Review: United Polaris Business Class in der Boeing 787-9

Heute möchte ich über meinen Flug in der United Polaris Business Class in der Boeing 787-9 berichten. Wegen des schlechten Wetters in San Francisco musste ich meinen Flug umbuchen. Statt wie ursprünglich geplant, mit Air New Zealand nach Auckland und dann weiter nach Sydney zu fliegen, wurde ich auf die United Business Class in der Boeing 787-9 von Los Angeles nach Sydney gebucht. Da ich ohne eine großartige Verspätung in Australien landen sollte, war mir der gut 14 Stunden lange nonstop-Flug eigentlich ganz recht.

United kenne ich bisher nur aus der Economy Class und von Domestic First Class Flügen. Umso mehr war ich gespannt, wie sich die Airline auf einer echten Langstrecke schlägt. Vor kurzem hat man die neuen Polaris Business Class Sitze eingeführt, welche wirklich klasse aussehen. Auf meinem Flug war leider noch der alte Sitz verbaut. Was den Sitz betrifft wusste ich eigentlich was zu erwarten war, allerdings reizt es mich immer eine neue Airline zu fliegen und das Produkt ausgiebig zu testen. Auch in die Lounges hat man ordentlich investiert. Die Polaris Lounges in Chicago und Los Angeles waren beide super. Mit entsprechend hohen Erwartungen freute ich mich auf den Flug mit United.

Allerdings ist das Gesamterlebnis dann leider doch recht weit hinter den Erwartungen zurück geblieben.

United Polaris Business Class in der Boeing 787-9 | Boarding

Das Einsteigen bei United erfolgt immer zuerst mit dem pre-Boarding. Nachdem hier zum Beispiel Gäste mit kleinen Kindern, ältere Gäste, Militär in Uniform, Global Service Member und United 1K Statusinhaber einsteigen dürfen, beginnt das eigentliche Boarding. Gäste der United Polaris Business Class dürfen mit der Gruppe 1 einsteigen. Gäste im Basic Economy Tarif hingegen mit der letzten Gruppe 5.

An Bord angekommen machte ich es mir auf meinem Sitzplatz 7K im zweiten Teil der Business Class Kabine gemütlich. Natürlich nicht ohne noch vorher ein paar Bilder der Sitze zu knipsen.

 

United Polaris Business Class in der Boeing 787-9 | Kabine

United verbaut in Ihren Boeing 787-9 eine Polaris Business Class in einer 2-2-2 Anordnung. Insgesamt gibt es acht Reihen und insgesamt 48 Sitzplätze.

In der Economy Class verbaut United 116 Sitzplätze in einer 3-3-3 Anordnung. Der Sitzabstand beträgt 32 Zoll. Außerdem gibt es noch eine Economy Plus (88 Sitze). Hier ist der Sitz identisch mit der Economy Class, auch die 3-3-3 Anordnung ist baugleich. Der Sitzabstand ist aber um 3 Zoll oder 7.5 Zentimeter größer, was auf der Langstrecke ein echter Segen ist.

United Polaris Business Class in der Boeing 787-9 | Der Sitz

Der Sitz der United Polaris Business Class in der Boeing 787-9 ist mit dem von Lufthansa oder auch Air China vergleichbar. Wer diese Airlines schon einmal in der Business Class geflogen ist, wird viele Gemeinsamkeiten feststellen. Natürlich lässt sich der United Polaris Business Class Sitz in ein flaches Bett verstellen und ist dann 1.95 Meter lang und gut 55 Zentimeter breit. Die Sitze sind in einem leichten Winkel vom Gang abgewandt.

Die Armlehne in Richtung Fenster lässt sich verstauen, so wird der Sitz nochmals breiter. In der breiten Mittelarmlehne ist auch der Tisch integriert, der sich herausziehen lässt. Aufstehen kann man allerdings nicht mehr, sobald der Tisch ausgeklappt ist.

