Review: United Domestic First Class in der Boeing 737 von Los Angeles nach Chicago

In aller Herrgottsfrühe musste ich mit United Domestic First Class in der Boeing 737 von Los Angeles nach Chicago fliegen. Das klingt jetzt so negativ, aber Flüge mit Abflug um 6:00 Uhr sind wirklich früh. Ab Chicago hatte ich dann mein Ticket in Richtung Sydney gebucht. Der Flug in der United Domestic First Class in der Boeing 737 war also mein entsprechender Positionierungsflug. Mit gut vier Stunden ist der Flug nicht sonderlich lang und ich hätte diesen bequem in der Economy Class verbringen können. Zum Buchungszeitpunkt war die Domestic First aber nur gut 100 Euro teurer als ein Economy Class Ticket auf dem gleichen Flug. Den Aufpreis fand ich für das größere Platzangebot und den Service durchaus gerechtfertigt. Da ich die 200 Euro Reiseguthaben der American Express Platin Karte eingelöst habe, hat mich der Flug nur noch etwas über 100 Euro gekostet. Wer über einen passenden Status bei United Airlines verfügt, der kann Upgrades auch anfragen. Christoph hat die Thematik mit den Upgrades innerhalb der USA bereits in einem eigenen Guide vorgestellt.

Es bleibt aber auch noch zu sagen, dass man sich von dem Begriff First Class nicht täuschen lassen sollte. Die Domestic First Class innerhalb der USA würde man in anderen Ländern und Märkten wohl als Business Class bezeichnen. Wie mir mein erster Flug in der United Domestic First Class in der Boeing 737 gefallen hat und ob sich der Aufpreis lohnt, möchte ich in dieser Review vorstellen.

United Domestic First Class in der Boeing 737 | Boarding

Boarding bei USA Airlines ist eine Wissenschaft. Es gibt neben den fünf verschiedenen Boardinggruppen (First bis hin zu Basic Economy, dazu noch Statusinhaber) noch weitere Regeln, die man so in Deutschland nicht kennt. Neben Militärpersonal in Uniform, alten und hilfebedürftigen Gästen dürfen auch Familien mit kleinen Kindern, United Global Service Member und United 1K Inhaber zuerst einsteigen. Das bedeutet dann auch gut und gerne mal, dass 20% des Flugzeuges im Rahmen des Pre-Boardings einsteigen dürfen. Im Anschluss geht es mit den regulären Boardinggruppen weiter. So war ich mit meinem bezahlten Domestic First Class Ticket geschätzt der 40. Passagier an Board der Boeing 737.

An Board angekommen nahm ich auf meinem Sitzplatz 3 A Platz und wurde freundlich von unserer Crew willkommen geheißen. Noch während die anderen Gäste einstiegen, wurden erste Getränke (aus Plastikbechern) angeboten. Als die Türen geschlossen waren gab es noch eine Runde warme Tücher für alle Gäste der United Domestic First Class. Die dünnen Decken warteten bereits am Platz.

Als das Boarding komplett war, waren alle 16 Sitzplätze in der „First“ belegt.

United Domestic First Class in der Boeing 737 | Die Kabine

United Airlines betreibt vier verschiedene Sitzplatz-Varianten in ihren Boeing 737-800. In der Domestic First Class werden vier Reihen in einer 2-2 Bestuhlung verbaut.

Dahinter befindet sich die Economy Plus. Je nach Flugzeugvariante gibt es hier zwischen 42 und 54 Sitze mit deutlich mehr Beinfreiheit. Der Sitz ist identisch mit dem der Economy Class, allerdings verfügt der Sitz mit 34 Zoll oder 85 Zentimeter Beinfreiheit deutlich mehr Platz als die reguläre Economy Class. In der Economy Plus und der regulären Economy Class sind die Sitze in einer 3-3 Anordnung verbaut. In der Economy Class gibt es je nach Flugzeuge zwischen 90-108 Sitze mit jeweils 30 Zoll Sitzabstand.

United Domestic First Class in der Boeing 737 | Der Sitz

Der Sitz der United Domestic First Class in der Boeing 737 ist im Gegensatz zum Pendant aus Europa ein richtiger “Business Class” Sitz. United verbaut in Ihren Boeing 737-800 vier Reihen mit jeweils vier großzügigen Ledersitzen pro Reihe. Der Sitzabstand beträgt 38 Zoll, was sich durch die massive und vor allem dicke Rückenlehne wieder etwas relativiert.

