Rom will die neue Alitalia mit Lufthansa aufbauen nach Vorbild von Swiss

In Italien wurde gerade eine neue Regierung gebildet und auch viele wichtige Posten wurden neu besetzt. Ein in Italien durchaus wichtiges und präsentes Thema ist die Zukunft der Alitalia, welche nach Jahrzehnten der dauerhaften Verluste und Insolvenzen nun endlich komplett neu aufgestellt werden soll. Geht es nun nach dem Willen des neuen Premierministers Mario Draghi und seiner Regierung, wird man die neue Alitalia auf Basis der aktuellen Regionaltochter Alitalia Cityliner neu aufstellen.

Hierbei will man sich in Italien offensichtlich am sehr erfolgreichen Konzept der Swiss orientieren, welche nach der spektakulären Pleite der Swiss Air, aus der damaligen Regionaltochter Crossair hervorging und mit Geld aus der Wirtschaft und vom Staat aufgebaut wurde. Interessanterweise bringt man in Italien nun auch wieder Lufthansa ganz offen in das Gespräch und würde die neue Airline dann gerne mit den Deutschen als strategischen Partner oder gar neuen Besitzer führen.

Der Grund für die Neuaufstellung von Alitalia in der Regionaltochter Cityliner dürfte sein, dass die EU Kommission den gesamten Rettungsprozess genehmigen muss und man hat sehr klar gemacht, dass man nicht akzeptieren wird, dass man einfach eine neue entschuldete Airline aufsetzt, welche dann aus staatlichen Mitteln und den alten Vermögenswerten der Alitalia in einer „weiter so“ Manier betrieben wird. Sogar den Namen Alitalia soll die neue Airline nach dem Willen der EU nicht mehr führen dürfen. 

Der neue Plan sieht daher vor, dass die aktuelle Alitalia Dinge wie Flugzeuge (sofern sie überhaupt noch Alitalia gehöhren), Immobilien, Wartung, das Vielfliegerprogramm und auch die Marke Alitalia selbst an Cityliner überträgt. Anschließend würde Alitalia Cityliner an das italienische Ministerium für Wirtschaft und Finanzen verkauft werden. Mit dem Erlös des Verkaufs, könnte die alte Alitalia (welche dann nicht mehr Alitalia heißt, da man die Marke verkauft hat) ihre Staatshilfen zumindest in großen Teilen zurückzahlen, was die EU zufriedenstellen sollten.

Anschließend sieht der Plan vor, dass man die so neu entstandene Alitalia schuldenfrei an Lufthansa als strategischen Partner teilweise oder sogar komplett verkauft. Vermutlich soll dieser Prozess in mehreren Schritten über Jahre passieren, allerdings soll Lufthansa beim Wiederaufbau von Alitalia helfend zur Seite stehen. So haben es mehrere Zeitungen in Italien berichtet.

Lufthansa hat schon detaillierte Pläne für Alitalia

Lufthansa hat immer wieder das Interesse an Alitalia bekundet und schon vor über einem Jahr einen detaillierten Plan vorgestellt, wie man Alitalia gerne als neue Airline in die Lufthansa Gruppe integrieren würde und insbesondere Rom als südlichen Hub des Konzerns ausbauen will.  Neben einem Wechsel von Alitalia zur Star Alliance, war auch eine Integration zu Miles&More vorgesehen.

Ob Lufthansa auch in der aktuellen Krise noch an einer Übernahme von Alitalia interessiert ist, wurde von Lufthansa noch nicht bestätigt, allerdings hat man aktuell wohl kaum die finanziellen Mittel um eine komplette Airline aus dem Stand zu übernehmen. Allerdings sah der Plan von Lufthansa immer vor, dass man zu Beginn nur eine strategische Partnerschaft mit der neuen Alitalia eingeht und die Airline anschließend in Schritten übernimmt.

So hat sich auch der Prozess bei Swiss, Austrian Airlines und Brussels Airlines abgespielt und man kann davon ausgehen, dass es auf jeden Fall Jahre dauern würde, bis Lufthansa 100% von Alitalia übernommen hat.

Alitalia schon bald in der Star Alliance und bei Miles&More | Lufthansas Pläne in Italien

Rom will die neue Alitalia mit Lufthansa aufbauen nach Vorbild von Swiss | Frankfurtflyer Kommentar

Es ist tatsächlich nicht unwahrscheinlich, dass man Alitalia nach dem Vorbild von Swiss aufbaut, um so eine neue Airline zu schaffen und das Drama rund um die massiv angeschlagene Airline zu beenden. Hierbei wird es allerdings neben Geld auch einige drastische Schritte und Einschnitte geben müssen und hier könnte nun die Corona Krise sogar helfen, denn man kann so einige nötige Veränderungen auch politisch verkaufen.

Mario Draghi als neuer Regierungschef in Italien gilt als Wirtschaftswissenschaftler und ehemaliger Präsident der EZB als geeignet, den Umbauprozess rund um Alitalia zu begleiten. Wenn alles nach Plan läuft, könnten wir in einigen Jahren wirklich eine erfolgreiche Alitalia in Rom sehen, welche Gewinne erwirtschaftet und ein Teil der Lufthansa Gruppe ist. Entschieden ist hier allerdings noch lange nichts, wobei die Uhr zur Neuaufstellung tickt. Schon im April soll die neue Alitalia an den Start rollen.

Danke: AeroTelegraph

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2 Kommentare

  1. Irgend so etwas wird wohl kommen.
    Die Idee, sich auf das Langstreckengeschäft zu konzentrieren, klingt natürlich sehr verlockend. Aber irgendjemand muss die Zubringerflüge übernehmen. Der erste Gedanke dazu dürfte natürlich auf Air Dolomiti fallen, die vermutlich nicht abgeneigt sind. . Aber natürlich ist Air Dolomiti schon vergeben …

    • Wenn es wirklich zum Zusammenschluss von LH und Alitalia kommt, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass Air Dolomiti quasi als Regionalairline von Alitalia und LH operiert.

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