Ryanair will wieder 1.000 Flüge pro Tag anbieten | Passagiere müssen vor Toilettenbenutzung fragen

Foto: Ryanair

Europas größter Billigflieger Ryanair will wieder voll durchstarten. Schon ab dem 1. Juli sollen 40 Prozent der regulären Flüge wieder stattfinden. Dafür müssen jedoch die Beschränkungen für Reisen innerhalb der EU gelockert werden. Ziel sei es 90% der Destinationen anzubieten, die vor dem Lockdown angeflogen wurden.

Raus aus der Krise

Wie alle Fluggesellschaften hat die Krise auch den irischen Lowcoster schwer getroffen. Ryanair musste im März den Betrieb bis auf wenige Ausnahmen zurückfahren. Es gibt aktuell lediglich etwa 30 Flüge pro Tag.

Der CEO der Gesellschaft Michael O’Leary hat jedoch kürzlich in einem Interview eine schnelle Erholung der Luftfahrt prognostiziert. Er verwies dabei auf den Markt in China, wo wieder 70% der Inlandsflüge durchgeführt werden. Allerdings ist die Auslastung dort gerade auf dem Tiefpunkt, die Airlines unterbieten sich gegenseitig mit Tiefstpreisen.

Stolz verkündete er zudem, daß es zu keinen Entlassungen kommen soll. O’Leary machte es jedoch davon abhängig bald wieder fliegen zu dürfen und beschränkte seine Aussage bis Ende Mai.

Passagiere müssen vor Toilettenbenutzung fragen

Auch Ryanair empfiehlt den Passagieren eine Maske schon beim Betreten des Flughafens zu nutzen und diese während der gesamten Reise zu tragen. Damit schließt sich der Billigflieger dem allgemeinen Trend an. Außerdem wird das Sortiment von Snacks eingeschränkt und bargeldlose Bezahlung bevorzugt.

Während eines Fluges bilden sich vor den Toiletten oft Warteschlangen in den Gängen der Maschine. Um dies zu vermeiden hat sich der Lowcoster diesbezüglich auch eine Maßnahme ausgedacht.  So werden die Fluggäste gebeten die Kabinenbesatzung vor dem Toilettengang anzusprechen. Auch wenn es nachvollziehbar ist, daß man Menschenansammlungen vermeiden möchte, ist das Vorhaben der Airline fragwürdig.

Weitere Hinweise und Empfehlungen wie z.b. das Messen der eigenen Körpertemperatur vor dem Flug wurden auf einer eigenen Seite der Airline zusammengefasst. Zudem sollen Fluggäste, die mit Ryanair fliegen, bei Reisen im Juli und August am Check-In ihre Kontaktdaten sowie die Dauer ihres Aufenthalts vor Ort nennen.

Einen Mittelsitz freizulassen hat O’Leary als „Blödsinn“ bezeichnet. Die Maßnahme ist ohnehin umstritten, da selbst dann der empfohlene Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Gerade für Billigflieger wie Ryanair, die tendenziell noch viel knapper als klassische Airlines kalkulieren, wäre dies wirtschaftlich nicht darstellbar.

Ryanair will wieder 1.000 Flüge pro Tag anbieten | Frankfurtflyer Kommentar

Letztes Jahr hatte Ryanair noch mit ganz anderen Problemen zu kämpfen. Durch die verzögerte Auslieferung und dem Flugverbot der Boeing 737 MAX kam es zu Engpässen beim Fluggerät. Die geplante Expansion musste auf die Wartebank. Es wurden dafür einige Strecken zugunsten von profitablen Zielen gestrichen, Crewbasen wie in Hamburg oder Nürnberg wurden komplett geschlossen.

Jetzt wird es dringend wieder überhaupt zu fliegen und Einnahmen zu generieren. Ob das ambitionierte Ziel von 1.000 Flügen am Tag in einigen Wochen darstellbar ist, hängt in erster Linie von der Lockerung der Reisebeschränkungen ab. Wir sind gespannt wie Ryanair dann die Policy zur Benutzung der Waschräume an Bord genau umsetzen wird.

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6 Kommentare

  1. Das wäre doch neben dem Handgepäck auch ein nettes Thema: die Toilettennutzung.
    Was um Himmels willen drängt sich auf einer Superlangstrecke von München bis London das halbe Flugzeug (also die Fluggäste natürlich) vor den Toiletten?

  2. Ryanair hatte ja auch schon mal die Idee, für die Toilettennutzung Geld zu verlangen.
    Ist dies der erste Schritt, um dies nun doch zu realisieren.
    Wer bezahlt, darf zuerst aufs Klo ???

      • Bei LH wedeln dann alle mit ihren gueldenen FielVlieger-Kaertchen um „Priority-Dixi-Klo-Benutzung“ zu erhalten. Das waere ein echtes Enhancement bei dem der Status ausnahmsweise mal an praktischem Wert gewinnt.

        • Man kann das doch noch bei den Zusatzangeboten unterbringen: einmal auf den Pullertopf sofort nach Erlöschen der Anschnallzeichen: Online vorab gebucht 10 € und in der Maschine selbst dann als kostenpflichtiges Extra 20 €.

  3. So wie der Durchschnittliche Deutsche gerade erzogen wird, mit Karte zu zahlen, wird hoffentlich der 9,99€ Mallorca-Fluggast so erzogen, dass er nicht 5 Minuten inflight sofort die Blase entleeren muss. Ist mir bis heute ein Rätsel, dass man bei zwei Stunden Flug drei Mal auf Toilette muss. Und ich denke dabei jetzt nicht an Kinder, Alte oder Kranke.

    Wenn ich mich ins Auto von Düsseldorf nach Frankfurt setze, schaffe ich es auch, nicht direkt Ohligser Heide raus zu müssen.

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