Die Beinfreiheit ist zwar nicht riesig, aber man kann die Beine bequem unter dem Vordersitz ausstrecken. Hier stört aber die Metallstruktur, mit welcher der Sitz in der Kabine verschraubt ist. In der Sitztasche lassen sich Kleinigkeiten verstauen. Jeder Sitz verfügt zudem über ein Entertainmentsystem, allerdings kann man auch über die United-App Filme und Serien kostenfrei anschauen (natürlich auch in der Economy Class).

Zwischen den beiden Sitzen befindet sich die Armlehne mit kleiner Ablagefläche. Der Klapptisch befindet sich in der Armlehne auf der anderen Seite. Jeder Sitz verfügt zudem über eine Steckdose an der man seine elektronischen Geräte laden kann.

United Domestic First Class in der Boeing 737 | Catering und Service

Die Flugbegleiter in den USA haben oft den Ruf, dass diese nicht besonders freundlich sind. Dies kann ich so nicht bestätigen. Im Gegenteil, ich habe mich gut umsorgt gefühlt. Es hatte in etwa den Charme, als wenn man bei Oma zu Besuch ist. Das mag so für das Alter der Crew aber auch die Fürsorglichkeit des Service stehen.

Bereits während des Boardings gab es eine erste Runde an Getränken. Später wurden Warme Tücher gereicht und es wurden die Bestellungen für das Frühstück aufgenommen. Ich entschied mich für die herzhafte Version. Das Croissant mit „Bacon und Egg“ war okay, aber kein kulinarisches Highlight.

Später habe ich noch einige Kaffee und Gin&Tonic genossen, während ich mir auf dem Handy einige Folgen von „Ballers“ angeschaut habe. Die Aussicht während des Fluges war aber auch nicht zu vernachlässigen.

United Domestic First Class in der Boeing 737 | Frankfurtflyer Kommentar

Die United Domestic First Class in der Boeing 737 war definitiv ein nettes und angenehmes Erlebnis. In Europa wäre es toll, wenn der Sitz in der Business Class vergleichbar wäre. Auch der Service hat mich ehrlich gesagt sehr positiv überrascht. Ich hatte (wie vielleicht viele andere auch) eher eine negative Erwartung. Allerdings hat mich die Crew auf dem Flug von Los Angeles nach Chicago überzeugt. Mein erster United First Class Flug innerhalb der USA war sicher angenehm und besser als erwartet. Zum Glück bin ich ausgeruht in Chicago angekommen. Ab hier sollte die Reise einen anderen Verlauf nehmen als ursprünglich geplant.

Hier findet Ihr die weiteren Teile dieses Tripreports:

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4 Kommentare

    • In meinen Augen ist der Sitz auf dem Flug deutlich wichtiger, als ein Champagner um 6.30Uhr. Wie du auf primitiven Service kommst kann ich nicht nachvollziehen. Der war sogar ziemlich gut. Die Domestic First ist defintiv besser als die Economy, welche die Alternative gewesen wäre.

    • In meinen Augen ist der Sitz auf dem Flug deutlich wichtiger, als ein Champagner um 6.30Uhr. Wie du auf primitiven Service kommst kann ich nicht nachvollziehen. Der war sogar ziemlich gut. Die Domestic First ist definitiv besser als die Economy, welche die Alternative gewesen wäre.

  1. Wir hatten mal die Domestic First von Atlanta nach Guatemala City (Delta B757). Sah in etwa genau so aus. Alle Plätze waren belegt, ich glaube, durch dieses amerikanische Upgradesystem, jedenfalls gab es am Gate eine extra Upgradeanzeige.
    Service weiß ich nicht mehr, es war jedenfalls bequem und essen wollten wir sowieso am Zielort.
    Ich habe allerdings in Erinnerung, dass man von der Haltestelle der Stadt-U-Bahn ewig um den Flughafen zum neuen internationalen Terminal herumfahren musste. Die Flughafen-U-Bahn konnte man irgendwie nur zwischen den Terminals A bis D nutzen.

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