Sitzplatzauswahl und Cash Upgrades bei Air France / KLM

Inzwischen haben es fast alle Airlines drauf. Mit Zusatzleistungen, die den Passagieren einen (gefühlten) Mehrwert verleihen, sollen zusätzliche Einnahmen generiert werden. Der Vorabverkauf von Sitzplätzen gehört hierbei zu den häufigsten Angeboten, über die wir Passagiere stolpern. Da werden Sitzplätze (willkürlich) in Kategorien gesteckt und Reisende sollen für Vorabreservierungen zahlen.

Sitzplatzauswahl

Bei Air France gibt es in der Business Class und in der Premium Economy jeweils nur eine Sitzkategorie, aus der Ihr aussuchen könnt. Das macht es einfach. In der Premium Economy ist allerdings etwas Geduld gefragt, denn bei den günstigen Tickets könnt Ihr den Sitzplatz erst beim Check-in gratis wählen.

In der Economy Class gibt es eine Menge Kategorien. Und je größer das Flugzeug ist, desto bunter geht es zu. Möchtet Ihr vorne sitzen? Oder lieber zu zweit? Alles eine eigene Kategorie. Und unterschiedlich bepreist. Wer jetzt hofft, durch zocken und warten beim Online Check-in ein Schnäppchen zu machen, wird enttäuscht. Die Preise für „bevorzugte“ Sitzplätze bleiben gleich. Lediglich Standardsitzplätze sind beim Online Check-in gratis. Sonst kosten diese auf Europaflügen ab 12 Euro (15 Euro am Notausgang) bzw. ab 27 Euro in die Karibik (ab 58,50 Euro am Notausgang).

Die Kosten für die Sitzplätze variieren dabei je nach Flugstrecke bzw. Zone. Die Zahlung erfolgt dann während des Check-In Vorgangs mit Kreditkarte.

So bunt kann es bei Air France zugehen

 

Mitglieder von Flying Blue erhalten je nach Status gestaffelte Rabatte für Sitzplatzreservierungen. Das fängt bei 10% für einfache Mitglieder an und endet bei 100% Rabatt (also Gratisauswahl) für Platinmitglieder. Hier gibt es jedoch einen kleinen Fallstrick: Bei bezahlten Flügen gelten die Statusvorteile nur für den Statusinhaber persönlich. Alle anderen Mitreisenden in derselben PNR werden nach ihrem eigenen Flying Blue Status Rabatte erhalten. Handelt es sich jedoch um ein Meilenticket, gilt der Status desjenigen, dessen Meilen für die Buchung verwendet wurden, für alle Mitreisenden. Auch dann, wenn die buchende Person selbst nicht mitfliegt.

 

Sitzplatzauswahl – gratis

Die volle Auswahl an Sitzplätzen erhält man erst am Flughafen. Hier können die Mitarbeiter am Schalter dann auch auf ursprünglich kostenpflichtige Sitzplätze zugreifen. Wer nicht so lange warten möchte, kauft entweder vorher einen Sitzplatz oder vergleicht die Kosten eines Sitzplatzes mit den Kosten für ein Upgrade in eine höhere Reiseklasse.

Upgrades vor Online Check-In

Über die Hotline kann man auch lange vor Öffnung des Online Check-Ins (30 Stunden vor Abflug des ersten Flugs einer Flugrichtung) bereits ein bezahltes Upgrade durchführen. Der Preis errechnet sich dabei aus der tagesaktuellen Differenz zwischen dem bereits bezahlten Flugpreis und dem verfügbaren Tarif in der höheren Reiseklasse. Dementsprechend teuer kann so ein Upgrade dann auch sein. Aber das ist auch verständlich, denn mit dem vorzeitigen Erwerb des Platzes in der höheren Reiseklasse tritt man in Konkurrenz zu aktuellen Buchungsinteressenten.

 

Upgrade mit Meilen

Werden ab Buchung ebenfalls angeboten. Diese richten sich nach der gebuchten Buchungsklasse und dem tagesaktuellen Meilenpreis bei Flying Blue. In meinem Fall mit dem sehr günstigen Bezahlticket hätte der Meilenpreis exakt dem veröffentlichten Preis bei Flying Blue entsprochen. Demzufolge wäre das Upgrade a) ziemlich teuer gewesen und b) im Endeffekt ein kompliziert konstruiertes Meilenticket geworden. In dem Fall hätte ich eher das Bezahlticket storniert und bei Flying Blue noch einmal neu gebucht.

