Rückkehr der Dreiecksflüge?

Foto: KLM

Sogenannte Dreiecksflüge sind für Airlines eine gute Möglichkeit, zwei Ziele mit mäßiger Auslastung miteinander zu kombinieren. Diese Variante wurde in der Vergangenheit aus unterschiedlichen Gründen von verschiedenen Gesellschaften durchgeführt. Für Fluglinien und Passagiere gibt es dabei einige Vor- und Nachteile.

Rückkehr der Dreiecksflüge? | Vorteile

So können Destinationen, die wegen geringer Nachfrage von der Streichung bedroht sind, aufrecht erhalten werden. Chartergesellschaften bieten mit Dreiecksflügen ein größeres Portfolio für Urlauber an. Zudem können einige touristische Ziele auch außerhalb der Saison kostendeckend angeboten werden.

Es gibt allerdings auch operationelle Gründe dafür. Nicht alle Airlines haben das passende Fluggerät in der Flotte. Eine zu große Maschine kann nicht nur wirtschaftlich unrentabel sein. Manche Pisten sind schlicht zu kurz und für größere Jets nicht geeignet.

Rückkehr der Dreiecksflüge? | Beispiele

Prominentes Beispiel ist der Flughafen der Insel St. Maarten auf den niederländischen Antillen. Dort sind und waren Großraumjets wie der Airbus A340, Boeing B777 oder gar Jumbos der KLM regelmäßige Gäste. Dabei ist die Start- und Langebahn gerade einmal 2300 Meter lang. Der Start mit einem vollbesetzten Flugzeug und ausreichend Kerosin für den Rückflug nach Europa war also gar nicht machbar. Daher musste für den Rückflug ein Zwischenstopp eingeplant werden.

Auch die Lufthansa greift immer wieder auf diese Möglichkeit zurück und variiert von Flugplan zu Flugplan. Insbesondere einige schwächer nachgefragte Destinationen in Afrika und Nahost wurden zusammengelegt. Beispiele waren Routen wie Frankfurt-Riad-Bahrain, Frankfurt-Dammam-Kuwait oder München-Jeddah-Riad.

Aktuell wird von Austrian Airlines auf diese Variante zurückgegriffen. Seit Ende September werden zwei Ziele in Deutschland miteinander kombiniert. Täglich startet in Wien eine Dash in Richtung Leipzig und kommt nach einem Zwischenstopp in Nürnberg wieder ans Drehkreuz der Airline zurück.

Auch die Swiss-Tochter Edelweiss musste jüngst einen Dreiecksflug durchführen, es soll allerdings eine Ausnahme gewesen sein. So hat man den kürzlich wieder aufgenommenen Flug auf die Malediven mit dem auf die Seychellen zusammengelegt. Die Entscheidung fiel relativ spontan, Fluggäste wurden entsprechend kurzfristig informiert. Folge des ungewöhnlichen Routings und der Zwischenlandung war eine über sechsstündige Verspätung.

Rückkehr der Dreiecksflüge? | Nachteile

Solche Maßnahmen könnten – bedingt durch die Pandemie und die Reiserestriktionen – in Zukunft häufiger Zustande kommen. Für die Fluggesellschaften sind Dreiecksflüge auf den ersten Blick eine wirtschaftliche Möglichkeit zwei Ziele kostendeckend anzubieten. Es gibt aber für die Airlines auch Nachteile.

Selbst auf Mittelstrecken kann es für die Besatzung durch die Route und die längeren Standzeiten am Boden kritisch mit der maximalen Dienstzeit kommen. Diese ist gesetzlich vorgeschrieben und darf nur in Ausnahmefällen überschritten werden. Zusätzliche Gebühren an den Flughäfen und für Überflüge fallen dennoch an.

Für Passagiere ist es in erster Linie die längere Reisezeit. Je nachdem wie die Flüge genau durchgeführt werden, müssen manchmal Passagiere mit einem Sitzplatz im Zustand des Vorgängers begnügen. Nicht auf allen Stationen erfolgt eine Reinigung der Kabine.

Rückkehr der Dreiecksflüge? | Frankfurtflyer Kommentar

Je nach Saison gibt es mal mehr und mal weniger solcher Flüge. In Zeiten von schwacher Nachfrage eine gute Möglichkeit zwei betroffene Destinationen nicht komplett zu streichen, sondern zusammenzulegen. Es gibt zahlreiche Varianten wie diese durchgeführt werden. Zwei kanarische Inseln oder zwei Ziele in Ägypten miteinander zu kombinieren sind bekannte Beispiele für Urlauber hierzulande.

Austrian führt mit Wien-Leipzig-Nürnberg-Wien wieder einen Dreiecksflug durch, eine Möglichkeit nur zwischen Leipzig und Nürnberg zu fliegen besteht aber nicht.  Die Reisezeit für den Flug von Wien nach Nürnberg verlängert sich allerdings um über eine Stunde – immerhin besser als das Angebot ganz einzustellen.

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6 Kommentare

  1. Statt dauernd Flüge ZRH-ARN und ZRH-GOT zu streichen, könnte doch locker ein 3-Ecksflug geflogen werden ( ZRH – GOT – ARN – ZRH ) oder umgekehrt. Ginge doch sicher auch mit CPH / OSL. Der Möglichkeiten wären da sicherlich einige. Besser einen Flug mit Zwischenlandung, anstatt KEINEN Flug ans Ziel ! Mich würde das jedenfalls nicht stören.

  2. Man lernt sehr eindrucksvoll, wie die Zuladung das Startverhalten beeinflusst.
    MUC-> YVR mit Canada3000 (lang, lang ists her …) via YYC, ich glaube mit einer 777.
    Ab MUC gings gemütlich in die Höhe, ab YYC mit der Hälfte der Passagiere und einem Rest an Sprit fast katapultartig.

  3. Hatten mal ein ungewöhnliches Streckennetz. Ich kann mich an Schilder/ Plakate in der Südsee erinnern, weiss aber nicht mehr, ob das jetzt in Fiji oder Tahiti war. So ums Jahr 2000 etwa. Hat mich damals recht erstaunt, denn eigentlich gabs ja außer NZ, AF, bzw. KE (NAN) und teils noch HA (PPT, PPG) oder LA über die Osterinsel kaum Verbindungen.

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