Der Controller zum Einstellen des Sitzes befindet sich, wie auch die Bedienung für das Inflight Entertainment in der Armlehne zwischen beiden Sitzen. Davor befindet sich eine kleine Ablagefläche auf der man das Willkommensgetränk abstellen kann. Insgesamt verfügt der Sitz über recht wenig Staufächer.

Auf der linken Seite neben der Hüfte gibt es ein kleines Ablagefach in das bestenfalls ein Laptop passt. Hier befindet sich auch einige Zeitschriften. Schräg hinter dem Sitz befindet sich noch eine kleine Staufläche. Da sich hier auch die Steckdose und der USB-Anschluss befinden, kann man hier die elektronischen Mitbringsel laden. Wirklich fest und sicher sind diese aber nicht verstaut.

Unterhalb des Monitors befindet sich noch ein weiteres flaches Ablagefach.

Der United Polaris Business Class Sitz in der Boeing 787-9 ist mit blauem Stoff bezogen. Auf langen Flügen ist dies recht komfortabel. Dank des Kopfkissens und der Decke von Saks Fifth Avenue hat man hier extrem hochwertiges und gutes Bettzeug. Klasse fand ich auch das dünne „Schaumkissen“, dieses war beim Schlafen wirklich sehr bequem. Wer lieber etwas entspannen möchte, für den ist die dünne Stoffdecke passend.

Einziger Nachteil bei den vielen Decken und Kissen: Es gibt kaum Staufächer. Packt man die Decken und Kissen einmal aus der Plastikverpackung aus, dann kann man alles nur noch sehr schwer verstauen, wenn man aufstehen möchte. Am Sitz warteten übrigens bereits Slipper und ein Amenity Kit.

Der Fußraum war vergleichsweise eng. Wenn man auf dem Rücken schläft, geht es einigermaßen. Wenn man aber Seitenschläfer (wie ich) ist, dann wird es im Fußraum doch etwas eng.

Die Sitze in der ersten Reihe bieten hier übrigens die größte Ablagefläche für die Füße. Allerdings ist die Nähe zur Galley nicht jedermanns Sache, denn hier wird es schnell mal lauter. Leider ist es auch recht hell, da die Vorhänge eher an Mückennetze erinnern, als an richtige Vorhänge.

Privatsphäre bietet der Sitz eher weniger. Zwischen den beiden Sitzen ist eine kleine Trennwand verbaut. Beim Schlafen sieht man den Nachbarn nicht, in der Sitzposition kann man sich ohne Probleme mit dem Partner oder dem Mitreisenden unterhalten.

United Polaris Business Class in der Boeing 787-9 | Catering und Service

Am Sitz war bereits die Speisekarte ausgelegt. Hier konnte man sich noch vor dem Start das Menü zusammenstellen. Der erste Service wurde kurz nach dem Start durchgeführt.

Der Flug hatte leider deutlich Verspätung und wir waren erst kurz vor Mitternacht auf Reiseflughöhe. Da ich bereits in der United Polaris Lounge in Los Angeles gegessen hatte, wollte ich nur noch schlafen. Ich hatte zwar ein Abendessen bestellt, allerdings bin ich kurz nach dem Start eingeschlafen. Gut sieben Stunden konnte ich es mir in den ausgezeichneten Bettdecken gemütlich machen. Zur Halbzeit des Fluges war ich dann hellwach und hatte hunger. In der Galley sollte der Midnightsnack aufgebaut sein. Leider gab es hier nur ein paar abgepackte Sandwiches, süße Teilchen, Cracker und Chips. Auf Nachfrage wurde dann etwas mürrisch ein Käse-Sandwich an den Platz gebracht. Die Qualität war unterirdisch. Selten habe ich so etwas klebriges und fettiges erlebt. Da waren mir die Brownies und ein weiterer Kaffee dann doch lieber.

