SAS hat alle Airbus A340 in Rente geschickt | Das Ende der Vierstrahler

Es ist noch nicht lange her, dass auf Langstrecken, besonders über dem Atlantik oder auch nach Asien die Vierstrahler den Goldstandard dargestellt haben. Auch SAS hatte mit acht Airbus A340-300 das Rückgrat der Langstreckenflotte mit dem zuverlässigen Vierstrahler aufgebaut.

Schon vor der Coronakrise war aber klar, dass der Airbus A340-300 früher oder später die Flotte von SAS verlassen muss und durch die sparsameren Airbus A350-900 ersetzt werden soll. Allerdings hat Corona dies nun massiv beschleunigt und seit März hat man nun die letzten sieben Airbus A340-300 außer Dienst gestellt und man wird die Flugzeuge auch nicht mehr zurückkommen lassen.

SAS wird die im Schnitt etwa 18 Jahre alten Flugzeuge in Arizona verwerten lassen, was bedeutet, dass sie in Einzelteile zerlegt und und als Ersatzteile weiter verkauft werden. Dies ist ein sehr verbreitetes Schicksal für alternde Vierstrahler.

Airbus A350 ersetzt den A340

Wie geplant, werden die Airbus A340-300 nun mit den modernen Airbus A350-900 ersetzt, von welchen SAS bereits vier in der Flotte hat und weitere vier sollen bis 2022 geliefert werden. Dabei war der Plan von SAS schon vor der Pandemie alle, oder zumindest die meisten Airbus A340-300 auszumustern, wenn die neuen Zweistrahler zur Flotte stoßen, jedoch hat die Pandemie nun die Timeline verändert.

So wird auch SAS in den kommenden Jahren deutlich weniger Passagiere transportieren, als man es noch vor einem Jahr erwartet hat und damit muss die Airline kleiner werden.

Durch die schnelle Ausflottung der Airbus A340-300 hat man die Flotte nun vorerst nicht ganz unwesentlich verkleinert und gleichzeitig auch verjüngt. Dabei ist SAS offensichtlich der Hoffnung, dass man bis Ende 2022, wenn die letzten Airbus A350 kommen, wieder auf einem Nachfrageniveau von 2019 angekommen ist, sodass man die neuen Flugzeuge dann auch auslasten kann.

Neben den etwa 18 Jahre alten Airbus A340-300 hat SAS übrigens auch noch einige recht alte Airbus A330-300, welche ebenfalls schon zwischen 17 und 18 Jahre auf dem Buckel haben. Damit sind die vier ältesten Airbus A330-300 von SAS bei weitem nicht so effizient, wie die fünf neusten mit einem Alter von etwa fünf Jahren. Es ist durchaus denkbar, dass auch Airbus A330 die Flotte verlassen müssen, wenn sich die Situation in der Luftfahrt nicht zügig erholt. Aktuell sind die meisten SAS Flugzeuge geparkt.

Die Zeit der Vierstrahler geht zu Ende

Es ist noch nicht lange her, da konnte man Langstrecken, besonders über offenes Wasser quasi nur mit Vierstrahlern fliegen, da Flugzeuge mit nur zwei Triebwerken als nicht zuverlässig genug galten und sich nicht zu weit von Ausweichflughäfen entfernen durften.

Mit der enormen Zuverlässigkeit von modernen Triebwerken, ist dies nun kein Problem mehr und es gibt Zweistrahler, welche Zulassungen für das Fliegen mit nur einem Triebwerk bis zu vier Stunden haben. Damit gibt es nur noch im Südpazifik einige Strecken, welche überhaupt einen Vierstrahler benötigen könnten.

Auch sind die modernen Triebwerke so leistungsstark, dass man problemlos auch sehr schwere Flugzeuge, wie die Boeing 777-300er, mit nur zwei Triebwerken sicher betreiben kann und das bei enormen Lasten.

Durch die Treibstoffersparnis von etwa 25% eines Airbus A359-900 gegenüber eines Airbus A340-300 ist klar, warum Airlines nun verstärkt auf neue Flugzeuge setzen und die Vierstrahler ausmustern.

SAS hat alle Airbus A340 in Rente geschickt | Frankfurtflyer Kommentar

Auch bei SAS geht nun die Ära der Vierstrahler zu Ende und auch wenn es natürlich ein Schritt in die moderne Zukunft ist, ging dies nun alles schneller als gedacht. Als Luftfahrt Fan, der mit dem Airbus A340 durchaus einige Erinnerungen verbindet, trauere ich dem Flugzeug etwas nach, auch wenn es der Zahn der Zeit ist, welcher hier nagt.

Spannend bleibt, wie lange Lufthansa als letzter großer Airbus A340 Betreiber in Europa noch an dem Jet fest hält. Aktuell setzen sowohl Swiss, als auch Lufthansa den Airbus A340-300 sehr aktiv ein.

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6 Kommentare

  1. oh wie Schade, das das Downsizing an der Luftfahrt nicht vorbei geht. Auch wenn die Zuverlässigkeit und die Leistung eines modernen Zweistrahlers noch so hoch ist, ein Schaden an einem Triebwerk bedeutet auch doppelten Leistungsverlust gegenüber einem 4-Strahler. Und das macht ihn gefühlt für den Passagier nochmals sicherer

    • Ueber die Lebensdauer von Flugzeugen gibt es staendig sogenannte Performance-Improvement-Packages (PIP). Ein Teil dieser Verbesserungen kann einfach nachgeruestet werden (hauefig Software-Optimierungen), ein anderer Teil wird nur bei neueren Exemplaren ab Werk verbaut. Beim A350 z.B. gibt es aerodynamische Verbesserungen am Fluegel und Gewichtseinsparungen, die sich nicht einfach nachruesten lassen.

      Beim A330 kommt noch hinzu, dass es sehr viele unterschiedliche Triebwerks-Optionen gibt (Rolls-Royce, General Electric, P&W). Manche davon sind nicht mehr aktiv weiterentwickelt worden, andere schon.

  2. Schade, ich bin oft in den 343 der SAS geflogen – Bangkok, Tokio, Chicago, jeweils ab Kopenhagen. Und ich bin immer gerne dort eingestiegen, zumal ich die SAS aufgrund ihrer Zuverlässigkeit, des charmanten skandinavischen Service an Bord und des sehr guten Preis Leistungsverhältnisses sehr geschätzt habe.

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