 

Upgrade bei Check-In

Für viele dürfte das Upgrade beim Online Check-In am relevantesten sein. Air France und KLM unterbreiten während des Check-In Prozesses im Browser oder in der App Upgradeangebote.

Die Kosten für die Angebote richten sich zunächst nach der Fluglänge. Je länger der Flug, desto höher der Upgradepreis.

Inhalt der Upgrades

Da es hier bei den Airlines viele Unterschiede gibt, solltet Ihr Euch vorab informieren, welche Zusatzleistungen Ihr bei einem Upgrade beim Check-In tatsächlich erhaltet. Bei Air France/KLM beinhaltet ein Upgrade neben dem Sitzplatz in der höheren Reiseklasse auch die Erhöhung der Gepäckgrenzen (aufgegebenes Gepäck und ggf. auch Kabinengepäck). Zudem erhaltet Ihr immer „Sky Priority“, was Euch erlaubt, die Fast Lane bei der Sicherheitskontrolle zu nutzen. Wenn Ihr in die Business Class upgradet und Gepäck aufgebt, dürft Ihr das dann am Business Class Schalter erledigen.

Zugang zur Lounge ist ab Business Class aufwärts ebenfalls enthalten.

Was Ihr jedoch nicht bekommt, sind mehr Flying Blue Meilen oder XP Punkte. Diese werden nach der ursprünglichen Reiseklasse abgerechnet. Was bei einem euro-fixierten Meilenprogramm wie Flying Blue überrascht, ist, dass Ihr für die Upgradekosten keine Meilen erhaltet.

Gerüchteküche zu Upgrades bei Air France/KLM

Da der Prozess des Upgrades bei Check-In nicht transparent ist, scheinen Air France und KLM hier immer wieder zu experimentieren oder im Hintergrund ein paar Algorithmen wüten zu lassen.

Upgradekosten können stark variieren. So gibt es Business Class Upgrades zwischen Deutschland und Paris hin und wieder wohl für 49 Euro, dann auch mal für 330 Euro. Oneway. Bei mir waren es 69 Euro, aber für „einen Kaffee und ein Croissant“ immer noch etwas teuer.

Ich habe auf dem Flug von Paris nach Pointe-à-Pitre das Angebot für ein Premium Economy Upgrade angenommen. Für den Flug von Chayenne nach Frankfurt bekam ich dann kein Angebot für die Premium Economy mehr. Bei Abflug war diese nicht voll besetzt. Da ich als Sec 1 eingecheckt habe, waren zu dem Zeitpunkt noch viele Plätze in der Premium Economy unbesetzt, aber daraus lässt sich die Buchungssituation nicht abschätzen. In jedem Fall hält sich das Gerücht, dass Air France und KLM hier gerne einmal aufhören, Kunden Upgrades anzubieten, wenn sie diese zu oft annehmen. Insbesondere aus günstigen Eco-Tarifen. Belegen lässt sich das jedoch nicht.

 

WLAN kann bereits vorab erworben werden

Wer an Bord schnelles WLAN verwenden möchte, kann die Pakete bereits beim Check-In erwerben. Die Gebühren können mit Kreditkarte oder Meilen bezahlt werden.

Sitzplatzauswahl und Cash Upgrades bei Air France / KLM | Frankfurtflyer Kommentar

Air France und KLM haben den Verkauf von Sitzplätzen mit bestimmten Merkmalen und von Upgrades weitgehend optimiert. Viele Wünsche erfüllen sie gegen Entrichtung eines kleinen oder großen Obolus. Dass noch nicht einmal alle Sitzplätze zu Beginn des Online Check-Ins freigegeben werden, mag Passagiere enttäuschen, unterstützt die Airline jedoch dabei, Sitzplätze bereits vorzeitig zu verkaufen. Warum es jedoch für Upgrades und gekauft Sitzplätze keine zusätzlichen Flying Blue Meilen gibt, ist unverständlich. Es ist ja nicht gerade so, als hätte Flying Blue ein herausragendes Verhältnis zwischen Meilensammeln und Meileneinlösen. Hier dann noch bei Geld, das der Airline direkt zufließt, zu kürzen, erscheint da doch sehr kleinkariert. Immerhin wurden die Meilen für die bezahlten Upgrades auf Nachfrage bei der KLM Hotline schnell gutgeschrieben. Somit ist es für die Prämienmeilen gleichgültig, ob man bei Buchung oder erst im Check-in Prozess mehr Geld für eine höhere Reiseklasse in die Hand nimmt. Lediglich bei den XP Punkten hat man bei einem Upgrade bei Check-in Nachteile, da nur XP-Punkte für die ursprünglich gebuchte Reiseklasse gutgeschrieben werden. (Update am 18.05.2022)
 