Service hat eigentlich keiner stattgefunden. In der Galley konnte man sich selbst bedienen, in der Kabine war aber niemand zu sehen, wenn man die Klingel nicht benutzt hat. Natürlich verstehe ich, dass auf einem Nachtflug nicht alle fünf Minuten jemand durch die Kabine laufen muss, kann und will. In der Zeit bis zum Frühstück, welches in etwa 90 Minuten vor der Landung serviert wurde, hat sich allerdings niemand der demotivierten Crew in der Kabine blicken lassen. Ich bin eigentlich kein Freund davon zu klingeln, wenn man etwas möchte, allerdings sehe ich es in der Business Class auch nicht als meine Aufgabe an, in die Galley zu laufen um dort etwas zu bestellen. Ich habe mir nach und nach drei Gin&Tonic bestellt. Bei der vierten Bestellung wurde mir mitgeteilt, dass die Bar nun geschlossen wäre. Drei Stunden vor der Landung!

Im Anschluss habe ich noch einen Film geschaut und ein klein wenig gearbeitet.

Das Frühstück bestand aus einem Käseomelette mit Würstchen und Kartoffeln, etwas Obst, einem Joghurt und eine Brötchen. Alles wurde zusammen auf einem Tablett serviert. Die Qualität fand ich auch hier mehr als schwach. Wäre alles in einer Aluschale serviert worden, dann hätte das auch als Economy Class Essen durchgehen können.

United Polaris Business Class 787 Frühstück

United Polaris Business Class in der Boeing 787-9 | Frankfurtflyer Kommentar

Ich habe sehr gemischte Gefühle, was die United Polaris Business Class in der Boeing 787-9 betrifft. Der Flug war eine Momentaufnahme und der Service und das Catering mögen ein Einzelfall gewesen sein. Allerdings hat der Flug mal wieder gezeigt, wie viel Einfluss dies auf das Erlebnis an Bord hat. Der United Business Class Sitz ist zwar nicht der neuste, allerdings weiß man auf was man sich einlässt. Der Sitz wird früher oder später gegen den „echten und neuen“ Polaris Sitz ausgetauscht. Dieser sieht wirklich klasse und sehr modern aus. Die Decken und Kissen gehören zu den besten, welche ich bisher in der Business Class erlebt habe.

United hat auf meinem Flug von Los Angeles nach Sydney genau das reflektiert, was man von US-Airlines eigentlich erwartet, beziehungsweise wie deren Ruf lange Zeit war. Der Service war lustlos, unfreundlich und demotiviert und das Catering sehr mittelmäßig.

Würde ich wieder mit United in der Polaris Business Class fliegen? Klar, wenn der Preis passt und der neue Sitz verbaut ist, würde ich vermutlich nicht zögern. Ansonsten würde ich wohl auf den meisten Strecken die Alternativen abwägen.


Die anderen Teile meines Tripreports könnt Ihr hier lesen:

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2 Kommentare

  1. Na da wäre mir die LH Business tatsächlich lieber. Zumindest der Service ist meist solide bei quasi gleichem Sitz.
    Du hast beim Catering noch sehr niedrig gestapelt. Ich finde das alles an Frechheit grenzend („Bar closed“, mieses Sandwich, das Frühstück). Auch das sich für Stunden kein FA zeigt…

  2. Das Reiseerlebnis ist wie so oft sehr stark an die Motivation der Mitarbeiter gebunden.
    Wenn man öfters eine Route fliegt, fällt dies noch intensiver auf.
    Bei den Crews von United habe ich oft den Eindruck, dass es keine klaren Linien gibt und es den Crews selbst überlassen ist, bestimmte Abläufe einzuhalten.
    Meine letzte Erfahrung war auch nicht gerade toll. Noch vor Start und nach gefühlten 5 Minuten Zeit wurden die Speisekarten eingesammelt. Im Nachhinein war es also nicht möglich, einen Blick auf die zweite Essensauswahl oder Getränke zu werden. Auch der Service kam nur nachdem man den Serviceknopf gedrückt hatte. Hier sehe ich gewisse Tendenzen, leider negative.

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