Review: United Polaris Business Class Boeing 787 Frankfurt nach San Francisco

United Airlines bietet eine ganze Reihe verschiedener Business Class Produkte auf der Langstrecke an. Dies liegt zum einen an der Fusion von United und Continental Airlines vor einigen Jahren, als auch an daran, dass United Airlines aktuell die Flotte auf die neuen United Polaris Sitze umbaut. Auf meinem Flug von Frankfurt nach San Francisco bin ich in der United Polaris Business Class mit der Boing 787 geflogen, welche zwar nicht über die neusten Polaris Sitze verfügt, allerdings dennoch ein durchaus angenehmes Flugerlebnis bietet.

Welche Erfahrungen ich auf diesem Flug gemacht habe, möchte ich mit Euch in dieser Review von der United Polaris Business Class in der Boeing 787 teilen.

United Polaris Business Class Boeing 787 | Boarding

Alle United Airlines Flüge ab Frankfurt starten aus dem Terminal 1 von einem Gate bei den Z Gates. Das Boarding ist dabei, wie eigentlich immer bei United Airlines, sehr strukturiert in Gruppen unterteilt. Hierbei wird durchaus darauf geachtet, dass nur die Passagiere der jeweiligen Gruppe einsteigen.

Gruppe 1 ist für die Business Class Passagiere vorgesehen, sowie für die Vielflieger von United Airlines mit Premier Platinum und Premier 1K Status. Gruppe 2 ist für Vielflieger mit Star Alliance Gold Status, United Premier Gold und Premier Silver, sowie Passagiere welche den „Premier Access“ haben, vorgesehen. Dabei ist besonders die Schlange für Gruppe 2 oft besonders lang, denn den Premier Access erhält man nicht nur mit einem Vielfliegerstatus, sondern kann Ihn bei United auch einfach zum Flug dazu kaufen. Ebenso bieten einige amerikanischen Kreditkarten dieses Benefit an!

Gruppe 3-5 sind dann die verschiedenen Reihen der Economy Class, welche immer nach der Gruppe 1 und 2 einsteigen.

Ich bin am Gate kurz nach Boardingbeginn angekommen, so dass ich direkt über die Schlange von Gruppe 1 einsteigen konnte. Bei Flügen mit United Airlines aus Deutschland müsst Ihr vor dem Flug ein kleines Interview machen, in welchem Ihr z.B. über den Grund Eurer Reise befragt werdet. Dieses könnt Ihr entweder am Check-In Schalter oder an einem Schalter am Gate machen. Wichtig ist, dass Ihr für das Interview einen Aufkleber auf Eure Bordkarte bekommt. Wenn Ihr das Interview nicht gemacht habt und daher keinen Aufkleber auf der Bordkarte habt, werdet Ihr beim Einsteigen zurück zum Interview geschickt und müsst Euch wieder anstellen.

United Polaris Business Class Boeing 787 | Kabine und Sitz

Die United Boeing 787-9, welche auf einem der beiden Flüge zwischen Frankfurt und San Francisco eingesetzt wird, ist eines der jüngeren Flugzeuge in der United Flotte. Entsprechend modern wirkt auch direkt die Kabine in der United Polaris Business Class.

Die United Polaris Business Class in der Boeing 787-9 verfügt über insgesamt 48 Sitze in einer 2-2-2 Bestuhlung und diese verteilen sich in zwei Kabinen. In der vorderen, großen Business Class Kabine, befinden sich 30 Sitze und in der kleineren, hinteren Kabine noch einmal 18 Sitze. Ich habe einen Platz in der hinteren, kleinen Kabine gewählt.

Hierbei habe ich einen Sitz im Mittelblock gewählt. Dies hat natürlich den Nachteil, dass man nicht direkt am Fenster sitzt, allerdings hat man bei einer 2-2-2 Anordnung so direkten Gangzugang und muss nicht über einen anderen Passagier steigen oder ein anderer Passagier steigt über einen.

