sehr lecker, besonders der Mandelkuchen hatte es mir angetan.

Nach dem Bordverkauf kam die Purserette noch mit Pralinen durch die Kabine und draussen wurde es dunkel. Ideal für einen der vielen Filme oder etwas Arbeit. Swiss bietet Internet mit Volumentarifen an, die Verbindungsqualität war gut.

Die Crew war durchgehend aufmerksam und sorgte auch nach dem Service für gefüllte Gläser. Während des Fluges hatten wir von unserem Jahrestag erzählt, daraufhin wurden uns eine Geschenkbox mit Pralinen mit einer Glückwunschkarte überreicht. Eine wirklich herzliche Geste, die uns beide wirklich hoch erfreut hat!

Swiss Tel Aviv – Zürich | Frankfurtflyer Kommentar

Über den Mehrwert und die Qualität der Business Class auf der Kurzstrecke in Europa kann man viel diskutieren. Was bei einer Stunde Flugzeit vielleicht noch akzeptabel ist, ist bei vier Stunden jedoch mehr als ausgereizt. Auf Nachtflügen fehlt in Business Class die Möglichkeit sich auszudehnen und zu schlafen. Der Mittelstreckenflug ganz ohne Unterhaltung oder Lademöglichkeit für Elektronik zieht sich auch in die Länge.

Swiss bietet mit dem Langstreckengerät auf der Strecke nach Tel Aviv ein exzellentes Produkt an und hebt sich damit von den meisten Mitbewerbern in Europa deutlich ab. Noch im laufenden Winterflugplan werden alle Frequenzen auf A330 umgestellt, was ein durchgehend gutes Produkt bedeutet.

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