Alle weiteren Beiträge des Tripreports:

Mit Air France in den Südwesten der EU | Planung

Sitzplatzauswahl und Cash Upgrades bei Air France / KLM

Review: Air France Lounge Frankfurt Terminal 2

Review: Air France/HOP Economy Class Embraer 170/190 (AF1619/AF1218)

Review: Air France Premium Economy 777-300

Review: Air France Lounge Pointe-à-Pitre (PTP)

Review: Air France A320 Economy Class AF600

Review: Air France Lounge Cayenne (CAY)

Review: Air France Business Class A330 AF867

Review: Yotel Air Charles de Gaulle Lounge (Priority Pass)

Resumee: Mit Air France in die Karibik

8 Kommentare

  1. Klasse Bericht und entspricht genauso auch meinen Erfahrungen mit deren Upgrades. Über die gleichbleibende Meilen(XP)vergabe, der Ursprungsbuchungsklasse bei einem Upgrade, habe ich mich auch schon geärgert. Daher Vorsicht an die die damit rechnen.

  2. Grds. macht das alles keinen Spaß mehr (mir jeden Falls nicht). Ich habe keine Lust stundenlang nach irgendwelchen Plätzen etc. oder eas in Upgrades enthalten ist zu suchen. KL/AF ist mir viel zu kompliziert, auch beim einlösen von XP Punkten. Das ist der Grund warum ich das Programm für mich auslaufen lasse. Ich finde es sehr unattraktiv.
    Aber vielleicht bin ich einfach nur zu faul oder zu dämlich nach der besten Option zu suchen…

  3. Meine Erfahrungen mit e-Voucher -Upgrades: Habe vor 2 Monaten für ein Upgrade mit 2 Voucher Business/First mit Swiss nach MIA angefragt. Die
    Reise ist erst Ende Oktober und ich wurde auf die Warteliste gesetzt. Ich sei immerhin der Erste auf selbiger—- und bin es noch immer.
    Da nützen die von LH abgegebenen Treue-Vouchers nicht viel, wenn ich diese nicht einlösen kann. Mit Meilen upgraden funktioniert übrigens auch nicht besser!
    Sitz 4A im Stübli ist wenigstens vorderhand noch eingebucht.
    Der Rückflug mit Edelweiss ab TPA findet erst ab 18. NOV. statt. Zu spät für mich. Alternativ mit LH-Discover in C via FRA oder ab Orlando mit Original-LH via FRA fliegen ? … oder doch wieder mit LX ab MIA ?
    Wollte eigentlich die Avianca-Lounge in MIA meiden , da diese stets total überfüllt ist

  4. Erst mal ein gut geschriebenen Bericht, allerdings muss ich sagen das Flying Blue wohl premienmeilen vergibt für bezahlte sitzplatzauswahl als auch für cash Upgrades, meine Erfahrung bei Upgrade habe ich nür bei Cash Upgrade am Gate.

  5. Bei der Sitzplatzauswahl muss man aber nochmal zwischen AF und KLM unterscheiden. Sofern noch frei, bemomme ich beim online Checkin als Gold Member bei AF die Sitze am Notausgang kostenfrei angeboten. Zwar nicht immer, aber hin und wieder sind diese frei geschalten. KLM hingegen nicht, selbst wenn alle Sitze noch frei sind, Notausgang wird nur gegen Aufpreis angeboten.

  6. Also ich bekomme Extra Meilen fürs Cash Upgrade aber keine XP’s.
    BEG – AMS KL1906 Meilen auf Basis der ausgegebenen € gesammelt
    25. Februar 2022
    +161 Miles
    +5 XP
    Upgrade Economy to Business
    25. Februar 2022
    +553 Miles
    +0 XP

    • Das ist klasse. Ich werde mal bei Flying Blue nachhaken, denn meine Upgrades haben nicht zu mehr Meilen geführt. Die gutgeschriebenen Meilen entsprechen den Economy Ticketkosten.

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.