Auf dem Sitz lagen bereits bei dem Einsteigen ein großes Kissen, sowie zwei Decken und das Amenity Kit. Besonders Kissen und Decken gefallen mir bei United sehr gut!

Der Sitz in der United Polaris Business Class lässt sich natürlich, wie man es von einer Business Class heutzutage auch erwarten kann, in ein vollständig flaches Bett verstellen. Um die Liegefläche noch zu verbreitern, lassen sich die Armlehnen versenken. Der Sitz selbst ist dem der Lufthansa Business Class sehr ähnlich und damit ist auch die Liegefläche recht bequem. Insbesondere wenn man eine der Matratzen nutzt, welche United Airlines in der Polaris Business Class auf Nachfrage anbietet.

Ich persönlich mag diesen Sitz und kann hier auch sehr gut schlafen. Er ist zwar nicht so privat, wie der ganz neue Polaris Business Class Sitz in der Boeing 777-300er, allerdings empfinde ich das offen Kabinendesign als recht angenehm. Der größte Nachteil der United Polaris Business Class in der Boing 787 ist das recht kleine Fußfach. Allerdings ist dies ein Kompromiss, welchen man in der Business Class meistens eingehen muss.

Was mir an dem Sitz in der United Polaris Business Class in der Boeing 787 ein wenig fehlt, ist Ablagefläche. So gibt es zwar ein Staufach unter dem Bildschirm, wie auch ein sehr cleveres Schuhfach, dennoch hat man am Platz selbst sonst wenig Ablagefläche.

Das Entertainment Systhem von United Airlines ist gut und verfügt über eine ganze Reihe von Filmen, Serien und Spielen. Ich selbst habe auf diesem Flug nur die Flugkarte verwendet und es vorgezogen zu schlafen, bzw. zu arbeiten. United Airlines bietet auf allen Langstreckenflügen kostenpflichtiges Internet an, welches allerdings meist sehr schnell und zuverlässig arbeitet.

Einziger Nachteil des Entertainment Systems von United ist, dass die Titel recht lange im System bleiben und es wenig neue Filme und Serien gibt. Wer wie ich sehr oft mit der Airline fliegt, kennt irgendwann alle Filme, die ihn interessieren.

Im Amenity Kit, welches schon am Platz lag, findet man alles, was man für den Flug braucht. Wirkliche Überraschungen gibt es hier allerdings auch nicht und einen Kamm oder Bürste vermisse ich hier immer. Positiv ist sicher der kleine Stift im Kit.

United Polaris Business Class | Service

Gerade für den Service wird United, wie auch alle anderen US Airlines häufig kritisiert. Ich kann dies allerdings so nicht bestätigen. Es gibt natürlich hin und wieder Flugbegleiter, welche das Klischee der lustlosen, unfreundlichen und genervten Oma erfüllen, aber meistens habe ich United Crews als sehr freundlich, professionell und durchaus auch mal zu einem Spaß aufgelegt erlebt. Ausnahmen kann man auch bei Airlines in anderen Ländern erleben.

Bereits am Boden wird ein Getränk zur Begrüßung serviert. Hierbei bieten die Flugbegleiter immer Wasser, Saft oder Champagner aktiv an, allerdings kann man auch jedes andere Getränk haben. Was bei United besonders europäische Passagiere gerne überrascht, sind die Plastikbecher, welche am Boden verwendet werden.

Nach dem Start gibt es ein heißes Tuch, sowie eine erste Getränkerunde. Zu den Aperitifs serviert United warme Nüsse. Etwas schade finde ich, dass man jetzt in der United Polaris Business Class wieder einen normalen Trolley für den Getränkeservice verwendet. Bei Einführung der Polaris Business Class hat man einen Servierwagen aufgebaut und hier schön die Weinflaschen drapiert. Dies hat mir besser gefallen, dauerte wohl deutlich länger und sorgte dafür, dass die Passagiere deutlich mehr Wein getrunken haben.

Die Vorspeise, ein Salat und das Brot werden wieder von einem Trolley mit einem Tablett serviert. Auch hier hat man bei United den Vorteil, dass der Service sehr schnell geht, allerdings gefällt mir ein restaurantartiger Service, wie ihn z.B. Qatar Airways anbietet, deutlich besser.

Vorspeise und Salat waren gut, allerdings auch nicht wirklich das Highlight des Fluges.

Noch vor dem Start wurden die Wünsche für den Hauptgang abgefragt. Ich habe mich für das geschmorte Rind entschieden, welches auch sehr gut geschmeckt hat und butterzart war. Dass die Hauptgänge bei United auf einem Teller angerichtet werden und nicht bereits auf diesem erwärmt werden, gefällt mir sehr gut.

Nach dem Hauptgang wird noch der Käse- und Dessertwagen in die Kabine gerollt. Hier kann man sich Käse und Desserts direkt von den Flugbegleitern zusammenstellen lassen. Das Highlight hier ist immer der Eisbecher, welchen man nach seinen Wünschen mit verschiedenen Soßen und Toppings  garniert  bekommt.

Grundsätzlich finde ich den Service bei United in der Polaris Business Class gut. Allerdings merkt man deutlich, dass man diesen seit der ersten Einführung im Dezember 2016 zusammengestrichen hat. Auf meinem ersten Flug in der United Polaris Business Class war ich hier noch regelrecht begeistert. Seither hat man leider wieder nachgelassen. Schade!

Während dem Flug sind in der Küche kleine Snacks verfügbar, wie z.B. Chips oder Früchte. Auch kann man natürlich jederzeit Getränke bekommen. Hierfür muss man allerdings entweder in die Küchen gehen oder klingeln. Aktiv gehen die Flugbegleiter leider nicht durch die Kabine.

Etwa zwei Stunden vor der Landung in San Francisco, wurde noch eine zweite Mahlzeit serviert. Das Huhn mit Reis und der Salat haben mich leider nicht mehr überzeugt, so dass ich das Essen fast komplett habe zurückgehen lassen. Dies kann man bei United allerdings auch durchaus besser und ich habe hier auch schon sehr gute Mahlzeiten vor der Landung gegessen.

Schneller als gedacht waren die 12 Stunden Flug auch schon vorbei und es folgte der Landeanflug auf San Francisco. Dies war auch das Highlight des Fluges, mit toller Sicht auf San Francisco.

United Polaris Business Class Boeing 787 | Frankfurtflyer Kommentar

Ich selbst fliege viel und auch gerne mit United. Ich würde die Airline auch durchaus auf Flügen in die USA empfehlen, allerdings würde ich sie auch als sehr amerikanisch beschreiben. So ist man eher ein wenig rustikal und nicht so „edel“ wie zum Beispiel bei einigen asiatischen Airlines unterwegs.

Dennoch würde ich die United Polaris Business Class in der 787 durchaus als gute Option bezeichnen, um über den Atlantik zu fliegen. Ich finde den Sitz und die Kabine gut und auch der Service ist alles andere als schlecht. Das Essen auf meinem Flug war zwar eher mittelklasse, aber dies ist auch nicht die Regel bei United Airlines. Meist war ich hier mit dem Gebotenen doch recht glücklich.

Dass man den Service seit der Einführung der Polaris Business Class wieder zurückgefahren hat, finde ich ein wenig enttäuschend. Zwar ist der Service hierdurch schneller geworden, aber besonders auf Tagflügen wie diesem könnte man hier etwas mehr bieten.

Die Crew auf diesem Flug war übrigens ausgesprochen nett und es hat wirklich Spaß gemacht mit ihnen zu fliegen und sich auch mal ein paar Minuten zu unterhalten. Das Vorurteil, alle United Flugbegleiter seinen alt, unfreundlich und unmotiviert, kann ich daher hier nicht bestätigen.

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